Beschneidung – kleiner Eingriff, große Fragen

Vielen deutsch-türkischen Paaren geht es wie Katrin und Mesut. Sie müssen sich entscheiden: Soll unser Sohn beschnitten werden?

[http://www.sueddeutsche.de/leben/muslimische-soehne-beschneidung-kleiner-eingriff-grosse-fragen-1.3360303

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  1. #1 von oheinfussel am 4. Februar 2017 - 23:00

    Wie wäre es stattdessen mit:

    Will unser Sohn das von sich aus, freiwillig, ohne jede Art von Zwang?

    Ich glaube ja eher nicht …

  2. #2 von drawingwarrior am 4. Februar 2017 - 23:03

    Falsche Annahme und eingeschränke Optionen, dass führt zu nichts Gutem.
    Die Eltern müssen garnichts entscheiden.
    Der Piphahn von klein Mohammet fällt nicht ab, wenn die Vorhaut dranbleibt und hier von einem kleine Eingriff zu sprechen ist zynisch.
    Wenn der Junge sich selber entscheidet die Beschneidung durchführen zu lassen, dann ist das völlig in Ordnung, aber niemand sollte über das Abtrennen eines Körperteils eines Anderen bestimmen.

  3. #3 von Willie am 5. Februar 2017 - 00:50

    Das Beste aus beiden Kulturen wollen sie ihrem Sohn mitgeben, doch eine Frage löst fast schon Verzweiflung aus: ob der Junge beschnitten werden soll.

    Da gibt es nichts zu entscheiden, lasst den Jungen in Ruhe. Wenn dieser Allah dort Vorhäute braucht, dann stimmt etwas nicht mit diesem Glauben. Ein transzendaler Gott will verfaulenen Jungenvorhäute? Denkt doch mal nach! Das Beste soll Verstümmelung sein?

    … für Mesut ist es ein Teil seiner kulturellen Identität.

    Wo wir ja alle wissen, dass musl. Männer überall ihre Schwänze zwecks kulturellem Herkunftsnachweis vorzeigen.

  4. #4 von user unknown am 5. Februar 2017 - 02:18

    Weil man unrein sei und unhygienisch.

    Das sei nicht religiös, sondern kulturell so. Dann die Augenlider doch gleich mit amputieren, darunter sammelt sich auch der Dreck.

    Das hat auch mit Wüsten und Jahrtausenden nichts zu tun. Es geht um die unumekehrbare Markierung als zur eigenen Sippe zugehörig und die gewalttätige Demonstration der Sippe über das Individuum, wer hier was zu sagen hat. Kleine Hilfestellung: Das Individuum ist es nicht.

    Und um Sexualitätsvergällung, was sich dann statistisch auch in geringeren HIV-Zahlen niderschlagen kann ohne ein Hinweis auf hygienische Erfolge sein zu müssen. Wenn man als Beschnittener seltener Verkehr hat, dann ist das Ansteckungsrisiko natürlich auch geringer.

  5. #5 von Friedensgrenze am 5. Februar 2017 - 02:58

    Die Zahl war mir neu, daß die Bundesregierung mit ihrem Verstümmelungsgesetz 46000 mal pro Jahr dem Unrecht einen legitimen Anstrich gibt.

    Religiös begründete Gesetze sind halt scheiße.

  6. #6 von Hypathia am 5. Februar 2017 - 11:10

    … für Mesut ist es ein Teil SEINER kulturellen Identität.

    Und deshalb muss es auch für das Kind so sein?!

  7. #7 von Rene am 5. Februar 2017 - 11:52

    Würde ich mit einem Skalpell an einem Kinderpimmel schnibbeln, käme ich zurecht ins Gefängnis und anschließend in Sicherheitsverwahrung.

  8. #8 von user unknown am 5. Februar 2017 - 13:48

    @Friedensgrenze:

    Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung wurden im Jahr 2015 rund 46 000 Beschneidungen bei Jungen unter 16 Jahren vorgenommen. Das sind die medizinisch notwendigen Fälle, denn nur dann zahlt die Krankenkasse die Operation.

    Das sind offenbar nicht religiös motivierte Beschneidungen.

    Allerdings kam in der ausführlichen Diskussion damals, als die Diskussion hochkochte, ein Mediziner zu Wort, der meinte, dass die Ärzte oft leichtfertig zur Operation bei Phimosen greifen, obwohl sich diese oft auswächst oder mit sanfteren Methoden geheilt werden könnte.

    Die Beschneidung war wohl mal State-Of-The-Art und Weiterbildung bei Ärzten ist vielleicht Glückssache. Ich habe da aber keine Einblicke sondern gebe nur Aufgeschnapptes wieder. Falls das die Quelle glaubwürdiger macht: Der Mediziner sprach, wenn ich mich recht erinnere, auf einer atheistischen Veranstaltung. Ich habe damals auch dazu gebloggt und einen Link gesetzt, würde es aber nur bei dringendem Bedarf raussuchen wollen.

