USA: Große Mehrheit lehnt „Lizenz zum Diskriminieren“ ab

Die von vielen konservativen Politikern geforderte Erlaubnis für religiöse Menschen, sexuelle Minderheiten zu diskriminieren, findet weder bei Katholiken noch bei Juden oder Muslimen eine Mehrheit.

[http://www.queer.de/detail.php?article_id=28179

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  1. #1 von Unechter Pole am 7. Februar 2017 - 22:51

    Diskriminieren sexueller Minderheiten steht einfach nicht im Einklang mit ihrer Religion. Diese schreibt keine Diskrimierung, sondern Steinigung vor.

  2. #2 von paul0f am 7. Februar 2017 - 23:20

    Der Supreme Court der USA hatte im Juni 2015 die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben im ganzen Land angeordnet. Die Entscheidung fiel mit fünf gegen vier Richterstimmen äußerst knapp aus (queer.de berichtete). <

    Wenn Trump den Supreme Court nach seinen Vorstellungen umgebaut hat, wird die nächse Entrscheidung diesbezüglich deutlicher ausfallen – vermutlich aber nicht zum Gefallen der sex. Minderheiten.

  3. #3 von user unknown am 8. Februar 2017 - 01:18

    In diesem Zusammenhang m.E. sehenswert, dieses Video von Dave Rubin.

    Ich muss aber gestehen da keine einfache Schwarz-Weiß-Lösung in der Tasche zu haben. Ein selbständiger Konditor, der einem Schwulenpaar keine Hochzeitstorte fabrizieren will, steht noch auf der einen, einfachen Seite: Als dem Privatrecht (HGB) unterworfener genießt er Vertragsfreiheit und darf sich seine Kunden aussuchen und ist niemandem Rechenschaft schuldig. Wenn er öffentlich macht, dass er gegen die Ehe für Alle ist, und deswegen für Homosexuelle nicht arbeiten will, muss er sich auch auf öffentliche Kritik und evtl. Boykottaufrufe einstellen, aber es ist, m.E. (IANAL) sein Recht.

    Auf der anderen, einfachen Seite steht der Standesbeamte. Als Vetreter des Staates ist er an die Grundrechte, die Diskriminierungsverbote formulieren, gebunden. Er hat seine persönliche Meinung zurückzustellen und strikt gesetzeskonform zu handeln. Wenn ihm sein Gewissen so wichtig ist, dann bleibt ihm nur aus religiöser Überzeugung auf Ämter zu verzichten, die von ihm verlangen gegen sein Gewissen zu handeln.

    Schwierig sind aber Fälle wie der des leitenden Arztes einer medizinischen Klinik, den wir erst in den letzten 1-2 Tagen hier hatten. Eine Klinik ist keine Behörde, daher fällt er eher in die Kategorie 1, privatrechtlicher Verhältnisse. Andererseits werden die Kosten von einer Gemeinschaftskasse bezahlt, der Staat hängt da über gesetztliche Kassen mit drin. Für Betroffene kann es schwer sein, in der Region eine andere Klinik zu finden und wer sagt, dass es da anders ist? Woran erkennt man als Patient, dass die Klinik mir Leistungen vorenthält? Und wieso kann er sein persönliches Glaubensbekenntnis zur Richtschnur für andere, ihm Untergebene machen?
    Mir fehlen aber die Einsichten in Klinikabläufe. Ist ein Stationsarzt oder leitender Arzt bei Komplikationen eventuell haftbar? Ist die Klinik immer so besetzt, dass so viele Ärzte zur Verfügung stehen, dass ein anderer die Funktion übernehmen kann, die er nicht übernehmen will? Da wird es schwierig. Muss etwa jede Klinik so groß sein, dass sie für jede Schicht 2 Ärzte aufbieten kann, wenn einer religiös eingeschränkt ist? Dann kann ja ein Arzt während er Arzt ist plötzlich Besuch vom Erzengel Gabriel bekommen, und zum Christentum konvertieren. Kann er dann entlassen werden, weil für 3 Ärzte zu wenig Arbeit ist, der 2. aber auch schon an den religiösen Einschränkungen leidet?

    Was ist mit moslemischen Ärzten, die auf Einstellung klagen, weil sie fachlich die besten sind, aber sich dann weigern wollen als Männer Frauen oder als Frauen Männer zu behandeln?

    Die momentane Rechtslage ist aber auch m.W. so, dass Schwangerschaftsabbrüche nach dt. Recht weiter illegal sind, aber sie werden nicht strafrechtlich verfolgt. Daher kann sich vielleicht jeder Arzt, der will, darauf berufen, dass Abtreibungen wider die guten Sitten sind. Als weitere Spitzfindigkeit kommt hinzu, dass es strittig sein könnte, ob die Pille danach als Abtreigung zu werten ist oder nicht. Für die katholische Medizin ist sie das wohl – was Juristen sagen und was die Wissenschaft sagt ist aber womöglich etwas anderes, ich meine, dass da ein Disput besteht. Die befruchtete Eizelle muss sich erst einnisten oder sowas – da bin ich nicht sattelfest.

  4. #4 von awmrkl am 10. Februar 2017 - 19:22

    „katholische Medizin“ – wassn das?