Warum der Umgang mit Kinderehen so schwierig ist

Die Bundesregierung will Kinderehen verbieten. Doch das Thema ist umstritten. Experten halten wenig von einem pauschalen Verbot. Dem Jugendamt helfe ein Gesetz ohnehin nicht bei der Arbeit, erklärt Matthias Ditges von der Düsseldorfer Behörde und nimmt Bezug auf einen aktuellen Fall.

weiterlesen:

[http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/kinderehen-warum-das-duesseldorfer-jugendamt-gegen-ein-verbot-ist-aid-1.6721362

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  1. #1 von user unknown am 30. März 2017 - 07:22

    Und was ist mit Vielehen?

  2. #2 von paul0f am 30. März 2017 - 09:21

    Lang und weit vor den religiös/kulturell motivierten Untrieben kommen m.E. die Menschenrechte und eine Kinderehe läuft m.M.n. denselben zutiefst zuwider.
    Von daher gibts es da auch keinen Diskussionsspielraum und schon gar keinen Verhandlungsspielraum – diese Kinderehen dürfen hier in Deutschland nicht anerkannt werden und müssen ggf. vom Staat unterbunden und aufgelöst werden (Ebenso sollte die Regierung in der Aussenpolitik bestrebt sein). Männer und Familien die sowas veranstalten sind mit entsprechenden Strafen zu versehen (ggf. auch mit Haft für die ganz Uneinsichtigen).

    Keine Spielraum für Kinderehen!

  3. #3 von Muriel am 30. März 2017 - 10:31

    Sind leider immer noch verboten…

  4. #4 von Muriel am 30. März 2017 - 10:31

    Hoppsa. Mein Kommentar meinte die Vielehen.

  5. #5 von Gerry am 30. März 2017 - 10:48

    @ Muriel

    Der Blick meiner Frau sagt mir dass eine Vielehe gesundheitlich sehr schlecht für mich wäre 🙂

  6. #6 von namsawam am 30. März 2017 - 10:50

    @#2 von paul0f am 30. März 2017 – 09:21

    Gut und schön.
    Aber wo ziehst Du die nötigen Grenzen?
    Die effektive globale (und nicht nur mitteleuropäische) Gültigkeit der Menschenrechte ist eine Illusion. Und wird das leider sicher immer bleiben…
    Es gibt (gleichberechtigte) Gesellschaften (sogar Staaten), in denen die (rechtzeitige (sic!)) Verheiratung „Minderjähriger“ eine wichtige Rolle spielt.
    Wer ist noch Kind? Und wer ist schon erwachsen genug für eine Ehe?

    Also was bedeutet Dir

    Keine Spielraum für Kinderehen!

    ?

  7. #7 von Muriel am 30. März 2017 - 11:02

    @Gerry: Don’t get me started. (Evangelikal poly)

  8. #8 von Elvenpath am 30. März 2017 - 11:47

    @namsawan

    Sehe ich auch so. Rein biologisch ist es so, dass die Kindheit mit dem Beginn der Pubertät endet. Ab dann ist man Jugendliche(r) und sexuell voll funktionsfähig (und darum geht es ja bei einer Heirat). So hat es die Natur vorgesehen und das ist das Ergebnis der Evolution: Sobald ein Lebewesen fortpflanzungsfähig ist, wird diese Möglichkeit in der Regel auch genutzt.
    Es ist also völlig falsch, wenn man bei 14, oder 15-jährigen von Kinderehen spricht. Das sind biologisch keine Kinder mehr.

    Übrigens kann man in den USA mit Einverständnis der Eltern schon ab 12 heiraten. Wir sollten also gegenüber den Muslimen nicht auf eine so hohen Ross sitzen!
    http://www.focus.de/panorama/welt/usa_aid_110780.html

    Ich denke, das Wichtigste bei der ganzen Angelegenheit, ist der Wille des/der Jugendlichen.

