Busfahrer lässt verschleierte Frau nicht mitfahren

Ein Busfahrer im ostfriesischen Emden hat einer verschleierten Frau mehrfach die Mitnahme verweigert und muss nun mit einer Strafe rechnen. Gegen den Mann sei ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden, sagte eine Polizeisprecherin in Leer.

Einem Bericht der „Emder Zeitung“ zufolge trug die schwangere Frau aus religiösen Gründen einen schwarzen Schleier mit Sehschlitz (Nikab) zu einem traditionell langen Kleid. Der Mann der Frau sagte dem Blatt, seine Frau habe dem Fahrer zufolge „aus Sicherheitsgründen“ nicht einsteigen dürfen.

weiterlesen:

[http://www.spiegel.de/panorama/justiz/emden-fahrer-wirft-verschleierte-frau-aus-dem-bus-a-1143272.html

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  1. #1 von K.Brückner am 14. April 2017 - 11:16

    Man darf gespannt sein wie das Verfahren ausgeht. Ich habe Verständnis für den Busfahrer und hoffe, dass er nicht bestraft wird.

    K.Brückner

  2. #2 von Skydaddy am 14. April 2017 - 11:44

    Selbst bei wohlwollender Betrachtung hätte der Busfahrer sich nach dem ersten Vorfall bei seinem Unternehmen rückversichern müssen, wie er sich zu verhalten hat.

  3. #3 von Fabian Hoemcke am 14. April 2017 - 13:37

    Na, da merkt man doch, dass das Wirken der Daisch erfolg hatte.

    Jetzt hat schon ein Busfahrer Angst vor einem Fahrgast.
    Nicht aber vor einer Gruppe Halbstarker, welche tatsächlich hin und wieder auf Busfahrer losgehen. Nein, vor einer Person deren Gruppe hier bisher nie als Gefährlich wahrgenommen wurden: muslimische Frauen.

    Nun denn, alle Achtung Daisch.

    Gruß
    Fabian

  4. #4 von Skydaddy am 14. April 2017 - 14:05

    @Fabian:

    Genau das dachte ich auch.

    Ob es daran liegen mag, dass von muslimischen Frauen weniger Gegenwehr zu erwarten ist?

    (Wobei ich Busfahrer nicht um ihre Fahrgäste beneide.)

  5. #5 von Unechter Pole am 14. April 2017 - 14:32

    Einem Bericht der „Emder Zeitung“ zufolge trug die schwangere Frau aus religiösen Gründen einen schwarzen Schleier mit Sehschlitz

    Also eine Schwarzfahrerin im wörtlichen Sinne.

  6. #6 von Unechter Pole am 14. April 2017 - 14:41

    Beförderungsbedingungen für den Verkehrsverbund Ems-Jade
    […]
    § 3 Von der Beförderung ausgeschlossene Personen
    (1) Personen, die eine Gefahr für die Sicherheit und Ordnung des Betriebes oder für die Fahrgäste darstellen, sind von der Beförderung ausgeschlossen.[…]

    Und jetzt soll ein Busfahrer dafür bestraft werden, dass er sich an die Regularien hält?

  7. #7 von Yeti am 14. April 2017 - 14:42

    Der Mann der Frau sagte dem Blatt, seine Frau habe dem Fahrer zufolge „aus Sicherheitsgründen“ nicht einsteigen dürfen.

    Die Frau zu befragen hat der Mann wohl untersagt.
    Der Mann nötigt seiner Frau aus Sicherheitsgründen eine Burka auf. Der Busfahrer verweigert aus Sicherheitsgründen den Transport. Das ist kein Sie für niemandem. Das ist Tit-for-Tat.

  8. #8 von Yeti am 14. April 2017 - 14:44

    Das ist kein Sie für niemandem.

    Ich meinte natürlich: Das ist kein Sieg für niemand.

    Manchmal können ein paar falsch gesetzte Buchstaben einen kompletten Satz urinieren. 😉

  9. #9 von Fabian Hoemcke am 14. April 2017 - 15:25

    @Unechter Pole #6
    Du unterstellst, dass die Frau eine Gefahr darstellte. Genauso wie der Busfahrer.
    (Das zu erwähnen, wäre das Mindestmaß an Redlichkeit gewesen.)

    Dass sich das empirisch nicht belegen lässt, wissen aber alle.

