Karfreitag bitte ohne Party

Auch die Gesellschaft profitiert davon, wenn sie einen Feiertag des Nachdenkens über Sterben, Tod und Leid hat. Schließlich handelt es sich um existenzielle Themen, die jeden Menschen etwas angehen, gerade in Zeiten, die von Terror geprägt sind. Es wird ja niemand zu einer religiösen Einkehr gezwungen – genauso wenig wie es in Deutschland einen Zwang gibt, den 1. Mai ausschließlich als einen Tag der Arbeit zu begehen.

weiterlesen:

[http://www.katholisch.de/aktuelles/standpunkt/karfreitag-bitte-ohne-party

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  1. #1 von kraftwort am 13. April 2017 - 15:27

    Auch die Mehrheit der Bevölkerung befürwortet mit unverändert deutlicher Mehrheit den Karfrietag als Stillen Feiertag ohne Tanz – guckst Du hier:
    http://www

  2. #2 von oheinfussel am 13. April 2017 - 16:07

    Sie wollen es einfach nicht begreifen oder?

  3. #3 von m0ebius am 13. April 2017 - 16:14

    Mein Kommentar dort:

    „Ein großer Haufen Scheinargumente.

    Zunächst wird Toleranz gefordert. Das geht aber völlig an der Sache vorbei: die religiösen Bräuche der Gläubigen werden doch überhaupt nicht von den Gegnern des Tanzverbotes in Frage gestellt. Stattdessen wird hier gefordert, eben KEINE Toleranz walten zu lassen, sondern Feiern mit staatlichem Zwang zu unterbinden.
    „An einem einzigen von 365 Tagen im Jahr sind eine Auszeit und der Verzicht auf öffentliche, laute Partys zumutbar, selbst einer Spaßgesellschaft.“
    Mit Toleranz und Rücksichtnahme könnte man durchaus begründen, dass an einem hohen Feiertag z.B. Open-Air-Konzerte in unmittelbarer Umgebung von Kirchen verboten werden.
    Dass alle öffentlichen Amüsierveranstaltungen an einem Tag verboten werden, ist aber völlig unverhältnismäßig. Es wird doch kein Christ an seiner Religionsausübung behindert. Die wenigen, die sich ernsthaft daran stören, dass andere Menschen nicht ihre (irrationalen) Überzeugungen teilen, müssen lernen, dass wir in einer pluralistischen Gesellschaft leben. Da müssen dann auch Christen mal mit der Zumutung klar kommen, dass es Menschen mit anderen Ansichten gibt.

    Dann die Behauptung, die naheliegende Alternative zu einem religiös geprägten Feiertag wäre ein normaler Arbeitstag. Wieso die den Arbeitnehmern zur Verfügung stehende Freizeit geringer werden soll, wenn die Kirchen nicht mehr ihren Willen bekommen, wann was gefeiert zu werden hat, bleibt der Autor schuldig. Die naheliegende Alternative ist ein Feiertag, an dem Religiöse ihren Riten nachgehen können und alle anderen tun, was sie für richtig halten. Man könnte darüber nachdenken, ob man privilegierte Urlaubstage einführt, damit unterschiedliche Religionen gleich behandelt werden.

    Garniert wird der Artikel mit der Kombination von „die Gesellschaft profitiert davon, wenn sie einen Feiertag des Nachdenkens über Sterben, Tod und Leid hat“ mit „es wird ja niemand zur religiösen Einkehr gezwungen“. Beides zusammen ergibt keinen Sinn. Entweder, man wird dazu genötigt, sich damit auseinanderzusetzen (was mit dem Grundgesetz zum Glück nicht vereinbar ist), oder man wird es nicht. Dann werden es aber nicht mehr Menschen tun als es ohnehin schon tun wollen (zum Feiern wird übrigens auch niemand gezwungen). Dann wird aber der angestrebte Zweck nicht erreicht.

    Sieht man sich an, wie sämtliche Argumente bei näherer Betrachtung zusammenfallen, drängt sich doch sehr der Verdacht auf, dass es hier in Wahrheit nur darum geht, kulturelle Hegemonie mit Zwang durchzusetzen. Nein danke!“

    Mal sehen, ob der freigeschaltet wird, oder ob die an einer echten Diskussion kein Interesse haben.