  9. #9 von Hypathia am 30. März 2017 - 12:36

    @ Elvenpath

    „Ich denke, das Wichtigste bei der ganzen Angelegenheit, ist der Wille des/der Jugendlichen.“

    Tja, und da geht’s schon los. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass eine 12jährige gerne mit einem 40 oder 50jährigen verheiratet ist.
    Ebenso kann ich mir nicht vorstellen, dass eben so ein Mädchen, das vor einem Jugendamtsmitarbeiter zugibt, schon allein aus Angst vor den Repressalien ihres Ehemanns oder der Familie.
    Also muss irgendwo die Grenze gezogen werden (auch wenn es irgendwie willkürlich aussehen mag), um diese Last von den Kindern bzw. Jugendlichen wegzunehmen.

  10. #10 von Elvenpath am 30. März 2017 - 13:54

    @Hypathia: Wenn Sie Menschen ihrer Grundrechte (der freien Willensentscheidung) berauben, weil es eventuell Missbrauch geben kann, begeben Sie sich auf ganz, ganz dünnes Eis.
    Mit so einer Argumentation kann man fast alles verbieten.
    Und die Grenzen sehen nicht nur willkürlich aus, sie sind es, wenn sie sich nicht an objektiven Gegebenheiten orientieren.
    Und was ist, wenn der Mann nicht 40 oder 50 ist, sondern 20? Oder 30?

    Es gibt auch andere Methoden sicherzustellen, dass der Wille des/der Jugendlichen geschehen ist.
    Und andersherum schützt ein Verbot einer offiziellen Heirat nicht davor, dass Kinder oder Jugendliche nicht in eine inoffizielle Ehe gezwungen werden, der Wille also missachtet wird,

  11. #11 von Muriel am 30. März 2017 - 14:27

    Kennt eigentlich jemand eine vernünftige Rechtfertigung dafür, dass das Institut der Ehe überhaupt noch existiert? Inoffizielle Situation wie von Elvenpath beschrieben bliebe natürlich schwierig, aber sonst hätte man mit #keineehefürniemand so ziemlich alles erschlagen, oder?

  12. #12 von Hypathia am 30. März 2017 - 14:53

    @ Elvenpath

    Nach Ihrer Definition stehen unsere Jugendschutzgesetze also auch auf dünnem Eis, denn sie beschneiden ebenfalls die freie Willensentscheidung der Jugendlichen.

    Und glauben Sie wirklich, dass diese Kinderehen von den Mädchen freiwillig eingegangen werden? Die haben da nix mitzureden und werden einfach verheiratet – egal wie alt der Mann ist.
    Das sind im Endeffekt nicht nur Kinderehen sondern auch Zwangsehen und so viel ich weiß, sind die ja schon verboten.

    Dass es weiterhin inoffizielle Kinderehen geben wird, ist allerdings kein Argument für ein Gesetz dagegen. Wäre dem so, könnten wir uns die gesamte Gesetzgebung sparen.

  13. #13 von deradmiral am 30. März 2017 - 15:46

    Der Umgang mit gleichgeschlechtlichen Ehen ist aber kein Problem in Deutschland. Diese werden so nicht anerkannt.
    Der Umgang mit Sexsklaven (á la ISIS) ist in Deutschland seltsamerweise auch kein Problem.

    Mir ist das mehr als rätselhaft, warum manche Gesetze durchgesetzt werden und andere nicht.

  14. #14 von user unknown am 30. März 2017 - 17:32

    @Hypathia:

    Ebenso kann ich mir nicht vorstellen, dass eben so ein Mädchen, das vor einem Jugendamtsmitarbeiter zugibt, schon allein aus Angst vor den Repressalien ihres Ehemanns oder der Familie.

    Kannst Du Dir vorstellen, dass so ein Mädchen das aus Angst nicht zugibt oder meinst Du wirklich, Du könnest Dir nicht vorstellen, das eines dies zugibt?

  15. #15 von user unknown am 30. März 2017 - 17:39

    @Muriel:

    Kennt eigentlich jemand eine vernünftige Rechtfertigung dafür, dass das Institut der Ehe überhaupt noch existiert?

    Ja, ich.

    Die Ehe ist eine privilegierte Beziehungsform die von fast allen, die sie wählen freiwillig gewählt wird. Da sie Dritten nicht schadet spricht wenig dafür sie abzuschaffen.
    Sie ist privilegiert insofern, dass Ehepartner automatisch gegenseitige Versorgungsansprüche haben, Erbschaftsansprüche, Auskunftsrechte bei Krankenhäusern, gemeinsame Erziehungsrechte bei Kindern, Übernahme von Mietverträgen usw.

