Schulz nennt AfD-Aufruf zu Kirchenaustritt „abscheulich“

In den der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Briefen erklärt Schulz, die Vorwürfe der AfD gegen die Kirchen seien „unfassbar und abscheulich“. Die AfD habe auf ihrem Kölner Parteitag gezeigt, dass es ihr um Spaltung, Provokation und rechten Populismus gehe.

weiterlesen:

[http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/schulz-nennt-afd-aufruf-zu-kirchenaustritt-abscheulich-14986591.html

Advertisements
  1. #1 von Gerry am 25. April 2017 - 11:07

    Auch mit einem Schulz ist eben kein säkularer Staat zu machen.

  2. #2 von m0ebius am 25. April 2017 - 11:19

    Ich habe für die AfD noch weniger übrig als für die Kirchen. Und die Abgrenzungstendenzen innerhalb der Kirchen gegen die AfD finde ich auch gut. Aber dass sich innerhalb der AfD dagegen Widerstand regt, ist dann „unfassbar und abscheulich“?

    Im Ernst, wenn man es in Ordnung findet, dass sich die Kirchen in die Politik einmischen, dann muss man auch damit leben, dass es entsprechende Reaktionen gibt. Was Schulz hier sinngemäß fordert ist eine Kirche, die die Politik formen darf, aber vor Gegenwind geschützt ist. Mit dieser Aussage hat Schulz bei mir eindeutig Sympathiepunkte verloren.

  3. #3 von Skydaddy am 25. April 2017 - 11:52

    M.E. eine unglaubliche und vor allem völlig unnötige Anbiederung von Schulz an die Kirchen. Sehr schwach.

    Also Schulz meint offenbar, die Kirchen könnten auf Kosten der AfD eine aufwendige und heuchlerische Profilierungskampagne („Unser Kreuz hat keine Haken“) durchführen, aber wenn die AfD nachvollziehbarerweise verärgert ist, dann ist das „unfassbar und abscheulich“?

    Bei der Kirchenkampagne geht es m.E. vor allem darum, dass die Kirchen selbst gut dastehen wollen. Und Schulz hält es offenbar für nötig, denen in den Arsch zu kriechen. Bei allem, was ich von der AfD höre, scheint mir ein Aufruf zum Kirchenaustritt ein eher nachrangiger Kritikpunkt zu sein.

  4. #4 von Deus Ex Machina am 25. April 2017 - 12:53

    Wir haben die zwei großen C-Parteien in Deutschland, sowei die Partei bibeltreuer Christen und Schulz hat ein Problem damit, wenn eine Partei mal ein „Nein, danke!“ verlauten lässt? Oder besser gesagt nur der Vorstand einer Partei, die bis vor einiger Zeit gerne von Kirchen gedisst wurde. Wobei das ja inzwischen von kirchl. Seite auch schon nicht mehr so klar betrieben wird. Andererseits hat sich die AfD ja nicht mal dazu durchringen können, klar gegen den staatl. Kirchensteuereinzug Position beziehen zu können. Seltsame Partei, diese AfD….

  5. #5 von Friedensgrenze am 25. April 2017 - 15:12

    Schulz hat ja schon den Papst ins Europaparlament gehievt und erinnert nun die Kirchen an seine Loyalität ihnen gegenüber. Sein mieses Spiel Religionskritik postfaktisch als „Rechts“ zu labeln wird nicht aufgehen, schließlich haben wir die Heidenspaßparty an Karfreitag im Münchner SPD Haus gefeiert. Mir war unter dem Schild der SPD schon ein wenig komisch aber dann dachte ich an die Herkunft der SPD, schaltete auf gelassenes Abwarten und freute mich über das Erreichte. Insofern ist Schulz der Spalter der nun das Fass zum überlaufen und die potentiellen Wähler zum weglaufen bringt.

    Martin Schulz war doch im Europaparlament. Hat er denn wirklich gar nichts verstanden von den Vorteilen einer Trennung von Staat und Religion. Das erscheint mir als geradezu unglaublich. Ein Kanzlerkandidat der 2017 in diesem wichtigen Bereich seine weltanschauliche Inkompetenz derart öffentlich zur Schau stellt sollte wirklich gleich mal anfangen zu beten und sein politisches Experiment zu beenden bevor er weiteren Schaden anrichtet.

