Wie Biber einst zu Fischen wurden

Die Süddeutsche Zeitung hat einen interessanten Artikel über Fastenbräuche:

Dass die Fastenzeit im Frühjahr beginne, ließe sich allerdings auch überreligiös erklären, fügt Feiler an. Für viele Völker seien die Vorräte nach dem überstandenen Winter aufgebraucht gewesen, man hätte sich somit einschränken müssen.

„Enten, Otter, Frösche, Biber und sogar Meerschweinchen wurden zu Fischen erklärt, um so das Fleischverbot zu umgehen“, die einmalige Mahlzeit am Tag sei aufwendig und in großer Menge zubereitet worden.

Weiterlesen auf sueddeutsche.de.

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  1. #1 von Noch ein Fragender am 20. März 2017 - 15:15

    … wurden zu Fischen erklärt, um so das Fleischverbot zu umgehen“,

    Alternative Fakten! 🙂

  2. #2 von paul0f am 20. März 2017 - 15:24

    Da wollte man dem (angeblichen) allwissenden „Schöpfer“ aller Geschöpfe allen ernstes vor machen,
    seine eigene Kreation sei etwas anderes als das was es offensichtlich ist (bzw. nicht ist)?

    lol Frei nach F.Gump: „Dumm ist wer dummes tut“)

    Aber wie man sieht – vor der „Moral“ kommt eben doch erst der Hunger. 😉

  3. #3 von Rene am 20. März 2017 - 15:25

    Die erklären auch Frauen nach der Begattung vom Großen Gasförmigen zu Jungfrauen. Oder Wein zu Blut und Obladen zu Fleisch. Was nicht passt wird passend gemacht.

  4. #4 von Deus Ex Machina am 20. März 2017 - 21:18

    Die Fähigkeit der Gläubigen zum Selbstbeschiss ist immer wieder faszinierend. Kann man einen Gläubigen da eigentlich noch den Wirbeltieren zurechnen, bei so wenig Rückgrat?

  5. #5 von user unknown am 21. März 2017 - 04:53

    Dolle Sache. Man glaubt an einen allwissenden Gott, und dass man ihn austricksen kann.
    Oder glaubte man nicht, aber glaubte, sich selbst reinlegen zu können?

  6. #6 von Gerry am 21. März 2017 - 10:17

    @ u.u.

    Als Schwabe möchte ich da gern noch die Maultasche ergänzen 🙂
    https://de.wikipedia.org/wiki/Maultasche#Legenden_zur_Entstehung

    Im Judentum gibt’s ja eine ähnliche Tendenz mit der teilweise sehr spitzfindigen Auslegung der „göttlichen“ Gesetze um diese Gesetze so weit als möglich zu umgehen.

  7. #7 von Siegrun am 21. März 2017 - 11:19

    hihi, und Maultaschen heißen im Volksmund auch „Herrgottsbscheißerle“ weil man das innen liegende Fleisch nicht sehen kann…so viel zur Allwissenheit und Allgegenwart, wenn man sich so leicht von seinen Schäfchen bescheißen lässt…
    Luschengott eben…

  8. #8 von user unknown am 21. März 2017 - 15:02

    @Gerry u. Siegrun
    Wobei das ja eine Legende ist. Jetzt wäre zu prüfen, ob das vornehmlich/ausschließlich zur Fastenzeit und freitags gegessen wurde.
    Könnte ja auch ein Gericht sein, bei dem jemand nachträglich auf die Idee für diese Begründung kam, die nur als Witz kursierte.

    Gehen Maultaschen eigentlich auf Ravioli zurück oder umgekehrt oder beides auf ein gemeinsames Drittes?

    @Gerry:
    Ich habe gehört, die streng orthodoxen dürfen keine elektrischen Geräte am Wochenende einschalten (Arbeit) aber der (ungläubige) Nachbar, der zufällig vorbei kommt, darf einem am Sabbath den Fernseher einschalten. Hier ist aber das Gebot nicht Fernsehverzicht, also Selbstkasteiung, sondern eigentlich im Gegenteil: Man darf nicht arbeiten. Und die Microanstrengung Geräteinschaltung hat ein oberster Wächterrat mal spitzfindig als Arbeit festgelegt, womöglich weit vor Erfindung des Fernsehers/Radios. Womöglich in Tradition von „Backofen einheizen“, Brötchenteig hatte man am Vorabend reingeschoben usw.