  4. #4 von m0ebius am 13. April 2017 - 16:20

    „Detected as spam“

    Ich habe jetzt bei Disqus auf völlig verschiedenen Seiten zwei Kommentare geschrieben, beide etwas länger und mit mehr als einer Viertelstunde Schreibarbeit. Beide wurden (ich denke automatisch) als Spam markiert, obwohl überhaupt keine Links vorkamen. So kann man sich das Diskutieren auf dieser Plattform auch echt schenken.

  5. #5 von Unechter Pole am 13. April 2017 - 16:27

    Nein, sie halten breite Gesellschaftsmassen für doof. Bzw. wollen diese desinformieren.

    Irgendwann endet das mit einem Bundeskarfreitagsgesetz. Z.B. zur Änderung des BGB mit Einführung eines § 312 l.

  6. #6 von Michael am 13. April 2017 - 17:13

    Ich wüsste jetzt nicht, daß z.B. die Gewerkschafter, die am 1. Mai demonstrieren gehen, ein Verbot von sagen wir mal Arbeitgebertreffen oder FDP-Veranstaltungen gefordert hätten. Obwohl: Ein solche Forderung mit ungefähr obiger Begründung, das wäre mal Trolling auf hohem Niveau. 🙂

  7. #7 von Gerry am 13. April 2017 - 20:21

    Auch die Gesellschaft profitiert davon, wenn sie einen Feiertag des Nachdenkens über Sterben, Tod und Leid hat.

    Volkstrauertag?

  8. #8 von Charlie am 13. April 2017 - 23:09

  9. #9 von Willie am 14. April 2017 - 00:11

    Auch die Gesellschaft profitiert davon, wenn sie einen Feiertag des Nachdenkens über Sterben, Tod und Leid hat.

    Den gibt es doch in Deutschland, der 3. Oktober.
    Am Tag der Deutschen Einheit gedenken wird dem Leid, der Toten durch diese Grenze, den Gestorbenen in Unfreiheit aber auch der „Wiederauferstehung“ eines freien Landes.

  10. #10 von Friedensgrenze am 14. April 2017 - 08:26

    In diesem Artikel ist noch ne ganz andere Dimension

    Was mir an diesem Überschrift gut gefällt ist seine offensichtliche schleimerische Scheinheiligkeit.

    „Karfreitag bitte ohne Party“ das ist so soft, so ich will ja nicht viel weil ich so bescheiden bin, so scheinbar jung geblieben, so Naivität imitierend, so täuschend weil Vernunft vorgaukelnd.

    Im ersten Satz wird unser hart erstrittenes Recht als kindliches „nörgeln“ karikiert, unsere Hartnäckigkeit im Rechtsstreit als rituelle Tradition umgedeutet und auch die Großstädte sind als Quelle der durchbrochenen Ausnahmeregeln erkannt (lol). Ganz klerikaler Ökonom weiss der Haverkamp auch schon was kultureller Gewinn ist.

    Dann wieder das Gesabbel von den 364 bzw 365 Tagen. Wenn ihr das ganze Jahr Christen sein wollt bitte, ich möchte an 365 Tagen kein Christ sein.

    Auch der Dreck vom Feiertag der gestrichen werden müsse bei Unglauben. Ich finde es so widerlich wenn so getan wird als ob die Kirche die Feiertage bezahlen würde und nicht die Arbeitnehmer.

    Dann der Demokrat im Christen: 51 % wollen den stillen Feiertag. Klar, dann werde ich so sofort mit dem Tanzen aufhören.

    Zum Schluss aber setzt er dem Karfreitag die Krone auf:

    „Auch die Gesellschaft profitiert davon, wenn sie einen Feiertag des Nachdenkens über Sterben, Tod und Leid hat. Schließlich handelt es sich um existenzielle Themen, die jeden Menschen etwas angehen, gerade in Zeiten, die von Terror geprägt sind.“

    So, so an Karfreitag denkt ein Nichtchrist über Sterben Tod und Leid im Generellen nach. Es geht also gar nicht um den angeblich vor 2000 Jahren gestorbenen Mann, der drei Tage später wider alle Naturgesetze mit Mädels spazierengegangen ist. Die Person tut also nichts zur Sache?

    Also, das ist unverschämt. Uns das Trauern auferlegen wollen und dann den Grund der Trauer einfach wegdeuten.

