Hatte Darwin doch nicht recht?

Auf einer denkwürdigen Tagung der Britischen Königlichen Gesellschaft stritten 200 Evolutionsbiologen aus aller Welt: Ist der Neodarwinismus inzwischen überholt? Ein Gastbeitrag von Siegfried Scherer (Biologe und Kreationist von Wort und Wissen)

weiterlesen:

[http://www.pro-medienmagazin.de/kultur/veranstaltungen/detailansicht/aktuell/hatte-darwin-doch-nicht-recht-98445/

  1. #1 von Deus Ex Machina am 26. November 2016 - 11:06

    „Das ist nicht deshalb skandalös, weil man eine mit benennbaren wissenschaftlichen Problemen belastete Hypothese in Schulen und Universitäten lehrte, denn alle Wissenschaft ist vorläufig und keine Theorie kann alles erklären. “

    –> Welche Theorie im Bereich der Biologie soll denn ALLES erklären? Die Grand Unifying Theory fällt dabei in den Bereich der Physik und ist sicherlich etwas außerhalb der Reichweite von Schülern.
    Und mit dieser „vorläufigen“ Wissenschaft sind wir irgendwie doch besser gefahren als mit „Gott wars!“, Spinner.

    „Woher kommen neuartige Konstruktionen in der Natur? Anders gefragt: Wie entsteht neuartige biologische Information? “

    –> Ach, unsere alte Freundin – die nicht weiter reduzierbare Komplexität. Der Mann sollte sich nur mal ansehen, wie das alte Steckenpferd seiner Genossen in der Luft zerpflückt wurde, hehe.

    „nicht selten weltanschauliche Züge angenommen hat und über Jahrzehnte als letzte, nicht hinterfragbare Wahrheit in unseren Schulen gelehrt wurde,“

    –> Selbst wenn dem so wäre, was hat der Mann denn gegen Weltanschauungen im Unterricht, so wie sagen wir Religionen? räusper räusper

    „spricht heute sehr vieles dafür, dass dieser Erklärungsansatz der Evolutionsbiologie den Evolutionsprozess auf jeden Fall sehr unzureichend beschreibt. “

    –> Ja, aber: „Gott schnippt mit dem Finger und Vögel und Fische erscheinen!“ ? A-OK!

    „Es war wenig überraschend, dass kein Neodarwinismus-Kritiker mit einem ID-Hintergrund als Referent vorgesehen war.“

    –> Genausowenig überraschend, wie dass Erich von Däniken keinen Vortrag auf einer Archäologenkonferenz halten darf.

    „Nun ist es fair zu sagen, dass sich auch die Vertreter der „Erweiterten Evolutionstheorie“ zu einer rein naturalistischen Sicht der Evolution bekennen.“

    –> Tja, worauf soll man sonst zurückgreifen? Feen und den Bibabutzemann?

    „Dieser Vater der Naturwissenschaft hat wie kein Naturwissenschaftler vor ihm begründet, warum es im Tiefsten vernünftig ist, von Gott als einem „intelligenten und mächtigen, wahrhaft seienden Wesen“ zu reden. Seine Argumente sind bis heute gültig. “

    –> Welche sollen das sein? Ich verweise nur auf den Vortrag von Neil deGrasse Tyson, den es dutzendfach auf YT gibt.

    „Wann stellen sich Biologen wenigstens der offensichtlichen Einsicht, dass Leben nicht auf Materie reduzierbar ist, sondern unter der Voraussetzung des Geistigen verstanden werden muss? “

    –> Warum „offensichtlich“? Wo sind die Belege?

    „Kommt noch einmal die Zeit, in der meine Kollegen den Gedanken wieder zu fassen wagen,“

    –> Du bist so sehr ein Kollge von mir, wie Josef Mengele ein Kollege von meinem Hausarzt ist.

  2. #2 von parksuender am 26. November 2016 - 11:33

    Im Vortrag hatte Andy Gardener die Beobachtung thematisiert, daß die Lebewesen Merkmale von Design tragen

    Herr Gardener sagte auch:
    He said that, if the gazelle was designed, then its „purpose“ is to provide food for the cheetah; and so we should expect it to be designed to run towards the cheetah rather than away. I think he was being slightly facetious but he really did say that.
    Gazelle als Raubtierfutter designed – Voll der liebe Gott.

    Vielleicht sollte man bei der nächsten Tagung außer Gottes-Hypothesen auch Kobolde, Feen und den Programm-Code innerhalb der Matrix für die Evolution miteinbeziehen.

    Quelle:
    [http://www.evolutionnews.org/2016/11/biologists_new_103299.html

  3. #3 von Patrick am 26. November 2016 - 13:04

    In der Evolutionsforschung scheint tatsächlich ein Paradigmenwechsel vonstatten zu gehen. Einer der Experten, der den Neo-Darwinismus ablehnt ist der Biochemiker Laurence A. Moran von der Universität Toronto. Was seine Sicht zum Mechanismus der Evolution betrifft, ist die folgende Aussage von ihm sehr aufschlussreich:

    „The astonishing conclusion—which most people still don’t grasp—is that the vast majority of all evolutionary change is by random genetic drift, not natural selection.“

    (Quelle: http://sandwalk.blogspot.de/2012/01/modern-molecular-clock.html)

    Moran ist im Übrigen ein vehementer Kritiker von ID und Kreationismus.

  4. #4 von Patrick am 26. November 2016 - 13:12

    Zitat aus Siegfried Scherers Beitrag:

    „Charles Darwin war einer der größten Biologen aller Zeiten, viele seiner Entdeckungen sind bis heute gültig. Er stellte die Hypothese auf, dass die vermutete Höherentwicklung der Lebewesen auf zwei Kernfaktoren reduziert werden könne: Variation und Selektion. Die Nachkommen eines Elternpaares sind nicht alle gleich (Variation). Diejenigen Nachkommen, welche besser an bestimmte Umweltbedingungen angepasst sind, werden im Durchschnitt mehr Nachkommen hervorbringen als die weniger gut angepassten, sie werden deshalb nach einiger Zeit zahlenmäßig dominieren und sich schließlich vollständig durchsetzen (Selektion). Dieses Wechselspiel zwischen Variation und Selektion wird seither als Darwin’sche Evolution bezeichnet.“

    Im folgenden Beitrag weist der oben erwähnte Laurence A. Moran darauf hin, dass eine Studie von 2007 den Schluss nahelegt, dass es keinen Zusammenhang zwischen dem Wandel von Umweltbedingungen und der Artbildung gibt:

    http://sandwalk.blogspot.com/2007/03/evolution-of-mammals.html

    Zitat aus dem Beitrag:

    „This summary serves as a warning to those who continue to associate evolution with environmental change. At this level of analysis there does not seem to be a connection between rates of speciation and climate change. This is most obvious with respect to the asteroid impact of 65 My ago. While it led to mass extinction, it did not lead to increases in the rate of evolution of the survivors. The branching pattern of cladogenesis in the figure is hardly affected by the cataclysm.

