Psychisch Kranker ruft in Sonntagsmesse: ‚Bekehrt euch zu Allah‘

Lektorin in Dillinger Studienkirche (Bistum Augsburg) musste die Lesung kurz unterbrechen – Gottesdienstbesucher äußerten hinterher, dass sie sich geängstigt hätten

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[http://www.kath.net/news/58780

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  1. #1 von Hajo am 9. März 2017 - 11:37

    Bin ich eigentlich der einzige, bei dem die Links nicht funktionieren?

    Wäre super wenn Ihr das mal fixen könntet.

  2. #2 von Charlie am 9. März 2017 - 11:46

    Sonst hört man vom Gestörten nur das:

    Der Priester hält ein Stück der Hostie über der Schale in die Höhe und spricht:
    Priester: Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt.
    Alle: Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.

    @Hajo

    Das ist auch kein Link, sondern eine deaktivierte URL.

  3. #3 von Corydoras-paleatus am 9. März 2017 - 12:06

    Das ist also ein psychisch Gestörter gewesen? Was ist mit denen, die „kehret um und geht mit Jesus“ rufen?
    Das wirft die Frage auf, wo hier die Grenze gezogen werden kann. Glaube und Wahn sind manchmal nahe beieinander.

  4. #4 von Elvenpath am 9. März 2017 - 12:18

    Psychisch gestörte unter sich.

  5. #5 von uwe hauptschueler am 9. März 2017 - 12:40

    Gestört sind nur die anderen, wir doch nicht.

  6. #6 von Charlie am 9. März 2017 - 12:47

    Dass im Keks der Jesus sein soll, ist nicht weniger gestört??

  7. #7 von Hypathia am 9. März 2017 - 12:49

    Der eine psychisch gestörte ruft „Bekehrt euch zu Allah“ und die anderen psychisch gestörten rufen „Bekehrt euch zu Jesus“. Der selbe Hirnwurm nur mit anderem Namen.

    Die Frage ist doch, warum wird der eine in die Psychiatrie verfrachtet und die anderen nicht? 😜 Nur weil er sich in die falsche Betbude verirrt hat? 😜

  8. #8 von stephancologne am 9. März 2017 - 15:42

    …und wir haben Monika.

  9. #9 von Hinterfragerin am 9. März 2017 - 21:47

    Naja, wenn ich in einem Gottesdienst – oder woanders,in der U-Bahn oder in einem Einkaufscenter oder…sitzen würde, und jemand würde so etwas rufen würde ich mich auch ängstigen. Zumal der Mann wohl „Allahu akbar“ gerufen hat.. Es gab ja schon Anschläge in Kirchen…

    http://www.augsburger-allgemeine.de/dillingen/38-Jaehriger-ruft-waehrend-der-Messe-Allahu-akbar-id40810016.html

    Natürlich sind die beiden Religionen inhaltlich teiläquivalent, aber ich denke, die Einschätzung „psychische Störung“ liegt hier darin begründet, dass der Mann sich in einem spezifischen sozialen Kontext nicht angepasst zu benehmen wusste und andere in ihren Handlungen gestört hat, nicht im inhaltlichen. Eine solche Störung kann ganz bewusst geschehen – aus ideologischen Gründen – oder aber aus einer psychischen Erkrankung heraus. Obiger Artikel legt nahe, dass bei dem Mann bereits zuvor eine psychische Erkrankung diagnostiziert worden war.

  10. #10 von Torchy am 10. März 2017 - 04:00

    Ich bin ehrlich gesagt ziemlich genervt davon, dass hier wie so oft „psychisch gestört“ oder „psychisch krank“ abfällig benutzt und mit asozialem und gesetzeswidrgem Verhalten geradezu gleichgesetzt wird.
    Bitte geht nicht so leichtfertig mit dem Begriff um!
    Es sei hier einmal daran erinnert, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens an einer Depression und ein Drittel an einer oder mehrerer Angststörungen erkrankt. Also auch ihr! Der offizielle Ausdruck dafür ist „psychische Erkrankung“, manche bevorzugen sogar „psychische Störung“.

    Also tut mir den Gefallen und nennt solche Leute verhaltensgestört, wahnsinnig, bekloppt, irre oder bescheuert, aber bitte nicht psychisch irgendwas! Wenn man schon den Hobby-Psychologen spielen will, kann man ja noch mutmaßen, ob der Mann eventuell eine Wahn-, Zwangsstörung oder Psychose oder alles zusammen hat.

    So jedenfalls ist das ein Schlag in die Fresse für jeden ich-dystonen (=sich selbst als krank empfindenden) psychisch Erkrankten!

