Diskussion um „Heidenspass“-Party

Das Bundesverfassungsgericht hat das absolute Tanzverbot in Bayern gekippt. Deswegen finden morgen in Regensburg mehrere Tanzveranstaltungen statt. Nun regt sich Kritik aus Kirchenkreisen.

Ein tätowierter Jesus mit Sonnenbrille, Bier und Schweinshaxe in der Hand grüßt seit ein paar Tagen von Plakaten in Regensburg. Der Bund für Geistesfreiheit lädt mit den Aushängen zu Veranstaltungen in vier Bars für den morgigen Karfreitag ein. Das Motto: „Heidenspass statt Höllenqual“.

Die evangelische Pfarrerin Bärbel Mayer-Schärtel kritisiert die Aktion. Sie spricht von einer Provokation und Verspottung gläubiger Menschen.

weiterlesen:

[http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/inhalt/diskussion-heidenspass-party-regensburg-100.html

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  1. #1 von Skydaddy am 13. April 2017 - 07:45

    „Ich möchte Respekt für meinen Glauben und meine Feiertage, weil ich selber ja auch bereit bin, andere zu respektieren. Das gehört für mich zu einem guten Miteinander in einer Gesellschaft dazu.“
    Pfarrerin Bärbel Mayer-Schärtel

    Für mich gehört zu einem guten Miteinander, und zu einem Minimum an Respekt, dass man anderen nicht seine weltanschaulichen, mittelalterlichen Vorstellungen mit Hilfe des Staates aufzwingt.

    Diese Plakate gibt es NUR wegen des Tanzverbots. Niemand stört sich daran, dass die Christen ihrem Aberglauben frönen. Nur daran, dass sie anderen an Feiertagen das Feiern verbieten. Nicht: „verbieten wollen“, sondern tatsächlich verbieten.

  2. #2 von Deus Ex Machina am 13. April 2017 - 09:28

    „weil ich selber ja auch bereit bin, andere zu respektieren. “

    –> Offenbar ja nicht genug, um anderen Menschen ihre freie Wahl zu lassen, wann sie auf eine Party gehen.

    „Sie frage sich allerdings, warum Menschen, die christliche Religion ablehnen, trotzdem die christlichen Feiertage für sich gern in Anspruch nehmen.“

    –> Weil sie staatlich aufgedrängt werden, du hohle Nuss!

    „“Ich denke, dass es grundsätzlich gut ist, dass wir Feiertage haben und dass der Rhythmus unseres sozialen und gesellschaftlichen Lebens unterbrochen wird. “

    –> Ihre Ansicht, nicht unsere. Sie ist also für staatlich verordnete Zwangsruhe. Toll, sehr tolerant und respektvoll anderen gegenüber.

    So erbärmlich, dieses Pfaffenpack.

  3. #3 von dezer.de am 13. April 2017 - 13:04

    „Sie frage sich allerdings, warum Menschen, die christliche Religion ablehnen, trotzdem die christlichen Feiertage für sich gern in Anspruch nehmen.“

    Warum nehmen Menschen den 1. Mai für sich in Anspruch wenn sie mit der Arbeiterklasse oder dem Klassenkampf nichts am Hut haben?

    DEM sagte es ja bereits…

  4. #4 von oheinfussel am 13. April 2017 - 13:20

    Was diese Leute einfach nicht kapieren:

    Ich hab doch gar nichts dagegen, dass sie an diesen Tag trauern wollen. Warum denn auch?
    Ich hab nur ein Problem damit, dass ich zwar froh sein soll, dass ich ja frei habe – ich aber gleichzeitig alles, was lustig ist, nicht tun darf und mir quasi untersagt wird, meinen Tag frei zu gestalten, nur weil die im Sack und Asche gehen wollen. Offenbar reicht es nicht, dass sie heulen – Nein, alle anderen haben genauso depressiv zu sein wie sie.

  5. #5 von Deus Ex Machina am 13. April 2017 - 13:39

    dezer.de:

    Geniale Antwort!