    Similarly, there are no other speciation events that correlate with known climate change over the past 150 million years, including recent ice ages. There is growing recognition among evolutionary biologists that rates of speciation cannot be attributed to large-scale environmental change. (The data has not prevented speculation. Many reports on this paper attempt to manufacture some correlation between global environmental change and speciation. The old idea of a link between them is too entrenched to give up so easily.)“

  5. #5 von Patrick am 26. November 2016 - 13:29

    Eine als „Evo-Devo“ bezeichnete Alternative zum Neo-Darwinismus wird im folgenden Artikel der „New York Times“ allgemeinverständlich erklärt:

    http://www.nytimes.com/2007/06/26/science/26devo.html?_r=0

    Es gibt allerdings Evolutionsbiologen, welche dieser Alternative kritisch gegenüber stehen. Einer von ihnen ist, wie der folgende Auszug aus dem Artikel zeigt, Jerry Coyne von der Universität Chicago:

    „Amid the enthusiast hubbub, cautionary notes have been sounded. Dr. Jerry Coyne, an evolutionary biologist at the University of Chicago, said that as dramatic as the changes in form caused by mutations in toolkit genes can be, it was premature to credit these genes with being the primary drivers of the evolution of novel forms and diversity. He said that too few studies had been done so far to support such broad claims, and that it could turn out that other, more mundane workaday genes, of the sort that were being studied long before evo-devo appeared on the scene, would play equally or even more important roles.

    “I urge caution,” Dr. Coyne said. “We just don’t know.”“

    Wenn es aber bezüglich der Evolutionsmechanismen unter den Experten keine einheitliche Position gibt, bedeutet dies, dass es für die Frage nach der Entstehung der Arten bislang noch keine unter Experten allgemein akzeptierte Theorie zur Evolution gibt. Von daher kann man auch nicht sagen, dass die Sicht, dass die Arten durch einen göttlichen Schöpfungsakt entstanden seien durch die Naturwissenschaft widerlegt worden sei.

  6. #6 von Gerry am 26. November 2016 - 13:44

    Schon erstaunlich wie man 2 Jahrhunderte Forschung (eigentlich ja noch mehr) ausblendet, nur um sich nicht eingestehen zu müssen dass der Quatsch den man von Kindesbeinen an eingetrichtert bekam tatsächlich nur Quatsch ist.

    Immer wieder erstaunlich dass der Homo Sapiens es zur dominanten Spezies auf diesem Planeten gebracht hat.
    Dominant jedenfalls in makroskopischen Größenordnungen, bezogen auf die mikroskopischen Größenordnungen sind wir ja AFAIK nicht mal Herr im eigenen Körper!

  7. #7 von Patrick am 26. November 2016 - 13:51

    Ein Grund weshalb immer wieder nach Alternativen zum Neo-Darwinismus gesucht wurde ist der Umstand, dass die Fossilienüberlieferung dieses Modell nicht stützt. Im folgenden gibt der oben erwähnte Jerry Coyne einen Überblick über solche alternative Erklärungsmodelle:

    „Macromutationism is the idea that important evolutionary changes between groups were produced by single mutations with very large effects. Advocates of this idea propose that these mutations produce, in one fell swoop, complete new features that distinguish major groups, such as the extra pair of wings in dragonflies, the jaws of vertebrates, or the feathers of proto-birds. The first mutants with these new traits are famously known as “hopeful monsters.”

    The notion of macromutationism pops up every few years in evolutionary biology. It’s wrong but it’s resilient. It’s like one of those large, roly-poly rubber clowns that I played with as a child: knock it down and it pops right back up again. The harder you knock it down, the faster it pops back up. First broached by the “mutationists” in the early twentieth century, and made famous by Richard Goldschmidt, the idea was batted down by, among others, Dobzhansky, Mayr, and many luminaries of the Modern Synthesis. The idea of macromutational hopeful monsters, or “saltations,” had a prominent resurrection in 1980 when Stephen Jay Gould, as part of his and Niles Eldredge’s theory of punctuated equilibrium, proposed that macromutations could explain the “jumps” in the fossil record. After getting a severe drubbing from geneticists, Eldredge and Gould retreated in 1993, claiming that they never suggested the idea of saltations. More recently, hopeful monsters have reared their heads from the land of evolutionary developmental biology (“evo devo”), some of whose advocates say that key regulatory mutations could lead to changes in the “Bauplan”–the basic anatomical structure of a major group. This notion, too, is controversial.“

    (Quelle: http://scienceblogs.com/loom/2008/01/24/hopeless-monstersa-guest-post/)

    Um auf die Fossilienüberlieferung und deren Bedeutung für die Beurteilung des Neo-Darwinismus zurückzukommen, so zeigt im folgenden der Biologe Willem J. Ouweneel in Anlehnung an Ausführungen des deutschen Paläontologen Otto Schindewolf auf, wie das heutige und das fossile Reich der Organismen aussehen müsste, wenn dieses Modell richtig wäre:

    „(a) Es müßte eine kontinuierliche Ansammlung von Formen ohne auffallende Lücken zwischen den verschiedenen Abteilungen des Pflanzen- und Tierreiches vorhanden sein. (b) Als Folge zufälliger Mutationen müßte es sich ungerichtet entwickeln zu einem sich nach allen Seiten hin ausbreitenden Formenchaos. (c) Es müßte viele sich überschneidende, womöglich aus ganz verschiedenen Populationen entstandene Zwischen- und Übergangsformen aufweisen. (d) Die Evolution müßte sehr langsam und allmählich erfolgen, nicht periodisch und sprunghaft.“

    Willem J. Ouweneel, Evolution in der Zeitenwende: Biologie und Evolutionslehre – Die Folgen des Evolutionismus, Hückeswagen o. J., S. 142.

    Nun aber hat die Fossilienüberlieferung einen anderen Charakter. Sie ist im Allgemeinen dadurch gekennzeichnet, dass Arten ohne erkennbare Vorformen plötzlich erscheinen und sich in der Folge kaum verändern.

  8. #8 von Andreas Kielmann am 26. November 2016 - 14:27

    Was die christen alles so behaupten nur um die demnächst wieder gefeierte scheiss Jungfrauengeburt zu retten. Ts,ts,ts…

  9. #9 von manglaubtesnicht am 26. November 2016 - 15:21

    Immer wieder erstaunlich: Kaum schreibt man etwas über Evolution, kommen die merkwürdigsten Leute aus ihren Löchern …

  10. #10 von Jesinchen am 26. November 2016 - 15:58

    😄
    „Und weil die Wissenschaft noch nicht eindeutig erklären kann wie abiotischer Stress und Konkurrenz die Artenzusammensetzung von Grasland bestimmen, muss man anerkennen das die Hypothese, kleine rosa Zwerge mit Zipfelmützen pflanzen nachts Wiesen, nicht als widerlegt gelten kann.“

    Kreationisten sind lustig. Traurig ist nur wenn sie den Mist den sie verzapfen ernst nehmen.

