Open Doors: 200 Millionen Christen werden weltweit verfolgt

Das Hilfswerk Open Doors korrigiert seine Schätzungen von weltweit verfolgten Christen von 100 auf 200 Millionen Menschen nach oben. Im Weltverfolgungsindex 2017 spielen dabei vor allem islamistische Gruppen, aber auch religiös motivierter Nationalismus eine Rolle.

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[http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2017/01/11/200-millionen-christen-weltweit-verfolgt/

 

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  1. #1 von Charlie am 11. Januar 2017 - 11:42

    Vor ein paar Jahren musste Open Doors die Zahl 200 Millionen halbieren, weil doch nicht alles Christenverfolgung war. Jetzt haben sie wieder ihre heilige Zahl, völlig egal wie sich das zusammenrechnet, Hauptsache die Mainstream-Medien verbreiten diese Fake News ungeprüft weiter.

  2. #2 von meteo am 11. Januar 2017 - 12:43

    Immer wieder höre ich, dass diese Christen „für ihren Glauben vervolgt“ seien. Obwohl fast alle heutzutage nicht für ihren Glauben, sondern wegen ihrer Abwesenheit von Glaube (an eine konkurrente Religion) verfolgt werden. Sie zahlen nicht „den Preis, dass sie Jesus folgen“, sondern dass sie an Mohammed nicht glauben. Genauso wie alle Andersgläubigen, die durch diese christliche Darstellung ausgeschlossen werden.

    Übrigens: es gibt einiges komisches über den Gründer von Open Doors, Brother Andrew. Irgendwann hat er einen evangelikalen Preis für Glaubensfreiheit erhalten. Er ist dafür bekannt, Bibeln illegal in den Ostblock mit seinem Auto gebracht zu haben (die Mitarbeiter vom Zoll hätten angeblich durch ein Wunder seine Bibeln nicht gesehen). Doch habe ich ab 2001 Zitate von ihm gelesen, die nicht wirklich in die Richtung der Glaubensfreiheit oder der weltanschaulichen Neutralität des Staats gehen. Siehe auf dieser Seite (auf französisch): [http://sentinellenehemie.free.fr/bio_frereandre.html . Man findet zum Beispiel auf dieser Seite:

    „…stark Stellung nehmen gegen die Dekadenz und den Liberalismus…“, „…wir werden die Kraft haben, um das Gesetz der Menschen zu brechen, und das Gesetz Gottes zu behalten“, „jedem menschlichen Gesetz steht ein wichtigeres Gesetz über: das Gottes“

    „Die amerikanische Regierung hat nicht die Gebete an öffentlichen Schulen aufgehoben, sondern ihr Lehrer habt das aufgegeben. Wenn alle christlichen Lehrer entschlossen hätten, trotzdem jeden Montag früh zu beten, hätte die Regierung niemals 100000 Lehrer verhaftet. Ihr habt aufgegeben, ohne gekämpft zu haben“.

    Oder den Bericht eines Pastors einer Kirche ohne Bibel aus Siberien, der von Gott gehört habe, er solle zum Roten Platz in Moskau fahren. Genau als er ankam, soll auch Bruder Andrew gerade mit seinem Auto voller Bibeln erschienen sein, die die Beamten am Zoll nicht gesehen hätten.

    In der Einführung (rechts vom Foto) steht, dass Brother Andrew bei einem Besuch in Polen im Jahre 1955 zu seiner Überraschung festgestellt habe, dass die Kommunisten dort die Bibel verboten hätten. Dann steht: „Keine Bibel durfte nun an irgendeiner Stelle hinter dem Eisener Vorhang verfügbar sein“. Dieser Satz wundert mich sehr, ausgehend dessen was ich anderenseits gehört habe. Allerdings waren nicht alle kommunistischen Länder gleich, und auch mit der Zeit hat sich die Politik verändert. Wo und wann war die Bibel verboten? War es in Polen Mitte der 50er tatsächlich der Fall? Und wie war das in der Sowjetunion?

  3. #3 von Deus Ex Machina am 11. Januar 2017 - 13:16

    Was haben sie denn diesmal wieder in ihre Voraussetzungen für den Verfolgtenstatus aufgenommen, um auf diese Zahl zu kommen?
    – jemand läuft über den Fuß eines Christen und sagt nicht Entschuldigung?
    – jemand, der besonders groß ist, setzt sich im Kino vor einen Christen?
    Open Doors tut sich selbst keinen Gefallen mit seinen schwammigen oder schlicht unwahren Definitionen von „Christenverfolgung“. Und darüber hinaus ist es eh Schwachsinn, wenn Leute, die an „Gottes Plan“ glauben, sich dann über diesen beschweren.

