Pro und Contra: Ist das Tanzverbot am Karfreitag eine Art Scharia?

Falls Sie heute tanzen gehen wollen – vergessen Sie es! Karfreitag verbietet der Staat das Tanzen. Ist das irre? Oder Respekt vor Christen? Unsere Autorinnen streiten pro und contra Tanzverbot.

(…)

Christen, so die Argumentation der Tanzverbots-Gegner, könnten Nicht-Christen nicht einfach ihre Regeln aufdrängen. Aber Christen erwarten ja nicht von Atheisten, dass sie Karfreitag in die Kirche gehen. Christen sind ohnehin in der Regel nicht gerade für ihre Militanz bekannt.

(…)

An einigen wenigen Tagen im Jahr aber möchten sie, dass ihrem Glauben Respekt gezollt wird. So viel, dass für ein paar Stunden die Lautsprecher etwas runter gefahren werden. Das ist ihr gutes Recht. Schließlich handelt es sich um einen Glauben, der die Grundlage unseres abendländischen Denkens und Handelns ist. Die Grundlage einer freiheitlichen Gesellschaft, von der auch die Nicht- und Andersgläubigen profitieren. Nicht nur die, die ihre Kinder in kirchlichen Schulen unterrichten lassen, sich lieber für ein kirchliches Krankenhaus entscheiden oder einen konfessionellen Kindergarten.

Und dieser Glaube ist auch der Grund für christliche Feiertage. Wer die als Atheist in Anspruch nimmt, von dem kann man erwarten, dass er an wenigen Tagen im Jahr mal für ein paar Stunden auf laute Musik in der Öffentlichkeit verzichtet.

weiterlesen:

[https://www.welt.de/vermischtes/article163703189/Ist-das-Tanzverbot-am-Karfreitag-eine-Art-Scharia.html

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  1. #1 von Gerry am 14. April 2017 - 14:27

    Wird noch ein paar Jahrzehnte dauern bis auch die schwachköpfigen Schreiberlinge der konservativen Medien kapieren dass das Christentum herzlich wenig mit den modernen Rechtsstaaten und Demokratien zu tun hat.

  2. #2 von Veria am 14. April 2017 - 15:23

    So viel, dass für ein paar Stunden die Lautsprecher etwas runter gefahren werden.

    dass er an wenigen Tagen im Jahr mal für ein paar Stunden auf laute Musik in der Öffentlichkeit verzichtet.

    Unzulässig eingeschränkte Darstellung der Faktenlage. Der Schachclub hat beim Turnier sicher keine laute Musik laufen, und eine Disko ist eh schallschutzgedämmt.
    Aber man schreibt ja nur das hin, wo der unwissende Leser dann nickt.

  3. #3 von Rene am 14. April 2017 - 15:59

    Den Christen, die ich kenne ist es herzlich wurst, wie ich diesen Tag gestalte. Nein, es ist der Staat, der als Handlanger der Kirchen fungiert und Sanktionen verhängt. Wo ist dann der Unterschied zum Iran oder Afghanistan? Bei uns werden einem nicht mehr die Hände abgehackt.

  4. #4 von Unechter Pole am 14. April 2017 - 17:07

    Schließlich handelt es sich um einen Glauben, der die Grundlage unseres abendländischen Denkens und Handelns ist.

    Gell?

  5. #5 von Hypathia am 14. April 2017 - 17:48

    Die tun ja grade so, als wäre diese Feiertagsruhe die einzige Forderung, die sie an Nicht-Christen bzw. den Gesetzgeber richten.
    Und was ist mit der Forderung des Eheverbots für gleichgeschlechtliche Paare, oder des generellen Abtreibungsverbots? Oder, dass sich z.B. Apotheker weigern dürfen sollen Verhütungsmittel zu verkaufen usw.
    😠😠😠

  6. #6 von user unknown am 14. April 2017 - 18:29

    Vielen Menschen tut es gut, einen solchen Feiertag bewusst zu begehen.

    Es soll damit wohl gesagt werden, dass es vielen Menschen gut tut an diesem Tag nicht tanzen zu dürfen, dass man sie zu ihrem Glück ein wenig zwingen dürfen muss, etwa 3x im Jahr, auch wenn es nicht jedem gut tun wird sondern nur einigen.

    Schließlich handelt es sich um einen Glauben, der die Grundlage unseres abendländischen Denkens und Handelns ist.

    Inwiefern ist mein Handeln und Denken abendländisch/christlich? Und inwieweit erwächst daraus die Verpflichtung mich an die Regeln einer Religion zu halten, der ich nicht angehöre?