    Man könnte das auch in jedem Fall einzeln mit Vollmachten und AGB regeln und hätte dann 100e von Prozessen, in denen die AGB unzulässige Klauseln beinhalten oder solche Rechte ausschließen und so weiter. Ob ein Urteil für den nächsten Fall gilt wäre unklar, weil der wieder andere Verträge gewählt hat.

  16. #16 von Elvenpath am 30. März 2017 - 17:40

    @Hypathia
    Es gibt so einige Gesetze, die auf dünnem Eis stehen. Auch beim sogenannten Jugendschutz. Ja.
    Und noch mal: Ich spreche nicht von Kinderehen. Sondern von Ehen mit Jugendlichen.
    Und auch noch ein mal: Natürlich darf es keinen Zwang geben. Aber darunter dürfen die Fälle, wo es keine Zwang gibt, wo der Wille da ist, nicht leiden. Und eine 14, oder 15-Jährieg kann sich sehr wohl in einen Erwachsenen verlieben. Und es kann die Liebe für’s Leben sein.

    Pauschal ist eine Freigabe von verbotenen Dingen natürlich nicht sinnvoll. Aber es gibt Fälle. wo das sehr wohl vernünftig sein kann. Ich nenne mal als Beispiel Drogenkonsum. Es kommt auf die jeweilige Situation an. Verbote sind nicht immer das richtige Mittel.

  17. #17 von Muriel am 30. März 2017 - 17:50

    @user unknown: Sapperlott, du hast recht. Wenn man fast alle problematischen Aspekte der Ehe unter den Tisch fallen lässt (insbesondere ihre nicht gerechtfertigte Privilegierung gegenüber anderen Beziehungsformen, die vielen nicht zugänglich ist, und der damit einhergehende ideologische Ballast) dann gibt es kaum noch Probleme damit.

  18. #18 von Hypathia am 30. März 2017 - 19:23

    @ user unknown
    Ich denke, dass ein Mädchen, dass zwangsverheiratet wurde aus Angst vor Repressalien nicht sagen wird, dass es gar nicht verheiratet werden wollte.

    @ Elvenpath
    Sicherlich kann es Fälle geben, wo sich eine 14- oder 15-jährige in einen Erwachsenen verliebt und den auch heiraten will. Und wenn diese Liebe wirklich sooo groß ist, können die beiden doch mit dem Heiraten auch warten, bis das Mädchen zumindest 16 Jahre alt ist.

  19. #19 von Yeti am 30. März 2017 - 19:29

    @Muriel:

    insbesondere ihre nicht gerechtfertigte Privilegierung gegenüber anderen Beziehungsformen, die vielen nicht zugänglich ist …

    Genau das soll doch mit der „Ehe für alle“ verbessert werden. Komplett ohne „Ehe“ gäbe es einen Wust an notariell beglaubigten Rechte- und Pflichten-Erklärungen. Wer ohne Ehe zusammen leben will, kann das auch heute schon sehr gut, er hat aber keine rechtliche Sicherheit. Wenn die Eheleute sich diese geben wollen, warum denn nicht?

    Ich würde da auch nicht bei Homosexuellen aufhören wollen. „Ehe“ ist dann gesetzlich ein Bündel an Rechten und Pflichten, die man sich den anderen beteiligten gegenüber an’s Bein bindet.
    Wer solche Verpflichtungen eingehen möchte (ich kann das verstehen), dem sollte man keine Steine in den Weg legen. Wer nicht will (das kann ich noch besser verstehen), der braucht ja nicht. Der kann sich ja anderweitig mit seinen Partnern festlegen.

    Welche Rechte und Pflichten das dann letztendlich sind, kann und muss man diskutieren.
    Wer es „feinkörniger“ haben will, kann ja immer noch individuelle Verträge abschließen. Das ist aber kein Grund, die „Institution“ der Ehe ganz abzuschaffen. Privilegien kann man ja immer noch schleifen.