  10. #10 von Unechter Pole am 14. April 2017 - 16:57

    @Fabian Hoemcke
    Wenn jemand dazu geeignet ist, bei einem großen Teil der Mitreisenden Angstgefühle hervorzurufen, kann über die Gefährdung der Ordnung des Betriebs die Rede sein. Ansonsten könnte man z.B. auch stark alkoholisierte Personen nicht von der Beförderung ausschließen, ohne einen konkreten Nachweis im Einzelfall geführt zu haben.

    Ob die Vorschrift in den Beförderungsbedingungen an sich richtig oder falsch ist, bleibt dahingestellt.

  11. #11 von K.Brückner am 14. April 2017 - 17:23

    @ Fabian Hoemcke

    Bis vor kurzem war ein Selbstmordattentat in Deutschland fast undenkbar. inzwischen ist das leider nicht mehr so. Es hilft wenig bis gar nicht, den Kopf in den Sand zu stecken und einen solchen Wahnsinn in Deutschland vollkommen auszuschließen. Der IS und eine Menge anderer religiöser Fanatiker und Fanatikerinnen sind auch in Deutschland unterwegs und ein Selbstmordattentat ist nur eine Frage der Zeit. Ich wollte als Busfahrer auch wissen, wen und was ich transportiere. Ob eine Frau am Ende weniger gefährlich ist als ein Mann ist völlig unerheblich. Am Ende kann von beiden eine tödliche Gefahr ausgehen, nur total verschleierte Frauen sind noch weniger zu durchschauen als Männer. Ein wichtiger Grund gegen die Vollverschleierung von Frauen,ein völlig unakzeptables religiöses Symbol in einer freien und demokratischen Gesellschaft wie der BRD, ist das nicht zu bestreitende Risiko, dass ein eventueller Anschlag bei verschleierten Frauen noch schlechter zu erkennen ist als bei Männern. Auch wenn es manche nicht begreifen wollen, wir, die demokratischen Staaten des Westens, sind mitten in einem Kulturkampf der Religionen mit ungewissen Ausgang. Wer nicht will, dass wir über kurz oder lang in Europa von rechtsradikalen Faschisten regiert werden, muss auch dem religiösem Faschismus in Europa ganz eindeutige Grenzen setzen. Religionsfreiheit gilt nicht unbegrenzt und bedingungslos. Verstösse gegen die Menschenrechte und unsere Verfassung müssen ganz eindeutig bekämpft werden. Und da ist am Ende jeder einzelne von uns gefordert. Wir brauchen eine wehrhafte Demokratie nicht nur gegen rechts- und linksradikale Fanatiker sondern auch gegen religiösen Fundamentalismus.

    K.Brückner

  12. #12 von Fabian Hoemcke am 14. April 2017 - 19:04

    @Unechter Pole und @K.Brückner

    Das spielt alles keine Rolle.
    Von dieser Frau ging den Berichten nach keine Gefahr aus. Die gefühlte Gefahr spielt wie die gefühlte Wahrheit einfach keine Rolle. Egal wie modern beides gerade ist. Was der Busfahrer möchte oder nicht, ebenso wenig.

    Ob eine Frau am Ende weniger gefährlich ist als ein Mann ist völlig unerheblich.

    Das ist nicht der Punkt.
    Der Punkt ist, dass der Busfahrer nur so handeln darf, wenn eine reale Gefahr besteht. Die schiere Existenz oder Anwesenheit einer Person stellt alleine keine Gefahr dar. Dafür bedarf es weit aus mehr.
    Das einzige was man dem Busfahrer hätte zugute halten können, sind nachvollziehbare Vorurteile und die sind bei muslimischen Frauen nicht gegeben.
    Aber nochmal: Selbst wenn, wäre ein solches Handeln nicht gerechtfertigt.

    Ein wichtiger Grund gegen die Vollverschleierung von Frauen,ein völlig unakzeptables religiöses Symbol in einer freien und demokratischen Gesellschaft wie der BRD, ist das nicht zu bestreitende Risiko, dass ein eventueller Anschlag bei verschleierten Frauen noch schlechter zu erkennen ist als bei Männern.

    Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen dem was generell unakzeptabel ist und was für dich unakzeptabel ist. Bitte nicht immer gleich generalisieren.
    Des Weiteren wurde diese unsägliche „Burka-Debatte“ bereits zu genüge auf solch niedrigem Niveau geführt. Ich habe kein bedarf daran das zu wiederholen.
    Entweder man verabschiedet ein generelles Vermummungsverbot, viel Spaß damit, oder man erlaubt es jeder Person, auch dann wenn sie Moslem ist. Fertig.

