Staatsleugner – „Wenn die Leute nicht mehr an Gott glauben, dann glauben sie an alles mögliche…“

Tirol sei eine „Hochburg der Verschwörungen“, so der Psychologe und Autor Johannes Fischler. Verschwörungstheoretiker wie Staatsverweigerer könnten sich hier besonders leicht verbreiten. Diese lehnen den Staat ab.

1.400 Staatsverweigerer und 22.000 Sympathisanten gibt es in Österreich, schätzt das Innenministerium. In Tirol würden solche Gruppierungen in kurzer Zeit viele Anhänger finden. In Insiderkreisen gilt Tirol als Hochburg des verschwörerischen Aberglaubens: Da gibt es einen Spruch: Wenn die Leute nicht mehr an Gott glauben, dann glauben sie an alles mögliche, beziehungsweise unmögliche, so Autor Johannes Fischler.

Seine These ist, dass viele Menschen, die aus der Kirche ausgetreten sind, so ihre Spiritualität ausleben könnten, denn diese sei kulturell verinnerlicht. „So hat der spirituell Obdachlose des 21. Jahrhunderts wieder die Möglichkeit, mit leuchtenden Augen auf Mission zu gehen“, sagt der Autor gegenüber dem ORF.

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[http://tirol.orf.at/news/stories/2841159/

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  1. #1 von Charlie am 6. Mai 2017 - 14:47

    Seine These finde ich nicht nachvollziehbar. Ausgetretene müssen nicht automatisch gottlos oder spirituell obdachlos sein. Ich bin als Atheist besonders kritisch und ich lasse mich nur mit Beweisen überzeugen. Verschwörungstheorien hingegen passen sehr gut ins Weltbild von Gläubigen. Für mich ist Religion nichts anderes als eine sehr alte Verschwörungstheorie. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass man dieses Denken nicht bei den Skeptikern sondern meist unter Gläubigen findet.

    https://blasphemieblog2.wordpress.com/2011/03/28/verschwohrungstheorien-von-katholiken/

    https://blasphemieblog2.wordpress.com/2016/02/08/katholische-verschwoerungstheorie-ueber-das-zika-virus/

  2. #2 von Yeti am 6. Mai 2017 - 14:52

    Ich finde das auch nicht nachvollziehbar.
    Meine Beobachtung (nicht These) ist, Menschen, die intensiv an Gott glauben, glauben oft auch jeden anderen Scheiß. Homöopathie,Chemtrails, Impfverschwörung, …

  3. #3 von Veria am 6. Mai 2017 - 15:04

    Tiroler hier – ich habe nur wenige abergläubische Bekannte, und die Abergläubischen darunter glauben meist auch in der ein oder anderen Form an Gott.
    Aber vielleicht wohne ich ja in einem anderen Tirol als Herr Fischler …
    „Staatsleugner“ kenne ich schon irgendwie um drei Ecken welche, aber die sind (katholische) Royalisten, die gerne wieder die Habsburger an der Spitze sähen. (Hab ich schon mal erwähnt, dass ich die Schützen gefressen hab?)

  4. #4 von Charlie am 6. Mai 2017 - 15:11

    @Veria

    Bisch a Tiroler, bisch a Mensch. 😉

  5. #5 von m0ebius am 6. Mai 2017 - 15:17

    @Charlie, Yeti: Das sehe ich genauso. Offensichtlich ist kein Gott ebenso wie ein zurückhaltender Gott mit den wissenschaftlich akzeptierten Erklärungsmodellen der Welt vereinbar. Wieso das nicht für wilde andere Thesen gelten soll, erschließt sich mir nicht.

    Der einzige Zusammenhang geht doch in die entgegengesetzte Richtung: eine entscheidende Quelle des Atheismus (die natürlich nicht jeder Atheist teilen muss), nämlich der Skeptizismus, ist mit solchen Thesen eben nicht vereinbar.

  6. #6 von Elvenpath am 6. Mai 2017 - 15:30

    So ganz falsch ist es nicht, was er sagt: Menschen, die damit groß geworden sind, an irgend etwas Übernatürliches zu glauben, sind natürlich anfälliger für Homöopathie, Astrologie und den ganzen Mumpitz.

  7. #7 von Yeti am 6. Mai 2017 - 16:38

    @Elvenpath:
    Richtig. Wichtig ist hier das „nicht mehr“.

  8. #8 von m0ebius am 6. Mai 2017 - 17:08

    Wichtig ist aber auch „die Leute“: wenn man das als Ansammlung von Individuen liest, kann man Elvenpaths Interpretation vertreten. Liest man es aber als Gesellschaft, kann es auch einfach bededeuten, dass der Anteil der immer-schon-Atheisten höher wird.

  9. #9 von Elvenpath am 6. Mai 2017 - 18:17

    Ich kann übrigens auch verstehen, wenn sich jemand dem Staat verweigert. „Deutschland GmbH“ und so, ist natürlich Quatsch.
    Aber man wird gezwungen, an dem Staat, in dem man geboren wurde, teilzunehmen. Man kann nirgends auf dieser Erde hin, ohne, dass man gezwungen ist, den Gesetzen irgend eines Staates zu folgen. Alles auf dieser Welt ist schon vergeben, besetzt und festgezurrt. Jeder Fleck auf dieser Erde „gehört“ einem Staat.
    Der Satz „Wenn es dir hier nicht gefällt, geh doch wo anders hin!“ der so gerne geäußert wird, ist da der reine Hohn. Man kann nirgends hin, wo man frei nach seiner eigenen Weltsicht leben kann. Das wird erst wieder möglich sein, wenn wir den Weltraum erobern und man sich auf unbewohnten Planeten niederlassen kann um dort eine Gesellschaft nach den eigenen Vorstellungen zu gründen.

  10. #10 von Unechter Pole am 6. Mai 2017 - 18:24

    @Elvenpath
    Die Antarktis nicht.

  11. #11 von Elvenpath am 6. Mai 2017 - 20:44

    @Unechter Pole

    Auch für die Antarktis existieren Verträge, die alles genau regeln.

  12. #12 von user unknown am 7. Mai 2017 - 00:30

    @Elvenpath

    Man kann nirgends hin, wo man frei nach seiner eigenen Weltsicht leben kann. Das wird erst wieder möglich sein, wenn wir den Weltraum erobern und man sich auf unbewohnten Planeten niederlassen kann um dort eine Gesellschaft nach den eigenen Vorstellungen zu gründen.

    Egal wo man hinfährt, man nimmt sein Weltbild, seine Moral oder Ethik erst mal mit. Fährt man alleine los und bricht jede Kommunikation mit seiner Umwelt ab sind Moral und Ethik sinnlos, da diese überhaupt nur im Zusammenleben mit anderen von Bedeutung sind.

    Wenn man aber mit anderen zusammen eine neue Gesellschaft gründet, dann braucht man gemeinsame Werte, beispielsweise über die Machtverteilung. Dass man darüber dauerhaft mit anderen gleicher Meinung sein kann, halte ich für unwahrscheinlich.

  13. #13 von Friedensgrenze am 7. Mai 2017 - 08:06

    In der Überschrift ist es doch ganz schön festgehalten. Es ist prima an alles mögliche zu glauben.

    Religiöse dagegen bevorzugen den Glauben an einen recht unwahrscheinlichen und für mich sogar unmöglichen Gott. Und mit dessen Willen werden dann völlige Blödsinnigkeiten begründet. Die Menge der Beispiele ist erdrückend.