Gotteslästerung: Pakistan sperrt über 12.000 Websites

Pakistans Telekommunikationsbehörde PTA hat während einer Kampagne gegen vermeintlich gotteslästerliche Inhalte in Sozialen Netzwerken seit April 12.968 Websites gesperrt.

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[http://religion.orf.at/stories/2842198/

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  1. #1 von dirk am 10. Mai 2017 - 16:19

    Ich begrüße ausdrücklich diesen Schritt, wenn es in einem Land zahlreiche Personen gibt die auf die Wahrheit nur mit Gewalt reagieren ist es von der Regierung sinnvoll das gesamte Land von dieser Wahrheit fernzuhalten.

    Sicherlich wäre es begrüßenswert die Bevölkerung behutsam an die allgemein Menschenrechte heranzuführen und die Wahrheiten der Wissenschaft heranzuführen, dies scheint aber mit Hinblick auf die Kairoer Menschenrechtserklärung noch in sehr sehr weiter Ferne zu liegen.

  2. #2 von namsawam am 10. Mai 2017 - 17:29

    Man kann Wahrheiten und Informationen jeder Art nicht durch „Verbot“ unterdrücken oder gar völlig negieren – man kann es höchstens versuchen. Aber nicht einmal in Nordkorea funktioniert das.

    Wenn die Herren Oberpakistanis (gibt’s da auch noch Frauen wie Benazir Bhutto in der Regierung?) und Herr „dirk“ aber glauben, daß es „sinnvoll“ ist „das gesamte Land von dieser Wahrheit fernzuhalten.“, vertreiben sie die Vernünftigen und zementieren die Herrschaft von Vollidioten.

    Gleichgültig, wo und wie die Absolutheit einer Religion geduldet, gefördert oder gewünscht wird, sind Gewaltausbrüche zu erwarten. Auf keinen groben Klotz gehört ein winziges Steinchen! Keinen Dummen kann und sollte man bitten klug zu werden!

  3. #3 von dirk am 10. Mai 2017 - 18:14

    @#2 von namsawam

    Es ist halt eine Frage der Werte, sprich wie hoch wird das recht auf fast jegliche Informationsquelle (insbesondere aus meiner Sicht aus dem Ausland) in Bezug zu dem dem Schutz vor Körperverletzung und Mord gesehen.

    Insbesondere sollte meiner Meinung nach eine Gesellschaft die eigenen Werte „erarbeiten“ und sie nicht von außen beeinflusst werden wenn dies zu zahlreichen Opfern führt.

  4. #4 von Friedensgrenze am 10. Mai 2017 - 18:44

    @ dirk

    Die Menschenrechte sind universell. Staaten wie der Vatikan und Pakistan sind dagegen. Dann bin ich halt von ausserhalb dieser Staaten gegen deren Politik und für die Menschenrechte und gegen Gottesrechte.

  5. #5 von dirk am 10. Mai 2017 - 19:19

    @#4 von Friedensgrenze

    „Die Menschrechte sind universal“

    Es existieren durchaus unterschiedliche Sammlungen von abweichenden Menschenrechten sehr bekannt sind die Kairoer und die allgemeine.
    Von der Einklagbarkeit mal ganz zu schweigen.

    Und universal hat laut Duden mehrere Bedeutungen.

    http://www.duden.de/rechtschreibung/universal

    Es ist also überhaupt nicht erkennbar was du mit diesem Satz ausdrücken mochtest.

    Pakistan hat übrigens auf der UN Generalversammlung für die Verabschiedung der Resolution der allgemeinen Menschenrechte gestimmt.

    Das der Chef des Vatikans die allgemeinen Menschenrechte nicht so wichtig sind konnte man auch an der Umarmung von Usama al-Abd erahnen. Mir ist es ein Rätsel wieso einige Leute diesen Papst als sittliches Vorbild betrachten.

  6. #6 von dirk am 10. Mai 2017 - 19:22

    Da hatte ich mich verlesen Friedensgrenze sprach von

    „universell“

    Adjektiv – 1. alle Bereiche umfassend; allgemein; 2. vielseitig

    Macht den vorhin zitierten Satz leider auch nicht verständlicher für mich.

  7. #7 von Friedensgrenze am 10. Mai 2017 - 19:47

    @ dirk

    Die Kairoer Erklärung hat meiner Meinung nach nichts mit den Menschenrechten wie sie der UN vorliegen zu tun. Es ist ein reines Täuschungsmanöver denn nicht der Mensch sondern Gott steht dort im Mittelpunkt.

    Was ich sagen will ist daß die Pakistanische Regierung gar nicht die Befugnis hat die Webseiten zu sperren. Denn in Artikel 1 der Menschenrechte steht: Alle Menschen sind gleich an Rechten geboren. So lange religiöse Seiten nicht gleichfalls gesperrt werden ist die Gesetzgebung ungleich und damit unrecht. Im Mittelpunkt steht der Mensch und nicht Allah.

  8. #8 von dirk am 10. Mai 2017 - 21:08

    Zitat #7 von Friedensgrenze

    „Befugnis“

    Befugnis hört sich so ähnlich an wie Recht, und bei Recht im Islamischen Sinne muss ich immer an die Todesfatwa gegen Hamed Abdel-Samad denken, die wurde mit einer Biografie Mohammeds begründet in der ein Mann die Mutter seiner Söhne ohne irgendein Gerichtsverfahren oder Ähnliches umbrachte weil nach Aussagen des Mannes die Frau Mohammed mehrfach beleidigte, als Mohammed davon hörte sagte er der Mann hat recht getan.

