Evangelisch verstehen – Ein Religionsbuch für das berufliche Gymnasium: Atheismus Feuerbachs

Evangelisch verstehen ist das erste Schulbuch, das speziell für die Ansprüche der Schülerinnen und Schüler am Beruflichen Gymnasium konzipiert ist: kognitiv, klar, niveauvoll, geeignet zur individuellen Abiturvorbereitung, kompetenzorientiert – ein Buch für die ganze Oberstufe.Evangelisch verstehen bietet zu allen Themen eine umfassende biblische Fundierung und ist mit seinen Kompetenzrastern sowohl für klassisch phasierten Unterricht, wie auch für individualisierte Unterrichtsverfahren geeignet.

https://www.amazon.de/Evangelisch-verstehen-Religionsbuch-kompetenzorientiert-individuell/dp/3808566485/

Dieses Video erläutert anhand des Lehrbuchs „Evangelisch verstehen“ die Religionskritik von Ludwig Feuerbach. Feuerbach geht davon aus, dass Gott nur die Projektion der unerfüllten Wünsche des Menschen ist. Das Video richtet sich primär an Schüler in der Klausur- und Abiturvorbereitung.

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  1. #1 von Deus Ex Machina am 24. Februar 2017 - 23:45

    Natürlich sind die Kommentare deaktiviert.
    Nur mal ganz kurz, ist spät:
    Ich habe eine Vorstellung vom Mr. Spock. Der Logik unseres Freundes zufolge, ist also Mr. Spock eine reale Person. Schade, dass er lang und breit versucht, die Projektionstheorie zu erklären, aber nicht merkt, wie seine Kritik an ihr am Ziel vorbeirauscht.
    Unser Feund unterstellt uns wohl wie auch diese hohle Nuss vor 2-3 Jahren, dass Atheisten an den „Nicht-Gott“ glauben.
    Was hat das „ethische Problem“ mit der Nicht-/Existenz von Göttern zu tun?

  2. #2 von Torchy am 25. Februar 2017 - 04:56

    Absolut unerträglich wird die Argumentation von Herrn Jung bei seinem dritten und letzten Gegenargument zu Feuerbach. Die ersten beiden sind nur billige Variationen von: „Du kannst aber auch nicht beweisen, dass es Gott nicht gibt, ätsch!“ Aber das dritte Argument ist besonders heimtückisch, weil es mit der altbekannten Gleichsetzung atheistisch=unmenschlich+egoistisch spielt.

    Feuerbach argumentiert zu Recht, dass eine fehlende höchste Instanz alle Lebewesen darunter um eine Stufe anhebt und damit den Humanismus erst ermöglicht. Daraus drehen Jung, Lütz, W. L. Craig und diese ganzen Atheismus=Hitler-Schwadronierer ungeniert die Folgerung, dass der Mensch sich dann selbst (und zwar nur sich selbst) zu Gott mache und größenwahnsinnig werde, was ja nun nachweislich Quatsch ist und mit Gott mindestens genauso geht.

    Der billige Argumentationstrick: „Der Mensch“ wird zunächst als Oberbegriff (Kollektivum) für alle Menschen verwendet. Dann plötzlich heißt „der Mensch“ nur noch das Individuum, der einzelne, das Ich. So wird Humanismus mal schnell mit Egoismus statt Altruismus gleichgesetzt. Das ist im Grunde ähnlich bekloppt wie dem Satz „Der Mensch hat vor 100.000 Jahren Afrika verlassen“ zu entgegnen: „Nee, also ich nicht!“

    Ganz ehrlich, Jugendliche im 21. Jahrhundert für so dumm zu verkaufen ist beschämend.

  3. #3 von parksuender am 25. Februar 2017 - 09:42

    Man merkt der Autor hat die Projektionstheorie nur ansatzweise verstanden.

    Die Projektion speist sich aus unseren Urängsten (Tod, Leid, …), denen wir für uns nicht erreichbare positive Gegenpole (Unsterblichkeit, immer währende Liebe, …) gegenüberstellen und auf ein höchstes Wesen übertragen. Weswegen der 2. Kritikpunkt „Feuerbachs Atheismus ist nur eine Projektion“ vollkommen in’s Leere greift. Welche positiven Eigenschaften projiziert Feuerbach denn?
    [http://www.dober.de/religionskritik/fbschaubild.html

    In der Schule würde ich jetzt sagen: Setze, sechs, Herr Jung!

  4. #4 von parksuender am 25. Februar 2017 - 09:45

    Ich kaufe ein N bei: Setze(n) 🙂

  5. #5 von Skydaddy am 25. Februar 2017 - 09:52

    Hier kann man sich das Inhaltsverzeichnis und eine Leseprobe runterladen.

    M.E. lässt das Inhaltsverzeichnis die ganze Thematik schon sehr langweilig erscheinen. Jedenfalls zu Beginn scheinen vor allem Fragen behandelt zu werden, die normale Gläubige gar nicht interessieren, sondern nur Theologen.

