Der Koran – eine Frage der Auslegung: Gespräch mit Hamed Abdel Samad

Der Koran, Grundlage und heiliges Buch des Islam. Doch was ist der Koran wirklich? Wie ist er entstanden? Welche Rolle spielen die Frauen darin? Ist der Koran in Stein gemeißelt oder gibt es Möglichkeiten zu einer zeitgemäßen Interpretation. Ulrich Timm geht diesen und anderen Fragen rund um den Koran im Gespräch mit dem Journalist und Autor des Buches „Der Koran – Botschaft der Liebe, Botschaft des Hasses“, Hamid Abdel-Samad nach.

  1. #1 von Unechter Pole am 23. November 2016 - 22:18

    Benötigt zeitgemäßes Denken wirklich irgendwelche an den Haaren herbeigezogene Interpretationen vom dubiosen Schrifttum?

  2. #2 von user unknown am 24. November 2016 - 02:27

    Nein, aber für viele ist es ein hilfreicher Zwischenschritt, und Leute die in irgendwelchen, friedlich-naiv-modernen Formen von Koraninterpretation verharren sind mir lieber als konsequente Fundamentalisten.

  3. #3 von Willie am 24. November 2016 - 07:18

    Um es kurz zu machen: Ja, der Koran ist nicht in Stein gemeißelt und er kann kritisiert, ausgelegt, umgedeutet und selbst vernichtet werden. Es ist nur ein Buch voll mit Texten die nicht von diesem Allah-Gott oder einem Gabriel-Engel gepinselt worden. Es ist eine vom Hören-Sagen übermittelte und später aufgeschrieben Ansammlung von vormodernen Denkweisen. Das einzige was wie in Stein gemeißelt erscheint ist dieses kriecherische Verhalten vor einer Fantasiefigur bei den Gläubigen dieser Religionen.

  4. #4 von Skydaddy am 24. November 2016 - 10:21

    Der Koran ist meiner Meinung nach eine Beleidigung für jeden denkenden Menschen, dagegen verdient die Bibel noch den Literaturnobelpreis.

    Hier gibt es ihn übrigens auf Deutsch. Inklusive des hirnverbrannten „Indizienbeweises“ für die Göttlichkeit des Korans (S.4-6), zu dem ich im letzten Ketzerpodcast nicht mehr gekommen bin.

  5. #5 von deradmiral am 24. November 2016 - 15:28

    Leider geht Hamid Abdel-Samad von einem historischen Mohammed aus. Ich würde die Historizität Mohammeds nicht als selbstverständlich voraussetzen.

  6. #6 von Yeti am 24. November 2016 - 15:44

    @Skydaddy: Ich habe mir die „Deutsch Translation“ runtergeladen und eigentlich schon nach folgendem Satz, der eine dreiste Lüge ist, aufgehört zu lesen:

    in seiner perfekt erhaltenen Form, sowohl im Schriftlichen als auch im Mündlichen.

    Ja, nee. Is‘ klar. Die sollen mal Ibn Warraq lesen, der weist ihnen nach, wie oft und wann der Koran umgedichtet wurde.

  7. #7 von Skydaddy am 24. November 2016 - 18:46

    Yeti:

    Ich habe mehrfach versucht, den Koran zu lesen, bin aber immer nur bis Sure 2 gekommen, dann war es mir schon zu blöd.

    Den oben verlinkten Koran hatte ich mir beim Tag der offenen Moschee als Printversion mitgenommen. Da bin ich gar nicht erst bis zu den Suren gekommen, weil die Einführung schon so schwachsinnig ist.

    Ich hatte sogar noch Mouhanad Khorchide angemailt und gefragt, ob dieser Indizienbeweis offizieller Bestandteil der islamischen Lehre ist, oder mehr so etwas wie diese lächerlichen Versuche, die Zuverlässigkeit der Evangelien zu „beweisen“ – also etwas, was Fundamentalisten glauben, aber „moderne“ Theologen nicht akzeptieren würden.

    Denn falls dieser Indizienbeweis von allen Muslimen akzeptiert wird, braucht man sich mit dem Islam m.E. überhaupt nicht intellektuell auseinanderzusetzen.

    Leider hat Mouhanad Korchide nicht geantwortet.