  20. #20 von Muriel am 30. März 2017 - 21:13

    @Yeti: Naja. Es gibt meines Wissens keine ernstzunehmenden Bestrebungen einer echten Ehe für alle. Es gibt was, das sich so nennt, aber eigentlich nur Ehe für noch eine zusätzliche Gruppe von Leuten (homosexuelle Paare) ist.
    Wenn man wirklich alle blödsinnigen Privilegien (Ehegattensplitting, Adoption, blah…) abschafft und eine echte Ehe für alle (also auch für mich und meine Mutter und meinen Bruder, oder vier gute Freunde, die das für einander wollen) schafft, die auf die überflüssigen Gängeleien verzichtet (zum Beispiel also mit einer eventuell vereinbarten Kündigungsfrist durch einseitige Willenserklärung beendet werden kann), dann muss ich zugeben, dass mir allmählich die Einwände ausgehen würden. Aber dann hätte man sich so weit von dem Konzept entfernt, das gemeinhin mit dem Begriff verbunden wird, das ich es erstens irreführend fände, es noch Ehe zu nennen, und zweitens immer noch was dram rummosern könnte, dass man all den bedeutungsschweren Ballast dadurch mitschleppt, den meines Erachtens kein Mensch braucht.
    Mehr wollte ich gar nicht sagen. Und falls jemand Leute kennt, die mit Aussicht auf Erfolg (also nicht nur wie ich mit leidenschaftlich geschriebenen Blogposts, die kein Mensch liest, sondern zum Beispiel als in Parlamenten oder sogar Regierungen vertretene Parteien) etwas in dieser Form fordern, freue ich mich natürlich auf einen entsprechenden Hinweis.

  21. #21 von Unechter Pole am 30. März 2017 - 21:39

    Das Verbot der Witwenverbrennung abschaffen!

    Die jungen Witwen lassen sich doch ebenfalls „freiwillig“ verbrennen.

  22. #22 von oheinfussel am 30. März 2017 - 22:13

    Ich war noch nicht ganz 12(aber fast), als ich in die Pubertät kam.,
    Demzufolge sollte es kein Problem sein, Ehefähigkeit daran festzumachen, oder nicht?
    Wozu haben wir überhaupt Gesetze, wenn man überall Punkte ansetzen kann/will/können will ,in der dieses für alle geltende Gesetz dann Ausnahmen macht?

    Dann fordere ich Tattoos für 14 Jährige, volles Wahlrecht, Autoführerschein und volle Geschäftsfähigkeit.

    Irgendwo muss der Gesetzgeber eine Grenze ziehen – und tut mir leid, ich kann mir kaum vorstellen, dass eine „Ehe“ zwischen einem 12 Jährigen und einer Person, die der eigene Vater/Mutter sein könnte, gleichberechtigt und auf Augenhöhe sein kann.

    Wenn sie unbedingt heiraten wollen, können sie auch warten, bis der jüngere Part wenigstens 16 Jahre alt ist.

    Und rein nach dem Willen des Kindes/des Jugendlichen kann es auch nicht gehen – Kinder/Jugendliche wollen viel, wenn der Tag lang ist und unterschätzen sehr schnell und oft die Konsequenzen, eben, weil sie sie noch nicht erfassen können die Grenzen gibt es nicht ohne Grund, bestimmte Fähigkeiten entwickelten sich einfach ab einen gewissen Alter.

    Ich wollte Tattos schon, als ich 12 war – trotzdem musste ich bis zur Volljährigkeit warten – obwohl ich bereits ein paar Jahre vorher begriff, warum das so geregelt ist.

  23. #23 von Muriel am 30. März 2017 - 23:05

    Unabhängig davon, wie wir im Ergebnis zu Ehen unter Beteiligung von noch nicht volljährigen Menschen stehen, können wir uns eigentlich darauf einigen, dass die Tatsache, dass jemand sich was nicht vorstellen kann, kein Argument für oder gegen irgendwas ist, oder ist das hier noch umstritten?

  24. #24 von user unknown am 31. März 2017 - 01:54

    … oder ist das hier noch umstritten?

    Kann ich mir nicht vorstellen. 😉

  25. #25 von Willie am 31. März 2017 - 03:55

    So auch Matthias Ditges. „Der Kinderschutz erfordert vor allem Differenzierung“, sagt der Sachgebietsleiter Amtsvormundschaften für Minderjährige beim Jugendamt in Düsseldorf.