    Gruß
    Fabian

  13. #13 von K.Brückner am 14. April 2017 - 23:02

    @ Fabian Hoemcke

    Ihre Stellungnahme hat mich nicht überrascht. Eine Diskussion mit Ihnen ist schwierig. Woher wissen Sie, dass von dieser Frau keine Gefahr ausging?
    Wir leben im 21.Jahrhundert und ich möchte wissen, mit wem ich es zu tun habe. Für Sie ist die Diskussion über die Burka eine unsägliche Debatte. Für mich nicht. Die Burka ist ein wandelndes Gefängnis und ein extremes Beispiel für Diskriminierung und Diffamierung von Frauen durch ein religiöses Symbol, das wir nicht akzeptieren sollten. Und in einer freien Gesellschaft ein zusätzliches Risiko. Bei dieser Debatte geht es um einen der zentralen Grundwerte unserer Gesellschaft, die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Für Sie ist das eine Diskussion auf niedrigem Niveau für mich nicht.Es gibt eine Reihe von solch völlig unsinnigen religiösen Symbolen wie die Beschneidung von Frau und Mann, die Burka und ähnlichem. Sie zu verhindern ist die Pflicht aller Humanisten und Demokraten. Wenn sich der Islam von solchen faschistischen Ausprägungen nicht verabschiedet, ist er in der westlichen Wertegesellschaft nicht integrierbar. Wie Sie sicher wissen, sind viele, ursprüngliche Moslems genau dieser Meinung. In der westlichen Wertegemeinschaft stehen die Menschenrechte und demokratische Verfassung über religiösen Vorschriften. Dafür haben viele Generationen jahrhundertelang unter großen Opfern gekämpft. Wir lassen uns nicht durch religiöse Fanatiker und zwar aller Couleur in die Steinzeit zurückbomben.

    K.Brückner

  14. #14 von user unknown am 15. April 2017 - 12:29

    @K.Brückner:

    Woher wissen Sie, dass von dieser Frau keine Gefahr ausging?

    Von jedem, der mit dem Bus fährt, kann eine Gefahr ausgehen und man kann es vorher nicht wissen. Wenn jemand gröhlt und schwankt ist er wahrscheinlich – wenn auch nicht sicher – betrunken. Dann kann man die Mitnahme verweigern, auch ohne Blutalkoholtest.

    Wenn jmd. im Baumarkt eine Axt gekauft hat – hm, hm. Das sieht bedrohlich aus, aber sollen nur Autofahrer Äxte transportieren dürfen? Ich würde es wohl mit einer Verpackung kaschieren lassen, auch wenn die in 2 Sekunden entfernt ist, um meine friedliche Absicht zu unterstreichen.

    Ein Nikab oder eine Burka symbolisiert erst mal nur eine fundamentalistische Einstellung, keine Kampfesbereitschaft und Gewaltabsicht. Fast alle Anschläge im Westen wurden von Männern verübt, daher sehe ich keine rationale Rechtfertigung für die Angst vor Gefahr.

    @Yeti:

    Der Mann nötigt seiner Frau aus Sicherheitsgründen eine Burka auf.

    Da hat es ja nun Beispiele zur Genüge gegeben, wo Frauen aus eigenem Antrieb zur Vollverschleierung greifen, inklusive solchen, wo der Ehemann explizit dagegen war und die Frau es trotzdem tat. Oder gibt es Indizien dafür, dass die Frau genötigt wurde? Wusste sie nicht, wen sie da heiratet? Wurde sie dazu auch genötigt? Muss sie entmündigt werden, weil sie offenbar unfähig ist, ihre Rechte selbst wahrzunehmen und für sich zu sorgen, eigenverantwortlich zu handeln?

  15. #15 von Skydaddy am 15. April 2017 - 12:36

    Mich würde mal interessieren, wieviele von denen, die die Nichtmitnahme der Frau in Ordnung finden, ansonsten als Argument anführen, dass die Burka die Frau unterdrückt.

  16. #16 von m0ebius am 15. April 2017 - 16:44

    Mich wundert wirklich, dass hier die Ansicht vertreten wird, die Frau habe „Sicherheit und Ordnung“ des Busbetriebes gefährdet.
    Eine Gefährdung der Sicherheit lag objektiv nicht vor, und angesichts der Zahlenverhältnisse selbst zwischen konservativen Moslems und gewaltbereiten Extremisten kann man auch nicht von einer nennenswert erhöhten Gefährdungswahrscheinlichkeit sprechen.
    Ansonsten müsste man auch die Mitfahrt von Männern zwischen 15 und 35 Jahren verbieten, denn von denen geht – belegbar – ein deutlich erhöhtes Gewaltpotential aus.