  11. #11 von Hal am 26. November 2016 - 21:10

    @Patrick

    Selbst wenn die Evolutionstheorie nicht wahr sein würde, bedeutet es nicht dass die biblischen Schöpfungsmythen es wären. So simpel ist die Welt einfach nicht.

    Um etwas kritisieren zu können ist es von Vorteil sich ein Grundwissen darüber anzueignen.

    [https://www.youtube.com/watch?v=QK8_FCrNuTg

    Es ist selbstverständlich schwierig unvoreingenommen die Argumente für die ET abzuwägen, wenn die Richtigkeit dieser die Falschheit der Schöpfungsmythen impliziert.

    Ein Bestätigungsfehler (engl. confirmation bias) ist in der Kognitionspsychologie die Neigung, Informationen so auszuwählen, zu ermitteln und zu interpretieren, dass diese die eigenen Erwartungen erfüllen. Die erste Theorie zu dieser kognitiven Verzerrung stammt von Peter Wason (1960, 1968).

    Rein kognitiv bist nicht in der Lage in diesen Bereich Objektiv zu sein, und ich vermute es geht so weit dass Du einfach nicht den simplen Mechanismus der Evolution verstehen kannst.

    Dein Verhalten in der Vergangenheit hat gezeigt dass Du Dich vornehmlich auf Autoritäten stützt, ich würde sagen blind. Sehr getreu der unwissenschaftlichen Arbeitsweise der Theologen.

    So hast Du nur auf William Lame Craigs Version von Kalams kosmologischen Gottesbeweis verwiesen und bist Grundlegend nicht auf spezifische Kritik der fehlerhaften/unzulässigen Prämissen eingegangen. Der Verdacht lag nahe das Du diesen sogenannten Gottesbeweis nicht im Detail verstanden hattest und somit unfähig warst Dich zu Gegenargumenten zu verhalten. Deswegen wurdest Du gebeten den Gottesbeweis in eigenen Worten zu führen, Schritt für Schritt.

    Wie solltest Du in der Lage sein Kritik Scherers an die ET zu beurteilen? Deswegen kannst Du dich auch nicht Gegenargumenten verhalten und eine Diskussion mit Dir ist sinnlos.

  12. #12 von awmrkl am 26. November 2016 - 22:24

    @patrick

    Kriech wieder zurück unter den Stein, wo Du hergekommen bist und seit Jahrhunderten mit Auffassungen, die Jahrtausende alt sind, „überwinterst“. Du drehst damit weder die überzeugenden Entwicklungen der letzten 200 Jahre noch die neuesten Weiterentwicklungen (die der ET in keinster Weise grundlegend widersprechen) zurück.

    Du bist hier mehrfach in Einzelteile zerlegt worden, hast Du immer noch nicht genug? Kleiner Masochist?

    Du jedenfalls drehst das Rad der Erkenntnis nicht zurück, ebensowenig wie Deine Brüder im Geiste. Und wenn Du noch so sehr per C&P rotierst.

  13. #13 von stephancologne am 27. November 2016 - 11:11

    @Patrick…

  14. #14 von Skydaddy am 27. November 2016 - 11:53

    „The astonishing conclusion—which most people still don’t grasp—is that the vast majority of all evolutionary change is by random genetic drift, not natural selection.“

    Wer dieses Zitat als Argument gegen die Evolution bringt, beweist nur, dass er absolut nichts verstanden hat.

    Ich kenne Prof. Moran nicht und kann ihn nicht einschätzen, aber das Zitat ist zumindest unglücklich formuliert – kein Wunder, dass sich Apologeten wie Patrick gierig darauf stürzen.

    Wer dieses Argument gegen die Evolution anführt (vermutlich nicht Moran selbst), meint offenbar, mit „natural selection“ sei hier die Evolution gemeint (die bei dieser Lesart für den größten Teil der Veränderungen nicht verantwortlich sein soll). Das ist aber nicht der Fall.

    Die Formulierung ist unglücklich gewählt, weil Selektion und genetische Drift überhaupt keine Gegensätze sind. Evolution basiert auf dem Zusammenspiel von zufälligen genetischen Veränderungen und der natürlichen Selektion, die diejenigen Veränderungen, die überlebensfördernd sind, bevorzugt.

    Die Formulierung ist etwa so unsinnig, wie zu schreiben, Autos würden nicht von Ingenieuren konstruiert, sondern von Robotern zusammengesetzt. Natürlich ist beides der Fall, es gibt da keinen Gegensatz.

    Was offensichtlich gemeint ist – um das zu erkennen, muss man aber natürlich die Evolutionstheorie verstehen und akzeptieren – ist, dass ein großer Teil der Veränderungen offenbar keine einfachen Veränderungen eines Gens sind, die sofort selektiert werden, weil sie sich vorteilhaft oder nachteilig beim Organismus bemerkbar machen, sondern dass die Gene sich – eben bei der genetischen Drift – erst einmal zufällig mehrfach verändern. Das kann natürlich nur passieren, solange die bisher bereits erfolgten genetischen Änderungen keine Auswirkungen auf den Organismus haben, die die Überlebens- oder Fortpflanzungschancen ändern.

    Worauf Moran offenbar hinaus will, ist, dass es weniger einzelne Änderungen von Genen sind, die sofort zu Ausprägungen führen, die selektiert werden, sondern dass es häufiger als gedacht erst einmal zu genetischer Drift kommt.

    Das ist aber alles im Rahmen der Evolutionstheorie.

    Patrick: Setzen, sechs!

  15. #15 von Deus Ex Machina am 27. November 2016 - 14:10

    @ stephancologne:
    Geil, so passend!😉

  16. #16 von allfried am 27. November 2016 - 17:58

    Lasst die katholiken bellen…..die Wissenschaftskarawane zieht trotzdem weiter.
    Darwin in Frage zu stellen ist ähnlich als ob man das geozentrische Weltbild wiedereinführen wollte.

  17. #17 von Deus Ex Machina am 27. November 2016 - 19:42

    Und es ist ja nicht einmal Darwin allein gewesen. Alfred Russel Wallace kam unabhängig wenige Jahre nach Darwins Beagle-Reise zu den sehr gleichen Schlussfolgerungen. Also zu einer Zeit, als Darwin noch nicht einmal veröffentlicht hatte. Das nur mal als kleine Anmerkung an die Zeitgenossen, die Darwin als „Propheten“ der Atheisten sehen.

  18. #18 von Patrick am 28. November 2016 - 10:47

    Hal: „Um etwas kritisieren zu können ist es von Vorteil sich ein Grundwissen darüber anzueignen.

