Blasphemie: Irland ermittelt gegen britischen Komiker Stephen Fry

Die irische Polizei ermittelt gegen den britischen Komiker Stephen Fry wegen Gotteslästerung und geht damit einer zwei Jahre alten Beschwerde nach. Fry rechnete in einer irischen TV-Sendung mit harten Worten mit Gott ab: Er nannte ihn unter anderem „verrückt“.

(…)

„Gemeiner, dummer Gott“

In der TV-Sendung auf RTE, dem öffentlich-rechtlichen Rundfunksender in Irland, hatte Fry auf die Frage, was er zu Gott sagen würde, wenn er die Chance hätte, mit einer vielbeachteten Schmährede geantwortet: „Ich würde sagen: Knochenkrebs bei Kindern, was soll das denn? Wie kannst du es wagen? Wie kannst du es wagen, eine Welt zu erschaffen, in der es so ein Elend gibt, das nicht unsere Schuld ist. Es ist nicht richtig. Es ist böse. Warum sollte ich einen launenhaften, gemeinen, dummen Gott respektieren, der eine Welt schafft, die so voll von Ungerechtigkeit und Schmerz ist?“

Er schloss mit den Worten: „Der Gott, der dieses Universum erschaffen hat, wenn es von Gott geschaffen wurde, ist ganz klar ein Verrückter, ein völlig Verrückter, total egoistisch. Wir sollen unser Leben auf unseren Knien verbringen und ihm danken? Was für ein Gott würde das tun?“

weiterlesen:

[http://religion.orf.at/stories/2841740/

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  1. #1 von namsawam am 8. Mai 2017 - 20:09

    Nach der Ausstrahlung der Sendung sagte er allerdings, er sei nicht seine Absicht gewissen, religiöse Menschen mit seinen Aussagen zu beleidigen.

    Nein, natürlich nicht. Aber er hätte durchaus wissen können, daß diese Wahrheiten auf Religioten meistens beleidigende Wirkung haben. Was bleibt aber anderes übrig?
    Solche „Beleidigungen“ muß man wissentlich in Kauf nehemen.

    (…2009 wurde der „Defamation Act“ beschlossen, der besagt, dass wer blasphemisches Material veröffentlicht oder sich blasphemisch äußert, eine Straftat begeht, die eine Geldstrafe von bis zu 25.000 Euro nach sich zieht.)

    Gottvoll!

  2. #2 von namsawam am 8. Mai 2017 - 20:10

    „nehemen“ = intensives Nehmen.

  3. #3 von Charlie am 8. Mai 2017 - 20:35

    Und das im Jahr 2017, unfassbar.

  4. #4 von stephancologne am 8. Mai 2017 - 21:06

    Auf welcher Seite der Friedenslinie lebt die Frau denn?

  5. #5 von Deus Ex Machina am 8. Mai 2017 - 22:07

    Irland macht sich da zur Komikernation!
    Wie kann man jemanden für diesen Ausruf der Empörung jurist. verfolgen? Wie erbärmlich muss man sein, sich dadurch angegriffen zu fühlen? Wie nötig hat es offenbar eine nicht schnell genug ihren Abschied nehmende Religion, nochmal über die Marionetten im Staatswesen, ihre Muskeln spielen zu lassen?
    Auf Nimmerwiedersehen, Christentum, ich werde dich nicht vermissen!

  6. #6 von namsawam am 8. Mai 2017 - 23:18

    @#5 von Deus Ex Machina am 8. Mai 2017 – 22:07

    …nicht schnell genug ihren Abschied nehmende Religion…

    Traumtänzer! Ja, von Dir und uns vielleicht, einem klitzekleinen Grüppchen gerade eben.

    Auf Nimmerwiedersehen, Christentum, ich werde dich nicht vermissen!

    Das ist leider, leider Wunschdenken – diese Gesellschaft wird noch sehr lange existieren. Die haben das Überleben gelernt.

    Ohne viel Blut wären sie nicht gekommen und ohne viel Blut werden sie nicht gehen.

  7. #7 von Willie am 9. Mai 2017 - 00:56

    Interessant dabei ist doch, dass a) die Polzei & Co. dort die Anzeige liegen gelassen haben und b) erst wieder gehandelt wird, nachdem der Nichtbeleidigte Denunziant dies reklamierte.

