Wenn Christen am Arbeitsplatz wegen ihres Glaubens verlacht werden

In Großbritannien werden Christen am Arbeitsplatz wegen ihres Glaubens immer häufiger Ziel von Witzen oder Ausgrenzungen. Das hat eine Studie des Marktforschungsinstituts ComRes (London) ergeben. Demnach wurden bis zu eine Million Arbeitnehmer wegen ihrer religiösen Überzeugungen bereits diskriminiert, schikaniert oder gemobbt.

weiterlesen:

[http://www.idea.de/menschenrechte/detail/wenn-christen-am-arbeitsplatz-wegen-ihres-glaubens-verlacht-werden-100545.html

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  1. #1 von Christian am 7. April 2017 - 11:27

    Jetzt sehen sie einmal, wie es ist, wenn der Spieß umgedreht wird.

  2. #2 von parksuender am 7. April 2017 - 11:42

    Wenn sie so aufdringlich wie Ernie für alle sichtbar den Gehängten in’s Büro hängen würde mich das auch nicht wundern.

  3. #3 von Hypathia am 7. April 2017 - 11:50

    Na, wenn die auch immer so lustige Sachen sagen, wie „Maria war Jungfrau vor, während und nach der Geburt“ oder vom „lieben Gott reden und den Typen meinen, der die ganze Menschheit und Tierwelt ersaufen ließ. Da wundern sie sich, dass klar denkende Menschen darüber lachen?

  4. #4 von Muriel am 7. April 2017 - 11:54

    Klar denkende Menschen wie die hier, die religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz lustig finden und rechtfertigen?

  5. #5 von Veria am 7. April 2017 - 12:05

    So wie ich das lese, ist dort konkret nur von Sticheleien die Rede. Gestichelt werde ich auch, und zwar unter anderem für: Nichtschminken, Atheismus, Vegetarismus, Nichtgameofthronesgucken, Facebookverweigerung, Deathmetalhören, Ananasaufpizzalegen.
    Wenn die Christen tatsächlich diskriminiert oder gemobbt werden, finde ich das nicht mehr lustig, aber vorerst sieht es mir nach einer Übertreibung aus.

  6. #6 von Hypathia am 7. April 2017 - 12:10

    Für mich klingt das auch so wie die Berichte von Open Doors, wo jedes umgefallene Kreuz schon Christenverfolgung ist.

  7. #7 von Muriel am 7. April 2017 - 12:14

    Dass die konkreten Vorwürfe blödsinnig sind, ist ja eine ganz andere Frage. Find ich. Man darf es sich damit andererseits nicht zu leicht machen. Ich glaub zwar persönlich auch nicht, dass Christ(inn)en es systematisch besonders schwer haben, aber Mobbing ist natürlich eine Sache der Stimmung und der Summe der Maßnahmen und irrsinnig schwer konkret zu fassen.

  8. #8 von oheinfussel am 7. April 2017 - 15:05

    @Veria

    Du legst Ananas auf Pizza?
    Na, da brauchst du dich echt nicht wundern 😛 (Scherz ^^)

  9. #9 von manglaubtesnicht am 7. April 2017 - 15:20

    Darf ich an dieser Stelle nochmal auf die Artikelserie „Als Christ im Abseits“ von katholisch.de hinweisen. Auch dort werden extrem brisante Fälle von Mobbing geschildert:

    o Ein Jugendlicher erzählt, dass er im Sportverein wegen den Gottesdienstbesuchen oft bei Spielen nicht dabei sein konnte.

    o Christina Mack berichtet von Vorfällen in einem katholischen Studentenwohnheim, in dem junge Menschen, die sich aktiv zum Glauben bekennen als „ewig gestrig“ oder „Spaßbremse“ beleidigt werden.

    o In Schottland wurde ein Priester mit Eiern beworfen und mit anti-katholischen Beschimpfungen beleidigt. Die Täter, etwa zehn Jugendliche, waren gerade einmal zwölf Jahre alt.

    o Ludwig Martin Jetschke stößt mit seinem Studienfach Theologie oft auf Unverständnis: „Als Katholiken sind wir direkt in der Defensive und müssen uns gefühlt dafür entschuldigen, dass wir glauben.“

    http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/als-christ-im-abseits-das-sagen-unsere-user

