Bischof Oster: „Traditionalisten beschimpfen mich als Verräter“

Er ist relativ jung, hat Charisma und tummelt sich in den sozialen Medien. Das unterscheidet Stefan Oster von anderen katholischen Oberhirten. Bisher galt der Bischof als ziemlich konservativ – doch nun sehen Ultrakonservative in ihm einen Verräter.

Der Passauer Bischof Stefan Oster hat sich dafür ausgesprochen, kirchliche Hochzeiten häufiger durch einfache Segensfeiern zu ersetzen. „In diese Richtung sollten wir denken“, sagte Oster in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Denn vielen Brautpaaren sei nicht klar, was eine sakramentale Trauung bedeute. Die katholische Ehevorbereitung müsse deutlich besser werden.

weiterlesen:

[http://www.idowa.de/inhalt.interview-bischof-oster-traditionalisten-beschimpfen-mich-als-verraeter.8392590f-e204-41b3-88c7-862207a243d6.html

Advertisements
  1. #1 von Gerry am 12. März 2017 - 17:22

    Tja, so ist das halt wenn man jahrhundertelang behauptet, ewige Wahrheiten zu verkünden an denen auf keinen Fall gerüttelt werden könne.

    Gibt dann immer welche die dumm genug sind das sogar zu glauben….

  2. #2 von Gerry am 12. März 2017 - 17:32

    Ihr seid sicher genauso überrascht wie ich dass bei kotz.net über dieses Thema nicht berichtet wird………..

  3. #3 von Gerry am 12. März 2017 - 17:38

    Wobei sich das Lesen des Interviews lohnt.
    Einen Teil kann man vielleicht verwenden, wenn Freunde überlegen, kirchlich zu heiraten.

    Und auf die Carits-Lüge wird im Interview natürlich auch nicht verzichtet.

  4. #4 von oheinfussel am 12. März 2017 - 18:15

    Christenverfolgung durch Christen oO

  5. #5 von Deus Ex Machina am 12. März 2017 - 19:41

    Einfach auch die andere Wange hinhalten!

  6. #6 von Noch ein Fragender am 13. März 2017 - 00:40

    Ja, die Eucharistie ist so etwas wie die große Hochzeits- und Versöhnungsfeier Christi mit seiner Braut, der Kirche und den Menschen in ihr. In dieses Mysterium hineingestellt ist jede christliche Ehe von zwei Getauften.

    Eucharistie als „große Hochzeitsfeier Christi mit seiner Braut“, die ihn sich einverleibt und verspeist.

    Als „Mysterium“ gut, als hilfreiches Sinnbild für eine gelungene Ehe weniger geeignet.

  7. #7 von Skydaddy am 13. März 2017 - 06:10

    @NeF, „Eucharistie als „große Hochzeitsfeier Christi mit seiner Braut“, die ihn sich einverleibt und verspeist.“

    Erinnert irgendwie an … Gottesanbeterinnen.

  8. #8 von Skydaddy am 13. März 2017 - 06:23

    Solange die selbstverständliche Praxis die kirchliche Heirat in Weiß mit dem Sakrament ist, solange ist es richtig schwierig zu sagen: „Jetzt machen wir mal eine schöne Segensfeier, und wenn sich die Beziehung zwei, drei Jahre christlich vertieft hat, dann kommt Ihr nochmals.“

    Da braucht sich Oster keine Sorgen zu machen – in den letzten 20 Jahren (1997-2015) ist die Zahl der katholischen Trauungen um 40% zurückgegangen. Der Anteil der katholischen Trauungen an den Eheschließungen betrug 2015 11%. Auf 6 katholische Trauungen kam 2015 eine Gründung einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft.

    Fun Fact: In Deutschland werden jedes Jahr etwa doppelt so viele Abtreibungen vorgenommen wie katholische Trauungen.

  9. #9 von Noch ein Fragender am 13. März 2017 - 10:39

    @ #7 Skydaddy

    @ Gottesanbeterin – eine Fangschrecke, die ihre Vorderbeine oft in Gebetshaltung anwinkelt und ihren Bräutigam als Hochzeitsmahl vernascht:

    Ein sofort einleuchtendes Symbol für die Kirche, viel besser als das doofe Fischsymbol, das erst durch altgriechisches Vokabular umständlich erklärt werden muss.

    Du solltest dir diese Idee patentieren lassen, ehe ein Design-Berater der Kirche dir damit das Geld vor der Nase wegschnappt.

  10. #10 von Hal am 13. März 2017 - 14:04

    Interessant, die Einstellung zu Politik und Gesellschaft kennt innerhalb der Berufskatholen nur verschiedenen Formen von Konservativ, wo die die Stock-, Erz-, Schwarz-, Alt- und Ulrakonservativ die Norm sind. Der junge Oster ist dann ja wohl nur Anfang 60 oder so, und ein rebellischer Kleiderträger.

