Ein unerwarteter Verbündeter des Lebensschutzes: Christopher Hitchens

Erkenntnisse der Embryologie und die Lebensfähigkeit Frühgeborener würden zeigen, dass es sich bei Ungeborenen um Kinder handle. Er lehne Abtreibung daher ab, sagte Hitchens.

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[http://www.kath.net/news/58372

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  1. #1 von Deus Ex Machina am 3. Februar 2017 - 09:57

    Jetzt greifen sie aber nach jedem Strohhalm und graben selbst ihre Feinde aus. UNd hoffentlich doch nur metaphorisch, die Kirche hat damit ja auch schon so ihre Erfahrungen. Wohl nur CHristen sehen einen lange Verstorbenen offenbar noch als „Verbündeten“ an?

    „Lebensfähigkeit Frühgeborener “

    –> Wie früh ist hier „früh“? Ein Embryo für sich ist schon mal nicht lebensfähig, Und beim Fötus kommt es halt sehr auf die Dauer der Schwangerschaft an. Ein Cousin von mir ist ein Frühchen und hatte sein erstes Jahrzehnt einen Marathon aus Operationen und Therapien, weil er so viele Probleme mit Muskeln und Augen hatte. Und er ist als spätes Frühchen noch glimpflich davongekommen. Nebenbei ist sein älterer Bruder darüber ziemlich vernachlässigt worden.

    „Er lehne Abtreibung daher ab, sagte Hitchens.“

    –> Wie kann man so eine Ausage posten und sie dann weiter unten negieren? Nein, Hitchens hat Abtreibung offenbar nicht abgelehnt, aber beschränkt, wie die meisten das hier ja wohl auch sehen.

  2. #2 von deradmiral am 3. Februar 2017 - 11:48

    Leichenfledderei ist kein Lebensschutz.

  3. #3 von manglaubtesnicht am 3. Februar 2017 - 14:37

    Wusstet ihr schon: Ausserdem hat sich Hitchens – Chris, wie wir ihn nannten – auf dem Sterbebett zum Christentum bekehrt!!! Echt jetzt!!!!!111

  4. #4 von Skydaddy am 3. Februar 2017 - 15:57

    Hitchens hatte gesagt, eine Religion, deren Gott die Ermordung von Kindern im Mutterleib (d.h. offenbar die Abschlachtung Schwangerer, wie beim gottbefohlenen Genozid an den Kanaanitern), sei nicht in der Position, moralische Kommentare zu bringen.

  5. #5 von Hinterfragerin am 3. Februar 2017 - 22:08

    Hitchens vertritt hier eine Haltung, die meiner sehr ähnelt. Im Unterschied zu den Religiösen kann man als „Materialist“ aber fragen, ab welchem Punkt man es mit einem „ungeborenen Kind“ zu tun hat, man kann also, basierend auf wissenschaftlich untermauerbaren Fakten, Argumente für und wider Abtreibungen abwägen. In der 27. SSW ist es keine Frage mehr, dass man es mit einem (überlebensfähigen) Kind zu tun hat, in der 6. SSW schon. Denn die Dichotomie, die am Ende des Videos aufgemacht wird – entweder es handelt sich nicht um einen Menschen, dann braucht es keine Begründung um Abtreibungen zu erlauben, oder es handelt sich um Menschen, dann kann es keine Begründung geben – ist eine falsche Dichotomie.

    Die Frage ist doch: Was macht einen „Menschen“ aus, auf welcher Basis erkennen wir menschliches Leben als besonders schützenswert an? Hier wird einerseits unhinterfragt unterstellt, dass nicht-menschliches Leben problemlos zerstört werden darf (was zu begründen wäre – insbesondere wenn man an die Leidensfähigkeit und das teilweise vorhandene Selbst-Bewusstsein anderer Lebewesen denkt, warum sollte ein Zellhaufen mit menschlichen Genen schützenswerter sein als ein Menschenaffe mit Selbst-Bewusstsein und Leidensfähigkeit?). Andererseits, dass menschliches Leben unter keinen Umständen zerstört werden darf (auch das ist durchaus hinterfragbar, denn in anderen Fällen, in denen Güter abgewogen werden müssen, etwa Notwehr oder Einsatz tödlicher Polizeigewalt um Gefahren abzuwenden, aber auch im Falle des „Tyrannenmordes“, kann man durchaus Gründe dafür finden, warum also nicht auch hier zwischen den Auswirkungen auf das mütterliche Leben und den Auswirkungen auf das sich entwickelnde Leben abwägen?). Zum dritten wird eine Klarheit (Mensch/Nicht-Mensch) suggeriert, die ebenfalls hinterfragt werden kann – genetisch handelt es sich um Menschen, aber in frühen Entwicklungsstadien fehlen doch fast alle Merkmale, an denen wir üblicherweise das Menschsein (oder den moralischen Status) festmachen: Leidensfähigkeit, (Selbst-) Bewusstsein,,,

    Nur weil jemand eine differenzierte Haltung zur Abtreibungsfrage hat, steht er nicht gleich hinter der Haltung jener Leute, die schon eine befruchtete Eizelle als schützenswertes menschliches Leben ansehen, geschweige denn als ebenso schützenswert wie die Mutter…

  6. #6 von klauswerner am 6. Februar 2017 - 16:33

    @Skydaddy: „deren Gott die Ermordung von Kindern im Mutterleib“ da fehlt noch was im Satz – ich könnte mir das so vorstellen, das es eine Anspielung darauf ist das Gott selbst ja für 50% der Abgänge verantwortlich ist. Soviel Embryonen/Föten/Babys gehen durch Fehlgeburten drauf – egal wann sie nun mal wieviel leidensfähig sind.
    Und die Kirche hatte bis Mitte des 19 Jhd. keine Probleem mit der Fristenlösung. Weil sie glaubte die „geistige Belebung“ setze erst später ein.
    Und nun wusste man plötzlich mehr über die Entstehung des Lebens, einer der Theologen kam drauf, das man doch nicht 3 Monate lange mit dem Fest Mariens einen unbelebten Zellhaufen feiern könnte, und so wurde, hin zur offiziellen Festlegung dieses Feiertages ganz schnell mal die Fristenlegen geschmiossen und Leben als „Leben von Anfang an“ definiert.

    „Die Unterscheidung zwischen dem unbeseelten und dem beseelten Fetus wurde von Papst Pius IX. 1869 in der Bulle Apostolicae Sedis aufgehoben. Seitdem spricht das Kirchenrecht nur noch vom Fetus; in der deutschen Fassung wird fetus mit „Kind“ übertragen (Canon 871 CIC 1983.) Das Kind empfange seine Seele bereits zum Zeitpunkt der Zeugung (Simultanbeseelung). Bei dieser Änderung spielte das 1854 vom selben Papst erklärte Dogma der Unbefleckten Empfängnis Mariens eine Rolle. Pius IX. stützte sich auf den Leibarzt des Papstes Innozenz X., Paul Zacchias, der schon 1661 sagte, die vernunftbegabte Seele (anima rationalis) werde dem Menschen im Augenblick der Empfängnis eingegossen, denn sonst würde ja das Fest der Unbefleckten Empfängnis Mariens eine vernunftlose Materie feiern, was jedoch der allerseligsten Jungfrau „unangemessen“ sei.“

    quelle: wikipedia