  10. #10 von parksuender am 7. April 2017 - 15:21

    @Muriel
    „Klar denkende Menschen wie die hier, die religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz lustig finden und rechtfertigen?“

    Da ich mich irgendwie angesprochen fühle (Daumen runter bei #2) nur so viel: Nein, das finde ich nicht lustig. Im Falle vor Ernie bei Stromberg hat es allerdings eine gewisse Situationskomik. Eigentlich wollte ich den Moment zeigen wie Ernie das Kreuz aufhängt (wurde aber leider nicht fündig). Denn hier zeigt sich gerade wie arrogant der Gläubige mit Andersgläubigen umgeht. Es interessiert ihn nicht was andere darüber denken – Sein eigener Wille hat Vorrang. Man sollte sich in manchen Situationen einfach etwas zurückhalten gegenüber den Kollegen – Politik und Religion sorgen leider immer für Angriffsfläche.

  11. #11 von Muriel am 7. April 2017 - 16:01

    @Parksuender: Danke für die Antwort! Mit dem Daumen hab ich nichts zu tun, aber natürlich hab ich auch an deinen Kommentar gedacht.
    Ich sehe natürlich die Komik, und ich bin durchaus gerne dabei, wenn über Religion gespottet wird, aber mich irritierte dann doch ein bisschen, dass hier zum Thema Mobbing und Diskriminierung erst mal nur mit Schadenfreude und Victim Blaming reagiert wird. Klar kann man drüber streiten, ob da tatsächlich Mobbing stattfindet, und klar haben religiöse Menschen (wie wir alle, schätze ich) die Tendenz, sich schon unterdrückt zu fühlen, wenn ihnen ein Vorrecht leicht beschnitten wird, aber das sind andere Diskussionen, und ich finde, Mobbing ist erst mal daneben, auch wenn man das Opfer noch so wenig mag.

  12. #12 von itna am 7. April 2017 - 17:12

    Darüber soll ich mich nicht lustig machen?
    Weinen wäre besser?

    Man will es sich nicht ausmalen: Mitten in Deutschland feiert eine obskure Kultvereinigung den blutigen Foltertod eines unschuldigen Menschen. Bilder und Skulpturen der Grausamkeiten werden vorgeführt, der widerwärtige Akt wird nacherzählt, besungen und befürwortet. Was unvorstellbar klingt, ist grausame Realität – die verrückte Sekte feierte gestern ihr krankes Horror-Ritual: die sogenannte Karfreitagsmesse.

    Die während der Zeremonie als positiv und notwendig dargestellten Gewaltexzesse sind für Mitglieder des Balla-Balla-Kults ganz normal: „Jeder Mensch, ja, jedes Kind sollte sich die Leiden dieses Mannes zur seelischen Erbauung vor Augen führen“, sagt ein Priester und weist den Vorwurf der Jugendgefährdung zurück. „Am besten tragen Sie immer ein Bild des Sterbenden um den Hals – so denken Sie stets mit Genugtuung und Freude daran, was diesem armen Menschen widerfahren ist.“

    Ein Sektenführer simuliert Kannibalismus
    Das Opfer der Grausamkeiten, ein gewisser Jesus von N., wurde angeblich vor 2000 Jahren erst ausgepeitscht, dann mit Dornen gefoltert, schließlich gekreuzigt und noch nach dem Tod mit einer Lanze geschändet.
    Damit nicht genug: Während der Splatter-Messe der Gruftie-Kirche behaupten die Gläubigen, das Blut des Opfers zu trinken, ja sogar, seinen Körper zu essen. „Man muss deutlich dazu sagen: Jesus hat das ausdrücklich so gewollt“, verteidigt sich einer der Möchtegern-Kannibalen und unterstellt so, das Mordopfer habe freiwillig an dem kranken Folterritual teilgenommen.
    Und selbst die Verwandten des Verstorbenen werden verhöhnt. So existieren zahlreiche Bilder der weinenden Mutter des zu Tode Gefolterten, Maria von N., die laut Anhängern des Kults noch am Leben ist. Es ist kaum vorstellbar, was sie wegen des respektlosen Umgangs mit dem Andenken ihres Sohnes durchleidet.
    Wer angesichts des irren Treibens des Kultes darauf hofft, dass der Gesetzgeber endlich eingreift, wird erstaunt feststellen, dass dies längst der Fall ist. Durch ein Tanzverbot garantiert der Staat sogar noch, dass die Gaga-Sekte bei ihren bizarren Ritualen nicht gestört wird.