  11. #11 von Gerry am 13. März 2017 - 14:18

    @ Hal

    Der ist sogar erst Anfang 50 und damit quasi jung-konservativ.
    Aber eben immer noch weit konservativer als die Millionen von Taufscheinkatholiken ohne die er bereits bedeutungslos wäre.

  12. #12 von schiffmo am 13. März 2017 - 15:31

    @Gerry: Bei den Taufscheinkathos muss ich Dir im Fall Oster ein wenig den Wind aus den Segeln nehmen. Ja, es gibt auch hier in seinem (von seinesgleichen) sogenannten „Jurisdiktionsbereich“ eine Menge Taufscheinchristen, die nachdenken müssen, ob der Bischof jetzt Antonius, Franz-Xaver, Wilhelm oder Stefan heißt (weil sie nicht in der Kirche sind, wenn das in der Liturgie genannt wird – oder die Stelle die drei letzten Male verpennt haben). Seit Franz-Xaver war ich so gut wie nicht mehr drin, hauptsächlich kann ich mich an den „Bischof Antonius“ erinnern.
    Allerdings handelt es sich mit Passau um das Bistum mit dem höchsten Katholikenanteil Deutschlands. Entsprechend gibts da auch die meisten 1000prozentigen bezogen auf dei Gesamtbevölkerung.
    Und – wie immer – am schlimmsten sind die Katholiken, die sich aus irgendwelchen Gründen später dazuentschieden haben oder entschlossener geworden sind, denn die glauben, dass sie sich bewähren müssen.

  13. #13 von schiffmo am 13. März 2017 - 15:31

    Nachtrag: Der Antonius ist 1984 gestorben.

  14. #14 von schiffmo am 13. März 2017 - 15:33

    Korrektur: Antonius ist 1984 emeritiert, er lebte noch bis 2000. Es hieß dann „Bischof Franz Xaver und Altbischof Antonius“ an der Stelle.

  15. #15 von Hypathia am 13. März 2017 - 15:39

    @ Gerry

    Kotz.net hat nun auch einen Bericht darüber und wie erwartet überschlagen sich die Kommentatoren.
    Ich liebe es, wenn sich die Kathos verbal an die Gurgel gehen. 😂

  16. #16 von Gerry am 13. März 2017 - 16:39

    @ Hypathia

    Danke für den Hinweis.
    Wollte die Seite grade aufrufen und fing an „kotz“ in die Adressleiste des Browsers zu tippen fail

    Ich finde ja dass die Trauungsvorbereitung von den kotz.net Kommentatoren gemacht werden sollte. Immerhin sind die ja davon überzeugt, als einzige zu wissen was katholisch ist und was nicht.

    Das Thema „katholische Hochzeit“ dürfte sich dann ganz schnell erledigt haben…

  17. #17 von Hypathia am 13. März 2017 - 18:11

    @ Gerry

    Nicht nur, dass die Kotznetterwissen, was katholisch ist, wissen sie auch ganz genau, was ihr Gott wie gemeint hat und über die verschiedensten Dinge denkt. Außerdem sind sie auch die einzig wahren Katholen, die alle im Besitz der göttlichen Wahrheiten sind. 😜

    Kurz gesagt, sie sind nicht nur Übermenschen, sondern auch noch Überkathos. 😂

  18. #18 von Skydaddy am 14. März 2017 - 03:12

    @Hypathia:

    Ich bin zwar kein kotz.net-Experte, aber mein Eindruck ist, dass diese Sorte Katholiken sich nicht einfach irgendetwas ausdenkt, sondern tatsächlich die bisherige Lehre der katholischen Kirche sehr genau kennt und ernst nimmt. So wie die Piusbrüder, die ja praktisch auch den Katholizismus von vor 1962 verkörpern.

    Das ist etwas anderes als bei den Protestanten bzw. Evangelikalen, wo sich tatsächlich jeder selbst ausdenken muss, was Gott gemeint hat.

    Gerade hier bei den Segensfeiern ergeben sich die Einwände ja unmittelbar aus der katholischen Lehre, wie in den obigen Kommentaren bereits dargelegt wurde. (Ohne „richtige“ Ehe kein Sex.)

  19. #19 von Hypathia am 14. März 2017 - 12:58

    @ Skydaddy

    Ich geb dir durchaus recht, dass die Kotnetter ihre „Leere“ kennen und ernst nehmen. Aber trotzdem beflegeln sie sich gegenseitig, ob so eine Segnung nun richtig oder verwerflich ist. Und jeder glaubt, dass seine Meinung die absolute Wahrheit und der Weisheit letzter Schluss ist.
    Sie kommen also, obwohl sie doch alle Superchristen sind, nicht zum selben Ergebnis.