Karfreitag: Darf der Staat Stille einfordern?

In zwei Wochen ist Karfreitag. Mit diesem Feiertag erinnern Christen an Jesu Tod am Kreuz. Der Staat verlangt, darauf Rücksicht zu nehmen und verbietet etwa öffentliche Tanzveranstaltungen. Darf er das? Gegner dieser Regelung protestieren jedes Jahr aufs Neue dagegen. Was ist angemessen am Karfreitag? Ein Pro und Contra

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[https://www.publik-forum.de/Religion-Kirchen/karfreitag-darf-der-staat-stille-einfordern

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  1. #1 von gripseljagd am 3. April 2017 - 09:30

    Ob man es nun glaubt oder nicht ist ein Tag Ruhe zumutbar und vermutlich auch für Nichtchristen eine Gelegenheit mal runter zu fahren. Im privaten läuft ja das meiste normal weiter.
    Wenn wir alle mal aufeinander etwas Rücksicht nehmen tut es dem Zusammenleben auch eher gut. Leben und Leben lassen.

  2. #2 von Siegrun am 3. April 2017 - 09:47

    Warum muss ich mir Regeln eines Vereins aufzwingen Assen, dessen Mitglied ich nicht bin? Warum darf eine Minderheit der Mehrheit ihren Willen aufdrängen? Da bin ich dagegen. Es ist ja nicht so, dass wir in die Kirche marschieren und religiöse Veranstaltungen stören, dann sollen Religiöse auch aus Diskotheken und sonstigen Orten raushalten, wo andere Leute tanzen wollen, oder ein Schachturnier abhalten wollen. Da stört keiner den anderen und alles ist gut.

  3. #3 von Siegrun am 3. April 2017 - 09:48

    „Lassen“, nicht „Assen“ natürlich….

  4. #4 von parksuender am 3. April 2017 - 10:02

    @ gripseljagd
    Nichts gegen einen Tag Ruhe, aber genau darum geht es nicht. Krach ist an dem Tag genau so wenig erlaubt wie an anderen Sonn- und Feiertagen. Es geht darum, dass diverse zusätzliche Veranstaltungen zusätzlich verboten sind, von Disco über das Vorführen un-christlicher Filme bis hin zum Schachturnier. Und das offenbar, weil Christen in ihrer Jesus -Trauer damit nicht umgehen können, wenn Andere sich amüsieren.
    Gleiches kennt man auch aus islamischen Ländern, bei der Schüler ihr Pausenbrot auf dem Klo essen müssen, damit sie hungernde Muslime nicht provozieren.

  5. #5 von Gerry am 3. April 2017 - 10:11

    Das darf der Staat in diesem Fall nicht denn es ist eine einseitige Bevorzugung einer Religion.

    @ gripseljagd

    Dann sollen doch die Christen mal Vorbild sein und andere an diesem Tag leben lassen wie sie wollen.

  6. #6 von Hypathia am 3. April 2017 - 10:22

    Leben und leben lassen, dafür bin ich auch!

    Ich lasse Christen still trauern bis ihnen die Mundwinkeln auf den Boden hängen und ich tanze dafür nicht in ihren Kirchen. 😉

  7. #7 von paul0f am 3. April 2017 - 10:48

    1#

    Wenn wir alle mal aufeinander etwas Rücksicht nehmen tut<

    Ja, warum nehmen dann die vermaledeiten Christen keine Rücksicht auf die Konfessionslosen und Angehörigen der anderern Konfessionen?

  8. #8 von Predator am 3. April 2017 - 11:23

    Die verschissene Kirche darf mich täglich um 4 Uhr morgens mit ihrem Geläut beballern (hier in Franken), sodass ich senkrecht im Bett „liege“ und scheinbar fast keinen anderen hier stört dieser mittelalterliche Müll, weil ja wunderbare Tradition oder so und der Religiotenanteil in diesem Kaff besonders hoch ist, und dann wollen die Kirchenleute mir noch ZUSÄTZLICH vorschreiben, wann ich die Klappe zu halten habe, weil sie den imaginären tradierten lilagrünanthrazitbraunbeigeweißen Schnuwu (oder was/wen auch immer) ehren/feiern/etc.pp wollen und ICH sie dabei störe, wenn ich leben möchte.

    Vielen Dank für nichts und Willkommen in der Bananenrepublik Deutschland – Nicht-Religioten NICHT willkommen!

    Keinen Staat, in dem Religiotie nicht Privatsache ist, kann ich ernst nehmen. Ich nehme nur sein Gewaltmonopol zur Kenntnis, gezwungenermaßen…

  9. #9 von Rene am 3. April 2017 - 12:23

    Stimmt auch nicht mehr so ganz: Das BVG hat das ausnahmslose Verbot für verfassungswidrig erklärt. (Az. 1 BvR 458/10)

  10. #10 von m0ebius am 3. April 2017 - 12:39

    @gripseljagd:
    „Rücksichtnahme“ bedeutet, dass eine Abwägung zwischen den eigenen Interessen und denen Anderer stattfindet. Damit könnte man durchaus begründen, dass z.B. Open-Air-Konzerte in unmittelbarer Umgebung von Kirchen verboten werden. Dass aber alle öffentlichen Amüsierveranstaltungen an einem Tag verboten werden, ist völlig unverhältnismäßig. Es wird doch kein Christ an seiner Religionsausübung behindert. Die wenigen, die sich ernsthaft daran stören, dass andere Menschen nicht ihre irrationalen Überzeugungen teilen, müssen lernen, dass wir in einer pluralistischen Gesellschaft leben. Da muss man auch mal mit der Zumutung klar kommen, dass es Menschen mit anderen Ansichten gibt.
    Deswegen ist die Forderung, dass der Staat die Kontrollphantasien dieser radikalen Minderheit weiterhin mit Zwang durchsetzen soll, völlig daneben.