  9. #9 von Friedensgrenze am 5. Februar 2017 - 14:17

    zu user unknown

    „Das sind offenbar nicht religiös motivierte Beschneidungen.“

    Ja, Du hast recht das stand da. Von daher ist meine Zahl nicht richtig. Aber bitte was hat in einem Artikel zu einer Deutsch-Türkischen Jungen überhaupt die Phimose zu suchen? Eine medizinische Indikation ist Keine aufgrund einer Tradition. Und der Verweis auf die Kostenübernahme legt ja nahe, daß ein erheblicher Teil der rituellen Verstümmlung einfach der medizinischen Begründung zugeordnet wird.

    Gibt es denn Zahlen zu definitiv religiöser Verstümmlung?

    Da christliche Jungs wahrscheinlich genau so krank wie Muslimische oder Jüdische mit traditionsbewussten Eltern sind, lässt sich das sicher abschätzen.

    Mir geht es um die Größenordnung. Es sind Zehntausende Verstümmelungen die nicht nötig wären vermute ich.

  10. #10 von user unknown am 5. Februar 2017 - 15:21

    Dann muss ich den Vortrag doch noch mal suchen gehen?

    Aus der Erinnerung – ich war selbst überrascht – waren die Schätzungen zu religiös motivierten Beschneidungen nur 20% oder noch weniger, ich meine noch weniger.

    Man könnte auch grob abzuschätzen versuchen: Ca. 4 Mio. Moslems in Deutschland, was ca. 2 Mio. Frauen, ergo mögliche Mütter ergibt. Bei 2 Kindern pro Frau und davon ein Junge sind das 2 Mio. Jungs. Auf 80 Lebensjahre verteilt macht das 25.000 Jungs pro Jahrgang – manches sehr, sehr grob geschätzt, wg. der Altersverteilung in der Ein- und Zuwanderergruppe. Aber die Größenordnung (10-50k) sollte etwa hinkommen.

    Bei der Frage der Kostenübernahme bin ich skeptisch. Die Beschneidung ist ja für die Famlie ein wichtiges Fest, wo der Junge eine goldene Pappkrone und ein weißes Prinzenkostüm bekommt. Die Familie läd alle Verwandten und Freunde ein, und es wird geschmaust. Da rennt man ja für den Schnitt nicht zwischendurch zum Arzt, geschweige in ein Krankenhaus.

    Also muss der Beschneider vorbeikommen. Er muss ja wohl auch den Ritus kennen – da werden sicher auch Sprüche aufgesagt usw. In Frage kommen da eigentlich nur moslemische Kinderärzte, die dahinter stehen und sich mit der Tradition identifizieren. Ich spekuliere da aber nur.

    Ah, mein Beitrag gefunden. Ich verlinke nicht direkt das Video, weil ich im Text auf noch auf einen erhellenden Kommentar verlinke.

  11. #11 von Friedensgrenze am 6. Februar 2017 - 07:12

    Eigentlich finde ich es schlimm, daß wir hier über Zahlen sprechen. Welche Anzahl wäre denn OK?

    Ich finde hier muß man zwischen Unfall und Planung unterscheiden. Unfälle und Krankheiten können passieren. Hier aber werden Menschenrechtsverletzungen per Gesetz als Regelfall geplant. Ich halte das nach wie vor für Unverantwortlich. Politiker haben meines Erachtens nach gar nicht das Recht ein derartiges Gesetz zu beschließen. Wie konnte unser Bundespräsident so was unterzeichnen und damit in Kraft setzen? Soll der nicht Schaden vom Deutschen Volk also auch von Kindern abwenden?

    „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde.“

    Gerechtigkeit wurde vom Richter gesprochen. Das passte Religionen nicht, und dann wurde das Gesetz Ruck Zuck geändert. Schaden wurde gemehrt. X-fach. Lebenslang unkorrigierbar. Anhaltend. Deutschlandweit.

    Hier wurde nicht der Nutzen des Volkes in Form von unversehrten Körpern, sondern die Hoheit von Religionsgemeinschaften über die Körper Einzelner gemehrt.

    Diese Hoheit steht Religionen gar nicht zu. Auch nicht bei hilfsbedürftigen Alten wenns ums eigene ableben geht, nicht bei schwangeren Frauen, nicht in Arbeitsverträgen und nicht in Bildungseinrichtungen.

    Religionsfreiheit ist zugesichert, Staatsreligionen sind sinngemäß hier verboten auch wenn im GG nur von „Staatskirche“ die Rede ist.

    Alle, alle, alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.

    (1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

    (2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

    (3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

    (4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.