  13. #13 von m0ebius am 7. April 2017 - 18:12

    Während sich aus Gründen der politischen Korrektheit kaum noch jemand traue, sich über Minderheiten oder Behinderte lustig zu machen, gelten Gläubige, insbesondere Christen, weithin als „Freiwild“, sagte Studienleiterin Katie Harrison. Nach Worten des Theologen James Orr (Oxford) haben unter den Witzen und Ausgrenzungen besonders konservative Christen zu leiden. So machten sich Kollegen etwa über deren Einsatz für die traditionelle Ehe lustig.

    Das klingt ja fast, als würde hier bedauert, dass man sich über reaktionäre Christen statt Behinderte und Minderheiten lustig macht. Es besteht aber ein entscheidender Unterschied darin, dass sich die Christen immer noch großen Einfluss haben und sich so verhalten, als wären sie hegemonial. Im von Orr gegebenen Fall habe ich kein Mitleid. Die Betroffenen haben sich absichtlich in eine politische Auseinandersetzung begeben, um Anderen Rechte vorzuenthalten. Wenn sie dafür jetzt verspottet werden (was ich – zumindest solange es nicht die Form von Mobbing annimmt – völlig legitim finde), wird herumgejammert.

    Tja, liebe konservative Christen, kann ich da nur sagen – wenn Ihr nicht verlacht werden wollt, solltet Ihr Euch nicht mit lächerlichen Positionen in die Öffentlichkeit stellen.

  14. #14 von Deus Ex Machina am 7. April 2017 - 19:33

    Vorschlag zur Güte:
    Jeder Christ, der sich am Arbeitsplatz diskriminiert fühlt, kann ja gerne auf z.B. Kindergärtner in einem konfessionellen KiGa umschulen und da Tag ein Tag aus die Freuden eines kirchl. Arbeitgebers genießen!

  15. #15 von Muriel am 7. April 2017 - 19:43

    Schön, dass wenigstens wir hier alle so klar denken…

  16. #16 von ichglaubsnicht am 7. April 2017 - 22:10

    Erwachsenen Osterhasengläubigen geht es da nicht anders als Christen, auch sie werden für ihren Glauben lächerlich gemacht.

  17. #17 von drawingwarrior am 7. April 2017 - 22:35

    Religion muß ihrer Ideen wegen der Lächerlichkeit anheimgestellt werden, nicht das Opfer ihrer Indoktrination.
    Das Problem ist nicht, das Atheisten die Person angreifen, die gläubig ist, sondern dass sich Gläubige persönlich angegriffen fühlen, wenn ihr Glaube das Ziel von Spott und Hohn ist.
    Es ist genau diese Unfähigkeit zur Unterscheidung, die aus dem religiös-verdummten Menschen einen religiös-aggressiven Menschen macht.
    Und diese Unfähigkeit ist Teil und Ziel der Indoktrination, dem Gläubigen wird das Individuum ausgetrieben und durch eine Gemeinschaft mit Gott und den anderen Gläubigen eingetrichtert.
    Wenn also der Glaube lächerlich gemacht wird, wertet der Gläubige das als Angriff auf seine Person, nicht auf „seinen“ Glauben.

  18. #18 von itna am 7. April 2017 - 22:44

    @dw
    Genau-das kapieren die eben nicht. Und wenn ich einer lächerlich Idee anhänge, so werde ich halt auch selber lächerlich.

  19. #19 von user unknown am 8. April 2017 - 10:30

    Katie Harrison, director of ComRes Faith Research Centre, said: „Some people told us they felt uncomfortable about mentioning that they pray.

