USA: Verbot der Homo-„Heilung“ ist rechtens

Die Klage war von Donald Welch angeführt worden. Der Pfarrer der evangelikalen Megakirche „Skyline Church“ im Süden Kaliforniens möchte als ausgebildeter Therapeut gerne selbst jugendliche Schwule, Lesben oder Transsexuelle „heilen“. Seit 2012 ist dies aber in Kalifornien per Gesetz untersagt. Ein katholischer Psychiater und ein Mann, der behauptet, durch Therapie von seiner Homosexualität „geheilt“ worden zu sein, hatten sich der Klage angeschlossen.

weiterlesen:

[http://www.queer.de/detail.php?article_id=28754

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  1. #1 von Hypathia am 3. Mai 2017 - 10:12

    Das ist ja endlich wieder einmal eine gute Nachricht aus den USA.
    Und Trump hüpft wahrscheinlich jetzt im Viereck vor Wut.

  2. #2 von m0ebius am 3. Mai 2017 - 10:27

    @Hypathia:
    Ich glaube, Trump ist das total egal. Der biedert sich doch nur taktisch bei den Religiösen an. Erstaunlich finde ich, dass er damit angesichts seines Lebenswandels Erfolg hat.

  3. #3 von oheinfussel am 3. Mai 2017 - 10:28

    Komischerweise lässt niemand von den Ex-Gays wissenschaftliche Tests zu, die prüfen können, ob man noch auf bestimmte Reize reagiert

  4. #4 von Hypathia am 3. Mai 2017 - 12:13

    @ m0ebius

    Das mag schon sein, dass er sich nur aus taktischen Gründen an die Religioten ranschmeißt, aber eines seiner Wahlversprechen war, die Aufhebung der Eheöffnung und die Förderung der Diskiminierungsfreiheit ─ ähh Reiligionsfreiheit. Aber das scheint er zum Glück nicht umsetzen zu können. Und darum glaube ich, dass er sich über diesen Richterspruch mächtig ärgern wird.

  5. #5 von Hypathia am 3. Mai 2017 - 15:48

    Nach einer guten Nachricht kommt ja meistens eine Schlechte. Und hier ist sie auch schon:

    „Erteilt Trump die „Lizenz zum Diskriminieren“?“

    [http://www.queer.de/detail.php?article_id=28761&nss=1

  6. #6 von muhthai am 4. Mai 2017 - 08:11

    Finde ich gut, wenn da weiter darauf geforscht wird, das man es anders machen kann. Wiviel schwule und Bi Leute gibt es, die anders sein wollen ? Wenn ihr so sein wollt, bleibt es aber genug gibt es die Veränderung wollen.

  7. #7 von Charlie am 4. Mai 2017 - 08:58

    @muhthai

    Heilung von Homosexualität ist Schwachsinn. Schwule die das angeblich selbst wollen, wird das so eingeredet.

  8. #8 von muhthai am 4. Mai 2017 - 09:32

    ne, ich gehöre leider auch dazu. Ich will so nicht sein.

  9. #9 von Skydaddy am 4. Mai 2017 - 11:02

    @muthai,

    Finde ich gut, dass Du hier kommentierst, als direkt Betroffener.

    Auch auf die Gefahr hin, hier (als glücklich verheirateter Hetero) wie ein Blinder von der Farbe zu reden, würde mich interessieren, was Du zu folgenden Überlegungen meinst. Ich füge hinzu, dass ich kein Experte auf dem Gebiet bin. Ich hätte auch nichts dagegen, wenn eine Therapie dazu führte, dass Leute, die sich schlecht fühlten, nachher besser fühlten. Ich habe nur den Eindruck, dass da in in den meisten Fällen ein unerreichbares Ziel versprochen bzw. propagiert wird, was in Summe nur dazu führt, dass sich noch mehr Leute noch schlechter fühlen.

    Mein Eindruck ist auch, dass solche Therapien nie von Sexualwissenschaftlern kommen, sondern von Christen, die Homosexualität für Sünde halten.

    Zunächst: Du schreibst: „Finde ich gut, wenn da weiter darauf geforscht wird“. – Wird da tatsächlich Forschung betrieben? Oder frickeln da nur irgendwelche Evangelikalen unwissenschaftlich herum? Was für Forschungsergebnisse hat diese Forschung denn bisher zutage gefördert? Decken sich die Ergebnisse mit denen der Sexualwissenschaften? (Ich könnte mir vorstellen, dass ein Konsens besteht, dass man seine sexuelle Orientierung nicht ändern kann, höchstens sein Verhalten.)

