Schwul und Christ

Schwul und Christ – ja das geht. Ich möchte euch meine Geschichte erzählen und euch zeigen, wie ich es geschafft habe meine Sexualität und meinen Glauben mit einander zu kombinieren. Ich wünsche mir, dass Brücken gebaut werden.

  1. Schwul und Christ
  2. Der innere Konflikt als homosexueller Christ
  3. Der innere Konflikt Teil 2
  4. Die Konfliktlösung
  5. BOY
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  1. #1 von Skydaddy am 17. April 2017 - 17:14

    Eine beeindruckende Geschichte. Er bringt es gut auf den Punkt: Man kann sich nicht entscheiden, jemanden nicht zu lieben, und man kann sich nicht entscheiden, etwas nicht zu glauben. Daher die innere Zerrissenheit, die ihn fast dazu gebracht hätte, sich das Leben zu nehmen.

    M.E. ist er es sich selbst schuldig, seinen Glauben auf Stimmigkeit und Plausibilität zu prüfen. Man kann sich zwar nicht ENTSCHEIDEN, etwas nicht zu glauben – aber man kann prüfen, ob es vernünftiger Skepsis standhält.

  2. #2 von drawingwarrior am 17. April 2017 - 18:03

    Hab die Reihe durch.
    Ich hatte dabei immer eine Frage im Kopf, die ich ihm jedoch nicht stellen werde, weil das zu persönlich ist und ich Ihm nicht zu nahe treten will.
    Die Frage hat wohl mit einem Oskar Wild Zitat zu tun, dass mir hin und wieder durch den Kopf geht und das da lautet: Ich würde niemals Mitglied eines Clubs werden wollen, der mich aufzunehmen gewillt ist!

  3. #3 von Deus Ex Machina am 17. April 2017 - 18:08

    @ dw:

    Ach, das ist von Wilde? Ich kannte es bislang nur von Groucho Marx.

  4. #4 von Rene am 17. April 2017 - 18:33

    Ich schaue mir das auch nicht an. Sonst kriege ich den Steinpimmel nie aus dem Kopf.

  5. #5 von manglaubtesnicht am 17. April 2017 - 23:09

    Der arme Kerl. Stockholmsyndrom-Hirnwäsche at its finest.

    Es wird wirklich Zeit die Christen-Priester zur Verantwortung zu ziehen.

  6. #6 von Willie am 18. April 2017 - 05:43

    Wir sollten uns aber darüber im klaren sein, dass er diese Aussagen nur „bei uns“ machen kann.

    Die Konfliktlösung ist eigentlich das, wo wir hin müssen.

    Das hört sich gut und schön an, aber er vekennt, dass es a) die Christen nicht gibt (noch nicht einmal in Jerusalem bei der Grabeskirche 😉 ) und b) es diese homogene Masse auch nie geben wird. Er sagte ja auch nicht welcher Art von Christentum er anhängt; er spricht immer nur von „meiner Gemeinde“; die er ja auch noch wechseln musste um weiter an „seinem“ Christentum hängen bleiben zu können. Letztendlich beschreibt er auch nur, wie er seine Homosexualität mit seinem (selbstgwählten? da ab 17) Glauben in Einklang bringt.

    Den Glauben an sich, auch nicht den „seiner“ großen oder kleinen Sekte, hat er [leider] nicht hinterfragt. Im Gegenteil, er versuchte noch seinen Freund (angeblich kein Christ) ins Christentum zu holen. Hat nicht funktioniert, man trennte sich.

    Anmerkung zu * Er sagte ja auch nicht welcher Art von Christentum er anhängt; er spricht immer nur von „meiner Gemeinde“*

    Im Video 3 spricht er von seinen Ältesten und seinem Hauskreis, ich kenne dies jetzt nur von den Zeugen Jehovas. Wenn dem so ist, dann sollten wir festhalten, dass die sich auch nur als Christen benennen, aber nicht diesen Christus als Gott anerkennen und desshalb von all den anderen abgelehnt werden..
    Selbst wenn er einer anderen, freikirchlichen Gemeinde angehört bleibt immer noch der Umgang mit Authoritäten, Frauen, Kindern …. und eben das Problem des Christentums selbst. (darauf deutet auch sein „mit 17 wurde ich Christ“ hin.