  8. #8 von Friedensgrenze am 9. Mai 2017 - 06:15

    All die Merkmale die Fry dem Gott zuordnet sind schlüssig, mindestens ebenso so schlüssig wie die Attribute die Kleriker dem Gott geben.

    Wenns da ein Gesetz gibt das eine Sicht der Dinge vorschreibt, dann ists besser wenn jetzt über die Unsinnigkeit des Gesetzes gesprochen wird weil der expandierende Islam in wenigen Jahren die gegebenen Gesetze zu seinen Gunsten interpretieren wird und dann auch über die nötigen Demokratischen Mehrheiten verfügt und argumentieren wird: Wir erfüllen nur eure Gesetze. Die christlichen Dumpfbacken die nach Gott in der Verfassung rufen und gerade jetzt in Frankreich Morgenluft wittern um ihren Gott wieder an der Regierung zu beteiligen, überschauen die Folgen ihres Tuns gar nicht sondern verlassen sich auf die jetzt zur Schau gestellte globale Solidarität der religiösen Führer. Wir sollten es den Märchenerzählern nicht noch leicht machen sondern unsere Gesetze aufräumen, und auch mal was wegschmeißen, solange noch ein wenig Vernunft herrscht. Besser wärs natürlich wenn der freie Teil die jungen Generation begreifen würde dass sie gerade von Klerikern in den Sack gesteckt werden und sich dagegen wehren.

    Die Anzeige gegen Fry ist Prima denn das Gesetz muss weg.

  9. #9 von parksuender am 9. Mai 2017 - 08:34

    Die Meisten von Euch dürften es bereits kennen – Hier das Original:

  10. #10 von deradmiral am 9. Mai 2017 - 08:50

    Ich liebe den Streisand-Effekt.

  11. #11 von m0ebius am 9. Mai 2017 - 09:50

    Hier der entsprechende Gesetzestext:

    §36
    (1) A person who publishes or utters blasphemous matter
    shall be guilty of an offence and shall be liable upon conviction on
    indictment to a fine not exceeding Eur 25,000.
    (2) For the purposes of this section, a person publishes or utters
    blasphemous matter if—
    (a) he or she publishes or utters matter that is grossly abusive
    or insulting in relation to matters held sacred by any
    religion, thereby causing outrage among a substantial
    number of the adherents of that religion, and
    (b) he or she intends, by the publication or utterance of the
    matter concerned, to cause such outrage.

    So ein Gesetz haben wir in Deutschland auch, §166 StGB

    (1) Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
    (2) Ebenso wird bestraft, wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) eine im Inland bestehende Kirche oder andere Religionsgesellschaft oder Weltanschauungsvereinigung, ihre Einrichtungen oder Gebräuche in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.

    Im Vergleich fällt auf, dass die Bedingung der Strafbarkeit in D etwas höher ist (Eignung zur Störung des öffentlichen Friedens“ statt „outrage among a substantial number of the adherents of that religion“), aber die Strafandrohung auch sehr viel höher ist.

    Dass Fry hier für nichts anderes verfolgt wird, als dass er eine weithin akzeptierte Moralnorm (Veranwortung für Handlungen und Unterlassungen im Rahmen der Möglichkeiten) konsequent auf die Behauptungen einer Religion anwendet, zeigt deutlich, dass die Hauptwirkung dieser Gesetze darin besteht, dem irrationalen sich-Provozierenlassen der großen Religionsgemeinschaften mit staatlichem Zwang zusätzliche Durchschlagskraft zu verleihen.

    Ein rechtsstaatliches Gesetz würde dagegen die freie Meinungsäußerung auch gegen ein solches sich-Provozierenlassen verteidigen, und das ist es, was wir stattdessen brauchen.

  12. #12 von m0ebius am 9. Mai 2017 - 09:53

    Achja, zum Video: Super dargelegt von Fry, und sehr amüsant, wie dem Interviewer die Gesichtszüge entgleisen. Ich hoffe, dass die Publicity dazu beiträgt, dass solche Gesetze endlich abgeschafft werden.

