Gericht verurteilt Straßenprediger wegen Verstoß gegen öffentliche Ordnung

Ein Gericht in England hat zwei Straßenprediger zu einer Geldstrafe verurteilt. Sie vertraten öffentlich die Meinung, dass Muslime in die Hölle kommen und Jesus der einzige Weg zu Gott sei. Der Staatsanwalt sah darin einen Verstoß gegen die öffentliche Ordnung.

weiterlesen:

[https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2017/03/02/gericht-verurteilt-strassenprediger-wegen-verstoss-gegen-oeffentliche-ordnung/

Advertisements
  1. #1 von Noch ein Fragender am 3. März 2017 - 11:55

    Die beiden Prediger waren beschuldigt, im Juli 2016 durch Aussagen wie „Allah existiert nicht“ und „alle Muslime werden in der Hölle brennen“ eine Menschenmenge in Bristol öffentlich beleidigt zu haben.

    M. E. eine unzulässige Enschränkung der Meinungsfreiheit.

    „Beleidigte“ Gläubige, die andere Meinungen nicht zulassen wollen, gefährden die „öffentliche Ordnung“ einer offenen Gesellschaft.

  2. #2 von dirk am 3. März 2017 - 15:05

    Ach die Sache mit der Hölle für diejenigen welche nicht richtig an Gott glauben, ist doch eins von den 10 Geboten der Muslime, zumindest laut Meinung der Moslime, und sich selbst als Flüchtige Bezeichnenden, welche einen offenen Brief an die Kanzlerin schrieben.

    Und der Prof. Dr. Wolf-Dieter Just von der evangelischen Hochschule Rheinland Westfalen Lippe steht da voll hinter dem Brief.

    Wer schon angst vor der Hölle hat sollte sich mit der religösen Rechtssprechung, insbesondere die der gegenwärtigen Muslime, besser nicht beschäftigen.

  3. #3 von schiffmo am 3. März 2017 - 15:15

    Wenn man bei denen eins weiter klickt zu ihrer christlichen Quelle in englischer Sprache, kommt raus, dass sich ein Tumult gebildet hat, der schon wütend geworden ist und möglicherweise am gewalttätig werden war. Es geht also um das, was bei uns „öffentlicher Friede“ heißt. Sie haben anscheinend nach einer Vorschrift ähnlich der Volksverhetzung geurteilt. Bei uns wären sie vielleicht selbst nach Gotteslästerung dran gewesen.
    Das zeigt uns recht gut, dass es den §166 StGB nicht braucht, um die, die reden, zu verurteilen und nicht die, die gewalttätig werden oder zu werden drohen.
    Vom individuellen Verlauf her war vermutlich schon genug los, dass die Polizei geholt wurde.

  4. #4 von schiffmo am 3. März 2017 - 15:25

    Hallo Dirk,

    könntest Du bitte näher ausführen, was Du mit den „10 Geboten der Muslime“ meinst? Wenn Du schon dabei bist, kannst Du auch noch erklären, warum Du so einen weit ausholenden Rundumschlag von einem offenen Brief (welcher?) an die Kanzlerin, über eine Stellungnahme eines Theologen, der anscheinend so unbedeutend ist, dass ihn Wikipedia nicht kennt und die Angst vor der Hölle bis zur Scharia kommst? Willst Du die verurteilten Christenprediger jetzt verteidigen für ihre edle Motivation, gegen Muslime gesprochen zu haben? Und wo genau liegt der Zusammenhang zu ausgerechnet dieser Nachricht? Immerhin ist deren genauer Hintergrund noch nicht vollständig klar.

  5. #5 von Rene am 3. März 2017 - 17:37

    Diese Schwachmaten haben vollkommen zu Recht Probleme bekommen. Ich kann mich nicht als Philatelist auf die Straße stellen und gegen Numismatiker hetzen. Auch Weisser / Farbige, Hetero / Schwule, geht nicht. Man muss diesen Inselbegabten einbläuen, wo der Hammer hängt.

  6. #6 von dirk am 3. März 2017 - 18:58

    #4 von schiffmo
    Mir ist nur ein offener Brief der sich selbst als Flüchtlinge bezeichnenden an die Kanzlerin bekannt die Kanzlerin bekannt.

