Müssen Mitarbeiter Mitglied der Kirche sein?

PRO Man möchte meinen, das sollte selbstverständlich sein. Im Kern geht es für mich um die Frage, ob man die Kirche (nur) als Unternehmen und die Diakonie (nur) als Sozialkonzern sieht oder aber als Gemeinschaft der Glaubenden, die aus Wort und Sakrament lebt und das Evangelium von Jesus Christus in Wort und Tat bezeugt. Konkret: 1. Für Krankenpfleger kann es genauso wenig wie für Erzieher genügen, lediglich den kirchlichen Auftrag „zu kennen und zu achten“. Sie sollten sich identifizieren können und ihn leben.

Es wäre unanständig, von Nichtchristen ein Tischgebet zu erwarten

Ansonsten ist es unanständig, von ihnen z. B. zu erwarten…

weiterlesen (kostenpflichtig):

[http://www.idea.de/spektrum/detail/muessen-mitarbeiter-mitglied-der-kirche-sein-101022.html

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  1. #1 von Unechter Pole am 19. Mai 2017 - 15:17

    Das Problem liegt nicht daran, ob Kirchen nur Christen anstellen oder auch nicht.

    Sondern grundsätzlich daran, dass Kirchen wie Wirtschaftsunternehmen aggieren, aber nicht als solche behandelt werden wollen. Im Gesundheitswesen, Kindererziehung, Wohnungsbau und Immobilienhandel, Verlagswesen usw. haben die Kirchen nichts verloren.

  2. #2 von Hypathia am 19. Mai 2017 - 15:22

    Dieses Kirchenarbeitsrech gehört endlich abgeschafft!!!
    Wenn ich als Selbstständige aus Prinzip keine Christen einstelle, weil mir das religiotische Gequatsche auf die Eierstöcke geht, werde ich verklagt, aber die kirchlichen Arbeitgeber dürfen sich alles erlauben.

  3. #3 von user unknown am 19. Mai 2017 - 18:42

    Wenn es für Angestellte und Kunden genügend Alternativen gäbe, dann wäre es kein Problem. Aber wenn 3 von 4 Krankenhäusern kirchlich sind, oder alle Kindergärten in Fußnähe, dann ist die Wahl der Kunden/Klienten kein Hinweis darauf, dass die Kunden das überhaupt wünschen.

    Das Quasimonopol von Diakonie und Caritas in vielen Bereichen auf dem Arbeitsmarkt führt zu vielen Heuchelmitgliedern, die nur pro forma in der Kirche sind, um ihren Arbeitsplatz zu sichern. Zynischerweise müssen sie für ihre Zwangsmitgliedschaft auch noch Kirchensteuer von ihrem Lohn abdrücken, der dank des Sonderrechts der Kirchen auch noch besonders gering ist – da sind sie 3fach gearscht. Und der staatliche Einzug der Kirchensteuer sorgt dafür, dass auch niemand mit einer Lüge beim Vorstellungsgespräch durchkommt.

    Sollte wirklich mal einer von denen in die Kirche gehen, wird er da dann noch als Heuchler verspottet.

    Dass Priester und Prediger Kirchenmitglied sein müssen, dagegen ist nichts zu sagen. Krankenpfleger haben – ob in Kirchendiensten oder nicht – überhaupt nicht die Zeit nebenbei das Wort Gottes zu verkünden. Für paar nette Worte zwischendurch muss man kein Christ sein – ich weiß es, ich habe Zivildienst in Ostberlin gemacht, wo 90% der Schwestern keiner Kirche angehörten. Aber das Krankenhaus wurde protestantisch übernommen, und da machten sich viele Sorgen, dass sie jetzt in die Kirche eintreten müssen.

    Geärgert haben sie sich darüber sehr. Skrupel hatten nur wenige.