    Recht im US Sinne USA ist wenn der Präsident die Todeslisten des Geheimdienstes (im allgemeinen Dienstags) unterschreibt und daraufhin der Geheimdienst im Ausland die Leute umbringt, angeblich werden dabei zu 90 Prozent gar nicht die beabsichtigten Personen umgebracht sondern andere die Pech hatten z B in der Nähe waren.

    Oder US Recht ist es selbstverständlich auch die Niederlande anzugreifen falls jemals ein US Bürger von der UN in Den Haag angeklagt würde.

    Recht oder Befugnis hat leider auf Erden sehr sehr oft schlicht und einfach mit Macht zu tun.

    Und die Macht bestimmte Internetseiten zu sperren hat die pakistanische Regierung ganz bestimmt. Und meiner Meinung nach setzt sie in dem Fall die Macht zum Schutz vor Körperverletzung und Mord auch sinnvoll ein.

    Zitat aus dem ORF Artikel

    „Die vermeintliche Beleidigung des Islam oder des Propheten Mohammed kann in Pakistan extreme Reaktionen auslösen. Erst Mitte April hatte ein Mob in der Stadt Mardan deswegen einen Studenten getötet. “

    Ob alle Körperverletzungen und Morde welche aus dem Grund begangen werden in Pakistan es in die internationalen Medien schaffen bezweifele ich übrigens sehr stark.

    Der Artikel den du zitierst

    “ Artikel 1 der Menschenrechte steht: Alle Menschen sind gleich an Rechten geboren. “

    hat doch keinerlei Rechtsgültigkeit er ist ein Beschluss der UN Generalversammlung und keinesfalls ein Internationales oder Pakistanisches Gesetz oder ein Vertrag.

    Bei Verträgen ist die Wichtigkeit der Artikel meistens an der Reihenfolge ersehbar. Wenn man jetzt hypothetisch die allgemeinen Menschenrechte so betrachten würde. Steht in Artikel 3 (Recht auf Leben und Freiheit)
    Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person. Jedoch erst in Artikel 19 (Meinungs- und Informationsfreiheit)
    Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.

    Der von dir genannte Punkt „Alle Menschen sind gleich an Rechten geboren“ jedoch verstößt doch gar nicht gegen die pakistanische staatliche Zensur. Keiner darf gotteslästerliche Inhalte verbreiten, das Gesetz ist doch für alle gleich.

  9. #9 von namsawam am 10. Mai 2017 - 23:06

    @dirk

    Bei Deiner Argumentation bist Du einem grundlegenden Irrtum aufgesessen:

    Der von dir genannte Punkt „Alle Menschen sind gleich an Rechten geboren“ jedoch verstößt doch gar nicht gegen die pakistanische staatliche Zensur. Keiner darf gotteslästerliche Inhalte verbreiten, das Gesetz ist doch für alle gleich.

    Das geht meilenweit an der Wirklichkeit vorbeI.Es ist eben gerade nicht für alle gleich – oder sind die paar Pakistanis etwa alle – oder sind 60% derselben etwa alle Pakistanis???

    Und Dein

    … jedoch verstößt doch gar nicht gegen die pakistanische staatliche Zensur.

    sollte doch wohl auf die Füße gestellt werden und dann heißen:

    … wird jedoch von der pakistanischen staatlichen Zensur mit Füßen getreten.

  10. #10 von Friedensgrenze am 11. Mai 2017 - 03:38

    Die Bevorteilung der religiösen Weltanschauung mit Gott /Allah als zentralem Merkmal ist bereits die zu bekämpfende Ungerechtigkeit. Das ist ja genau der Punkt den religiöse Menschen nicht anerkennen. Die Welt ist nicht Teil der Religion sondern Religionen sind Weltanschauungen unter anderen Weltanschauungen und der Mensch mit seinen Rechten, also nicht Gott ist schützenswert.

    Die Ignoranz der Religiösen gegenüber dem Zentrum der Menschenrechte ist Ursache für Leid des Menschen aber auch Ursache für die Zerstörung der Erde als Lebensgrundlage des Menschen denn Kosmos und unser Planet sind nicht Untertan des Menschen weil die Kategorie schon falsch gedacht ist. Die Erde und wir Menschen sind nicht von Gott geschöpft, sondern wir sind da und das ist Wert genug. Gott/Allah ist nicht groß sondern ein menschlicher Gedanke unter anderen.

  11. #11 von drawingwarrior am 11. Mai 2017 - 07:18

    Das eigentliche Problem mit Blasphemie-Gesetzen ist, das es, einmal in Gang gesetzt, kein Halten mehr gibt.
    Letztlich könnte die Religionsbehörde in Pakistan alles verbieten, ausser dem Koran, weil alles andere expliziet als unislamisch deklariert werden kann.
    Es gibt für meine Hypothese ein Fallbeispiel aus unserer eigenen religiös geprägten Phase in Europa.
    Auf Grund des Bilderverbotes das sich aus einem Vers der Bibel ergibt, war es verboten, Dinge zu malen oder zu zeichnen.

  12. #12 von Noch ein Fragender am 11. Mai 2017 - 09:05

    Wenn ein Mob Andersdenkende tötet, hat die Staatsgewalt gegen den Mob vorzugehen und nicht gegen die Andersdenkenden.

    Was für eine heuchlerische Begründung, jemandem die Meinungs- und Religionsfreiheit einzuschränken mit dem Hinweis, ihn vor Übergriffen des Mobs zu schützen.

  13. #13 von Michael am 11. Mai 2017 - 12:39

    Hallo, liebe Zensurbehörde, das geht doch viel einfacher: Macht doch einfach eine Whitelist. Die kann dann ganz übersichtlich sein: Da kommt dann nur die örtliche Moschee, der Stammeshäutptling und der Ziegenhändler drauf. Fertig.