Streit um Kreuz auf Berliner Stadtschloss

Vertreter der Linken und der Grünen fordern, auf das Symbol zu verzichten, weil es die Neutralität des Bauwerks gefährde.

(…)

Der katholische Erzbischof von Berlin, Heiner Koch, hingegen erklärte, für ihn sei das Kreuz ein Zeichen der frohen Botschaft des christlichen Glaubens für alle Menschen. Mit dem Kuppelkreuz hätten seine Erbauer zudem zum Ausdruck gebracht, dass sie ihre besondere Verantwortung als Herrscher bewusst vor Gott wahrnehmen wollten. Koch: „An diese Haltung zu erinnern, wäre auch heute für Berlin von großer Bedeutung.“ Die Berliner Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) verteidigte das Kreuz ebenfalls: „Unsere Kultur der Offenheit, Freiheit und Barmherzigkeit hat ihre Wurzeln in unserem christlichen Menschenbild.“ Nur wer sich seiner Identität sicher sei, könne dem anderen Raum geben, ohne sich bedroht zu fühlen. Grütters: „Dafür steht für mich das Kreuz, und deshalb gehört es für mich zum Schloss dazu.“

weiterlesen:

[http://www.idea.de/politik/detail/berlin-widerstand-gegen-kuppelkreuz-auf-stadtschloss-101062.html

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  1. #1 von Charlie am 22. Mai 2017 - 16:57

    Die Pro-„Argumente“ könnten nicht noch dämlicher sein, oder?

  2. #2 von Unechter Pole am 22. Mai 2017 - 17:35

    Unsere Kultur der Offenheit, Freiheit und Barmherzigkeit hat ihre Wurzeln in unserem christlichen Menschenbild

  3. #3 von m0ebius am 22. Mai 2017 - 17:47

    Ich bin ja sonst immer gegen christliche Zeichen auf öffentlichen Gebäuden, aber das ganze Gebäude ist eine protzige Verkörperung überkommener (weil feudaler) Wertvorstellungen. Da passt das Kreuz wunderbar hinein.

  4. #4 von Rene am 22. Mai 2017 - 19:20

    Ich bin erstaunt, wie polemisch die Kommentare der Befürworter sind. Intellektuel überfordert, kannst ja auswandern, ein Halbmond wäre dir wohl lieber, usw. Grauslig.

  5. #5 von aranxo am 22. Mai 2017 - 20:13

    Die Pro-Begründungen sind in der Tat das übliche Religioten-Geschwurbel. Dabei lassen sie das m.E. vernünftigste Argument pro Kreuz einfach liegen, nämlich das Kulturhistorische. Da tut man alles, um den alten Kasten möglichst originalgetreu wieder aufzubauen, zumindest was die Fassade angeht, und dann will man auf dieses wichtige Detail verzichten?
    Ich finde auch wie moebius, das Schloss ist eine Manifestation vergangener Zeiten, etwas dessen, was wir zum Glück hinter uns haben. Von daher sollte das Kreuz auch wieder drauf. Sonst könnte man noch auf die Idee kommen, der preußische Staat sei liberaler gewesen als er wirklich war.

  6. #6 von user unknown am 22. Mai 2017 - 23:48

    Ich kann mich schlecht entscheiden zwischen historisch-dokumentarischer Präzision und dem Wunsch, möglichst wenig von dem Krempel zu sehen.
    Konsequenterweise war ich schon prinzipiell gegen die Wiedererrichtung des Stadtschlosses.

    Jetzt zu versuchen nachzukarten und einen faulen Kompromiss zu erreichen scheint mir im Endeffekt falsch. Also erst das Kreuz drauf, und dann das Ding als Ganzes abreißen!

  7. #7 von Noch ein Fragender am 23. Mai 2017 - 00:13

    Als Kaiser Wilhelm, Herrscher von Gottes Gnaden, noch im Schloss saß, passte das Kreuz.