    Klingt, als sei es ihnen schon peinlich, wenn andere neutral äußern, dass sie beten. Und die Scham für das eigene, peinliche Verhalten wird dann den anderen als Mobbing zur Last gelegt?

    „Or we heard of people feeling upset that religion was the butt of jokes in a workplace where people have become much more aware about making disparaging comments about gender or disability.“

    Sie fühlen sich gemobbt, wenn jemand allgemein Witze über Religion macht, obwohl sie gar nicht persönlich angegriffen werden?

    Bei diesem Podcast sieht das der Fragesteller ähnlich.

    A ComRes survey, conducted earlier this year, discovered that three per cent of workers have been personally discriminated against because of their religion or beliefs.

    3% ist jetzt auch nicht direkt eine erschreckende Zahl muss ich sagen. Quelle

    Katie Harrison, Director of the ComRes Faith Research Centre, said: “Some people told us they felt uncomfortable about mentioning that they pray.

    “Or we heard of people feeling upset that religion was the butt of jokes”.

    She added that many religious people also feel unable to tell colleagues they had been to a church or a mosque at the weekend.

    (alle 3 ebd.)

    Es geht also nicht darum, dass Leute gezielt wegen ihrer Religionszugehörigkeit gemobbt werden, sondern es geht um Snowflakes, die sich bereits gemobbt fühlen, wenn jmd. „Kandidat Schulz kann gar nicht übers Wasser laufen“ sagt.

    Ein Beispiel:

    ‘I was having training about coping with extremely stressful situations and, in the discussion, didn’t feel able to say that I usually pray at times like that. I thought it might make people feel uncomfortable.’
    Quelle
    Ob die Person wirklich nicht hätte sagen können, dass sie um die Zeit gewöhnlich betet, wieso sie nicht sagen konnte, dass sie da einen festen Termin hat – man weiß es nicht. Womöglich bildet sie sich ein, dass sie verlacht werden würde und projiziert ihre Erwartung auf die Umwelt als feindliche.

    The ‘Monday morning conversation’ is a case in point. Do people hold something back when chatting about the things they did at the weekend, because they think other people just wouldn’t understand or might feel uncomfortable? If this reservation is based on a fundamental part of the person’s identity, like their belief or their sexuality, then perhaps the workplace culture isn’t as fully inclusive or comfortable as it could be. (ebd.)

    Ich fühle mich eigentlich mit der modernen Trennung von Privatleben und Job wohl. Was ich in meiner Freizeit mache geht niemanden was an. Wenn ich was davon erzählen will, tu ich es und wenn nicht, dann nicht. Ein Arbeitgeber der in mich dringt, ob ich was von meinem Privatleben zurückhalte wäre mir mehr als unangenehm.

    Ich kann mir aber auch vorstellen Montags vom sonntäglichen Ketzerpodcast zu berichten, wo ich groß abgelacht habe über … und dann die Details ausbreiten. Das müsste ja, wenn Ungläubige nicht diskriminiert werden sollen, ebenso möglich sein.

    ‘I went to a meeting and found they’d provided special food on a separate plate, and created a prayer room just for me. I don’t actually eat halal or use prayer rooms and felt uncomfortable that they’d gone to so much unnecessary effort. Their well-intentioned efforts to try to include me in fact made me feel excluded and very different to everyone else.’ (ebd.)

    Ja, ich hätte dann mal gerne einen Hertha-BSC-Raum, ein Blues-Rock-Zimmer und eine Marzipanlounge (für’s erste).

    Und niemand soll abschätzig über Marzipan reden dürfen.

    Praktischerweise ist ComRes nicht nur im Feld der Forschung tätig, wo sie Studien wie diese produzieren, nein, sie bieten gleich auch Beratung und Training an!
    Werbekosten können sie sich sparen, wenn die Presse unkritisch ihre Studien wiedergibt:

    Consultancy
    Take your team through a bespoke programme designed to meet your needs, identifying ways to develop employee wellbeing and to serve your clients well.
    (…)
    Our vision is to help improve the quality of knowledge about religion and belief by providing robust and impartial evidence of current religious identity, belief, practice and behaviour.
    Quelle

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