Umfrage: Vor allem Freikirchler wählen AfD

Die Landeskirchen und die Partei Alternative für Deutschland (AfD) feinden sich immer wieder öffentlich an. Umfragen zeigen, ob und in welchem Maß Christen die Partei wählen – mit einem klaren Ergebnis.

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[http://www.pro-medienmagazin.de/politik/detailansicht/aktuell/umfrage-vor-allem-freikirchler-waehlen-afd-98400/

  1. #1 von Willie am 24. November 2016 - 07:39

    Das in Erfurt ansässige Meinungsforschungsinstitut Insa-Consulere unterscheidet bei der Frage nach der Wahl zum Bundestag nach katholischen, evangelisch-freikirchlich und evangelisch-landeskirchlich orientierten Wählern. Die Unterschiede sind signifikant. Danach entscheiden sich aktuell acht Prozent der landeskirchlichen Protestanten für die AfD. Freikirchliche Wähler liegen dagegen bei fast 17 Prozent. Bei den Katholiken sind es laut der Umfrage 12,5 Prozent. (pro)

    Ist das nicht diskriminierend und zu einseitig? Man hätte ja zumindest noch nach ‚Wir sind Kirche‘ bei den Katholen fragen können.

    Erstaunlich ist es nicht, da man sich ja selbst als „Alternativ“ sieht …..

  2. #2 von Jesinchen am 24. November 2016 - 11:13

    Es ist auf vielen Ebenen nicht überraschend. Die AfD inszeniert sich als Schutz vor Christenverfolgung und will Deutschland wieder groß und christlich machen. Evangelikale inszenieren einen Opfermythos der ständigen Christenverfolgung und sehen sich permanent in der Selbstverteidigung gegen die moderne Gesellschaft um sie rum. Beide Gruppen haben die gleichen Feinde, die liberale Gesellschaft, Frauenrechtler, Andersgläubige, Säkulare und jeden der Menschenrechte nicht nur cis-Heterosexuellen zugestehen will.

    Und einseitig und diskriminierend ist es auf jeden Fall. Deutlicher würde das Bild wenn man den Anteil der jeweiligen Gruppen an der Gesamtbevölkerung und an der AfD-Wählerschaft vergleicht, dann kann man nämlich auch noch die Konfessionslosen abdecken, und kreiert, wegen dem Bezug auf die Zusammensetzung der Bevölkerung, keine verzerrten Daten. Mir fehlen in der Statistik jetzt nämlich auch die Vergleichswerte der Konfessionslosen.

    Ich frage mich aber, bei einem sowieso schon verschwindend geringen Katholikenanteil in Thüringen, ob es sich lohnen würde dort noch nach Untergruppen der Kathos zu fragen.

  3. #3 von Skydaddy am 24. November 2016 - 11:22

    Der Anteil der Evangelikalen an der Bevölkerung dürfte derart gering sein (ca. 3,5%), dass ich mich frage, wie man da bei einer normalen mit rd. 1000 Leuten aussagekräftige Ergebnisse über deren Wahlverhalten erhalten will. Man würde da etwa 35 Evangelikale erwarten – wenn die auch noch nach Parteien befragt werden, ändert da schon einer mehr oder weniger die Quote.

    Ich hatte dazu vor einiger Zeit schon mal zu einer ähnlichen Umfrage (INSA im Auftrag von idea) nachgehakt, ich meine, es ging damals um Juden – deren Anteil ist noch geringer.

    Stellte sich heraus, dass der Wert damals auch nicht aussagekräftig war.

  4. #4 von Monika am 25. November 2016 - 20:49

    Selbst die 17% liegen noch weit unter dem Werten, die die AFD bei den mehrheitlich atheistisch erzogenen Bürgern in den neuen Bundesländern erreicht.

  5. #5 von drawingwarrior am 26. November 2016 - 12:16

    @Monika

    „atheistisch erzogenen Bürgern in den neuen Bundesländern“

    Ich bin jetzt wirklich ein bisschen irritiert.
    Auf der einen Seite hat Gott durch die friedliche Revolution die Mauer beseitigt und das Christentum zurück in die Uckermark gebracht, anderseits sind es die Atheisten, die mehrheitlich bei AFD-Veranstaltungen Kreuze schwenken und das christiche Abendland verteidigen wollen.

    Es wäre schön, wenn Christen lernen würden für ihre Taten und Meinungen die Verantwortung zu übernehmen und zwar im Jetzt und Hier, vor anderen Menschen und nicht im „Leben nach dem Tode“ und vor einem Gott, der höchstwahrscheinlich auch dort durch seine bestechendste Eigenschaft glänzen wird; Abwesenheit.

    Im Übrigen, liebe Monika, gibt es so etwas wie eine atheistische Erziehung nicht.
    Da Atheismus die Ablehnung einer positiven Gottesbehauptung ohne Belege ist, handelt es sich dabei um einen kognitiven Prozess mit einem Ergebnis.
    Dazu bedarf es der Ausbildung von Fähigkeiten des Denkens; kritisches Hinterfragen z.B.
    Ich kann also meine Tochter erziehen, ein kritischer, wacher Geist zu sein, dann lehre ich wissenschaftliche Denkweise. Ob das zum Atheismus führt steht auf einem anderen Blatt.
    Ich kann jedoch auch so vorgehen, wie es in religiösen Elternhäusern üblich ist und kann meinem Kind auf alle Fragen ein und diesselbe Antwort geben, damit ersticke ich zwar die Flamme der Neugier, vermittele meinem Kind jedoch, in einer Welt zu leben, in der nichts geschied, ohne dass der liebe Gott es zulässt. Ich vermittle dem Kind Sicherheit und Zuversicht.
    Diese sind jedoch wertlos wenn sie mit der Realität zusammenprallen.
    Du drückst Deinen Kindern die falschen Werkzeuge in die Hand und erwartest, dass sie die richtigen Entscheidungen treffen. Das ist dumm.

  6. #6 von manglaubtesnicht am 26. November 2016 - 15:17

    Die viel interessantere Frage „Welcher Anteil der AfD-Unterstützer besteht aus evangelikalen Christen?“ wurde leider nicht gestellt.

    Es gab vor einer Weile eine Umfrage, deren Ergebnis von MSS in etwa als „Pediga ist ein Sammelbecken für Evangelikale und Rechtskatholiken“ zusammen gefasst wurde. In dieser Richtung wäre Nachforschen interessant, ist aber wohl unwillkommen.

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