  8. #8 von Yeti am 24. November 2016 - 21:34

    @Skydaddy:

    Den oben verlinkten Koran hatte ich mir beim Tag der offenen Moschee als Printversion mitgenommen. Da bin ich gar nicht erst bis zu den Suren gekommen, weil die Einführung schon so schwachsinnig ist.

    Ich bin ja (erstmal) auch nicht weiter gekommen als bis zum vierten Satz der Einleitung auf der ersten Seite.

    Womöglich muss man ja wirklich arabisch können, um den Koran wirklich wertschätzen zu können. Etwa in der Art, wie man Franzose sein muss, um rohe Austern (örks) geil zu finden. Oder englisches Essen.

    Denn falls dieser Indizienbeweis von allen Muslimen akzeptiert wird, braucht man sich mit dem Islam m.E. überhaupt nicht intellektuell auseinanderzusetzen.

    Ich glaube nicht, dass dieser Beweis von allen Muslimen akzeptiert wird. Ich glaube aber auch, dass den wenigsten Muslimen klar ist, dass sie diesen Beweis eigentlich nicht akzptieren, wie es den Scheinchristen hier auch geht.

    Trotzdem muss man bei der Auseinandersetzung mit dem Islam natürlich nicht auf die intellektuelle Ebene wechseln. Genauso wie beim Christentum und den meisten anderen Religionen reicht eigentlich ganz normale Rationalität aus. Da muss man gar nicht intellektuell werden, um den Quatsch zu entlarven.

    Leider hat Mouhanad Korchide nicht geantwortet.

    Hast Du ernsthaft damit gerechnet? Was hätte es Dir oder ihm gebracht, wenn er geantwortet hätte? Diesen süßlichen Schwätzer interessiert doch Null, was andere ihm sagen, wenn es nicht öffentlich genug wird.
    Deine Bemühungen in allen Ehren, aber Du kannst gar nicht seinen Interessen dienen, deswegen wird er Dir nicht antworten.

  9. #9 von Hal am 25. November 2016 - 00:10

    Die Bibel ist sozusagen Chronologisch in ihren Mythen, der Koran ist nach der Länge der Suren geordnet. Egal ob Mohammed eine historisch Person war oder nicht, sollte es ja auch eine Chronologie im Koran geben. Es wäre vielleicht weniger schmerzhaft die Suren in zeitlicher Folge zu lesen als in der jetzigen Reihenfolge, denn dann gäbe es einen roten Faden.

    Wie Mohammed sich von einen harmlosen Prediger ohne Durchschlagskraft zu einen habgierigen, mörderischen und selbstgerechten Räuberhäuptling entwickelte war den Herausgebern wohl zu auffällig. Eine Reformation in der arabische Christen die Dreieinigkeit ablehnten und ihr eigenes neues Testament entwarfen, nach dem Vorbild des alten Testaments wo Hippie-Jesus zum Niveau ihres eigenen Propheten degradiert wurde.

    Ich habe den Koran nur in kleinen Ausschnitten gelesen, wie auch die Bibel, und es ist kein vergnügen. Literarisch ist der Koran einen Analphabeten als Verfasser würdig, und würde somit ein Argument für die Historizität Mohammeds sein, wenn auch kein gutes in einer Zeit wo fast alle Analphabeten waren. Diese Schundliteratur steht im Kontrast zu den Erzählungen der Griechen und wie so etwas als göttliche Offenbarung genommen werden konnte und immer noch kann ist mir Rätselhaft.

    Es scheint so als ob die Lektüre des Korans nur im OCD*-Modus erträglich ist.

    *obsessive compulsive disorder

  10. #10 von Netizen am 25. November 2016 - 12:52

    @Skydaddy: „Ich habe mehrfach versucht, den Koran zu lesen, bin aber immer nur bis Sure 2 gekommen, dann war es mir schon zu blöd.“

    Hier genauso. Habe ja ein paar Exemplare hier rumzufliegen, aber lesen kann man sowas nicht. Jedenfalls nicht nüchtern. Wo die Bibel ihren ideologischen Blödsinn wenigstens noch halbwegs in Geschichten verpackt, ist es im Koran einfach nur zusammenhangloses, wirres Gestammel, alle drei Verse lang durchseucht mit der „Großartigkeit“ und „Allmacht“ und Allirgendwas Allahs, damit man es auch ja nicht vergißt.

    Wer sowas als Kind eingetrichtert bekommt, der muß schwammig im Kopf werden.

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