    [https://www.youtube.com/watch?v=QK8_FcrNuTg“

    Die in diesem Video vorgestellten Fakten werden – sofern es sich tatsächlich um nachprüfbare Fakten handelt – von gut informierten Kreationisten wie Siegfried Scherer gar nicht in Frage gestellt. Auch solche Kreationisten gehen davon aus, dass die verschiedenen Hunderassen auf den Wolf oder die verschiedenen Arten von Darwinfinken auf eine gemeinsame Art zurückgehen. Sie sagen allerdings, dass es sich hierbei um „MIKROevolution“ oder „Variation“ handelt und dieses Phänomen nicht den Schluss zulässt, dass alle Lebensformen auf eine einzige Lebensform zurückgehen, ein Phänomen, welches als MAKROevolution bezeichnet wird. Was zwischen gut informierten Kreationisten und Evolutionisten umstritten ist, ist die Antwort auf die Frage, ob es zwischen Mikroevolution und Makroevolution einen qualitativen Unterschied gibt. Diese Kontroverse besteht übrigens, wie das folgende Zitat Morans zeigt, auch unter Evolutionisten:

    „The Modern Synthesis is challenged over the emphasis on gradualism and over the claim that microevolution is sufficient to explain macroevolution. Some evolutionary biologists suggest that evolutionary theory be modified to incorporate mechanisms that occur at levels higher than the population (e.g. species sorting). These scientists advocate an extension called hierarchical theory.“

    (Quelle: http://sandwalk.blogspot.com/2009/02/modern-synthesis.html)

  19. #19 von Patrick am 28. November 2016 - 10:50

    Hal: „Es ist selbstverständlich schwierig unvoreingenommen die Argumente für die ET abzuwägen, wenn die Richtigkeit dieser die Falschheit der Schöpfungsmythen impliziert.“

    Es ist selbstverständlich für einen Atheisten schwierig, unvoreingenommen die Argumente gegen die ET abzuwägen, wenn die Richtigkeit dieser die Falschheit des Atheismus impliziert.

  20. #20 von Patrick am 28. November 2016 - 10:53

    Skydaddy: „Die Formulierung ist etwa so unsinnig, wie zu schreiben, Autos würden nicht von Ingenieuren konstruiert, sondern von Robotern zusammengesetzt. Natürlich ist beides der Fall, es gibt da keinen Gegensatz.“

    Dieses Bild trifft die Sache nicht ganz, weil Ingenieure und Roboter bei der Herstellung von Autos verschiedene Aufgaben wahrnehmen. Erstere entwerfen sie, Letztere bauen sie zusammen. Die Kontroverse zwischen Vertretern der Evo-Devo-Position und dem Neo-Darwinismus kann man unter Bezugnahme auf dieses Bild als Diskussion um die Frage ansehen, ob an der Entstehung neuer Autotypen nur die Ingenieure beteiligt sind oder ob auch die Roboter einen Anteil daran haben. Während die Evo-Devo-Position in diesem Bild der erstgenannten Sicht entspricht, kann der Neo-Darwinismus mit der zweitgenannten Sicht verglichen werden. Eine Illustration der Position des Neo-Darwinismus auf der Grundlage dieses Bildes kann wie folgt aussehen: Den Robotern passieren beim Zusammenbauen der Autos bisweilen Fehler (=Mutationen). In der Regel führen diese Fehler dazu, dass das so entstandene Auto nicht fahrtüchtig ist (=schädliche Mutation). Manchmal kommt es aber vor, dass ein solcher Fehler die Fahrtüchtigkeit des Autos nicht beeinträchtigt (=neutrale Mutation) oder dass das so entstandene Auto sogar bessere Eigenschaften aufweist als die nicht von einem solchen Fehler betroffenen Autos (=vorteilhafte Mutation). Das mit besseren Eigenschaften ausgestattete Auto wird zum Prototypen eines neuen Autotyps (=Artbildung). Aufgrund seiner besseren Eigenschaften kann es sich auf dem Markt besser behaupten als das Vorgängermodell (=natürliche Selektion).

    Ein Vertreter der Evo-Devo-Position ist nun jemandem zu vergleichen, der das vorher beschriebene Szenario als unzutreffend ansieht. Aus seiner Sicht hat die Arbeitsweise der Roboter keinen Einfluss auf die Entstehung neuer Autotypen. Solche können nur von den Ingenieuren geschaffen werden. Die Arbeit der Ingenieure entspricht dabei der von den Vertretern der Evo-Devo-Position vertretenen Sicht, dass die evolutionären Veränderungen in den betreffenden Organismen angelegt sind und nur in geringem Ausmass durch äussere, bestimmte Mutationen begünstigende Umwelteinflüsse zustande kommen, wofür, wie das in Kommentar 4 erwähnte Zitat zeigt, gute Argumente vorgebracht werden können. Gemäss der Evo-Devo-Position entwickeln sich Organismen in erster Linie von innen heraus und nicht als Reaktion auf Umwelteinflüsse. Eine gute Analogie für diese Sicht ist die Entwicklung von der befruchteten Eizelle bis zum erwachsenen Menschen. Wenn auch bei dieser Entwicklung Umwelteinflüsse eine gewisse Rolle spielen, so ist sie doch zum grössten Teil als die Realisierung der bereits in der befruchteten Eizelle angelegten Eigenschaften.

  21. #21 von dezer.de am 28. November 2016 - 12:51

    @Patrick: „Es ist selbstverständlich für einen Atheisten schwierig, unvoreingenommen die Argumente gegen die ET abzuwägen, wenn die Richtigkeit dieser die Falschheit des Atheismus impliziert.“

    Nochmals zum mitschreiben: Keiner hier würde an der atheistischen Weltsicht festhalten wenn sich uns morgen eindeutig und nachweisbar dein lieber Gott offenbahrt.
    Wir halten an ihr fest, weil du und deines Gleichen einen Fehlschluss nach dem andern präsentieren. Weil ihr keine eindeutigen Beweise, noch nicht mal Hinweise liefern könnt. Weil eure Argumentation durchschaubar falsch und einfach zu widerlegen ist. Und solange das so bleibt, gibt es keinen guten Grund Theist zu werden.
    Und wie viele oben schon erwähnten, selbst wenn die ET falsch sein sollte, wird nicht automatisch dein alter Hirtenmythos wahr. Dann wird zu klären sein wie es statt dessen gewesen sein könnte und welche Mechanismen dahinter stecken. Nichtmal eine allgemeine Gotteshypothese muss dann wahr sein.
    Nur weil ich heute nichts rotes anhabe, heisst es nicht, dass ich was blaues anhabe. Es heisst nichtmal, dass ich überhaupt was anhabe. Es heisst nichtmal, dass es überhaupt was zum anhaben gibt.