    Und aus diesem Grund sollte man die Familiengesetzgebung dahingehend überarbeiten/reformieren, dass es sich dabei vorrangig um Kindergesetzgebung handelt und nicht um ein Familienrecht auf Basis einer Ehe (staatl. Ehevertrages). Ob dann dort Menschen Sozialgemeinschaften eingehen, wenn sie voll geschäftsfähig sind, sollte dabei zweitrangig sein.

    Das Thema Menstruation und biologische Fortpflanzungsmöglichkeit hat @fusselsche bereits angebracht. Meine Nichte bekam ihre Menstruation mit 11 Jahren und ist mit ihren jetzigen 14 Jahren immer noch weit davon entfernt auch nur abschätzen zu können, was eine Ehe(vertrag) auch bedeutet. Im umgekehrten Fall darf sie als 14jährige aber nicht ihren gesetzlichen Vormund (als Scheidungskind die Mutter bestimmt) abwählen und sich einen neuen suchen, auch keinen inenrfamiliáren außer dem Vater, der mehr Verantwortung für sie als die Mutter übernimmt.

    Wenn wir diese Ehefähigkeit an einer biologischen Möglichkeit und einer bestätigten Liebe festmachen, dann dürften wir mMn auch nicht die Ehe unter 13, 14, 15 …. jährigen verbieten.

    Selbst das angeschnittene Problem von @Yeti, die vielen, verschiedenen, privaten Veträge, wäre regelbar. Man schafft die Ehe als Instituition ab (und schenkt sie den Religiösen zurück) und installiert dafür eine Sozialpartnerschaft (SoPa), die gesetzlich all das regelt, was man als wichtig ansieht. Vorrang auch dort, ein Kindeswohl, sowohl bei den eigenen als auch bei den „mit übernommenen“ zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses.

  26. #26 von Hinterfragerin am 31. März 2017 - 13:51

    Wie mit vielen Fragen, die teils hochemotional diskutiert werden, besteht auch hier die Gefahr, andere Positionen als die eigene gleichsam als moralisch verkommen darzustellen.

    Ich sehe es auch so, dass man über diese Frage durchaus diskutieren kann, sofern es um Jugendliche, nicht Kinder geht.

    Das eine ist, klare Altersgrenzen festzulegen, an die sich im Lande geschlossene Ehen, aber auch sexuelle Beziehungen halten müssen. Ich denke, uns allen ist klar, dass es immer, ob bei 14, 16 oder 18, manche geben wird, die bereits früher reif wären, solch eine Entscheidung zu treffen, und manche, die es selbst als nominell Erwachsene nicht sind. Dennoch muss man eine Regel finden, die zumindest in der Masse verhindert, dass junge Menschen in ausbeuterische/ problematische Situationen geraten. 16 scheint mir da ein sinnvoller Mittelweg. Man kann aber auch Argumente für die anderen Grenzen finden.

    Das andere ist, wie mit bereits geschlossenen Ehen aus anderen Ländern umgegangen wird. Zwangsehen sind ein klarer Fall (egal wie alt die Partner sind). Aber wenn beide Freiwilligkeit zumindest behaupten? Wenn Kinder da sind? Welchen Unterschied macht es, ob die Partner fast gleich alt sind, oder ob einer vielleicht sehr viel älter ist? Ich halte hier eine Einzelfallprüfung ab 14 Jahren, wie sie auch die Jugendämter zu bevorzugen scheinen, für durchaus sinnvoll.

    Was die Ehe als Institution betrifft: Solange man allen, die ähnliche „Sozialpartnerschaften“ eingehen wollen (mit allen Pflichten, die das ja auch mit sich bringt!), ebenso die Möglichkeit dazu gibt, spricht für mich nichts gegen sie. Was man dann „Ehe“ nennt ist nur noch eine semantische Frage. Sozialpartnerschaft wäre auch OK :-). Privilegien würde ich an eingegangene Verpflichtungen binden: Das Ehegattensplitting oder die Familienmitversicherung etwa ist meines Erachtens die Kehrseite der Tatsache, dass ein Ehepartner gegebenenfalls auch keinen Sozialhilfeanspruch hat, wenn der Partner ihn oder sie versorgen kann. Wenn man finanzielle u.a. Verantwortung für andere Menschen – Partner, Kinder – übernimmt, entlastet das ja die Allgemeinheit auch.