Schweiz: Lehrer müssen sich ihrer Geschichte mit Gott bewusst sein

Seit zehn Jahren wird an der Zürcher Volksschule das Schulfach «Religion und Kultur» unterrichtet. Eva Ebel war an dessen Entwicklung beteiligt. Im Interview spricht sie über Kritik am Fach, über seine Zukunft im Rahmen des Lehrplan 21 und über Muslimas, die Schülern das Christentum näherbringen.

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[https://www.ref.ch/menschen-meinungen/lehrer-muessen-sich-ihrer-geschichte-mit-gott-bewusst-sein/

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  1. #1 von Noch ein Fragender am 28. Februar 2017 - 12:59

    «Religion und Kultur» dagegen ist bekenntnisfreier Religionsunterricht. Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern Wissen über die Religionen zu vermitteln, nicht, sie in den Glauben einzuführen.

    Sie (Lehrer) müssen sich bewusst machen, was ihre eigene Geschichte mit Gott und Religion ist, um dann die Inhalte neutral formulieren zu können. Deshalb brauchen inzwischen auch alle Unterrichtenden ein Lehrdiplom und die Lehrbefugnis für dieses Fach. Pfarrerinnen und Pfarrer, die das nicht haben, dürfen nicht «Religion und Kultur» unterrichten, auch wenn sie fachlich oft hervorragend dafür ausgebildet sind.

    Lehrdiplom für „neutrales Formulieren“ religiöser Inhalte.

    Als wenn das Pfarrer, wenn sie es denn wollen (!), nicht könnten.

    Nimmt sich da die Professorin mit ihrer Fachdidaktik «Religion und Kultur» nicht etwa ein wenig zu wichtig?

  2. #2 von Hypathia am 28. Februar 2017 - 15:38

    Also wenn das wirklich so gehandhabt wird, wie im Artikel beschrieben, finde ich diesen Unterricht vorbildhaft.
    Wenn darin dann auch noch das kritische Hinterfragen eingeübt wird und auch die dunklen Seiten der Religionen zur Sprache kommen, wäre dieses Unterrichtsfach auch bei uns sehr wünschenswert.
    Allerdings würde ich noch einen Schritt weitergehen und nur konfessionsfreie Lehrer unterrichten lassen.

  3. #3 von Willie am 1. März 2017 - 02:08

    @Hyptahia

    Allerdings würde ich noch einen Schritt weitergehen und nur konfessionsfreie Lehrer unterrichten lassen.

    Wie sollte man dies denn feststellen können? Der Lehrer muß Mitglied in einer ahteischen Vereinigung sein? Und wenn das so wäre, wäre das doch wieder Futter für die Religiösen, die dann auch dort auf einen „Bekenntnisunterricht“ hinweisen könnten.

  4. #4 von Hypathia am 1. März 2017 - 09:35

    @ Willie

    In DACH ist das rel. Bekenntnis ja vermerkt und somit zumindest ein Indiz dafür, ob sich die betreffende Person einer Glaubensgemeinschaft zugehörig fühlt.
    In diesem Fall wäre es wohl besser, wenn der Lehrer in gar keiner weltanschaulichen Vereinigung Mitglied ist.

    Aber das ist leider zur Zeit eh nur Wunschdenken! Unsere Staaten sind immer noch viel zu fest in den Händen der Kirchen. 😢 Und zumindest in Ö würde die Kirche sich mit Zähnen und Klauen gegen so einen Unterricht wehren.

  5. #5 von Hal am 1. März 2017 - 12:08

    @Hypathia

    In diesem Fall wäre es wohl besser, wenn der Lehrer in gar keiner weltanschaulichen Vereinigung Mitglied ist

    Das wäre aber auch Diskriminierung auf der Basis von religiöser Überzeugungen und somit ein Verstoß gegen grundlegende Menschenrechte.

  6. #6 von Hypathia am 1. März 2017 - 13:54

    @ Hal

    Da hast du sicherlich recht, aber machen das die Kirchen nicht genauso mit ihren Religionslehrern?!

    Wie schon gesagt, ich weiß ja, dass das Wunschdenken ist, aber träumen wird man ja noch dürfen. 🙃

  7. #7 von Smiling_Joe am 1. März 2017 - 14:04

    @Hypathia:

    Aber Gleichheit und Gerechtigkeit schafft man nicht, indem man die bis dato bestehende Ungerechtigkeit in ihr Gegenteil verkehrt.

  8. #8 von Hypathia am 1. März 2017 - 15:43

    @ Smiling_Joe

    So war das auch gar nicht gemeint. Der Gedanke dahinter war lediglich, dass die religiöse Indoktrination in den Schulen (auch durch die Hintertür) beendet gehört.