  6. #6 von Lando Schmidt am 26. April 2017 - 00:07

    Alles nur meine Schuld, mea culpa.
    Gestern Abend zog ich mir die Entwicklung der Wahlumfragen rein und überlegte angesichts des SPD-Absturzes wo eigentlich Martin Schulz geblieben ist.
    Der war doch Anfang des Jahres omnipräsent und nun ist er seit zwei, drei Wochen komplett abgetaucht.

    Daher hatte ich mir gewünscht, daß Schulz sich mal nicht so hängen lässt, sondern wieder in Erscheinung tritt, bevor der „Schulz-Zug“ eher eine „Schulz-Bleikugel“ ist, die nur nach unten zieht.

    Aber man hüte sich vor der Erfüllung seiner Wünsche.
    Wer hätte denn auch gedacht, daß MS etwas derart Dämliches raushauen muß?
    Muß für die arme kleine Christenkirche mit 50 Millionen Mitgliedern und 500 Milliarden Euro Vermögen Partei ergreifen?
    Was mischt er sich überhaupt ein, wenn zwei Kack-Vereine (AfD und Kirche) sich bekriegen?

    Naja, so ist das als Sozi. Ich kenne das ja lange: Man muß sich ständig für die Parteiführung schämen; Stichwort Thierse und Nahles.
    Die Zeiten mit vernünftigen Atheisten am Ruder (Ingrid Matthäus-Maier, Gerd Schröder, Rolf Schwanitz) ist wohl vorbei. Seufz.

  7. #7 von Lando Schmidt am 26. April 2017 - 00:35

    Haha, der Urinduscher (David Berger) schreibt in seinem rechtsradikalen Blog dazu:

    „Dass er dies ausgerechnet an den Münchner Erzbischof Marx und seinen protestantischen Mitbruder Heinrich Bedford-Strohm schrieb, hängt mit deren Posten als oberste Vertreter ihrer Kirchen in Deutschland zusammen, rundet das Bild aber noch einmal zusätzlich ab.

    Beide haben jüngst damit Schlagzeilen gemacht, dass sie beim Besuch des Tempelbergs ihre Brustkreuze abnahmen – um beim Islam keinen Anstoß zu erregen.

    Insofern haben sie geistig doch schon längst vollzogen, was Martin Schulz so unfassbar abscheulich findet: Sie haben Christus verraten und sind damit aus der Kirche geistigerweise und wohl auch nach dem Kirchenrecht (Abfall vom Glauben) ausgetreten, auch wenn sie formell noch in ihr tätig sind. Was bei diesem Gehalt auch keinen erstaunt.“

    LOL

  8. #8 von Reiner Moysich am 26. April 2017 - 19:06

    Bevorzugung religiöser Menschen ist menschenrechtswidrig.

    Natürlich sollte die AfD es ihren Mitgliedern selbst überlassen, in welcher Weltanschauungsgemeinschaft sie Mitglied sind oder nicht. Jedoch sollten auf jeden Fall die menschenrechtswidrigen Bevorzugungen religiöser Menschen schnellstens beseitigt werden, z.B. im Grundgesetz die Nennung eines völlig unbewiesenen Gottes, nur Religionsunterricht an öffentlichen Schulen (statt neutraler Weltanschauungsunterricht), Kirchensteuer (statt Einzug der Mitgliedsbeiträge durch die Kirchen selbst) und die vielen die Gesellschaft spaltenden nur christlichen Feiertage für alle Menschen egal welcher religiösen oder nichtreligiösen Weltanschauung (statt für alle nur verbindende weltanschauungsneutrale Feiertage wie z.B. Feiertage des Friedens, der Liebe, Gerechtigkeit, Vielfalt der Kulturen und des Lebens; für individuelle religiöse oder nichtreligiöse Weltanschauungen sollten ca. fünf Feiertage extra gewährt werden).
    Und natürlich sollte auch die finanzielle Unterstützung für alle Weltanschauungsgemeinschaften gleichmäßig verteilt werden.
    Wenn Deutschland auf allen Ebenen strikte Weltanschauungsneutralität übt, hat Deutschland wesentlich mehr Frieden und gesellschaftlichen Zusammenhalt!

  9. #9 von aranxo am 28. April 2017 - 22:22

    Wenn es noch eines Grundes bedurft hätte, die SPD nicht zu wählen, Schulz hätte ihn hiermit geliefert. Glücklicherweise war ich schon lange nicht mehr in Gefahr, das zu tun.