„Der Papst protegiert Vertuscher“

Er enthüllte Finanzskandale im Vatikan und stand dafür vor einem Kirchengericht. In seinem neuen Buch beschreibt Emiliano Fittipaldi, wie Kindesmissbrauch in höchsten Kirchenkreisen vertuscht wird.

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SPIEGEL ONLINE: Was ist geblieben von dem Versprechen des Papstes, bei Kindesmissbrauch null Toleranz walten zu lassen?

Emiliano Fittipaldi: Sehr wenig. Die Zahl der in Rom gemeldeten Missbrauchsfälle ist meinen Recherchen zufolge in den ersten drei Amtsjahren des Papstes auf 1200 gestiegen. Das sind fast doppelt so viele Sexualstraftaten wie in den Jahren 2005 bis 2009. Von 587 Fällen, die 2014 bei der Glaubenskongregation angezeigt wurden, betrafen mehr als 500 Kindesmissbrauch. Das Phänomen ist weiter virulent.

(…)

Die Fosters nahmen das Geld an (30.000 Entschädigung), bekamen später in einem Zivilprozess rund 533.000 Euro zugesprochen. Die Kirche hatte sich zuvor noch erfolgreich gegen solche Rechtsansprüche versichert und musste die Summe noch nicht einmal selbst berappen.

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Fittipaldi: Die Kirche zahlt nur, wenn es gar nicht anders geht.

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Fittipaldi: Die Angst vieler Geistlicher vor großen Skandalgeschichten in den Medien ist riesig. Sie glauben aus alter Gewohnheit, dass nur ein funktionierendes Schweigesystem die Kirche vor Enthüllungen schützen kann.

weiterlesen:

[http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/emiliano-fittipaldi-vatileaks-enthueller-ueber-kindesmissbrauch-in-katholischer-kirche-a-1130806.html

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  1. #1 von Noch ein Fragender am 23. Januar 2017 - 09:32

    Beim Verdacht auf Missbrauch zum Staatsanwalt gehen, nicht zum Bischof!

  2. #2 von oheinfussel am 23. Januar 2017 - 10:16

    Aber Hauptsache, sich bei der nächsten Gelegenheit als moralische Instanz aufpumpen. Und selber Missbraucher schützen, verstecken, Ermittlungen erschweren und unterdrücken und Opfer mundtot machen und letztlich verhöhnen.

    Wo sind die Lebensschützer hin?

  3. #3 von Hypathia am 23. Januar 2017 - 11:35

    @ fussel

    Katholischer Lebensschutz hat doch nichts mit Missbrauch zu tun!

    Von Missbrauchsopfern hat die Kirche doch nichts, außer eine schlechte Nachrede und noch mehr, die der Kirche den Rücken kehren.

    Katholischer Lebensschutz bedeutet Ungeborene zu schützen, weil die ja vielleicht später katholisch werden und damit den Verein stärken oder alte und kranke Menschen am Sterben hindern, damit man noch die Gelegenheit hat an ihr Erbe ran zu kommen.

  4. #4 von oheinfussel am 23. Januar 2017 - 12:46

    @Hypathia

    Das ist es ja – der wird bis in die Bäuche vom Frauen hinein regiert und um jede befruchtete Eizelle gekämpft, bis zum Tod der Mutter teilweise.

    Aber für missbrauchte Kinder machen die feinen Lebensschützer keinen Finger krumm , geschei

  5. #5 von oheinfussel am 23. Januar 2017 - 12:46

    Geschweige den das Maul auf
    Blöde Tastertur

  6. #6 von oheinfussel am 23. Januar 2017 - 12:47

    Ich reiche ein n für denn nach
    Menno

  7. #7 von Rene am 23. Januar 2017 - 17:37

    Das ist eine kräftige Aussage. Hier wird ein Staatsoberhaupt eines Verbrechens bezichtigt. Wenn das belegbar ist, wäre das ein Fall für Den Haag. Ob Franzl dann auch zurücktritt?

  8. #8 von Hypathia am 23. Januar 2017 - 18:44

    @ Rene

    Selbst wenn es bewiesen werden könnte, steht der Papst als Staatsoberhaupt nicht unter Immunität?

    Ich würde ja zu gern mal sehen, wie ein Papst wegen Vertuschung oder Begünstigung vor Gericht gestellt wird.

  9. #9 von Hal am 23. Januar 2017 - 22:38

    Es bedarf nur der Italiener den schlechten Mussolini-Witz von 1929, des Vatikans, zu beenden. Alternativ könnte man diesen lebensuntüchtigen Staat den Krieg erklären, selbst die „Nation“ der obdachlosen wäre dazu imstande.

  10. #10 von Michael am 24. Januar 2017 - 08:49

    Sie glauben aus alter Gewohnheit, dass nur ein funktionierendes Schweigesystem die Kirche vor Enthüllungen schützen kann.

    Ja, so ist das bei kriminellen Vereinigungen. Nebenan nennt man das übrigens Omertà.