Briten lassen erstmals islamkonformes Start-up im Finanzmarkt zu

London will Europas erste Adresse für Finanztransaktionen der islamischen Gemeinde werden. Der nächste Schritt dafür ist gemacht: Großbritannien erlaubt einem Start-up der Finanzindustrie, nach Scharia-Regeln zu arbeiten.

weiterlesen:

[http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/grossbritannien-laesst-erstmals-islamkonforme-fintech-firma-zu-a-1142678.html

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  1. #1 von Skydaddy am 10. April 2017 - 16:02

    Bei diesem Thema würde man den Rang des Ersten ja gerne den Briten überlassen, aber in Deutschland gibt es schon eine islamische Bank.

    Ich wüsste auch nicht, wie man denen die Zulassung verweigern könnte oder weshalb man das tun sollte.

  2. #2 von parksuender am 10. April 2017 - 17:49

    @Skydaddy
    Interessant – Bei der KT-Bank heißt es:

    <

    blockquote>Islamkonforme Abwicklung.
    In einem weiteren Punkt weicht die KT Bank von der üblichen Vorgehensweise ab. Wie im Islamic Banking üblich, kaufen wir Ihr Wunschobjekt für Sie und verkaufen es Ihnen dann gegen einen angemessenen Gewinnaufschlag weiter. Damit vermeiden wir Zinsen, die im Islam ausdrücklich verboten sind. Kaufsumme plus Aufschlag können sie dann ganz bequem in individuell auf Sie abgestimmten Raten abbezahlen.

    ???????
    Die Logik, inwieweit sich das von nicht-islamkonformen Banken unterscheidet, wenn bei beiden Modellen der gleiche Endbetrag herauskommt, muss ich jetzt nicht verstehen

  3. #3 von parksuender am 10. April 2017 - 17:51

    Baut endlich eine Vorschaufunktion in den Kommentarbereich ein

  4. #4 von Gerry am 10. April 2017 - 17:57

    @ parksuender

    Bei nicht-islamkonformen Banken kommen solche Geschäfte üblicherweise nicht vor bzw. nur in der Art dass die Bank das Objekt bereits hat bevor sie einen Käufer dafür hat.

    Seit die Christen sich nicht mehr um das Zinsverbot in der Bibel scheren brauchen sie auch keine Verrenkungen mehr machen und können Zinsen auch als Zinsen bezeichnen.

    Verbunden sind damit rechtliche Unterschiede. Das islamische Modell ist quasi ein Mietkauf, das Eigentum an der Immobilien müsste (IANAL!) eigentlich bis zur vollständigen Bezahlung der letzten Rate bei der Bank liegen während beim hierzulande üblichen Verfahren das Objekt mit Unterzeichnung des notariellen Kaufvertrages Eigentum des Besitzers wird.
    Dass die Bank die Immobilie als Sicherheit für den Kredit nutzen will ist rechtlich eine andere Geschichte.

  5. #5 von Veria am 10. April 2017 - 18:21

    Fällt bei so einem Hauskauf per islamischer Bank eigentlich dann zweimal Grunderwerbssteuer an?

  6. #6 von m0ebius am 10. April 2017 - 19:17

    Bonusfrage: glauben die damit Allah zu verarschen, oder nur die Theokraten?

  7. #7 von Willie am 11. April 2017 - 05:42

    Kann man da auch feilschen?

  8. #8 von Yeti am 11. April 2017 - 13:52

    @Willie:

    Kann man da auch feilschen?

    Natürlich. Das geht schließlich auch bei nicht-Sharia-Banken.

    Professionelle Kreditnehmer handeln IMMER den Zinssatz individuell aus. Ein Bekannter von mir hat zu Hochzins-Zeiten (in den 1990ern) Kredite für Häuserkäufe aufgenommen, für die er nur 2,4% effektiven Jahreszins bezahlt hat. Als die Bank X ihm zuerst 4,irgendwas angeboten hat, war seine Antwort „das kriege ich bei Bank Y aber billiger“. Allerdings geht es hier auch um für Normal-Otto absurde Tilgungen von bis zu 5-stelligen Beträgen – im Monat).

    Die Sharia-Berechnung würde ich tatsächlich dann bevorzugen, wenn bei einem Verzug meinerseits die „Gebühren“ nicht mehr nachträglich steigen können. Und ich nicht stattdessen eine Hand oder einen Fuß oder eine Niere wegoperiert bekomme.

    Mittlerweile bezahle ich mir aber meine Anschaffungen lieber aus dem laufenden Budget, auch wenn es 5-stellig wird.