  11. #11 von Hinterfragerin am 10. März 2017 - 10:49

    Torchy, wo genau ist „hier“? Den Artikeln zu Folge ist der Mann tatsächlich (bereits diagnostiziert) psychisch krank. Inwiefern ist es abfällig, darauf hinzuweisen? Es ist schlicht eine mögliche Erklärung für sein Verhalten. Oder meinst Du hier in den Kommentaren?

    Leute als „irre, verhaltensgestört“ u.a. zu bezeichnen ist übrigens nicht besser – entweder es handelt sich um äußerst negativ konnotierte Bezeichnungen für wirklich psychisch Erkrankte, oder es handelt sich um die Wertung bestimmter Handlungsweisen mit Bezeichnungen, die psychische Krankheit nahelegen. Beides kann man problematisch sehen.

    Ich bin ja ganz bei Dir , was die Probleme der küchenpsychologischen Ferndiagnose betrifft. Und ja, es kann manchmal nervig sein, so etwas zu lesen – ich schreibe das als jemand, der tatsächlich selbst psychisch erkrankt ist.

    Wichtig ist meines Erachtens eher, welche Wertung mitschwingt. Menschen, die wirklich psychisch krank sind, und die deshalb bestimmte Taten begehen, sollte man eher mit Hilfestellung denn mit Verachtung oder Hass begegnen, so schwer das manchmal sein mag, etwa wenn sie ein Flugzeug zum Absturz bringen oder mit der Axt um sich schlagen wie wohl jetzt in Düsseldorf. Die Einordnung sollte nicht Verachtung transportieren, sondern eher deskriptiv sein.

    Die Kommentatoren oben werfen aber letztlich die Frage auf, die auch der Buchname „Gotteswahn“ aufwirft: Nach welchen Kriterien bewerten wir ein bestimmtes Verhalten oder eine bestimmte Vorstellung als Zeichen für eine psychische Erkrankung? Es ist ja in der Tat so, dass manches, was bei einem Individuum zur Einordnung als psychisch krank führen würde, wenn es von Kollektiven vertreten wird als normal gilt.. Erweitert könnte man fragen: Was ist überhaupt „psychisch krank“ – man denke an die Homosexualität, die lange so eingeordnet wurde, und andererseits daran, dass inzwischen manches, was früher als Teil des normalen emotionalen Spektrums galt, inzwischen mit Krankheitswert belegt wird.

  12. #12 von uwe hauptschueler am 10. März 2017 - 16:36

    Von Selbstzensur halte ich garnichts. Wenn ich nur Meinungen äußern soll, die niemanden weh tun, dann kann ich meine Meinungsäußerungen einstellen. Der „huch Du hast meine Religiösen Gefühle verletzt“-Fraktion wirds recht sein.

  13. #13 von Torchy am 11. März 2017 - 03:34

    @Hinterfragerin
    Ich meine mit „hier“ vor allem obige Kommentare. Aber auch der Artikel schreibt nicht klar von der Diagnose, sondern spricht ominös davon, dass der „psychisch Gestörte“ zweimal ins „Krankenhaus“ gebracht wurde.
    Seltsam auch, dass „psychisch krank“ als mögliche Erklärung angesehen wird. Ich halte diese Feststellung für so naheliegend und banal, dass sie auf mich völlig überflüssig wirkt. Was sollte er denn sonst sein? Was ich völlig in Ordnung gefunden hätte – und das wollte ich in meinem ersten Kommentar schon andeuten – wäre eine genauere Diagnose gewesen, etwa „ein als psychotisch diagnostizierter“ oder „unter Schizophrenie leidender Mann“. Es käme doch auch keiner auf die Idee, statt „Kleptomane“ zu schreiben: „Psychisch Kranker bricht in Supermarkt ein“!
    Ich finde „verhaltensgestört“ (in den Kommentaren, nicht im Artikel!) deshalb angemessener, weil es zumindest keine offiziell gebräuchliche und von Betroffenen benutzte, extrem allgemeine und damit stigmatisierende Krankheitsbeschreibung ist. Das ist der Grund.
    Deinen Punkten in den letzten beiden Absätzen stimme ich zu! Daraus lässt sich die Feststellung ableiten, dass „psychisch krank“ als Ausdruck maximal dann Sinn macht, wenn er das Leiden Betroffener beschreiben soll.

    @uwe hauptschueler
    Ich sage hier auch nur meine Meinung! Und die sollte dich nicht zur Selbstzensur anregen sondern zum Nachdenken! Und es geht mir hier nicht um meine Gefühle, sondern um die Diskriminierung einer es schwerhabenden, sehr großen Bevölkerungsgruppe („psychisch Kranke“).