Pfarrer: Warum lässt Gott so viel Leid zu?

Wir leben hier in einem ziemlich reichen, sicheren Land, andere werden in Kriegsgebiete oder Hungerzonen hineingeboren. Manche Menschen haben immer nur Glück und Erfolg, andere treffen schwere Schicksalsschläge. Kann man angesichts dieser Ungerechtigkeit überhaupt von einem gerechten Gott sprechen – fragt sich Pastor Oliver Spies

(…)

Denn die Frage nach Gottes Gerechtigkeit verschleiert oftmals den Blick auf die auch menschengemachten Ursachen und darauf, wie diese aufhebbar sind. Vielleicht fragten die Helfer nach dem Hurrikan weniger nach Gottes Gerechtigkeit, weil für sie die Zerstörungen klar mit Armut und Umweltzerstörungen in Verbindung standen. Warum begruben Schlammlawinen ganze Dörfer? Weil die Hänge gerodet wurden und die Wurzeln den Erdboden nicht mehr zusammenhalten. Weil das Holz mehr einbrachte als die Ernte, aber nicht genug, um ein Haus an einem sicheren Ort zu bauen. „Das Geld baut oben!“, hörte ich oft. Aber ich verstand es erst, als ich vor zerstörten Hütten zu heilen Häusern aufschaute. Ich begann zu erahnen, wie verstrickt mein eigenes Leben in diese Ungerechtigkeit ist, ob ich will oder nicht. Gottes Gerechtigkeit verlangt uns ab, wahrzunehmen, wo und wie wir unsere Häuser bauen – und wer weiter abwärts am Hang wohnt.

weiterlesen:

[http://www.abendblatt.de/hamburg/kirche/article210427975/Warum-laesst-Gott-so-viel-Leid-zu.html

Advertisements
  1. #1 von paul0f am 2. Mai 2017 - 13:55

    Warum lässt Gott so viel Leid zu?

    Denn die Frage … verschleiert oftmals den Blick auf die .. menschengemachten Ursachen … <

    Wie das durch Mensch und Natur verursachte Leid, sind auch die Götter nur menschengemache Fantasiegestalten.
    Die Frage ist also hinfällig bzw. die Antwort wäre m.E. dann wie folgt: Es gibt keine Götter, die dieses Leid verursacht und zu verantworten haben.

    So einfach ist das.

  2. #2 von Gerry am 2. Mai 2017 - 13:59

    Betreibt der hier eine spezifisch religiotische Form von Victim Blaming?

    Oder will er einfach nur von der Frage ablenken weil er eh keine Antwort hat?

  3. #3 von oheinfussel am 2. Mai 2017 - 14:04

    Hm… vielleicht weil er nicht existiert?

  4. #4 von m0ebius am 2. Mai 2017 - 14:16

    Beim Lesen dieses Textes beschleicht mich der Eindruck, dass „Gott“ für diesen Pfarrer nichts unabhängig von ihm Existentes ist, sondern eine Chiffre für seinen inneren Monolog. Ob das tatsächlich so ist, kann man natürlich nicht mit Sicherheit sagen, denn er würde seinen Job verlieren, wenn er das so klar sagen würde. So würde sich aber auch erklären, wieso sich der Text für die Verantwortlichkeit seines Gottes gar nicht interessiert.

    Mit solchen Leuten kann man leben, aber ich frage mich dann doch, wieso sie ausgerechnet dieses Konstrukt wählen, um sich auszudrücken.

  5. #5 von Charlie am 2. Mai 2017 - 14:58

    Jetzt haben die Menschen auch noch die Naturkatastrophen verursacht, die der „Allmächtige“ nicht verhindern kann. Es geht nicht darum, woher das Leid kommt, sondern warum Gott nicht eingreift. Gott ignoriert das Leid der Verursacher, ok. Er ist halt wählerisch. Aber was ist mit den Unschuldigen, die nichts dafür können??

    Egal wie man es dreht und wendet, Gott kommt hier nicht gut weg.

  6. #6 von aranxo am 2. Mai 2017 - 15:23

    Gott hat mangels Existenz leider nicht die Macht, irgendetwas zu verhindern.

  7. #7 von Elvenpath am 2. Mai 2017 - 16:22

    Seitenweise Text und theologische Gehirnakrobatik um eine Erklärung dafür zu finden, was der Atheismus in 4 Wörtern löst: Es gibt keinen Gott.

  8. #8 von Willie am 3. Mai 2017 - 05:30

    Kann man angesichts dieser Ungerechtigkeit überhaupt von einem gerechten Gott sprechen – fragt sich Pastor Oliver Spies

    Die Fragestellung ist bereits falsch, da er als Prämisse unterstellt, dass es einen/diesen Gott gäbe. Das tut es solange nicht, bis er, oder seine Mitgláubigen, dazu Beweise bringt. Und solange es etwas nicht gibt, solange kann dieses Nichts auch nichts mit Gerechtigkeit zu tun haben.

  9. #9 von Rene am 3. Mai 2017 - 15:31

    Es ist doch nur ein winziger Schritt zur richtigen Antwort. Ein einziger Schritt, und der Kerl klatscht sich mit der flachen Hand auf die Stirn und keucht: ACH SO !!!