„Gott ist kein Lückenbüßer“

Michael Landau studierte Biochemie, ließ sich mit 20 taufen und trat schließlich ins Priesterseminar ein. Als Caritas-Präsident mahnt er unbeirrt in sozialen Fragen die Verantwortung der Politik und der Gesellschaft ein. Über Glaubenszweifel, eine verbeulte Kirche und »die schönste Aufgabe, die man haben kann«, erzählt er im Report-Interview.

(…)

Gott ist kein Lückenbüßer für Fragen, die wir noch nicht beantworten können. Zum Glauben gehört für mich auch, für nichts und niemand in dieser Welt das Knie zu beugen, sondern den eigenen Weg zu gehen, zu dem Gott uns ruft.

Report: Hatten Sie nie Zweifel?

Landau:
Natürlich gibt es immer wieder Phasen, in denen sich jeder Mensch mit dem Glauben schwer tut. Nach dem Tod meiner Mutter konnte ich eine ganze Weile nicht das Vaterunser beten. »Dein Wille geschehe« heißt es da – und selbstverständlich wollte ich nicht, dass meine Mutter stirbt. Das fand ich hochgradig unfair. Natürlich beschäftigt die Frage nach dem Leid in der Welt Christen häufig. Ich habe darauf selbst keine Antwort. Aber wenn gefragt wird »Wo war Gott?«, muss man auch anmerken: »Und wo war der Mensch?« Darin steckt der Anspruch, selbst einen Beitrag zu leisten, um die Not zu lindern.

weiterlesen:

[http://www.report.at/home/aufmacher/item/90292-gott-ist-kein-lueckenbuesser

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  1. #1 von Rene am 31. Januar 2017 - 10:21

    Doch, Lückenbüßer! Und welche Antworten? Auf welche Fragen? Warme Luft, der nächste Bitte.

  2. #2 von Elvenpath am 31. Januar 2017 - 10:28

    Es ist viel einfach und tröstlicher, wenn man sich diese ganzen absurden Fragen nicht stellen muss.
    Shit happens. Fertig. Unfälle und Unglücke passieren mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit.
    Und ja: Es hängt nur vom Menschen ab, ob Kinder in Afrika verhungern.

  3. #3 von paul0f am 31. Januar 2017 - 10:38

    Götter waren, sind und werden immer Lückenbüßer bleiben. Früher war er im Himmel, heute wird er hinter den Urknall gedrängt und irgendwann wird selbst diese Bastion fallen.

  4. #4 von Deus Ex Machina am 31. Januar 2017 - 10:48

    „Gott ist kein Lückenbüßer“

    –> Sehr richtig! Er ist ein Hirngespinst, das Beiprodukt eines gestörten Geistes, das dann aber wiederum gerne von den Irren als Lückenbüßer vorgeschoben wird.

  5. #5 von Elvenpath am 31. Januar 2017 - 11:03

    Die Religioten lavieren doch die ganze Zeit zwischen „freiem Willen“, „Gottes Wege sind unergründlich“ und „dieses Ereignis ist ganz sicher geschehen, weil gegen diese oder jene Gottesregel verstoßen wurde“. Immer gerade so, wie sie es brauchen.

  6. #6 von stephancologne am 31. Januar 2017 - 11:04

    Wo der Mensch war?
    Anwesend.
    Im Gegensatz zu Gott.

  7. #7 von dezer.de am 31. Januar 2017 - 11:34

    „…sondern den eigenen Weg zu gehen, zu dem Gott uns ruft.“ Wie mich diese hohlen Phrasen langsam nerven.

    »Und wo war der Mensch?« Nope, keine Antwort aufs Theodizee. Wird auch nie ne Antwort werden. Kapiert das endlich! Das ist KEIN Argument.

  8. #8 von Noch ein Fragender am 31. Januar 2017 - 14:23

    Wir können die Welt verändern und sie schöner, heller, fröhlicher und menschenfreundlicher gestalten. Dabei kommt es auf jede und jeden von uns an. Das ist wahrscheinlich die schönste Aufgabe, die man in der Kirche haben kann.

    Nicht nur in der Kirche, sondern überall.

  9. #9 von Willie am 1. Februar 2017 - 00:58

    Eigentlich begann ich das Theologie-Studium mit dem Vorurteil des Naturwissenschafters, dass Theologie keine Wissenschaft, sondern vermutlich ungeheuer langweilig ist.

    Theologie ist keine Wissenschaft! Punkt! Dass heißt aber nicht, dass sie ungeheuer langweilig sein müsste.

    Und mein Vater sagte: »Du hast doch schon etwas Anständiges gelernt!«

    Der Herr Theologe möchte damit bestimmt was anderes andeuten, etwas dass viele Theologie nicht als „etwas Anständiges“ ansehen. Was ich unterschreibe, da es höchst unanständig ist, jemandem etwas nicht vorhandenes zu verkaufen. Auch hier ein „das heißt“ aber nicht, dass dies damit gesagt wird, da eben das Wörtchen „schon“, also bereits, voangestellt wurde.

    Naturwissenschaften und Glauben passen sehr gut zusammen. Gott hat uns den Verstand gegeben, damit wir ihn benützen.

    Eben, und daraus folgert, dass der der den Verstand bemúht klar ekennt, dass der Bibelgott, nicht nur widersprüchlich, sonder auch kein „liebender Gott“ sein kann.

    Während sich die Naturwissenschaften eher mit dem »Wie« beschäftigen, geht es beim Glauben eher um das »Woher« und »Wohin« unseres Lebens.

    Die Theologie mag sich damit beschäftigen, aber sie hat keine Antworten nach gut 2000 Jahren dafür gefunden.

    Zum Glauben gehört für mich auch, für nichts und niemand in dieser Welt das Knie zu beugen, sondern den eigenen Weg zu gehen, zu dem Gott uns ruft.

    Ist Nächsten- und Feindesliebe nicht ein „Knie beugen“ vor den Feinden und Benachteiligten?

    Nach dem Tod meiner Mutter konnte ich eine ganze Weile nicht das Vaterunser beten.

    Och nö, wollte er nicht das seine Mama da in den Himmel kommt?

    Ich bin froh, dass Papst Franziskus einen anderen Weg einschlägt.

    😆

  10. #10 von Skydaddy am 1. Februar 2017 - 16:36

    Von den Juden forderte Gott noch, dass sie ihre Vorhaut opferten, bei den Christen ist es der Verstand.