    Der ging durch zahlreiche Medien. Der Theologe Prof. Dr. Wolf-Dieter Just hat nicht nur eine Stellungnahme zu dem Brief abgegeben sondern ist ebenfalls als Propagandist des Briefes in mehreren Mainstreammedien aufgetreten.
    Es dreht sich um den Brief,

    https://www.heise.de/tp/features/Offener-Brief-von-Fluechtlingen-in-Deutschland-3377653.html

    und diese Aussage „Die zehn Gebote der Bibel (2. Mose 20,2-17) haben ihre Entsprechung im Koran Sure 17, 22-39.“

    Die Sache mit der Hölle
    Koran Sure 17,39
    Das ist etwas von dem, was dir dein Herr an Weisheit (als Offenbarung) eingegeben hat. Und setze neben Allah keinen anderen Gott, sonst wirst du in die Hölle geworfen, getadelt und verstoßen.

    Jemanden in die Hölle schmeißen ist sicherlich zu kritisieren sowohl bei Christen (wobei die Katholischen da ziemlich von abgekommen sind) als auch bei den Muslimen, die Juden haben das glaube ich nicht.

    Aber andere Sachen von den -Muslimischen 10 Geboten- finde ich viel schlimmer, zB das Erste.
    Koran Sure 17,22
    Setze neben Allah keinen anderen Gott, sonst wirst du gescholten und im Stich gelassen dasitzen.

    Das ist doch der Aufruf sich nicht integrieren.

    Oder der Aufruf zur Blutrache
    Koran Sure 17,33
    Wer ungerechterweise getötet wird, dessen nächstem Verwandten haben Wir Ermächtigung erteilt (, Recht einzufordern); doch soll er nicht maßlos im Töten sein, denn ihm wird gewiß geholfen.

    Am schlimmsten finde ich aber diesen Teil.
    Koran Sure 17,33
    Und tötet nicht die Seele, die Allah verboten hat (zu töten), außer aus einem rechtmäßigen Grund….

    Da wird von einem „rechtmäßigen“ Grund im islamischen Sinne gesprochen, was ist das wohl? Mir fällt da ein Artikel von Hamed Abdel-Samad ein.

    Der gefährliche Prophet
    Mohamed ist ein Vorbild für Millionen Muslime – und auch für Terroristen. Der Islamexperte Hamed Abdel-Samad kritisiert ihn als Paranoiker und Tyrannen. Ein Vorabdruck
    Von Hamed Abdel-Samad
    28. September 2015 DIE ZEIT Nr. 38/2015, 17. September 2015

    „“Der Prophet entdeckte vor seiner Moschee eine getötete Frau. Er fragte die Betenden, wer sie umgebracht habe. Ein Blinder erhob sich und sagte: ›Ich. Sie ist meine Sklavin, und ich habe von ihr zwei Kinder, Perlen gleich. Doch gestern hat sie dich, Prophet Gottes, beleidigt. Ich forderte sie auf, dich nicht mehr zu beschimpfen, aber sie wiederholte das Gesagte. Ich konnte das nicht aushalten und habe sie umgebracht.‹ Mohamed entgegnete: ›Das Blut dieser Frau ist zu Recht geflossen!‹“

    Fundamentalismus als Folge der Überhöhung des Islam

    Erschreckend an der Geschichte ist nicht nur die Tatsache, dass ein Mann die Mutter seiner Kinder tötet, sondern die Privatisierung von Gewalt. Todesurteile zu vollstrecken ist kein Privileg des Herrschers oder einer Staatsgewalt – jeder Muslim ist dazu befugt. Als ich im Juni 2014 einen Vortrag in Kairo hielt und behauptete, der islamische Faschismus habe bereits mit Mohamed begonnen, rief ein Professor der Al-Azhar-Universität zu meiner Tötung auf und zitierte jene Geschichte von der Sklavin des blinden Mannes als Beleg für die Rechtmäßigkeit seines Aufrufs.“

  7. #7 von dirk am 3. März 2017 - 19:05

    #4 von schiffmo

    Der Zusammenhang mit dieser Nachricht ist das propagieren davon das die nicht richtig Gläubigen in die Hölle kommen sollen.