    Eine Gefährdung der Ordnung durch die Frau kann ich auch nicht sehen. Wenn überhaupt, dann durch Reaktionen anderer Fahrgäste. Die muss die Frau sich aber nicht zuschreiben lassen – das wäre die gleiche verquere Logik, die die Veröffentlichung der Karikaturen von Charlie Hebdo in Deutschland möglicherweise illegal macht, weil sie „geeignet sind, den öffentlichen Frieden zu stören“. Wer so etwas befürwortet, will das Recht auf die Seite derjenigen stellen, die die Situation eskalieren.

  17. #17 von oheinfussel am 15. April 2017 - 17:43

    Dann möchte ich jetzt von nun mit einer das Gesicht vollständig verdeckenden Maske den Bus benutzen dürfen – gleiches Recht für alle.

    Werd damit nur vermutlich eher nicht durchkommen…
    Sie wurde ja nicht stehengelassen, weil sie ein Lappen auf den Kopf hatte, sondern weil ihr Gesicht nicht erkennbar war und nicht erkannt werden sollte – ist das wirklich so unfassbar merkwürdig, dass man Menschen, denen man nicht ins Gesicht schauen kann, jetzt irgendwie nicht als vertrauenswürdig wahrnimmt?

  18. #18 von oheinfussel am 15. April 2017 - 17:48

    Wenn ich zu einem Kunden fahre und der tritt mir mit vollständig verdeckten Gesicht gegenüber, dann werde auch ich einen Teufel tun und das einfach ignorieren, nur um nicht irgendwelche Gefühle zu verletzen oder intolerant rüberzukommen. Ich kann keine Arbeiten durchführen mit Menschen im Rücken, die ne Skimaske, nen Motorradhelm, eine Guy-Fawkes-Maske oder einen Nikab tragen.

    Menschen verbergen ihr Gesicht, damit man es nicht sehen kann – und wenn sie das tun wollen, dann müssen sie auch damit klarkommen, dass ich meinen Werkzeugkasten nehme und sie an eine andere Tischlerei verweise. Der Busfahrer hätte jemanden mit einer Skimaske garantiert auch nicht mitgenommen, bzw. ihn aufgefordert, die Maske abzunehmen. Weil – Maske, kein Gesicht erkennbar.

  19. #19 von Unechter Pole am 15. April 2017 - 18:07

    @m0ebius
    Ich wette, dass sie einen unbekleideten Fahrgast auch mit der Begründung durch die Gefahr für die Ordnung des Betriebes ablehnen würden. Und dies nur durch die Reaktionen der anderen Fahrgäste.

  20. #20 von m0ebius am 15. April 2017 - 21:32

    @oheinfussel: Dass Maskierung ein ungutes Gefühl erzeugt und es deshalb eine gewisse Unhöflichkeit ist, anderen Menschen nur maskiert entgegenzutreten, sehe ich auch so. Wir sollten uns aber auch darüber im Klaren sein, dass das letztlich eine willkürliche kulturelle Norm ist.

    Ich finde es deshalb unverhältnismäßig, jemanden deshalb vom ÖPNV auszuschließen. Daran hängen ja auch viel mehr gesellschaftliche Teilhabemöglichkeiten als daran, mit einem bestimmten Handwerksbetrieb Geschäfte zu machen.

    Noch schwieriger wird das ganze dadurch, dass die Ganze Angelegenheit schwer von einem gewissen Alltagsrassismus durchzogen ist. Hat der Busfahrer sie nicht mitnehmen wollen, weil er tatsächlich Sicherheitsbedenken hatte? Oder weil er aufgrund der übertriebenen Medienpräsenz des islamistischen Terrors die Gefahr überschätzt hat? Oder, weil er Ausländern generell nicht über den Weg traut? Oder weil er einfach jede Gelegenheit nutzt, ihnen eine reinzuwürgen? Schwer zu sagen.

  21. #21 von uwe hauptschueler am 15. April 2017 - 23:34

    Der Busfahrer war möglicherweise ein schwuler Atheist, der keinen Bock hatte mit Leuten in einem Bus zu sitzen, die ihn umbringen müssten, wenn sie ihre Religion ernst nähmen. Mir würde es auf jeden Fall so gehen.