    Übrigens halte ich das Tanzen am Volkstrauertag für unangemessen. Da wird z.B. an den Tod von Millionen Menschen im 2. Weltkrieg erinnert, die unzweifelhaft zu Tode gebracht wurden durch Adolf Hitler den führenden Katholiken seiner Zeit.

  11. #11 von m0ebius am 14. April 2017 - 09:35

    @Friedensgrenze:

    Den Volkstrauertag gibt es schon seit der Weimarer Republik. Er wurde hauptsächlich von nationalistischen Kreisen eingeführt und gefeiert, und diente nicht zuletzt dazu, einen nationalen Opfermythos zu festigen („Deutschland muss leben, auch wenn wir sterben müssen!“).
    Konsequenterweise wurde er auch von den Nazis als Heldengedenktag aufgegriffen und für ihre Propaganda genutzt.

    Da mach ich nicht mit. Und ich lasse mir auch nicht vorschreiben, ob ich mich zu amüsieren habe. Meine Konsequenz aus den Weltkriegen ist nicht, dass ich an einem Tag die Beine stillzuhalten hätte, sondern dass ich Nationalismus an jedem Tag bekämpfen muss.

  12. #12 von Friedensgrenze am 14. April 2017 - 10:06

    @ moebius

    Der letzte Absatz in meinem Beitrag führt vielleicht auch zu weit weg vom Thema. Vielleicht hätte ich ihn gar nicht schreiben sollen.

    Die Herkunft des Volkstrauertag war mir nicht bekannt und Deine Zuordnung zum nationalen Opfermythos macht ihn mir nicht sympathisch.

    Was mir sympathisch war, ist gerade die Internationalität die ich damit verbunden habe wenn die Nachkommen der Toten über die Feindschaften der Vorfahren hinweg miteinander reden, die Gräber pflegen und das Töten betrauern um alte Gräben zuzuschütten und darauf hinzuweisen, daß so ein Töten nicht wieder kommen darf.

    Wichtig ist mir im Zusammenhang mit Karfreitag, daß es sich hier um bewiesene Tote handelt aus dem normalen Umfeld der damals Lebenden. Jesus dagegen hat so vielleicht gar nicht gelebt und das betrauern findet ja nur statt weil er angeblich der Sohn Gottes sein soll.
    Das ist für mich noch absurder als die Trauer der in Kriegen verstorbenen.

  13. #13 von m0ebius am 14. April 2017 - 10:46

    @Friedensgrenze:

    Fairerweise muss man natürlich auch erwähnen, dass der Volkstrauertag in der Bundesrepublik durchaus eine internationale Ausrichtung hat und die Opfer des Nationalsozialismus mit einschließt. Trotzdem ist mir staatlich angeordnetes Gedenken suspekt. Zu oft wurde es genutzt, um die eigene Kriegsbeteiligung zu affirmieren.

    Deinem Argument, dass es aber um tatsächliches, fortdauerndes und millionenfaches Leid geht, kann ich aber zustimmen. Das Leid Jesu ist ja nur Mythos, und selbst im Christentum gilt es als überwunden. Selbst wenn man die Geschichte glauben würde, müsste man sich fragen, wieso man deshalb trauern sollte.

  14. #14 von Philo am 14. April 2017 - 11:21

    @m0ebius
    Ich hab katholisch.de mal auf facebook angefragt:

    „Bitte kontrollieren Sie Ihre Kommentarfunktion; offenbar werden Kommentare (selbst ohne Links) als Spam erkannt und nicht veröffentlicht.“

    Deren Antwort:

    „Guten Morgen, das liegt nicht an uns und unserer Seite. Bei uns kann jeder kommentieren, der nicht gesperrt ist. Für eine Sperrung liegen immer Gründe vor, Sie sind nicht gesperrt. Beste Grüße und gesegnete Kar- und Ostertage, Julia Martin“

    Anders gesagt: Hast du dich in deren Augen mal im Ton vergriffen, wirst du für immer verbannt und in späteren Fällen mit fadenscheinigen Ausreden abgespeist.

  15. #15 von m0ebius am 14. April 2017 - 14:03

    @Philo: Danke fürs Nachhaken. Ich habe auch mal auf der Seite selbst in einem weiteren Kommentar um die Freischaltung gebeten. Ob da ein Interesse an einer Diskussion besteht, werden wir sehen.

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