Missbrauchsskandal in Australien: Kirche zahlt Millionen Dollar Entschädigung

Mehr als 4000 Menschen melden, dass sie als Kinder von katholischen Geistlichen in Australien in den vergangenen Jahrzehnten missbraucht worden seien. Und die Dunkelziffer liegt vermutlich deutlich höher. Für die Kirche wird es teuer.

weiterlesen:

[http://www.n-tv.de/panorama/Kirche-zahlt-Millionen-Dollar-Entschaedigung-article19705479.html

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  1. #1 von Yeti am 16. Februar 2017 - 18:22

    Im Durchschnitt bekam jedes Opfer 91.000 australische Dollar, umgerechnet etwa 66.000 Euro

    Und was passiert in Deutschland? 5.000 Euro pro Nase, wenn überhaupt. Und dann bitteschön die Klappe halten.
    Wobei ich dazusagen muss, dass ich selbst 100.000 Tacken für ein sehr wahrscheinlich zerstörtes Leben zu wenig finde. So viel verdiene ich in einem Jahr, wenn ich voll arbeiten gehe (was ich nicht tue).

    Mal mindestens noch eine Null hintendran, dann könnte man vielleicht Näherungsweise von „Kompensation“ reden. Dann ist man nämlich in der Lage, sein komplettes verkorkstes Restleben ohne jederlei finanzielle Gedanken zu leben.

    „Entschädigung“ sieht dann nochmal anders aus; die gibt es nämlich nicht. Der angerichtete Schaden lässt sich nicht weg-bezahlen. Er verjährt auch nicht. Werden die Täter in Australien jetzt auch gerichtlich belangt, wie das schon längst überall auf der Welt hätte geschehen müssen?

    Ich stelle mir gerade vor, wie es zu Hochzeiten des katholischen Klerus, so um das Mittelalter rum, abgegangen ist. Damals war die Macht der Kleriker, selbst der kleinsten lokalen Pfaffen, doch noch ein ganz anderes Kaliber als heute. Da bin ich echt froh, heute zu leben und mich zu den glücklichen zählen zu können, an denen kein Missbrauch verübt wurde.

    Ich bin mehr oder weniger seit ich einigermaßen geradeaus denken kann (so nach der Pubertät würde ich sagen 😉 ) ziemlich anti-Kirchlich eingestellt. Institutionen, die einem Blödsinn erzählen, muss man nicht haben. Ausgetreten bin ich aber auch erst, als ich das erste Mal Kirchensteuer abdrücken sollte (als Promotions-Student mit einer vollen Stelle nach – damals – BAT wasweißich, das waren Anfang der 1990er so um die DM 4000,- also ordentlich Geld).
    Meine Oma wäre mit großer Angst um mein Seelenheil gestorben, wenn sie das noch erlebt hätte. Um ihr das zu ersparen, hätte ich sogar ein paar Monate oder gar Jahre Kirchensteuer gelatzt, aber sie starb vor meinem 4. oder 5. Semester, mit 89, eine Frau, die anderthalb Weltkriege erlebt hat und sämtliche 7 Kinder (darunter meine Mudda!) erfolgreich großgezogen hat. Ich habe im Leben keine Kirchensteuer bezahlt, ich glaube ich habe noch nichtmal was für den Austritt auf dem Amt bezahlt.

    Aber meine Meinung zur Kirche hat erst ihren letzten Schliff („Verbrecherbande, verbieten den Verein und alle Verantwortlichen einsperren“) bekommen, als die Missbrauchsgeschichte so langsam an’s Licht kam. Seitdem argumentiere ich offensiv dagegen, sofern das Thema aufkommt. Ich spreche es aber selten selbst an, weil es mich mittlerweile einfach ankotzt, auch nur darüber nachzudenken.

    Widerliches Pack. Alleine schon die gefalteten Bischofs-Wichsgriffel im Artikelbild erzeugen bei mir Brechreiz.

    /rant

  2. #2 von Deus Ex Machina am 16. Februar 2017 - 19:59

    DAS wäre mal ein Betätigungsfeld für einen Bundespräsidenten, dort die Aufklärung konsequent einzufordern.

  3. #3 von user unknown am 16. Februar 2017 - 21:54

    @Yeti:
    Also wenn die australische Kirche für 4000 Missbrauchsopfer 1 MIo. zahlt, dann ist das pro Nase 250 Dollar. Bei 10 Millionen folglich 2.500 Dollar und erst die Hälfte der 5000 Euro, die in Deutschland angeblich gezahlt werden.

    Oder liest Du das so, dass die Pro Opfer Millionen Dollar zahlen?

  4. #4 von paul0f am 17. Februar 2017 - 09:04

    Und die Dunkelziffer liegt vermutlich deutlich höher.<

    Und diese Verbrechen sind auch nicht erst seit 30 Jahren Gang und Gebe bei diesen Kirchenmännern.
    Ich schätze, das hat eine sehr lange Tradition. 😦

  5. #5 von Yeti am 17. Februar 2017 - 10:46

    @uu: Die Zahlen sind aus dem Artikel. Es war nicht 1 Million, es waren Millionen. Und zwar

    mehr als 190 Millionen €

  6. #6 von user unknown am 17. Februar 2017 - 11:04

    @Yeti:
    Ich bitte um Vergebung und nehme alles zurück.

    Kritik geht dann an n-tv, die vielleicht glauben, sie dürften nur in glatten 3er-Gruppen von 10er-Potenzen runden, also Tausend, Milionen, Millarden, …

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