  22. #22 von Skydaddy am 28. November 2016 - 13:24

    @Patrick:

    Dieses Bild trifft die Sache nicht ganz, weil Ingenieure und Roboter bei der Herstellung von Autos verschiedene Aufgaben wahrnehmen.

    Das ist genau der Punkt, auf den ich hinaus wollte, Du Blitzbirne:

    Roboter und Ingenieure ergänzen sich, deshalb ist es unsinnig, Roboter gegen Ingenieure auszuspielen.

    Genauso ergänzen sich genetische Drift und natürliche Selektion, folglich ist es unsinnig, sie gegeneinander auszuspielen.

    Das hatte ich auch ausdrücklich geschrieben!

    Es ging mir nicht um eine Metapher für Evolution, sondern um ein Beispiel für zwei Dinge, die zusammen wirken und nicht gegeneinander ausgespielt werden können.

    Patrick: Leseverständnis: sechs!

  23. #23 von Hal am 28. November 2016 - 18:19

    @Patrick

    Sie sagen allerdings, dass es sich hierbei um „MIKROevolution“ oder „Variation“ handelt und dieses Phänomen nicht den Schluss zulässt, dass alle Lebensformen auf eine einzige Lebensform zurückgehen, ein Phänomen, welches als MAKROevolution bezeichnet wird.

    Die Unterscheidung zwischen Mikro- und Makroevolution ist mir nur seitens Kreationisten bekannt. Genau wie der englische Begriff „Kind“.

    Kreationisten haben nicht einmal eine konkurierende wissenschaftliche Hypothese aufgestellt die die Vielfalt des Lebens erklären könnte. „God did it“ ist kein Mechanismus, weil dieser nicht wissenschaftlich nachprüfbar ist.

    Ihr Kreationisten müsstet schon nachweisen dass Arten einfach abrakadrabra kreiert wurden und das hättet ihr vielleicht in den Jahrzehnten nach der Veröffentlichung von „Origen of species“ machen können ohne euch der Lächerlichkeit preiszugeben.
    Die Verwandtschaft der Arten (Linné ~ Taxonomie) und und die Vererblichkeit (Mendel) waren zu den Zeitpunkt schon weitestgehend akzeptiert. Weiterhin wurde davon ausgegangen dass die Erde mindestens mehrere Millionen Jahre alt war.

    Der Kreationismus hat im Grunde schon Probleme mit der Verwandtschaft der Arten. Der auf der Grundlage von Anatomie und Morphologie, auch von Fossilien, erstellte Stammbaum, der sich mit der Zeit entwickelte deutet zehr stark auf einen gemeinsamen Vorgänger hin. Später wurde dieser mit der Genetik weitestgehend bestätigt.

    Du als Kreationist und auch der Scherer und wie sie alle heißen müssen diese Fakten berücksichtigen. Warum hat das Leben auf Erden den Anschein von einen gemeinsamen Vorgänger abzustammen?

    Von Dir, Patrick, erwarte ich keine selbstständigen Beiträge auf wissenschaftlicher Ebene, aber vielleicht könntest Du ja erklären warum Dein Gott uns täuschen sollte.

  24. #24 von Deus Ex Machina am 28. November 2016 - 18:40

    @ Skydaddy:

    „Das ist genau der Punkt, auf den ich hinaus wollte, Du Blitzbirne:
    Roboter und Ingenieure ergänzen sich, deshalb ist es unsinnig, Roboter gegen Ingenieure auszuspielen.
    Genauso ergänzen sich genetische Drift und natürliche Selektion, folglich ist es unsinnig, sie gegeneinander auszuspielen.
    Das hatte ich auch ausdrücklich geschrieben!“

    –> Hab Nachsicht mit unserem kleinen Antwortautomaten. Patrickbot ist ein ziemlich veraltetes Modell mit nur sehr beschränkter Prozessorleistung und einem an sein Limit geratenen Arbeitsspeicher. Der reicht die meiste Zeit nur für C&P-Aktionen und die lässt dann der Texterkennung praktisch keinen Freiraum mehr.

  25. #25 von Hal am 28. November 2016 - 18:42

    @Patrick

    Es ist selbstverständlich für einen Atheisten schwierig, unvoreingenommen die Argumente gegen die ET abzuwägen, wenn die Richtigkeit dieser die Falschheit des Atheismus impliziert.

    Noch einmal, wenn die ET falsch sein sollte, werden die biblischen Schöpfungsmythen dadurch nicht wahr!
    Es würde nur bedeuten dass wir keine gute Erklärung haben. Ein kleines Beispiel: Wenn Du mir nicht eindeutig nachweisen kannst, dass Du nicht ein sehr simples Trollprogramm auf einen Computer bist, bedeutet es nicht das es so ist. Du könntest auch ein gewöhnlicher Internettroll sein, ein komplexer Chatbot oder auch ein völlig verbohrter und ultimativ uneinsichtiger Evangelikaler oder eine gleichfalls Evangelikale oder ein Außerirdischer. Es gibt so viele Möglichkeiten.

    Zweitens, Atheismus ist nicht alleine oder nur auf die ET begründet, und man kann auch Atheist sein und die ET verwerfen. Es gibt viele gute Gründe nicht an Götter zu glauben, aber was am wichtigsten ist, die Geschichten und Erklärungen der Religionisten sind einfach nicht überzeugend und dazu noch vollkommen unbegründet. Mehr brauch man nicht um Atheist zu sein – naja, nedenbei ist man dann auch Skeptiker, zumindest in diesen Bereich.

  26. #26 von Patrick am 28. November 2016 - 21:31

    Hal: „Die Unterscheidung zwischen Mikro- und Makroevolution ist mir nur seitens Kreationisten bekannt.“

    Auf diese Unterscheidung wird, wie Kommentar 18 entnommen werden kann, auch von Moran, einem vehementen Kritiker von ID und Kreationismus, hingewiesen.

    Hal: „Kreationisten haben nicht einmal eine konkurierende wissenschaftliche Hypothese aufgestellt die die Vielfalt des Lebens erklären könnte.“

    Eine solche konkurrierende wissenschaftliche Hypothese ist das Grundtypenmodell. Was damit gemeint ist, kann dem folgenden Beitrag des Biologen und Theologen Reinhard Junker entnommen werden:

    http://www.genesisnet.info/pdfs/Die_Grundtypenbiologie_in_der_Kritik.pdf

    Hal: „God did it“ ist kein Mechanismus, weil dieser nicht wissenschaftlich nachprüfbar ist.

    Wenn „God did it“ nicht wissenschaftlich nachprüfbar ist, dann trifft dies auf „God did not do it“ ebenfalls zu. Dies bedeutet aber, dass es keine naturwissenschaftlichen Argumente für den Atheismus geben kann.