  13. #13 von Diderot am 9. Mai 2017 - 11:32

    Das Verfahren gegen Stephen Fry wurde wieder eingestellt, weil die Polizei nicht genügend Leute gefunden hat, die wegen seiner Blasphemie beleidigt waren: http://www.independent.ie/irish-news/stephen-fry-blasphemy-probe-dropped-after-garda-fail-to-find-substantial-number-of-outraged-people-35692915.html

  14. #14 von drawingwarrior am 9. Mai 2017 - 12:18

    Stephen Frey rechnet nicht mit Gott ab, er führt mit seiner Antwort den Fans von diesem Oberarschloch ihre eigene ethische Inkompetenz vor Augen.
    Die Reaktion der Religioten verwundert mich nicht.
    Diese Menschen leben in der Dunkelheit ihrer inneren Leere und wenn ihnen jemand ein Licht bringt,versuchen sie es zu löschen, weil es ihnen in den Augen brennt.

  15. #15 von Yeti am 9. Mai 2017 - 12:23

    @m0ebius:

    und sehr amüsant, wie dem Interviewer die Gesichtszüge entgleisen

    Allerdingens.
    Fry: (rant …)
    Interviewer: Aber mit dem Spruch kämen Sie sicher nicht in den Himmel.
    Fry: Well, I would’nt want to!

    Da steht dem Interviewer für gefühlte Minuten der Kiefer offen!

  16. #16 von Yeti am 9. Mai 2017 - 12:25

    @dw:
    Ja, mit dem Licht haben sie es nicht so.
    Sie haben ja schon den ersten Lichtbringer (Lucifer) denunziert.

  17. #17 von drawingwarrior am 9. Mai 2017 - 13:15

    Memo an mich, Fry schreibt sich ohne e….

  18. #18 von dirk am 9. Mai 2017 - 14:25

    Als Christ darf man nur Politiker wählen die auch Christen sind, das ist Gottes direktes Wort.
    Wer diese Aussage als Lüge bezeichnet kommt gemäß einem Gericht, in dem Land wo die meisten Christen leben, 2 Jahre in den Knast.

    Stimmt doch, oder habe ich da etwas verwechselt?

    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/indonesien-christlicher-gouverneur-wegen-blasphemie-verurteilt-15006953.html

    schnip ———————– schnap

    Ich bin ja mal gespannt ob es zu einer Gerichtsverhandlung in Irland gegen Fry kommt, wie das ausgeht und wie es dann weiter geht, auch im Hinblick auf die Menschenrechte in Europa und der EU.

  19. #19 von dirk am 9. Mai 2017 - 14:28

    O ich hatte #13 von Diderot noch nicht gelesen als ich die vorherige Post schrieb, damit hat sich die Sache mit Fry ja erledigt es gibt gar keine Gerichtsverhandlung.

  20. #20 von Hypathia am 9. Mai 2017 - 15:43

    Aber da sieht man mal wieder wie angepisst Gläubige sind, wenn man ihnen ein objektives Bild ihres Gottes vor die Nase hält.

  21. #21 von Predator am 9. Mai 2017 - 17:24

    Fry ist homosexuell und hat jüdische Wurzeln, der kommt eh nie in den Himmel™.

    Ich weiß, es geht hier um Irland und nicht um GB, dennoch…
    …täusche ich mich, oder gibt es in GB viel mehr sich offen und frei bekennende Atheisten/Agnostiker im dortigen TV?

    Alleine eine Sendung wie „Father Ted“, die zwar in Irland spielt, aber in GB gedreht wurde, wäre im dummdeutschen TV (allen Sendern voran der BR) doch niemals möglich.

    Und dann Leute wie Gervais, Merchant, Pilkington, Fry, Linehan und zig andere, die in GB bekannt sind, sie alle sind Atheisten/Agnostiker und äußern sich kritisch zu Religionen.

    Und hier? Ich schaue kein deutsches TV mehr, schon lange nicht, bzw. nur wenn ich mal wo zu Besuch bin und es dort läuft oder eben ausgewählte Dokus/Reportagen, aber alleine so etwas wie Herr Lesch, der schon eine Sendung hatte, in der er sich mit einem katholischen Theologen unterhielt, zeigt mir doch, dass wir in diesem Land auf einem ganz anderen Dampfer sind, verglichen mit der TV-Landschaft inkl. Promis in GB.

    Es kann aber durchaus sein, dass ich mich irre, ich bin Sachen TV allgemein nicht sehr bewandert und habe auf dem Gebiet meine gewachsenen Vorurteile.