Philosoph: Warum es sinnvoll und nötig ist, an Gott zu glauben

Gott ist gar nicht tot: Der Philosoph Volker Gerhardt erklärt in seiner Religionstheorie, warum es für denkende Menschen sinnvoll und nötig ist, an Gott zu glauben.

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Denn Glaube sei keineswegs eine irrationale, unkritische Gegenmacht gegen das Wissen, sondern, genau umgekehrt, als ein uns stärkendes und erhebendes Gefühl jene Form bewusster Reflexion auf die Grenzen des Wissens bzw. Wissenkönnens, die den Zusammenhang zwischen dem Wissen und der autonomen Lebensführung als Person sichert.

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Volker Gerhardts Gott, der den unhintergehbaren „Sinn des Sinns“ repräsentiert, mutet dem sich in seiner Vernunft selbst bestimmenden Menschen viel Reflexionskraft zu – im Interesse humaner Selbstbegrenzung. Der denkende Mensch braucht als freie Person Gott als sein Gegenüber, um die Grenzen seiner selbst frei anerkennen zu können.

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[http://www.zeit.de/2014/52/volker-gerhardt-der-sinn-des-sinns-philosophie

 

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  1. #1 von oheinfussel am 15. April 2017 - 18:19

    Der denkende Mensch braucht als freie Person Gott als sein Gegenüber, um die Grenzen seiner selbst frei anerkennen zu können

    Ähm… nein.
    In sämtlichen Religionen ist „Gott“ nicht als Gegenüber dargestellt, mit dem man auf gleichberechtigter Augenhöhe steht, sondern der Übermächtige, der einen auf Knien rutschen sehen will, weil er sonst so spontan aus ner Laune heraus einen in die ewige Verdammnis schicken könnte.

  2. #2 von Charlie am 15. April 2017 - 18:32

    Sinn des Sinns

    Das ist intellektueller Trockenbau.

  3. #3 von Rene am 15. April 2017 - 18:47

    Immer wieder versucht jemand, die Existenz oder die Notwendig einer Existenz wortreich und verquast, sozusagen per brute force, herbeizufaseln. Funktioniert hat es noch nie.

    Götter sind eine Erfindung derer, die die Schafe, Schwulen, Frauen, wen auch immer, in ihrer Person begrenzen, sprich beherrschen wollen. Götter und jene, die sich ihrer bedienen, sind die Pest, unter der die Menschheit seit Urzeiten zu leiden haben.

    Leider gibt es (noch) keinen Impfstoff gegen diesen Müll.

  4. #4 von Skydaddy am 15. April 2017 - 19:39

    Glaube sei keineswegs eine irrationale, unkritische Gegenmacht gegen das Wissen, sondern, genau umgekehrt,

    Ich hätte kein Problem damit, wenn Gläubige sagen würden: Ich kann Gott zwar nicht beweisen, aber ich glaube trotzdem.

    Aber Theologen und Apologeten ist das ja nicht genug: Sie müssen immer noch halsstarrig darauf bestehen, dass Ihr Glaube VERNÜNFTIG sei. Oder zumindest nicht unvernünftig.

    Hierzu habe ich mir mal folgende Geschichte ausgedacht:

    Richard Dawkins erscheint im Traum der verstorbene Christopher Hitchens. Hitch befiehlt Dawkins, sich ein Lotterielos zu kaufen, damit werde er den Jackpot gewinnen.

    Nach dem Aufwachen kauft Dawkins tatsächlich ein Los und ist fest davon überzeugt, dass er damit den Jackpot gewinnt.

    Ich bin absolut sicher, Dawkins würde sagen: Ich bin aufgrund meines Erlebnisses zwar davon überzeugt, dass ich den Jackpot gewinne. Aber ich weiß, dass das nicht vernünftig ist.

    Genauso könnten sich auch die Gläubigen verhalten.

  5. #5 von Friedensgrenze am 15. April 2017 - 20:14

    @Charly

    Nicht mit lockerer Schraube sondern ohne. Dann passt des.

  6. #6 von Christian Mai am 15. April 2017 - 23:38

    So wie der Theologe Graf die Gedankengänge des Philosophen Gerhardt darstellt, sind sie nicht tragfähig. Wenn Wissen und Wissenkönnen begrenzt sind, können sie kein allumfassendes Ganzes erfassen.

    Wenn man Kant und Parmenides ohne Referenzrahmen interpretiert, kann man zu solchen Ansichten gelangen.

    Parmenides erlaubte sich, das Göttliche in Frage zu stellen und wurde von den Religiösen seiner Zeit zurückgepfiffen. Kants Religionskritik wurde ihm von den Religiösen seiner Zeit, unter Androhung des Verlustes seiner Lebensgrundlage, verboten.

    Also, was kann man von einem Artikel in einer Zeitung mit einem christlichen Chefredateur, von einem Theologen geschrieben über einen Philosophen, der zur Kirche zurückgekehrt ist, erwarten?

  7. #7 von user unknown am 16. April 2017 - 02:24

    Größenwahn kann man nur mit Illusionen bekämpfen?
    Wenn uns die Vernunft zu Bescheidenheit gemahnt, wieso müssen wir das dann noch irrational unterfüttern?