    Hal: „Der Kreationismus hat im Grunde schon Probleme mit der Verwandtschaft der Arten. Der auf der Grundlage von Anatomie und Morphologie, auch von Fossilien, erstellte Stammbaum, der sich mit der Zeit entwickelte deutet zehr stark auf einen gemeinsamen Vorgänger hin. Später wurde dieser mit der Genetik weitestgehend bestätigt.“

    Wie den folgenden Ausführungen Reinhard Junkers aus dem oben erwähnten Beitrag entnommen werden kann, bestätigen Genetik und Molekularbiologie die auf der Grundlage morphologisch-anatomischer Merkmale erstellten Stammbäume oft nicht:

    „In seinem Beitrag nennt Neukamm (2005a) das Beispiel der abgestuften Ähnlichkeit: „So lässt sich z.B. aus dem Darwinschen Postulat, dass alle Arten von einem gemeinsamen Vorfahren abstammen (in Verbindung mit dem Wissen um die Vererbung, Variation und Selektion) die Folgerung ableiten, dass zwischen den Arten eine abgestufte Ähnlichkeit bestehen muss; eine Folgerung, die man testen kann und die bis zur molekularen Ebene immer wieder bestätigt wird“ (Hervorhebung im Original). In zahlreichen Fällen lassen sich die Organismengruppen jedoch nur mit sehr vielen Merkmalswidersprüchen in Baumdiagrammen darstellen, in einer Reihe von Fällen (sowohl in der Mikro- als auch in der Makrotaxonomie) ist die Baumdarstellung kaum sinnvoll (…). Die Folgerung der abgestuften Ähnlichkeit hat sich keineswegs immer wieder bestätigt; und molekulare Dendrogramme passen oft nur teilweise (wenn überhaupt) zu den Stammbäumen, die auf der Basis morphologisch-anatomischer Merkmale ermittelt wurden.“

  27. #27 von Hal am 28. November 2016 - 22:26

    @Patrick

    Wenn „God did it“ nicht wissenschaftlich nachprüfbar ist, dann trifft dies auf „God did not do it“ ebenfalls zu. Dies bedeutet aber, dass es keine naturwissenschaftlichen Argumente für den Atheismus geben kann.

    … und wieder grüßt das Murmeltier. Es ist eine falsche Dichotomie, ein logischer Fehlschluss, ein simpler Gedanke aufgrund eines zu einfachen Weltbild.

    Du hast nicht verstanden dass die ET ganz ohne göttliches Eingreifen die Vielfalt des Lebens erklärt. Dein Schöpfergott muss nicht existieren, er ist überflüssig, es geht auch ohne. Es kein Beweis der Nichtexistenz, was ja eine recht schwierige Angelegenheit ist und darüber hinaus nicht nötig, denn Ihr habt ja nicht dessen Existenz nachgewiesen, Ihr behauptet es einfach.

    In den Naturwissenschaften wird Dein Gott in keiner Weise berücksichtigt, er wird nicht benötigt, es ist eine Behauptung ohne Relevanz und selbst gläubige Naturwissenschaftler müssen sich auf das Niveau von Theologen herab bewegen, um ihre Religion irgendwie damit zu verknüpfen.

    Es gibt keine christliche oder hinduistische Mathematik, es gibt keine offenbarte Chemie oder göttlich inspirierte Biologie – es gibt aber eine besondere Form von Logik – sie ist nicht universell anwendbar, nicht standardisiert, aber sehr dynamisch und ad hoc – es gibt Religiotenlogik.

  28. #28 von Patrick am 28. November 2016 - 22:26

    Skydaddy: „Genauso ergänzen sich genetische Drift und natürliche Selektion, folglich ist es unsinnig, sie gegeneinander auszuspielen.“

    Der von den Vertretern der Evo-Devo-Position vorgebrachte Punkt ist doch gerade, dass sich in Bezug auf die Frage nach dem für die Entstehung neuer Arten verantwortlichen Mechanismus genetische Drift und natürliche Selektion NICHT ergänzen.

  29. #29 von Patrick am 28. November 2016 - 23:41

    Hal: „Du hast nicht verstanden dass die ET ganz ohne göttliches Eingreifen die Vielfalt des Lebens erklärt.“

    Die Frage ist aber, ob diese Erklärung richtig ist, wobei es genau genommen nicht EINE solche Erklärung gibt sondern mindestens zwei Erklärungen. In diesem Zusammenhang sei die folgende Aussage Scherers aus dem im Blogpost erwähnten Beitrag wiedergegeben:

    „Die Kernfrage der kausalen Evolutionsbiologie lautet: Wie entstehen komplexe Strukturen und neuartige Formen in der Evolution? Zwei Erklärungsversuche liegen vor, an beiden werden jedoch begründete Zweifel vorgebracht.“

    Hal: „Dein Schöpfergott muss nicht existieren, er ist überflüssig, es geht auch ohne.“

    Mindestens eine der oben erwähnten Erklärungen muss falsch sein. Wenn dies auf beide Erklärungen zutrifft kann man nicht sagen, dass nachgewiesen worden ist, dass für die Entstehung der Vielfalt des Lebens die Annahme eines göttlichen Eingreifens überflüssig ist.

    Des Weiteren muss man, um sagen zu können, dass in Bezug auf die Frage nach der Ursache für die Entstehung der Arten ein Schöpfergott überflüssig ist eine Vorstellung haben, wie eine Antwort auf diese Frage aussehen würde, bei welcher ein Schöpfergott nicht überflüssig ist. Des Weiteren ist zu beachten, dass aus dem Umstand, dass für ein Naturphänomen die Annahme eines übernatürlichen Eingreifens Gottes unnötig ist nicht notwendigerweise folgt, dass Gott zur Erklärung eines solchen Naturphänomens unnötig ist. Schliesslich kann ja Gott auch die Ursache für natürliche Ursachen von Naturphänomenen sein. Dies ist im Übrigen, was die vom mittelalterlichen Theologen und Philosophen Thomas von Aquin entwickelte Variante des „teleologischen Gottesbeweises“ nachzuweisen beansprucht. Um zu zeigen, dass ein Schöpfergott zur Erklärung von Naturphänomenen überflüssig ist, muss man dieses Argument für die Existenz Gottes widerlegen.