  11. #11 von m0ebius am 3. April 2017 - 13:36

    Zum Artikel:
    Ich bin erstaunt, dass der Gegner des Tanzverbots behauptet

    die Alternative zu einem gesetzlich für still erklärten Karfreitag ist nicht ein freier Tag mit Spaß für alle, sondern ein Werktag in Büro oder Firma.

    Das ist doch ein Strohmann der Gegenseite. Die Menge der Freizeit, die der arbeitenden Bevölkerung zur Verfügung steht und die konkrete Ausgestaltung von Feiertagen sind doch unabhängige Fragen. Die religiös neutrale Alternative wäre also kein Werktag, sondern ein privilegierter Urlaubstag, über dessen Datum der individuelle Arbeitnehmer bestimmt. Dass man aus praktischen Überlegungen auch mit einem gemeinsamen Feiertag für alle zufrieden ist, ist durchaus vertretbar. Deshalb ist es auch nicht „verlogen“, dass es keine Proteste gegen Feiertage wie Ostermontag gibt, an denen keine Tanzverbote durchgesetzt werden.

  12. #12 von Diamond Mcnamara am 3. April 2017 - 18:07

    LIEBE-GOTT-GESCHICHTEN
    FÜR GRIPSELJAGD:   Vor 6666 Jahren lebten auf der Erde erst 10 Millionen Menschen
    und 300 Millionen Tiere. Und der liebe Gott sprach:Die Menschen gehorchen mir nicht.Was kann ich da tun?Nun:
    „Ich will alle Menschen und Tiere töten. Nur acht
    Menschen will ich leben lassen, auf Noahs Arche“.  Und
    so ertränkte der liebe Gott alle Babys, Kinder, schwangere Frauen, Männer, Omas und Opas, Tanten und Onkel, die keinen Platz auf der Arche fanden.
    Und der liebe Gott sprach:“Sehet, ich habe 9.999.992 Menschen und 299.990.000
    Tiere ertränkt. Ihre Leichen treiben auf  den
    Wassern. Se motse chen b’enai. (Das ist auf Deutsch: Dies findet Wohlgefallen  vor meinen Augen).“

  13. #13 von oheinfussel am 3. April 2017 - 18:34

    Es geht ja gar nicht darum, dass Frau und ich mit unseren Instrumenten bewaffnet die Kirche stürmen und den Schneewalzer spielen. Wenn die da drinnen heulen und leiden wollen, können sie das doch gerne tun. Das ist mir echt völlig Wurst. Dass die uns aber alle zum Traurig sein und still umherschleichen verdammen wollen, ist anmaßend und das ganze Gegenteil von Rücksichtnahme.

    Nur weil wir gottlose Atheisten sind, die freiberuflich kleine Kinder fressen, haben wir auch Gefühle. 🙂

  14. #14 von user unknown am 3. April 2017 - 19:16

    Das christliche Kirchenjahr ist so etwas wie der Blutkreislauf unserer Kultur

    Ja, sonst noch was?

    um aus dem stillen Karfreitag einen Heidenspaß zu machen und mit dröhnenden Discobässen die an diesem Tag schweigenden Glocken zu ersetzen.

    Sicher, dröhnende Discobässe die über die ganze Stadt schallen – wer kennt es nicht? Jeden Samstag abend dröhnen die Discobässe durch Stadt und Land! Gut – man muss 10 Euro Eintritt zahlen um in den schallgeschützten Discoraum reinzukommen. Steht man vor der Disco hört man nur die affigen Kirchenglocken.

  15. #15 von Willie am 3. April 2017 - 21:51

    Die Feiertage anzugreifen ist keine gute Idee. Wo soll man anfangen? Und wo soll es enden, das Streichkonzert? Am Karfreitag? An Himmelfahrt? An Fronleichnam? Mit den Oster- und Pfingstmontagen? Kann man dann nicht gleich das ganze Kirchenjahr oder die religiöse Wochenaufteilung, nach der der siebte Tag der Ruhe gehört, als einer pluralistischen Gesellschaft nicht mehr zumutbar proklamieren?

    Wer spricht denn von einer Abschaffung der Feiertage?

  16. #16 von Deus Ex Machina am 4. April 2017 - 07:48

    @ gripseljagd:

    Schwach! „Rücksichtnahme“ – dass ich nicht lache. Es hat nichts mit Rücksichtnahme zu tun, wenn jedwedes Event, egal wie weit ab vom Schuss und ohne Beeinträchtigung anderer, verboten wird. Das hat etwas mit dem aufgeblasenen Ego von Christen zu tun. Allein die Vorstellung, dass Menschen an diesem Tag organisiert Spass haben könnten, ist hier ja ein Graus.
    Und nach all den Kriegen, die Christen untereinander geführt haben, kann man nur nüchtern sagen: „christliche Rücksichtnahme“ löst gar nichts.