Bundesregierung rehabilitiert verurteilte Homosexuelle

Die Bundesregierung hat die Rehabilitierung der Männer auf den Weg gebracht, die nach 1945 wegen ihrer Homosexualität in Deutschland verurteilt worden waren. Demnach sollen die Urteile, die aufgrund des umstrittenen Paragrafen 175 gefällt wurden, aufgehoben werden. Für die noch lebenden Opfer soll es Entschädigungen geben.

„Der Paragraf 175 hat Berufswege verstellt, Karrieren zerstört und Biografien vernichtet“, sagte Maas der Deutschen Presse-Agentur. „Den wenigen Opfern, die heute noch leben, sollte endlich Gerechtigkeit widerfahren.“ Die betroffenen Männer sollen nicht länger mit dem Makel der Verurteilung leben müssen, so der SPD-Politiker weiter.

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Fun Fact: 1957 wies das Bundesverfassungsgericht eine Klage gegen den Paragrafen 175 zurück. Auf Wikipedia heißt es dazu:

1952 bzw. 1954 reichten zwei Männer Verfassungsbeschwerde ein mit der Begründung, die §§ 175 und 175a seien schon allein deshalb nichtig, weil sie auf der Grundlage des Ermächtigungsgesetzes erlassen worden seien. Außerdem verstießen sie gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung der Geschlechter (Art. 3 Abs. 2 und 3 GG) und das Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit (Art. 2 Abs. 1 GG). Am 10. Mai 1957 wies das Bundesverfassungsgericht die Beschwerde zurück.[18] Die beiden Strafbestimmungen seien „formell ordnungsgemäß erlassen“ worden und „nicht in dem Maße ‚nationalsozialistisch geprägtes Recht‘“, dass ihnen „in einem freiheitlich-demokratischen Staate die Geltung versagt werden müsse“. Die unterschiedliche Behandlung männlicher und weiblicher Homosexualität wurde auf biologische Gegebenheiten und das „hemmungslose Sexualbedürfnis“ des homosexuellen Mannes zurückgeführt. Als zu schützendes Rechtsgut wurden „die sittlichen Anschauungen des Volkes“ genannt, die sich maßgeblich aus den Lehren der „beiden großen christlichen Konfessionen“ speisten.

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  1. #1 von Rene am 22. März 2017 - 14:20

    Natürlich steht den Betroffenen eine Entschädigung zu. Und zwar aus dem Vermögen derer, die verantwortlich für diese „Lehren“ sind. Derer, die bis heute hetzen.

  2. #2 von Unechter Pole am 22. März 2017 - 14:44

    @Rene
    Dann werden die Staatsleistungen wieder „angepasst“ werden müssen…

  3. #3 von Gerry am 22. März 2017 - 16:35

    Als zu schützendes Rechtsgut wurden „die sittlichen Anschauungen des Volkes“ genannt, die sich maßgeblich aus den Lehren der „beiden großen christlichen Konfessionen“ speisten.

    Das hat NICHTS mit dem Christentum zu tun !!1einself!1

  4. #4 von deradmiral am 22. März 2017 - 21:23

    Wann werden die wegen Blasphemie verurteilten rehabilitiert? Ach, richtig. Das Gesetz ist ja noch in Kraft. (Grüße vom Sprüche-Taxi-Fahrer aus Lüdinghausen).

  5. #5 von Hal am 22. März 2017 - 21:31

    @deradmiral

    Ein guter Gast für den Ketzerpodcast?