    Hal: „Es kein Beweis der Nichtexistenz, was ja eine recht schwierige Angelegenheit ist und darüber hinaus nicht nötig, denn Ihr habt ja nicht dessen Existenz nachgewiesen, Ihr behauptet es einfach.“

    Dies trifft nicht zu. Theisten haben eine Reihe von Argumenten für die Existenz Gottes formuliert. Die folgenden Videos enthalten kurze und allgemeinverständliche Präsentationen von fünf Argumenten für die Existenz Gottes:

    [https://www.youtube.com/watch?v=jUMUqwD_CJs
    („Kosmologischer Kalām-Gottesbeweis“)

    [https://www.youtube.com/watch?v=FPCzEP0oD7I
    (Gott als beste Erklärung weshalb überhaupt etwas existiert und nicht gar nichts)

    [https://www.youtube.com/watch?v=UpIiIaC4kRA
    („Argument für die Existenz Gottes aus der Feinabstimmung des Universums“)


    („Ontologischer Gottesbeweis“)

    [https://www.youtube.com/watch?v=OxiAikEk2vU
    („Moralischer Gottesbeweis“)

    Länger, aber ebenfalls allgemeinverständlich ist die folgende Präsentation des auf Aristoteles zurückgehenden „Arguments für die Existenz Gottes aus der Bewegung“:

    [https://www.youtube.com/watch?v=BAIHs5TJRqQ

  30. #30 von Patrick am 28. November 2016 - 23:47

    Bei meinem Hinweis auf den „ontologischen Gottesbeweis“ wird nicht auf das entsprechende Video verwiesen. Dieses ist im folgenden Link zu sehen:

  31. #31 von Skydaddy am 29. November 2016 - 08:41

    @Patrick:

    Ich werde auf Deine weiteren Beiträge nicht mehr antworten, denn falls Du kein Bot bist, wirkt den Geschreibsel jedenfalls so wie von einem sehr simplen Bot. Was Du schreibst, kommt mir vor wie eine Art „intellektuelle Google-Übersetzung“ dessen, was Du woanders gelesen hast, z.B. bei echten Experten.

    Dies aber noch, für die Mitlesenden:

    Genetische Drift und natürliche Selektion wirken tatsächlich Hand in Hand: Genetische Drift ist nur dadurch möglich, dass die bisherigen genetischen Veränderungen noch keinen Selektionsvor- oder Nachteil bewirkt haben. Sobald irgendeine genetische Veränderung einen Selektionsvorteil oder -nachteil bewirkt (sei es unmittelbar oder erst nach einer gewissen Drift), ist es aus mit der genetischen Drift, dann schlägt nämlich die Selektion zu.

    Zu sagen, genetische Drift und natürliche Selektion stünden in keinem Zusammenhang (bzw. die genetische Drift erfolge zum Großteil unabhängig von der natürliche Selektion) kommt mir so vor, als würde man sagen, in einem Gebäude würden Rauchmelder und die Sprinkleranlage sich nicht ergänzen, solange kein Feuer ausbricht.

  32. #32 von Hal am 29. November 2016 - 14:19

    @Patrick

    Ich operiere nicht mit endgültigen Wahrheiten. Ich habe eine gewisse Ambiguitätstoleranz und bei ungenügender Faktenlage ist es besser eine Frage unbeantwortet zu lassen als eine falsche Antwort zu akzeptieren. Wenn etwas mit hoher Wahrscheinlichkeit Wahr ist, dann wird es Teil meines internen Modells der Welt und wenn die Faktenlage sich ändert muss ich es anpassen. Ich versuche rational zu sein, aber bin mir bewusst dass Emotionen immer meine Denkprozesse beeinflussen. So ist es schwerer „Wahrheiten“ mit einer emotionellen Dimension zu verwerfen als solche die keine haben.

    Wie würdest Du Deine Denkweise beschreiben? Kleiner Tipp; Sie enthält eine starke entweder-oder Komponente.

    Des Weiteren muss man, um sagen zu können, dass in Bezug auf die Frage nach der Ursache für die Entstehung der Arten ein Schöpfergott überflüssig ist eine Vorstellung haben, wie eine Antwort auf diese Frage aussehen würde, bei welcher ein Schöpfergott nicht überflüssig ist.

    Warum? Wenn ein Prozess ganz ohne übernatürlichen eingreifen funktioniert, warum mehr Komplexität hinein deuten. Demnach wäre es berechtigt die Gegenwart von z. B. kleinen Feuerteufeln in jeden Zylinder eines laufenden Verbrennungsmotors als nicht überflüssig anzunehmen.
    Es muss schon gute Gründe, also Fakten, geben um etwas Übernatürliches mit einzubeziehen und die sind bei der ET einfach nicht gegeben.

    Nur weil Du Dir nicht vorstellen kannst oder willst dass sich Leben natürlich und im Rahmen der Naturgesetze entwickelt hat, bedarf es keiner Extras. Der Wunsch Deinen Gott an die ET anzuheften ist sehr wahrscheinlich emotionell motiviert.
    Empirie und Neugier treibt die Naturwissenschaften voran, nicht Wunschdenken.

    Des Weiteren ist zu beachten, dass aus dem Umstand, dass für ein Naturphänomen die Annahme eines übernatürlichen Eingreifens Gottes unnötig ist nicht notwendigerweise folgt, dass Gott zur Erklärung eines solchen Naturphänomens unnötig ist.

    In der Vergangenheit wurden viele Naturphänomene dem Wirken übernatürlicher Kräfte zugeschrieben. Darunter Gewitter, Erdbeben, Vulkanausbrüche, Fluten, Dürre, Krankheiten und vieles mehr, aber die Naturwissenschaften haben Erklärungen ohne der Notwendigkeit von göttlichen Eingreifen oder Willen geliefert. Es scheint ein Trend zu sein. Den unzähligen Göttern wurden ihre Eigenschaften oder Taten genommen, sie wurden überflüssig.

    Ist es Deine These dass Dein Gott bei jeden Erdbeben, bei jeder Kinderlähmung, bei jeden Blitz, bei jeder Zündung eines Verbrennungsmotors nicht überflüssig ist?

    Muss Dein Gott zu jeder Plank-Zeit im gesamten Universum dafür sorgen das die Schwerkraft nicht aussetzt oder verletzt er nur dieses Naturgesetz wenn es ihm gerade gefällt?

    Um zu zeigen, dass ein Schöpfergott zur Erklärung von Naturphänomenen überflüssig ist, muss man dieses Argument für die Existenz Gottes widerlegen.

    Schon geschehen und was nun?

    Dies trifft nicht zu. Theisten haben eine Reihe von Argumenten für die Existenz Gottes formuliert. Die folgenden Videos enthalten kurze und allgemeinverständliche Präsentationen von fünf Argumenten für die Existenz Gottes:

    Komisch, anstatt einen überzeugenden und haltbaren „Gottesbeweis“ zu präsentieren, gehst Du mit fünf schlechten und auch widerlegten hausieren. Die Wahrscheinlichkeit der Existenz Deines Gottes wird nicht mit der Anzahl widerlegter Argumente erhöht, fünf schlechte Argumente sind einfach fünf schlechte Argumente. Aber das hatten wir doch schon.

    Länger, aber ebenfalls allgemeinverständlich ist die folgende Präsentation des auf Aristoteles zurückgehenden „Arguments für die Existenz Gottes aus der Bewegung“:

    Seit Aristoteles hat nichts geändert, es sind keine neuen Erkenntnisse dazugekommen, es sind einfach ewig gültige Wahrheiten die er damals rausgehauen hat?