  6. #6 von Deus Ex Machina am 13. April 2017 - 13:42

    Nebenbei, mein Kommentar auf der BR-Seite wurde teils „bearbeitet“. Hier die Vollständige Version:

    „Christen haben ein komisches Verständnis von Toleranz, wenn sie es nicht mal ertragen können, dass Menschen feiern wollen. Und das an Orten, wo kein normal denkender Mensch von „Belästigung“ sprechen würde. Ob nun einem Club oder auf einem Fest fernab jeder Zivilisation auf dem Feld.
    Es hindert sie ja niemand daran, in der Kirche Marathonbeten zu betreiben. Überhaupt, wieviele Chrsiten sind denn überhaupt so gläubig, dass sie außer 1-2mal im Jahr in die Kirche gehen? Freunde von mir sind auch kirchlich aktiv, empfinden das Tanzverbot aber ebenfalls als das, was es nun mal ist: EIN PRINZIPIELLER EINGRIFF IN UNSERE GRUNDRECHTE!
    Nehmt von mir aus also euren stinkigen Zwangsruhetag und wandelt ihn in einen normalen Wochentag um, wenn das der Preis für ein Stückchen Gängelung durch einen eh langsam absterbenden Unsinnskult ist – bitte!
    Und Thema „Werteverfall“: schaut lieber mal in eure hochheilige Kirche, wo Kinderficker noch in Schutz genommen werden. Wir brauchen euch nicht!“

  7. #7 von Yeti am 13. April 2017 - 19:31

    @DXM: könntest Du noch die „redigierte“ Fassung hier posten, ich habe Hemmungen, mich durch den Wust an Schwachsinn in der rückwärts-chronologisch-dann-aber-doch-gethreadeten Kommentarfunktion zu klicken …

  8. #8 von Yeti am 13. April 2017 - 19:31

    … oder einen [Link halt, das wäre genial.

  9. #9 von m0ebius am 13. April 2017 - 20:53

    Mein Kommentar dort:

    „Natürlich ist dieses Plakat provokant gestaltet – man muss jedoch berücksichtigen, dass ein mit staatlichem Zwang durchgesetztes Verbot der freien Persönlichkeitsentfaltung viel schwerer wiegt als die Zumutung, dass es auch Menschen in diesem Land gibt, die mit dem Christentum nichts zu tun haben wollen. Respekt fehlt es also bei den Verbotsbefürwortern.

    Da hier immer wieder gefordert wird, Arbeitnehmer sollten dann doch so konsequent sein und an dem Tag arbeiten: Ich hätte nichts dagegen, wenn ich einen entsprechenden Urlaubstag hätte. Wer das nicht okay findet, möge bitte begründen, wieso ein Konfessionsfreier mehr arbeiten soll als ein Christ.

    In Wahrheit zeigt die Forderung doch nur, dass nicht darüber nachgedacht wird, was Feiertage aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet bedeuten (u.A. als Zeit der Erholung und als Teil der Arbeitnehmerrechte), sondern dass nur Missgunst gegenüber denjenigen herrscht, die sich von antiken Legenden nicht die Laune verderben lassen.“

    Mal sehen, was davon bleibt.

  10. #10 von Willie am 14. April 2017 - 03:22

    Ein tätowierter Jesus mit Sonnenbrille, Bier und Schweinshaxe in der Hand grüßt seit ein paar Tagen von Plakaten in Regensburg.

    Da müssen wieder ein paar sehr konkrete Vorstellungen von einem Jesus haben, denn auf dem Plakat steht da nix von.

    Sucht mal nach „lange Haare Bart“, das Netz ist voll mit Jessusen.

  11. #11 von Skydaddy am 14. April 2017 - 06:44

    Der „Jesus“ auf den Plakaten entspricht etwa dem Klischee (nur lustiger), dem entsprechend gerne Atheisten in Christenkreisen dargestellt werden. Zuletzt z.B. in Filmen wie „God’s Not Dead“ (1 + 2) und derzeit in den USA in „The Case For Christ“ – der lächerlichen Verfilmung von Lee Strobels lächerlichem Buch.