    Jetzt, wo das Humboldt-Forum mit Ausstellungen außereuropäischer Kultur dort einzieht, passt das Kreuz zur neuen Nutzung nicht.

  8. #8 von user unknown am 23. Mai 2017 - 01:01

    @NeF:

    Passt zu einem Humboldt-Forum mit Ausstellungen außereuropäischer Kultur denn ein Stadtschloss?

  9. #9 von Willie am 23. Mai 2017 - 02:21

    Der katholische Erzbischof von Berlin, Heiner Koch, hingegen erklärte, für ihn sei das Kreuz ein Zeichen der frohen Botschaft des christlichen Glaubens für alle Menschen

    Ist der Bauherr Heiner Koch oder die RKK?

    Mit dem Kuppelkreuz hätten seine Erbauer zudem zum Ausdruck gebracht, dass sie ihre besondere Verantwortung als Herrscher bewusst vor Gott wahrnehmen wollten.

    Das mag auf das alte Gebäude zutreffen, aber nun haben wir einen neuen Bauherrn und eine neue Bestimmung für das Teil.

    „An diese Haltung zu erinnern, wäre auch heute für Berlin von großer Bedeutung.“

    Woran, an die Eroberungskriege der Erbauer, Erweiterer und Nutzer dieses Schlosses? Wäre es da nicht besser, wenn man eine kritische Dauerausstellung dazu, evtl. im Foyer, installiert als dafür ein Kreuz zu nutzen?

    Die Berliner Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) verteidigte das Kreuz ebenfalls: „Unsere Kultur der Offenheit, Freiheit und Barmherzigkeit hat ihre Wurzeln in unserem christlichen Menschenbild.“

    Fehlt nur noch der Hinweis auf die Menschenrechte. Kreuze gibt es doch genug, auch in Berlin, zu besichtigen, warum muss dies nun auf einem Neubau angebracht werden?

    Nur wer sich seiner Identität sicher sei, könne dem anderen Raum geben, ohne sich bedroht zu fühlen.

    Muss dann nicht auch auf dem Reichstagsgebäude ein Kreuz, in den Bundeswappen, in den Fängen des Bundesadlers …. ? So ganz ohne Kreuz auf allen Gebäuden könnten wir ja sonst unsere Identität verlieren, ganz besonders die deutschen Muslime, aber auch die sonstigen, nicht chrristlichen Bürger.

  10. #10 von Christian Mai am 23. Mai 2017 - 04:54

    Vor dem Berliner Schloss versammelten sich am Nachmittag des 1. August 1914 Tausende von Menschen, um gespannt den Ablauf des deutschen Ultimatums an Russland mitzuerleben. Als um 17 Uhr ein Offizier am Schlosstor erschien und die Mobilmachung verkündete, sangen die versammelten Massen den Choral „Nun danket alle Gott“.

    http://www.dhm.de/lemo/kapitel/erster-weltkrieg/innenpolitik/august-erlebnis.html abgerufen am 23.5.2017

    Der Beginn des 1. Weltkrieges unter dem Kreuz des Berliner Schlosses und mit einem christlichen Choral gefeiert …

  11. #11 von Hypathia am 23. Mai 2017 - 09:46

    @ Willie

    Muss dann nicht auch auf dem Reichstagsgebäude ein Kreuz, in den Bundeswappen, in den Fängen des Bundesadlers …. ? <

    Bring die Leute doch nicht auf solche Ideen! 😉

  12. #12 von Noch ein Fragender am 23. Mai 2017 - 17:25

    @ #8 von user unknown

    Passt zu einem Humboldt-Forum mit Ausstellungen außereuropäischer Kultur denn ein Stadtschloss?

    Nicht so richtig. 😦

    Da es sich aber nur um eine teilweise Umkleidung mt der alten Stadtschlossfassade aus „Ensemblegründen“ handelt und innen kein Schloss, sondern ein modernes Forum mit Publikumsverkehr und Gastronomie entsteht, kann ich mit diesem Kompromiss leben. 🙂