Von den maghrebinischen Aufklärern lernen

Gegen Denkverbote im Umgang mit dem Islam

Der langjährige Maghreb-Korrespondent und Filmemacher Samuel Schirmbeck diagnostiziert Denkverbote im Umgang mit dem Thema Islam und fordert eine produktive Islamkritik.

Dieses Buch [Der islamische Kreuzzug und der ratlose Westen: Warum wir eine selbstbewusste Islamkritik brauchen] ist aus einer grossen Empörung heraus geschrieben: der Empörung darüber, wie Europa und insbesondere seine Intellektuellen mit «Freiheitssuchern» und Islamkritikern aus islamischen Ländern umgehen.

Weiterlesen https.://www.nzz.ch/feuilleton/gegen-denkverbote-im-umgang-mit-dem-islam-von-den-maghrebinischen-aufklaerern-lernen-ld.1287731

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  1. #1 von Elvenpath am 20. April 2017 - 19:52

    Wichtig ist bei solchen Diskussionen ist, dass ganz klar zwischen den Menschen und der Ideologie unterschieden werden muss. Und dass wir im Kampf gegen (fundamentalistische) Religionen nicht unsere freiheitlichen Errungenschaften verraten.
    Ein gute Beispiel ist die Kopftuchdebatte. Auf der einen Seite sind Kopftücher im Islam eine Unterdrückung der Frauen. Auf der anderen Seite empfinden das viele Muslima nicht so und tragen das Kopftuch aus Überzeugung. Auch, wenn diese Überzeugung aus der religiösen Gehirnwäsche in der Kindheit resultiert, verstößt ein Verbot gegen den persönlichen Willen von vielen Muslima (nicht allen, das ist klar).
    Wenn wir also Kopftücher verbieten, agieren wir repressiv. Wir schreiben Menschen vor, wie sie sich zu kleiden haben. Und in dem Augenblick sind wir dann nicht besser als diejenigen muslimischen Männer, die verlangen, dass Frauen Kopftücher tragen.

  2. #2 von awmrkl am 21. April 2017 - 03:24

    Für meine Begriffe reicht es auf Dauer vollkommen aus, bei Begegnung mit solch maskierten Personen (aber auch mit ihren Chauvis) deutlich! belustigt, grinsend, spöttisch und bei Bedarf auch verbal ironisch-satirisch zu reagieren.
    Ich denke nicht, daß hier Gesetze nötig wären.
    Soziale Interaktion reicht mE vollkommen aus – aber klar, nicht von heute auf morgen. Dauert etwas. Ist aber locker auszuhalten, bis es soweit ist.

  3. #3 von K.Brückner am 22. April 2017 - 23:34

    @ Elvenpath
    Von vielen, auch von ihnen, wird übersehen, dass auch das Kopftuch ein politisches Instrument ist, um eine religiöse Ideologie durchzusetzen. Das Kopftuch ist nur der Anfang eines Weges, der am Ende in einer religiösen Diktatur enden könnte. Wer zu uns kommt muss unsere Werte akzeptieren, ein richtiges und deshalb immer wieder gebrauchtes Argument. Zu diesen Werten gehören auch gewisse kulturelle Standards. Ich will einmal deutlich machen, was ich meine. Wenn ich morgen komme und einer überraschten Öffentlichkeit erkläre, dass mein „Gott“ von mir verlangt, dass ich in der Öffentlichkeit grundsätzlich immer nackt erscheinen muss. ginge ein Aufschrei durch unsere Gesellschaft, zu Recht. Fast jeder würde darauf verweisen, dass ein solches Outfit nicht unseren kulturellen Standard entspricht und deshalb abgelehnt werden muss, Zu recht ! Offensichtlich sind viele von uns schizophren. Ganz nackt kann fast niemand akzeptieren, aber Verkleidungen von Frauen, ob Kopftuch, Burka oder ähnlicher religiöser Unsinn, der den Frauen einen religiösen Gründen Sonderstatus zuschreibt ( sie sind letztlich unrein und minderwertig), sollen wir aus Gründen der Religionsfreiheit tolerieren. Nein auch Religionsfreiheit gilt nicht uneingeschränkt und bedingungslos. Sie darf die Menschenrechte nicht verletzen und darf unserer freiheitlich, demokratischen Verfassung nicht widersprechen. Für mich ist schon das Kopftuch, aber noch viel schlimmer die Burka oder etwa die Beschneidung, nicht nur von Mädchen, ein Verstoß gegen diese Menschenrechte. Auch die angebliche Freiwilligkeit ist kein wirkliches Argument. Die Selbstmordattentate werden auch freiwillig durchgeführt: Unsere Demokratie mit ihren vielen Freiheitsrechten muss wehrhaft verteidigt werden. Die Gleichbehandlung von Mann und Frau ist ein nicht verhandelbarer Teil unserer Rechtsordnung. Wer das nicht akzeptieren will oder kann, muss sich sein religiöses Paradies irgendwo anders suchen.

    K.Brückner

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