  22. #22 von K.Brückner am 16. April 2017 - 00:01

    Ich bin immer wieder überrascht, dass viele Menschen glauben, dass mit der in unserer Gesellschaft hart erkämpften Religionsfreiheit quasi alles erlaubt ist. Nein auch die Religionsfreiheit gilt nicht uneingeschränkt und bedingungslos. Extreme Kleidungsvorschriften wie sie manche Ausprägungen des Islams verlangen sind Menschenrechtsverletzungen und stehen im Widerspruch zu unserer Verfassung. Der Kampf gegen die Burka und ähnlichen diffamierenden Bekleidungsvorschriften sind mitnichten eine willkürliche kulturelle Norm sondern Ausdruck einer völlig unakzeptablen Diffamierung und Unterdrückung der Frau und stellen für mich ein eindeutigen Verstoß gegen die Menschenrechte dar und zwar auch dann wenn sie angeblich freiwillig
    akzeptiert werden. Auch die Selbstmordattentate werden angeblich freiwillig begangen, sind aber in Wahrheit eine Verbrechen nicht nur gegen die Menschen, die dem Attentat zum Opfer fallen, sondern ein Verbrechen an den Attentätern selbst, die zu dieser mit Worten gar nicht zu beschreibenden Tat, von religiös verblendenden und irrsinnigen Fundamentalisten verführt werden. Natürlich hat die Burka zunächst eine ganz andere Dimension aber im Ansatz geht es um das selbe Problem. Einfältige und religiös indoktrinierte Menschen werden für ein politisches Ziel missbraucht. Dem sollten wir uns, vor allem wir Atheisten mit Konsequenz in den Weg stellen. In unserer Gesellschaft musste Jahrhunderte Lang um die Gleichberechtigung aller Frauen gekämpft werden, ich bin nicht bereit, diese im Namen der Religionsfreiheit wieder abzuschaffen. Es tut mir leid, auch wenn mich manche sofort in eine rechtsradikale oder rassistische Ecke stellen werden, wer bestimmte Grundwerte in unserer Gesellschaft aus religiösen Gründen nicht akzeptieren kann, der muss sich sein Paradies irgendwo anders suchen. Eine gewisse Grundbereitschaft unsere Werte zu akzeptieren, muss ich, kann ich von jedem Gast, Einwanderer, Flüchtling in unserem Land erwarten.

    K.Brückner

  23. #23 von m0ebius am 16. April 2017 - 01:47

    @uwe: Bei aller Antipathie gegen islamistische Theokraten kommt mir dieses Horrorszenario aber schon fast so absurd vor wie das der Christlichen Bäcker, die keine Hochzeitstorten für homosexuelle Paare backen wollen, weil sie vor einem Angriff auf die Ehe und Christenverfolgung Angst haben.

    @K.Brückner: Wir sind uns einig, dass man aufgezwungene Bekleidungsvorschriften bekämpfen sollte, und ebenso, dass freiwillig krass verschleierte Frauen gegen ihre eigenen rationalen Interessen handeln.
    Ich glaube nur nicht an den Ansatz, eine andere Instanz als die Betroffenen darüber paternalistisch entscheiden zu lassen (wer soll das auch sein?) und die Betreffenden dann zu ihrem Glück zu zwingen diese irgendwie freier macht als vorher. Das kostet uns nur Ressourcen, macht uns unglaubwürdig, und erzeugt psychologisch Reaktanz gegen uns. Freiheit kann man nun mal nicht erzwingen, sondern muss gewollt werden.

  24. #24 von user unknown am 16. April 2017 - 15:11

    Also ich habe noch nie von einem Verbot gehört, mit Skimaske oder Motorradhelm Bus zu fahren. Solche Fragen kommen erst auf, seit Burkas und Nikabs das Zusammenleben stören.

    Ja, es gehört zu den ungeschriebenen Gesetzen der Gesellschaft, dass man mit offenem Gesicht auftritt und Vertrauen so herstellt. Allerdings wird nie jemand abgewiesen weil er wütend, arrogant, heimtückisch oder verlogen dreinschaut.

    Die Begründung war nicht, dass sie sich nicht an ungeschriebene Gesetze der Höflichkeit hält, sondern dass sie eine Gefahr darstellt, oder? Fakt ist aber, dass sie durch die Maskerade die Aufmerksamkeit auf sich zieht, und daher sicher weniger falsch machen kann als jeder andere (siehe den Dönervorfall andernorts).

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