    Die Grundlage einer freiheitlichen Gesellschaft, von der auch die Nicht- und Andersgläubigen profitieren.

    Hört, hört! Wir Atheisten sind die Schmarotzer des Christentums, dass uns die Religionsfreiheit, die Meinungfreiheit, die Wissenschaft und die Moderne gebracht hat! Das hat es doch?

    Und dieser Glaube ist auch der Grund für christliche Feiertage. Wer die als Atheist in Anspruch nimmt, von dem kann man erwarten, dass er an wenigen Tagen im Jahr mal für ein paar Stunden auf laute Musik in der Öffentlichkeit verzichtet.

    Öffentlichkeit klingt hier so nach Marktplatz. Es geht um Veranstaltungen an den üblichen Veranstaltungsorten, an denen auch sonst im Jahr die Vermeidung von Lärmbelästigung groß geschrieben wird.

    Von mir aus machen wir den Karfreitag zu einem normalen Arbeitstag, und dafür bekommt jeder Arbeitnehmer einen Urlaubstag mehr, den er frei terminieren kann. Die Christen sollen von mir aus den Karfreitag dafür nehmen.

    Aber Christen erwarten ja nicht von Atheisten, dass sie Karfreitag in die Kirche gehen.

    Versucht’s mal! Das lass ich mir nicht zweimal sagen, und zeige ich in der Kirche meinen Dank für die Meinungsfreiheit, die ich dem Christentum verdanke – könnt Ihr gerne haben! Vielleicht lache ich nur unwillkürlich bei allen Stellen, die mir lachhaft vorkommen.

  7. #7 von manglaubtesnicht am 14. April 2017 - 18:53

    Das Gute an der Sache: Die Begriffe „Tanzverbot“ und „Scharia“ sind in einem gemeinsamen Beitragstitel zu sehen — das wird einige Leute zum Nachdenken bringen 🙂

  8. #8 von drawingwarrior am 14. April 2017 - 21:40

    Nein, das ist keine Art Scharia, das ist Scharia auf Christentum.

  9. #9 von Michael am 15. April 2017 - 00:15

    Wow, das war wirklich eine Familienpackung Humbug. Ich picke mir mal einfach ein paar Sachen raus:

    Schließlich handelt es sich um einen Glauben, der die Grundlage unseres abendländischen Denkens und Handelns ist. Die Grundlage einer freiheitlichen Gesellschaft, von der auch die Nicht- und Andersgläubigen profitieren.

    Das wurde hier und anderswo schon x-Mal widerlegt. Läuft das mal wieder nach dem Prinzip, daß man eine Lüge nur oft genug wiederholen muß, damit sie geglaubt wird? Achja, es geht ja auch bei der ganzen Sache ums Glauben an irgendwelche seit Jahrhunderten wiederholten Behauptungen.

    Nicht nur die, die ihre Kinder in kirchlichen Schulen unterrichten lassen, sich lieber für ein kirchliches Krankenhaus entscheiden oder einen konfessionellen Kindergarten.

    Mit oligopolischen Strukturen (mancherorts ist es schwierig, etwas anderes in zumutbarer Entfernung zu finden) hat das natürlich üb-er-haupt nichts zu tun…

    Auch mit Themen, die sich im Trubel des Alltags gut verdrängen lassen: Leiden, Krankheit, Tod.

    Ich wäre versucht, die Autorin zu fragen, ob denn eine Tanzparty ok wäre, auf der ausschließlich Gothic, Darkwave, Doom und Death-Metal gespielt wird. Ich würde da selbstverständlich auch nur ganz in schwarz gekleidet hingehen. Versprochen! 😛

  10. #10 von awmrkl am 16. April 2017 - 02:20

    Die meisten Kommentare dort (und der Artikel selbst -pro wie kontra-) sind mE ekelhaft. PUNKT.

  11. #11 von Willie am 16. April 2017 - 04:00

    Schließlich handelt es sich um einen Glauben, der die Grundlage unseres abendländischen Denkens und Handelns ist. Die Grundlage einer freiheitlichen Gesellschaft, von der auch die Nicht- und Andersgläubigen profitieren.

    Nur eine Sache: Gerade die diese Argumentation immer wieder anbringen sind die, die in den ganzen Kriegen der Vergangeheit nichts religionsspezifisches finden können. Netwon hat die Gravitation beschrieben, weil er Christ war. Einstein hat die Relativitätstheorie entwickelt, weil er im christlichen Umfeld aufwuchs. Drawin ….. Aber, Kriege die von Christen, auch gegen Christen, geführt wurden die hatten nie etwas mit der Religion zu tun bzw. es war immer falsches Verständnis dieser.

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