10 Jahre verboten – jetzt erlaubt: Heidenspaß-Party in München

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Heidenspaß-Party am Karfreitag 2017 in München u.a. mit Ralf König und Pietro Masztalerz.

Vor wenigen Monaten erklärte das Bundesverfassungsgericht das Verbot der „Münchener Heidenspaß-Party 2007“ und die entsprechenden Bestimmungen des Bayerischen Feiertagsgesetzes für nichtig. In seinem Urteil stellte das Gericht fest, dass am „stillen“ Karfreitag sehr wohl getanzt werden darf – unter der Bedingung, dass der Tanz Ausdruck einer klaren weltanschaulichen Abgrenzung gegenüber dem Christentum ist. Dies lassen sich die Veranstalter des „Heidenspaßes“, der bfg München und die Giordano-Bruno-Stiftung, nicht zweimal sagen und laden nach 10-jähriger Abstinenz zu einer „zünftigen Karfreitags-Sause“ ins Münchener Oberangertheater ein.

Pressemitteilung der Giordano-Bruno-Stiftung

Weitere Informationen auf religionsfreie-zone.de

 

 

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  1. #1 von Gerry am 20. März 2017 - 13:09

    unter der Bedingung, dass der Tanz Ausdruck einer klaren weltanschaulichen Abgrenzung gegenüber dem Christentum ist

    D.h. Christen dürfen nicht tanzen weil entweder Christ oder gute Laune am Karfreitag?
    Wie geil, „Christenverfolgung“ von Gerichts wegen sozusagen 🙂

  2. #2 von Skydaddy am 20. März 2017 - 13:17

    Vielleicht sollte man die Teilnahmewilligen sicherheitshalber auf ein Bild von Jesus treten lassen, so wie im Film „Silence“.

  3. #3 von Rene am 20. März 2017 - 14:46

    Es bröckelt, Freunde! Steinchen für Steinchen. Sonnige Grüße aus München.

  4. #4 von paul0f am 20. März 2017 - 15:14

    #2 Skydaddy

    Vielleicht sollte man die Teilnahmewilligen sicherheitshalber auf ein Bild von Jesus treten lassen, so wie im Film „Silence“.<

    lol Ich hätte im ersten Moment etwas weniger dramatisches im Sinne gehabt.
    Vielleicht würde ein etwas größere Button (gut sichtbar angebracht) mit dem
    Ketzer-Podcast Logo schon reichen (man könnte die Kopfhörer weg machen, dann sollte es für jeden deutlich sein),^^ 🙂

  5. #5 von Noch ein Fragender am 20. März 2017 - 15:19

    unter der Bedingung, dass der Tanz Ausdruck einer klaren weltanschaulichen Abgrenzung gegenüber dem Christentum ist.

    Ich verstehe diese Bedingung nicht.

  6. #6 von Gerry am 20. März 2017 - 15:27

    @ #5

    Das bedeutet: Lambada tanzen ist OK, weil symbolisiert Lebensfreude,…

    Jesus Tanz tanzen ist nicht OK.

  7. #7 von Noch ein Fragender am 20. März 2017 - 15:48

    @ #5

    LOL!

    Jesus-Tanz erst wieder ab Ostern erlaubt.

  8. #8 von m0ebius am 20. März 2017 - 16:01

    @Noch ein Fragender: Das kommt daher, dass das Urteil des Bundesverfassungsgerichts nicht konsequent genug war: Ausnahmen vom „Feiertagsschutz“ wurden nur explizit weltanschaulichen Gegenveranstaltungen zugestanden. Sich einfach nur nicht für die theokratisch verordnete Trauer zu interessieren reicht nicht aus, um von der Staatsmacht beim Feiern in Ruhe gelassen zu werden.

    Das wäre die vernünftige Lösung gewesen, weil Christen durch die Feiern anderer Leute ja überhaupt nicht in ihren Rechten eingeschränkt werden. Natürlich hätte das den ganzen „Feiertagsschutz“ obsolet gemacht. Leider hat das BVerfG sich nicht getraut, der Politik das Feiertagsgesetz entsprechend um die Ohren zu hauen.

    Wenigstens ist zu hoffen, dass jetzt findige Wirte „weltanschauliche“ Feiern ausrichten und damit das Thema noch weiter bekannt und die christliche Position lächerlich und unbeliebt machen. Dann dürfte es irgendwann auch politisch zu bewegen sein.

  9. #9 von Unechter Pole am 20. März 2017 - 17:36

    @m0ebius
    Die „weltanschaulichen“ Feiern werden nur gehen, wenn sie durch eine entsprechende K.d.ö.R. organisiert werden. Geht aus der Urteilsbegründung, Absatz 121 hervor.

    Sollte hvd für jegliche solche Veranstaltungen Patronat übernehmen, würde das wohl schnell zu einem Verfahren zur Aberkennung des Körperschaftsstatus führen.

  10. #10 von m0ebius am 20. März 2017 - 19:25

    @Unechter Pole: ich bin kein Jurist, aber wo findest Du das? Körperschaftsstatus wird doch gar nicht in Absatz 121 erwähnt.

  11. #11 von Unechter Pole am 20. März 2017 - 21:20

    @m0bius
    Meine Antwort als Nichtjurist 🙂
    In der Begründung beruft man sich mehrmals auf die Gleichstellung der Weltanschauungs- und Religionsgemeinschaften gemäß § 137 WRV i.v.m. § 140 GG. Diese Gleichstellung steht aber nur den K.d.ö.R. zu.

  12. #12 von kraftwort am 24. März 2017 - 13:15

    Soll das ein Ausdruck von Toleranz sein? Sehr entlarvend …