Pakistan: Gericht verbietet Valentinsfeiern

Ein Privatmann hatte die Klage eingereicht. Der Valentinstag am morgigen Dienstag sei gegen die pakistanische Kultur und Religion, sagte Abdul Waheed.

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[http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/pakistan-gericht-verbietet-valentinsfeiern-a-1134304.html#ref=rss

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  1. #1 von omnibus56 am 13. Februar 2017 - 19:03

    Auch wenn ich keinen Vertrag mit dem Valentinstag habe (meine Frau auch nicht), verbieten von Feiern, wenn jemand das gerne feiern möchte, geht mir auch gegen den Strich…

  2. #2 von Rene am 13. Februar 2017 - 19:23

    Bevor jemand den Kopf schüttelt, wir haben in Bayern 9 (!) Stille Tage. Taliban, Katholiban, alles der selbe Rotz.

  3. #3 von Deus Ex Machina am 13. Februar 2017 - 21:01

    Religion vergiftet alles.

  4. #4 von Hinterfragerin am 13. Februar 2017 - 21:01

    @ Rene

    Das ist doch absurd. Ja, wir haben in der BRD und besonders in Bayern keinen wirklich religiös neutralen Staat, ja, es bleibt noch viel zu tun. Und ja, das Grundproblem, dass hier Religiöse allen Menschen vorschreiben wollen, wie sie sich verhalten sollen, und der Staat macht mit, ist dasselbe.

    Ansonsten ist diese Gleichsetzung wenig hilfreich.

    In Pakistan sind Menschen mit dem Tode bedroht, denen Blasphemie vorgeworfen wird. Menschen, die dagegen waren – und sei es nur, weil diese Gesetze so oft mißbraucht werden, um Rechnungen zu begleichen, wurden ermordet. Die Talibangruppen dort und andere Radikale ermorden Christen, liberale Muslime und Hindus. Sie überfallen Schulen, schießen Kinder in den Kopf und sprengen sich auf Jahrmärkten in die Luft. Sie ermorden Impfhelfer. Wenn diese Leute ein Fest als „unislamisch“ betrachten, kann es durchaus mal tödlich enden, wenn man es dennoch feiert..und selbst die, die entsprechende Blumengebinde verkaufen, bringen sich ganz real in Gefahr. Und der Staat kommt den Hardlinern noch entgegen.

    In Deutschland erwartet den, der gegen die Feiertagsgesetze verstösst, höchstens ein Bußgeld. Und Hardcore-Katholiken, die einen bei Nichtbeachtung ermorden, sind doch eher selten.

    Das ist nicht „der selbe Rotz“, dass ist der Unterschied zwischen einem leichten Schnupfen und SARS im Endstadium.

  5. #5 von Friedensgrenze am 13. Februar 2017 - 21:09

    Das ist ein offener Angriff auf freien Handel und die Dokumentation der Abkehr von den Menschenrechten als Pakistanischer demokratischer Staat. Den Valentinstag als Feiertag zu bezeichnen weil da Reklame gemacht und Ballons aufgehängt werden die ein nicht muslimisches Bild in der Öffentlichkeit präge ist Absurd und gegen ein nicht christliches Event gerichtet.

    Es beschreibt das Verlassen einer gemeinsamen Basis der Toleranzgrenzen hin zu einer nicht akzeptablen muslimischer Rechtsdominanz und dem Herrschaftsanspruch der dominanten Religion. Jedem Individuum ist die Reglung aufzuerlegen und individuelles Handeln und Denken im Land an die Religion anzupassen. Ich hoffe es ist den Menschen auf lange Zeit möglich ihre Feiern unbehelligt zu begehen

    Mir wird schon ein wenig mulmig wenn ich bedenke, daß wir uns hier für ein Recht an Karfreitag zu tanzen einsetzen und damit ein Zeichen auf Zurückweisung der hier dominanten Religion zu setzen versuchen und gleichzeitig in Pakistan der private und auch der öffentliche Raum zu 100 % unterworfen werden soll. Formal ist das hier ja bereits geschehen und nur an Karfreitag wird so scharf auf Trauer bestanden. Ich erkenne aber aktuelle Bestrebungen, zum Beispiel im medizinischen Bereich, religiös begründete Bevormundung durchzusetzen. Es sind also unterschiedliche Ansatzpunkte die gewählt werden um individuelle Handlungsfreiheit einzuengen.

    In Sachsen wurde der Buß und Bettag bei Finanzierung durch die Arbeitnehmer beibehalten, Hier war der Kirche der Erhalt des Feiertages wichtiger als finanzielle Vorteile der Arbeitnehmer. Das diente wohl eher der Angleichung der Anzahl der Feiertage unter den Bundesländern. Natürlich in Sachsen vollzogen zugunsten der Kirchen und nicht der überwiegend religionsfreien Bevölkerung die vielleicht lieber einen Tag der Menschenrechte gefeiert hätte als zu büßen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Buß-_und_Bettag

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  6. #6 von Hinterfragerin am 13. Februar 2017 - 22:16

    @ Friedensgrenze

    Der Wahrheit die Ehre gebend muss man sagen, dass Pakistan nun noch nie ein besonders liberaler und wirklich demokratischer Staat war. Und die Religionsfreiheit von Nichtmuslimen war schon immer bedroht. Aber es gab – und gibt immer noch – eine liberal denkende Minderheit. Die Frage ist, wie lange noch.

    Ebenfalls der Wahrheit die Ehre gebend muss man sagen, dass der Westen, insbesondere die USA, die entsprechende Entwicklung leider sehr lange aus anti-kommunistischen Erwägungen heraus gefördert hat.

  7. #7 von omnibus56 am 13. Februar 2017 - 23:14

    @rene#2
    Es geht hier nicht um Deutschland oder Bayern oder welches Bundesland auch immer. Es geht um Pakistan. Und natürlich sind stille Feiertage Blödsinn und eines säkularen Staates unwürdig. Aber das ist, wie gesagt, nicht Thema. Das Verbot der Valentinstag-Feiern ist auch für sich genommen Bullshit genug.

  8. #8 von Rene am 13. Februar 2017 - 23:34

    @Hinterfragerin. Ich sprach nicht von den möglichen Folgen, sondern meinte den reaktionären Geist, der diese Dunkelmänner antreibt. Natürlich müssen wir heute nicht (mehr) mit dem Scheiterhaufen rechnen, wenn wir am Karfreitag Party machen. Aber das ist sicher nicht der Verdienst der RKK. Es ist unser zivilisiertes Gemeinwesen, das die Bande halbwegs im Griff hat. Und ja, ich nenne diesen Parasiten Rotz, jedenfalls wenn ich gerade gut gelaunt bin.