    Empirisch deutet weder etwas darauf hin, dass man ohne Gott nicht bescheiden und demütig sein kann, noch, dass es im entscheidenden Augenblick hilft, wenn man einen Gott hat.

    In den menschenverachtenden totalitären Systemen des 20. Jahrhunderts hätten vor allem fromme Christen eine Kraft zum Widerstand gelebt, die einen Sinn über das Gegebene hinaus bezeugte.

    Was für ein Zynismus, angesichts der gottlosen Liberalen, die ins Exil vertrieben wurden oder umgebracht wurden.

    Denn Glaube sei keineswegs eine irrationale, unkritische Gegenmacht gegen das Wissen, sondern, genau umgekehrt, als ein uns stärkendes und erhebendes Gefühl jene Form bewusster Reflexion auf die Grenzen des Wissens bzw. Wissenkönnens, die den Zusammenhang zwischen dem Wissen und der autonomen Lebensführung als Person sichert.

    Die Religion weiß immer schon vorher, wo die Grenzen sind und begnügt sich nicht nur mit den Grenzen von Vorgestern und zuckelt überall hinterher, siehe Gentechnik, siehe Psychologie. Trotzig sucht sie neue Grenzen des aktuellen Nichtwissens und setzt sie absolut. Neugier und Zweifel sind ihr zuwider. Autonome Lebensführung ist der Religion verhasst – gerade was Lebensformen und Sexualität betrifft hat die Religion Antworten ohne zu fragen, ohne wissen zu wollen.

    Werde die Welt als übermächtig und übergroß, gar als schön, staunenswert oder erhaben erfahren, gewinne sie die Qualität des Göttlichen.

    Was für ein Bullshit!

    Gerade hier zeigt sich, dass er Evolution wohl nur dem Namen nach kennt. Wo die Welt schön ist, weil sie uns wärmt und nährt, ist ihre Schönheit kein Geheimnis. Erdbeben, Vulkanausbrüche, Dürren und Malariefliegen sind aber genauso die Welt und womöglich erhaben und staunenswert, aber nichts, vor dem wir unser Knie beugen wollen.

    Diese Welt als etwas personales anzusprechen ist kontrafaktisch. Wenn Kühe und Regenwürmer ohne Gott auskommen, dann sollten wir das auch können, und die überwiegende Zahl der Menschen schafft es auch die überwiegende Zeit.

  8. #8 von Muriel am 16. April 2017 - 10:01

    Es ist halt doch erstaunlich, wie hartnäckig sich sogar unter Philosoph*innen solche offensichtlichen Trugschlüsse halten.
    “Wenn ich keine Ahnung habe, kann ich ja einfach mal was glauben, weil ich nicht zugeben mag, dass äh ich meine als Reflexion auf die Grenzen des Wissens und Wissenkönnens.“
    Irgendwas läuft doch in deren Ausbildung schief.

  9. #9 von Der Markus am 16. April 2017 - 10:40

    Bei dem ganzen Artikel handelt es sich um Geschwurbel der schlimmsten Sorte. Es ist echt zum FREMDSCHÄMEN!

  10. #10 von Yeti am 16. April 2017 - 12:35

    Gott ist gar nicht tot.

    Stimmt auffallend. Auch der Osterhase ist nicht tot.
    Um „tot“ sein zu können, müsste man erstmal gelebt haben.

  11. #11 von awmrkl am 16. April 2017 - 12:55

    Hehehe, das werden Religioten ihr Leben lang nicht kapieren … zumindest solange sie Religioten bleiben

  12. #12 von drawingwarrior am 16. April 2017 - 14:31

    Was manche Menschen alles tun, um ein Buch zu verkaufen, ist wirklich beeindruckend…negative in diesem Fall.

  13. #13 von Deus Ex Machina am 16. April 2017 - 16:16

    „Der Philosoph Volker Gerhardt“

    –> Naja, manche sind halt auf die gleiche Weise Philosoph wie Uwe Boll eben Regisseur ist.

  14. #14 von tiberio am 16. April 2017 - 16:47

    Volker Gerhardt hat ja so recht. Man sieht & hört doch tagtäglich, was der Liebe Gott wieder angerichtet hat.

    http://volkundglauben.blogspot.de/2017/04/ostern-2017-schonen-dank-lieber-gott.html

  15. #15 von Charlie am 16. April 2017 - 16:58

    @skydaddy

    Und wenn er im Lotto gewinnt, ist das für die DER Gottesbeweis.

  16. #16 von Skydaddy am 16. April 2017 - 17:32

    @Charlie:

    Das wäre der Beweis für den Heiligen Hitchens.

  17. #17 von Elvenpath am 16. April 2017 - 21:51

    Wenn ich so lese, für unglaublich wichtig Glaube ist, was einem ohne Glaube fehlt, müssste ich schon längst tot umgefallen sein, nachdem ich mein Leben komplett verpfuscht habe und orientierungs- und wertelos in tiefste Depressionen verfallen bin.

    Erstaunlicher Weise ist nichts davon passiert. Und ich komme bestens ohne Glaube klar.

  18. #18 von Paul0f am 17. April 2017 - 11:54

    Theologische Philosophen .. die sind in meiner Welt genauso unnütz wie Priester.^^