  4. #4 von uwe hauptschueler am 11. Januar 2017 - 13:36

    Es sind nur 200Mio. Christen, die meinen sie würden verfolgt, weil sie, im einen oder anderen Land, keine Schwulen mehr drangsalieren dürfen? Das erscheint mir zu wenig.

  5. #5 von Skydaddy am 11. Januar 2017 - 16:41

    Komisch … auf einer Website zur Methodik ihres Weltverfolgungsindex bringt Open Doors folgendes „Jesuszitat“:

    „Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich“ – Mt 5,10

    Da fragt man sich, warum die sich überhaupt beschweren. Bei NORMALEN Menschen wäre die Klage ja nachvollziehbar. Aber bei Leuten, die glauben, dass ihnen durch die Verfolgung das Himmelreich sicher ist?

  6. #6 von Skydaddy am 11. Januar 2017 - 16:53

    Verfolgung herrscht auch dann, wenn Christen aufgrund ihres Glaubens beispielsweise ihre Arbeit oder ihre Lebensgrundlage verlieren … . Auch wenn es Andersgläubigen gesetzlich oder zumindest gesellschaftlich nicht erlaubt ist, zum Christentum zu konvertieren und sich zum christlichen Glauben zu bekennen – wenn Gläubige also mit Konsequenzen für Familie, Besitz, Leib und Leben rechnen müssen, spricht Open Doors von Christenverfolgung.

    Betrachtet man auch den umgekehrten Fall, dass Menschen nicht aus den Kirchen austreten oder gesetzlich anerkannte Partnerschaften eingehen können, weil sie sonst ihren Job riskieren, sind katholische Einrichtungen hierzulande die schlimmsten Verfolger.

  7. #7 von Rene am 11. Januar 2017 - 17:26

    Ich glaube, ich habe das Geschäft verstanden. Ich generiere soundsoviele Opfer und ernenne mich dann zum Anwalt der Gefickten, tschuldigung, der Opfer. Da dies seit 1955 funktioniert, scheint auch Geld zu fließen.

    Daraus folgere ich 1. Ich bin nicht so gerissen wie diese Vögel, 2. Ich möchte es auch nicht sein.

  8. #8 von user unknown am 11. Januar 2017 - 18:20

    Die Botschaft der Islamisten lautete demnach, sich dem Islam zu unterwerfen, die Kopfsteuer zu zahlen, das Land zu verlassen oder getötet zu werden.

    Haha, bei uns gibt es auch viel Christenverfolgung. Sie verfolgen sich selbst mit ihrer Kirchensteuer.

    Bei so einer Organisation, die einmal im Jahr mit ihren Zahlen an dpa herantritt, bekommen die meisten Leser eh nicht mit, ob es jetzt 100 oder 200 Millionen sind, denke ich. Fakt ist, dass Christen verfolgt werden und ihren Glauben nicht (gleichberechtigt/gar nicht) ausüben dürfen.

    @meteo:

    Obwohl fast alle heutzutage nicht für ihren Glauben, sondern wegen ihrer Abwesenheit von Glaube (an eine konkurrente Religion) verfolgt werden.

    Das stimmt, aber manche differenzieren. Abrahamitische Religion => Strafsteuer. Atheist => Rübe runter.

    @Skydaddy:
    Betrachtet man auch den umgekehrten Fall, …, sind katholische Einrichtungen hierzulande die schlimmsten Verfolger.

    Heute sehr alttestamentarisch unterwegs? Auge für Auge … 😉

  9. #9 von Hal am 11. Januar 2017 - 19:10

    Christliche Opfermentalität! Leiden ist ein Geschenk gottes ihr Jesus-Jammerlappen, tragt es mit würde und verdammt noch mal in stille.

  10. #10 von Willie am 12. Januar 2017 - 02:31

    Lustig finde ich dabei ja immer dieses Nordkorea. Nicht weil es eine Diktatur ist (traurig genug), sondern weil diese Christen dort invasiv eingefallen sind und sich nun beklagen, dass man sie nun verfolgt.