    Patrick, es gibt Christen die ihren Glauben und die Erkenntnisse der Naturwissenschaften in sich vereinen können. Keine Ahnung wie sie das machen, aber sie sind jedenfalls von der Unfehlbarkeit der Bibel abgerückt. Ob Schöpfungsmythen, globale Flut oder die apokalyptische Wiederkehr Jesu zu Lebzeiten seiner Jünger, all das kann nicht wörtlich genommen werden.

    ps.: Ich nehme mal an das alle Deine sogenannten Gottesbeweise in diesen Blog mehrfach widerlegt wurden und es somit sinnlos ist darauf einzugehen.

  33. #33 von Patrick am 29. November 2016 - 21:58

    Hal: „Komisch, anstatt einen überzeugenden und haltbaren „Gottesbeweis“ zu präsentieren, gehst Du mit fünf schlechten und auch widerlegten hausieren. Die Wahrscheinlichkeit der Existenz Deines Gottes wird nicht mit der Anzahl widerlegter Argumente erhöht, fünf schlechte Argumente sind einfach fünf schlechte Argumente. Aber das hatten wir doch schon.“

    Die Überzeugung, dass die traditionellen philosophischen Argumente für die Existenz Gottes widerlegt seien vertrat auch einmal der Philosoph Edward Feser. Wie dem folgenden Zitat entnommen werden kann änderte er jedoch aufgrund einer intensiven Beschäftigung mit diesen Argumenten seine Meinung:

    „As I taught and thought about the arguments for God’s existence, and in particular the cosmological argument, I went from thinking “These arguments are no good” to thinking “These arguments are a little better than they are given credit for” and then to “These arguments are actually kind of interesting.” Eventually it hit me: “Oh my goodness, these arguments are right after all!”“

    (Quelle: http://edwardfeser.blogspot.com/2012/07/road-from-atheism.html)

    Das folgende Buch Fesers enthält ausführliche Präsentationen einiger dieser Argumente:

    Edward Feser, Der letzte Aberglaube: Eine philosophische Kritik des Neuen Atheismus, Heusenstamm 2012.

  34. #34 von Patrick am 29. November 2016 - 22:08

    Hal: „Seit Aristoteles hat nichts geändert, es sind keine neuen Erkenntnisse dazugekommen, es sind einfach ewig gültige Wahrheiten die er damals rausgehauen hat?“

    Interessanterweise haben naturwissenschaftliche Entdeckungen der letzten 200 Jahre das von Aristoteles formulierte Konzept von Teleologie (Zielgerichtetheit) bestätigt. Dies kann an verschiedenen Beispielen verdeutlicht werden. So hat sich gezeigt, dass Gravitation im Rahmen des im 17. Jahrhundert aufgekommenen mechanistischen und antiteleologischen Weltbildes nicht erklärbar ist, weswegen alle mechanischen Erklärungen der Gravitation (siehe Wikipedia-Artikel „Mechanische Erklärungen der Gravitation“) gescheitert sind. Des Weiteren ist der Umstand, dass Atome das Potential haben, sich zu ganz bestimmten Molekülen zu verbinden ein Bilderbuchbeispiel für das von Aristoteles formulierte Konzept von Teleologie. Dasselbe gilt, wie Feser im folgenden Zitat darlegt, auch für die DNA:

    „In any event, the contemporary biologist’s absolute favorite place to relocate teleology while pretending it doesn’t exist is … DNA. If there is one thing biologists gush over as much as natural selection, it is the discovery of this famous molecule and its structure – and for good reason, for it was a very great discovery indeed. And why was it so important? Because, we are constantly and rightly told, DNA contains the “information,” “code,” “instructions,” “data,” or “blueprint” required to build an organism; occasionally, given the current fad for computer jargon, one hears of “software,” “programming,” and the like too. Such language absolutely permeates biologists’ description of the function of DNA, and there is no way accurately to convey what DNA does without something like it. Notice, though, that every single one of these concepts, and others frequently used to describe the nature of DNA, smacks of the sort of intentionality or meaningfulness characteristic of human minds. DNA can serve as “information,” “instructions,” a “blueprint,” or the like only if it means or represents something beyond itself the way a thought does (or the way language does, but as we’ve seen, the meaningfulness of language derives from that of the thought). And as we have seen, computational concepts make sense only against the background of a user or interpreter who assigns a meaning to the symbols. But no one believes that DNA molecules literally have minds or consciously represent or think about anything at all, or that anyone is using them or “compute” with. So, what modern biology reveals to us is the existence of a physical structure that “points to” or “aims at” something beyond itself and yet is entirely unconscious. Where have we heard that before? Why, in Aristotle, of course.“

    Edward Feser, The Last Superstition: A Refutation of the New Atheism, South Bend 2008, S. 254 f.

    „Teleologie“ im Sinne der Metaphysik des Aristoteles kann als „Potential zu einer vorhersehbaren Veränderung oder zur Entwicklung in eine bestimmte Richtung“ umschrieben werden. Der Umstand, dass ein Sauerstoffatom das Potential hat, sich mit zwei Wasserstoffatomen zu einem Wassermolekül zu verbinden ist demnach ein gutes Beispiel für aristotelische Teleologie.

    Die grosse Bedeutung der Philosophie des Aristoteles für die Naturwissenschaft wurde auch von bedeutenden Naturwissenschaftlern erkannt. So hat die Idee, die Funktionsweise von DNA mit der Philosophie des Aristoteles in Verbindung zu bringen nicht nur Feser, sondern, wie das folgende Zitat zeigt, auch der Biophysiker und Nobelpreisträger Max Delbrück (1906-1981) vorgebracht:

    „As the biophysicist and Nobel laureate Max Delbrück once wrote, if the Nobel Prize could be awarded posthumously, “I think they should consider Aristotle for the discovery of the principle implied in DNA,” and “the reason for the lack of appreciation, among scientists, of Aristotle’s scheme lies in our having been blinded for 300 years by the Newtonian view of the world.”“

    Edward Feser, The Last Superstition: A Refutation of the New Atheism, South Bend 2008, S. 257.

    Delbrücks diesbezügliche Ausführungen können im folgenden Beitrag gelesen werden:

    Aristotle-totle-totle, in: Jacques Monod and Ernest Borek (eds.), Of Microbes and Life, New York und London 1971, S. 55.

    Als weiteres Beispiel für einen bedeutenden Naturwissenschaftlern, der die Bedeutung der Philosophie des Aristoteles für die naturwissenschaftliche Forschung anerkannte kann, wie der folgende Beitrag zeigt, der Physiker und Nobelpreisträger Werner Heisenberg (1901-1976) genannt werden:

    http://edwardfeser.blogspot.com/2009/09/heisenberg-on-act-and-potency.html

  35. #35 von Hal am 2. Dezember 2016 - 00:47

    @Patrick

    Kommt noch was?

Sag uns deine Meinung

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s