    Fazit: Er verteidigt die Homosexualität und das ist gut so ;-), den Glaubens- oder der Christenaspekt läßt er trotz allem außen vor (außer vielleicht: sucht euch ne Gemeinde die das nicht reklamiert).

  7. #7 von Willie am 18. April 2017 - 05:45

    Korrektur: Im vorletzten Absatz bitte das (darauf deutet auch sein „mit 17 wurde ich Christ“ hin. überlesen.

  8. #8 von Skydaddy am 18. April 2017 - 07:30

    Ich habe mal nach „Älteste“ und „Hauskreis“ gegoogelt. Obwohl viele Treffer „älteste“ nicht als Person, sondern als Adjektiv gefunden haben, lässt sich sicher sagen, dass Hauskreise und Älteste auch in freikirchlich-evangelischen (also vermutlich im Wesentlichen evangelikalen) Gemeinden üblich sind. Ansonsten fielen mir dazu noch die Siebenten-Tags-Adventisten ein, auch zu denen fand sich bald ein Treffer.

    Ich vermute, bei den ZJ hätte er weder Konzerte besuchen können, noch eine liberalere Gemeinde gefunden.

  9. #9 von Hypathia am 18. April 2017 - 08:57

    Es ist doch sehr unwahrscheinlich, dass er vor seinem 17. Lebensjahr nichts mit Christendumm zu tun gehabt hat. Zumal er von seiner Mutter spricht, die ebenfalls in dieser Gemeinde ist. Wahrscheinlicher ist, dass er schon als Kleinkind indoktriniert wurde, aber erst mit 17 offiziell in die Gemeinde aufgenommen (getauft) wurde. Nur so lässt sich mMn erklären, dass er in solche Gewissenskonflikte gestürzt ist.
    Aber so oder so ist er ein armes Würstchen, bei dem die Hirnwurmimplantation so erfolgreich war, dass er sich sogar umbringen wollte.
    Traurig, sehr traurig! ☹

  10. #10 von Elvenpath am 18. April 2017 - 10:25

    Da kann man nur noch sagen: Herzliches Beileid.
    Zerrissen zwischen Realität und den Folgen der religiösen Gehirnwäsche aus der Kindheit.

  11. #11 von Willie am 18. April 2017 - 19:35

    @Skydaddy

    Danke fürs suchen und (teil)aufkláren. Wie gesagt, mir war das bisher nur bei den ZJ ein Begriffe (obwohl, Mormonen haben auch ihre Elder) . Daraus resultiert wahrscheinlich auch sein „ab 17 Jahren Christ“, da er erst in dem Alter wirklicher Christ nach der entspr. Sekte ist (und seine Mutter auch im Christenverein ist, wie Hypathia ebenfalls vernommen hat), denn die EKDler haben ja nicht wirklich ein Probleme damit. Selbst als Katholik wäre er immer noch ein Christ, wenn auch ein sehr, sehr sündiger, da einmal gechristet immer gechristet bei denen gilt.

    Ich vermute, bei den ZJ hätte er weder Konzerte besuchen können, noch eine liberalere Gemeinde gefunden.

    Wie es da in D. aussieht weiß ich nicht, hier in Chile ist so einiges bei denen möglich. Ok, aktiv gelebte Homosexualitär geht aber auch hier garnicht.

    Anekdote: Ich habe einen schwulen ZJ kennengelernt, der in seiner Heimatgemeinde (gut 300 km entfernt) einen auf keusch bzw. hetero macht. Hier am Ort lebt er seine H. aus und meidet den Salon.

    Mein Fazit zielte ja eher auf seine angebliche Konfliktlösung yu „Schwul und Christ“ ab, die eben keine ist, da er den ganzen Glaubens- und Christenaspekt dabei außen vor läßt und lediglich eine liberale Gemeinde gesucht hat um weiter unhinterfragt glauben zu können.