    Besonders bemerkenswert ist der Tipp gleich zu Anfang des Buchs, die biblischen Geschichten nicht anhand der Bibel, sondern anhand von KINDERBIBELN zu lesen:

    1.3 Wichtige Bibelstellen

    Es ist empfehlenswert, zur Geschichtenkenntnis beispielsweise eine Kinderbibel zu nutzen – damit lernt man die Geschichts- inhalte. Hilfreich ist auch, wenn man mit Bleistift die Fundstellen der Geschichten in die Bibel hinein schreibt. Insbesondere für die Geschichten des AT, die im Original recht ausführlich sind, sind Kinderbibeln eine gute Hilfe.
    Empfehlenswerte Kinderbibeln sind die „Neukirchener Kinderbibel“ von Irmgard Weth und die „Bibel für Kinder und alle im Haus“ von Rainer Oberthür.

  6. #6 von Skydaddy am 25. Februar 2017 - 10:10

    Es ist mir auch unverständlich, wieso man in einem Schulbuch nur die Religionskritik von Feuerbach, Marx, Nietzsche und Freud behandelt, aber nicht die von Dawkins, Hitchens, Harris oder Dennett. Man würde ja meinen, die Kirche (die den ev. Religionsunterricht verantwortet) würde den Schülerinnen und Schülern gerne ein Rüstzeug dagegen mitgeben. Aber offenbar hat man keine Gegenargumente und/oder will die Aufmerksamkeit nicht unnötig darauf lenken.

  7. #7 von Deus Ex Machina am 25. Februar 2017 - 10:25

    Aus dem Inhaltsverzeichnis:

    Kapitel 2.11.3 „A-Theismus“

    –> Geschrieben A-Theismus statt Atheismus und dann auch noch in Anführungszeichen? Da hat jemand aber wirklich schwerwiegende Probleme mit der Einsicht, dass Menschen ohne Götter leben. Naja, das kenn ich noch von meinem letzten Reli-Lehrer, der es ja auch nicht wahrhaben wollte. Zitat: „Nein, Atheisten gibt es ja gar nicht. Jeder Mensch glaubt doch an etwas!“ ETWAS, ja. Etwas ist aber keine Götter.

  8. #8 von parksuender am 25. Februar 2017 - 11:48

    @DEM
    Der A-Theismus ist eine krative Wortschöpfung der Theologin Dorothee Sölle (1929-2003):

    Die Religion wird ausgehöhlt, weil Gott in der technisierten Welt mit wachsender Geschwindigkeit Terrain verliert
    (…)
    Erst in dieser Lage des Bewusstseins im nachtheistischen Zeitalter kann der Gedanke, dass Christus den abwesenden Gott bei uns vertritt, sein Gewicht gewinnen. Erst wenn die Selbstverständlichkeit Gottes dahin ist, leuchtet das Wunder Jesu von Nazareth auf: dass ein Mensch Gott für andere in Anspruch nimmt, indem er ihn vertritt.
    (..)
    Die Abwesenheit Gottes kann verstanden werden als eine Weise seines Seins-für-uns. In diesem Fall ist man darauf angewiesen, dass einer den unersetzlichen Gott vertritt. Damit verschiebt sich Nietzsches Aussage, dass Gott tot sei, zu einem „Gott muss vertreten werden“ – ein Gedanke übrigens, der Nietzsche, der von den „Häutungen Gottes“ zu reden weiß, nicht so fern liegt. Gott muß vertreten werden heißt: Gott ist – jetzt – nicht da.

    D. Sölle, Stellvertretung, Stuttgart 1965, S.135 ff.

    Die Anführungszeichen hat Herr Jung gesetzt, weil er den Begriff selbst als „unglücklich“ empfindet (ab 2:00)

  9. #9 von Yeti am 25. Februar 2017 - 11:53

    Evangelisch verstehen ist das erste Schulbuch, das speziell für die Ansprüche der Schülerinnen und Schüler am Beruflichen Gymnasium konzipiert ist: kognitiv, klar, niveauvoll, geeignet zur individuellen Abiturvorbereitung, kompetenzorientiert – ein Buch für die ganze Oberstufe.Evangelisch verstehen bietet zu allen Themen eine umfassende biblische Fundierung und ist mit seinen Kompetenzrastern sowohl für klassisch phasierten Unterricht, wie auch für individualisierte Unterrichtsverfahren geeignet.

    Das klingt ja schonmal ziemlich übel.

  10. #10 von Deus Ex Machina am 25. Februar 2017 - 12:08

    Oh, da sind ja auch noch weitere Videos, danke, Parksuender. Hab die wohl ignoriert, weil schon das erste so genervt hat.
    Du meine Güte, von dieser Sölle habe ich ja noch nie was gehört, und basierend auf diesem Geschwafel, hätte ich es auch gerne dabei belassen. Und so einen Schmonz muss er also mit in seinem Buch integrieren? Das ist selbst für ein Fach, das für sich genommen schon Zeitvergeudung ist, nochmal Zeitvergeudung.