  8. #8 von schiffmo am 6. März 2017 - 09:14

    @dirk: Danke für diese Ausführungen. Es zeigt nämlich, wo das Problem ist: im Überhöhen von Ideologien. Das aufzudecken, ist immer interessant. Letztlich ist es so, dass viele Muslime genau unter der Überhöhung des Islams leiden. Wie weit der Weg ist, sich davon zu lösen, sowohl einzeln als auch individuell, zeigt die Geschichte jedes Landes, in dem Glaube mal überhöht wurde. Die Türkei erlebt gerade sowas wie einen Rückfall, denn die waren regional vielleicht gerade da, wo ländliche Gebiete Bayerns in den 20ern (oder 50ern) des 20. Jahrhunderts waren: in einer Geisteshaltung, die zwar den Glaubenszweifel und gelegentlich die extrem vorsichtige Kritik an einzelnen Klerikern kannte, aber nicht wagte, ein atheistisches Leben zu denken. Mit den Flüchtlingen (damals von den Vertriebenen) gab es erstmals nennenswert viele Protestanten, von denen sich noch ganz deutlich abgegrenzt wurde.
    Wir müssen aufpassen, dem nicht die Überhöhung einer Ideologie des „Eigenen“ entgegenzusetzen – die Großkirchen würden ihre vorschlagen. Von anderen rede ich jetzt gar nicht.
    Ein Element – hier bei uns – könnte sein, klar zu kommunizieren, dass Zugewanderte hier zu keiner Geisteshaltung, Weltanschauung oder sowas gezwungen werden. Genau diese Gottlosen ermöglichen ihnen ein Leben, in dem sie nicht gezwungen werden, ihren Glauben abzulegen.
    Das, was ich immer meine mit „sich den Ast absägen, auf dem man sitzt“, besteht genau darin, dass es töricht ist, die Freiheit unserer Gesellschaft auszunützen um irgend ein unfreies System „im Wettbewerb“ zu fördern. Wer in einem solchen System das machen will, was er gerne tut, muss akzeptieren, dass das für alle gilt, auch für die eigene Tochter oder den eigenen Sohn. Der Preis, andere in unserer Gesellschaft in eine Ideologie zu zwingen, ist das Risiko, selbst diese Ideologie nicht mehr pflegen zu können, und dieses Risiko geht von genau dem Zwang aus, den diese Ideologen selbst anwenden. Mit anderen Worten: Wer orthodoxes Islamverständnis bei uns erzwingen möchte, wenn auch nur in der eigenen Gruppe, riskiert, dass Vertreter anderer oder gar der gleichen Gruppe auf ihn selbst Zwang ausüben, und zwar nicht nur auf gewaltfreier, sondern möglicherweise auf gewalttätiger Basis.
    Was kann man in der Fremde dafür tun? Nicht besonders viel. Zum Beispiel den Austausch von Informationen und durch Kontakte über die Kulturgrenzen hinweg zu fördern. Auf die Kulturen direkt kann man keinen bis höchstens minimalen Einfluß nehmen. Man kann zum Beispiel die Wahrnehmung der eigenen Kultur beeinflussen, vielleicht mit Kultur- und Sprachzentren (z.B. Goethe-Institut), und mit Zusammenarbeit der Initiativen, die dort ohnehin sind, mit den Menschen vor Ort, d.h. „westliche“ zivile Organisationen oder z.B. die GTZ (oder wie das zur Zeit heißt). Die können nicht nur einen authentischen Eindruck von sich selbst vermitteln, sondern auch beschreiben, wie das Leben „im Westen“ so funktioniert.
    Wir kommen auf deren Smartphones nur dann vor, wenn es über uns was aktuelles auf arabisch, maurisch, farsi, oder sonst einer Sprache zu Lesen gibt. Und das Erstellen dieser aktuellen Texte sollten wir nicht allein den Muttersprachlern, den ausländischen Medien oder gar den Spindoktoren ausländischer Diktatoren überlassen.