    Du schreibst: „ich gehöre leider auch dazu. Ich will so nicht sein.“

    Objektiv betrachtet ist Dein Problem (um das ich Dich nicht beneide, und das Du hoffentlich auf die eine oder andere Weise gelöst bekommst) nicht Deine Homosexualität, sondern dass Wunsch und Wirklichkeit auseinanderklaffen. Um diesen Konflikt zu lösen, hast Du zwei Möglichkeiten: Entweder, Du wirst so, wie Du sein willst, oder Du überlegst, ob es wirklich so schlimm ist, wie Du fühlst, und ob das Anders-Sein wirklich erstrebenswert ist.

    Wir hatten ja neulich das Video von dem schwulen, jungen Christen (s.u.). Er hat für mich seinen Konflikt auf den Punkt gebracht, als er sagte, man kann nicht bewusst entscheiden, wen man liebt. Ich habe für mich hinzugefügt: Man kann sich auch nicht bewusst entscheiden, was man glaubt. (Z.B. kann man sich durch Pascals Wette nicht davon selbst überzeugen, dass es einen Gott gibt, wenn man nicht sowieso schon daran glaubt.)

    Ich hatte mir damals überlegt: An seinen Gefühlen kann man nichts machen, aber was man glaubt, kann man zumindest hinterfragen.

    Analog würde ich als Nicht-Betroffener davon ausgehen, dass jemand in Deiner Situation an seinen Gefühlen nichts ändern, dafür aber den Wunsch, anders zu sein, hinterfragen kann.

    Wie oben bereits gesagt, besteht Dein Problem in dem Auseinanderklaffen von Wunsch und Wirklichkeit. Dieses Problem könnte einerseits durch eine „Homoheilungs-Therapie“ gelöst werden, andererseits dadurch, dass Du Deine Gefühle akzeptierst.

    Mich würde jetzt interessieren, ob Du Deine Hoffnungen ausschließlich in eine „Homoheilungs-Therapie“ setzt, oder ob Du – das könnte Dein Problem ja auch lösen – auch in Erwägung ziehst oder in Erwägung gezogen hast, eine Art Selbstakzeptanz-Therapie zu machen. Falls nicht: Warum nicht?

    Schließlich würde mich noch interessieren, ob Dein Wunsch, nicht homosexuell zu sein, irgendwie durch eine christliche oder religiöse Sozialisation verursacht sein könnte?

    Ich wünsche Dir jedenfalls, dass Du irgendwann mit Dir selbst im Reinen bist.

  10. #10 von drawingwarrior am 4. Mai 2017 - 11:50

    @muthai
    Hallo erstmal.
    Gut, das Du Dich hier beteiligst.
    Falls es nicht zu aufdringlich ist, würde ich gern wissen, was nötig wäre, damit Du ein zufriedenes Leben führen kannst.
    Soweit ich mich an meine ersten Gehversuche in Sachen Sexualität erinnern kann, gab es da diesen Drang, dieses prickelnde Gefühl, das ich zufällig beim Klettern an einem dieser dicken Hanftaue in der Sporthalle meiner Schule entdeckt hatte, zu wiederholen.
    Das Kopfkino dazu war überhaupt nicht explizit homo oder hetero, das kam erst später dazu.
    Was ich damit sagen will ist, das ich denke, das Sexualität durchaus einen Wandel durchmacht, den wir aber nicht wirklich steuern können.
    Wenn Du sagst, Du bist in Deiner Homosexualität unglücklich, dann stellt sich mir die Frage, ob Du das wegen Deines Umfeldes oder wegen Deiner Vorliebe für einen Partner Deines Geschlechtes so empfindest.
    Sexualität kann durchaus Angst machen, da gibt es wohl zwischen homo und hetero kaum Unterschiede.

  11. #11 von oheinfussel am 4. Mai 2017 - 18:15

    Therapien gegen Homosexualität sind so sinnlos wie Therapien gegen Linkshändigkeit. Und sie sind nicht nur nutzlos, sondern auch gefährlich. Du kannst einen Linkshänder dazu bekommen, mit der rechten Hand zu schreiben, so wie du einen Homosexuellen dazu bringen kannst, eine heterosexuelle Beziehung einzugehen – aber trotzdem ist der Linkshänder ein Linkshänder und der Homosexuelle homosexuell.

    „Therapien“ gegen Homosexualität basieren immer darauf, dass du nur durch eine fehlerhafte Entwicklung so geworden bist – du bist also verkehrt und deswegen psychisch nicht normal entwickelt – also heterosexuell. Entweder die Mutter/ der Vater war nicht anwesend/ zu dominant/ hat dich nicht angenommen, du hast schlechte Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht gemacht – wie gebrochene Herzen oder etwa Übergriffe, etc… pp.

    Diese Ansicht gründet darauf, dass ein normal und gesund entwickelter Mensch immer und ausnahmslos heterosexuell ist.