Christliche Klinik: Abtreibungen nur unter bestimmten Bedingungen

Im Gesamtklinikum im niedersächsischen Schaumburg, das zurzeit vom christlichen Agaplesion-Konzern gebaut wird, soll es künftig nur noch Schwangerschaftsabbrüche bei medizinischen Notfällen geben.

weiterlesen:

[http://www.jesus.de/blickpunkt/detailansicht/ansicht/abtreibung-nicht-mehr-in-sozialen-notlagen-moeglich207073.html

  1. #1 von Gerry am 18. November 2016 - 14:41

    christlichen Agaplesion-Konzern

    wie passt denn das mit der Story vom Nadelöhr zusammen?

  2. #2 von Charlie am 18. November 2016 - 15:25

    Ich werde den Verdacht nicht los, dass Kirchen nur deshalb Krankenhäuser betreiben, nicht um zu helfen, sondern um Macht zu demonstrieren.

  3. #3 von dezer.de am 18. November 2016 - 15:26

    Ich halte dagegen:

    Christliche Klinik: staatliche Finazierung nur unter bestimmten Bedingungen

    z.B. das deren Aberglaube keinen Einfluss auf die angebotenen ärztlichen Dienstleistungen haben darf

  4. #4 von Skydaddy am 18. November 2016 - 16:04

    Die Kirchen pochen ja immer gerne auf das „Subsidiaritätsprinzip“, demzufolge der Staat nur tätig werden muss bzw. darf, wenn die Tätigkeit nicht ebensogut durch nichtstaatliche bzw. lokale Dienstleister erbracht werden kann.

    Man sollte anhand dieses Beispiels (und der Situation kirchlicher Mitarbeiter) deutlich machen, dass die Kirchen eben keineswegs „genauso gut“ sind wie staatliche oder zumindest säkulare Einrichtungen.

    Damit ließe sich das Subsidiaritätsprinzip gegen die Kirchen wenden.

  5. #5 von Friedensgrenze am 18. November 2016 - 18:59

    Das Gefasel vom Subsidaritätsprinzip ist folge der Aushöhlung der staatlichen Verantwortung durch die Kirchen. Zwischen Bürger und Staat haben sich vor allem die Kirchen hineingedrängt. Sie haben alle Ebenen besetzt und möchten nun angeblich auf der jeweils untersten Ebene optimale Entscheidungen treffen. Sie überspielen dabei die Tatsache daß auf allen Ebenen die Religionen schon da sind und den Ton angeben und bei Missfallen der Entscheidungen einfach die kirchlich gewollte Ebene durchsetzen . Das Subsidaritätsprinzip ist das Gegenmodell der Demokratie. Das Pärchen Herrscher und Kirche wird gegen das Prinzip von Legislative, Executive und Judikative zwischen Bürger und Staat ausgetauscht wie vor 1919.

    Die Illusion vom Wettbewerb auch anderer Anbieter auf dem Markt der Kliniken und Sozialeinrichtungen wird auf Dauer vom Reichtum der Kirchen und dem Wettbewerbsvorteil des kirchlichen Arbeitsrechts entschieden, wenn wir nix dagegen tun.

    Es ist schon besonders dreist bereits in der Bauphase des neuen Krankenhauses anzukündigen daß religiöse Gründe in Zukunft die Menschen dominieren werden gegen den Willen der Frauen.

    Das Angeführte Verbot im Gesetz war natürlich auch schon das Ergebnis religiöser Einflussnahme. Dem millionenfachen Kirchenaustritt der letzen Jahre muss nun endlich auch eine Veränderung im Kräftegefüge unserer Gesellschaft folgen.

    Das Durchzusetzen der bürgerlichen Rechte von Frauen in diesem speziellen Fall gegen die „gemeinnützige“ Aktiengesellschaft Agaplesion AG ist das Mindeste was erreicht werden muß.

  6. #6 von Hal am 18. November 2016 - 19:45

    @Friedensgrenze

    Das demokratische Defizit ist ein Designfeature, kein Bug in unseren politischen System. In D sind es die Parteien und die 5% Hürde. In GB wird es jedoch deutlicher, ein Wahlmannsystem, angelehnt daran das US-Wahlrecht.

    Die Parteibasis wird regelmäßig ignoriert, wie sonnst kämen wir zu Schröder oder Gabriel in der SPD. Die Parteivorstände werden von Christioten kontrolliert, in der CDU keine Überraschung, aber in der SPD und bei den Grünen? Ein Christiot ist sogar in Thüringen für die Linke unterwegs.

    Wählen diese Politiker rein opportunistisch die Christenkarte zu spielen, oder wären sie niemals Ministerpräsidenten geworden sollten sie nicht 100% christiotisch verstrahlt sein? Keine Ahnung, es stinkt aber etwas.

    Vielleicht sollte ein Exzellenzclusterfuck das mal „wissenschaftlich“ untersuchen.

  7. #7 von Friedensgrenze am 18. November 2016 - 22:03

    @ Hal

    Ohne christliches Bekenntnis ist nicht mal in der Linken ein Ministerpräsidentenposten drin.

    Tapfer finde ich den Jörg Farr von der SPD der mit den religiösen Agaplesion verhandeln will. Das löst aber nicht das tiefere Problem, denn es steckt im religiös dominierten System.

    Übrigens weiss ich jetzt über Subsidarität bescheid:

  8. #8 von Hal am 18. November 2016 - 22:58

    @Friedensgrenze

    Es gab einmal eine Partei der kleinen Leute, wo ist sie geblieben?

    Es gibt keine.

  9. #9 von Hal am 19. November 2016 - 00:19

    @Friedensgrenze

    Ohne christliches Bekenntnis ist nicht mal in der Linken ein Ministerpräsidentenposten drin.

    Ist es Dir gewiss?

    Gut – ich bin der Überbringer schlechter Nachrichten, tsss und so mag es sein.

  10. #10 von Friedensgrenze am 19. November 2016 - 06:25

    Na ja. Ich bin mir nicht sicher wie das im einzelnen geregelt wird, aber es gibt schon Hinweise darauf, daß die Parteien wirklich nur noch Anhängsel der Religion sind. Wie früher die Könige brauchen auch heutige Politiker scheinbar den Segen der Kirchen. Ich vermute daß danach in die Köpfe der Bürger irgendwie Zustimmung zur Person bei Abwiegelung der Einwände gebracht wird. Ob das über die Kanzeln oder das religiöse Pressenetz geschieht, who knows?

    http://www.br.de/themen/religion/steinmeier-oekumene-europa-106.html

    Und, überhaupt wenn Du mir noch einmal mit so einer schlechten Nachricht ankommst dann…:)

  11. #11 von deradmiral am 19. November 2016 - 12:18

    Christen werden ja auch zur Nächstenliebe gezwungen. Ohne göttliches Nächstenliebegebot mit verbundenen Liebesentzug (Hölle) würden die keinen Finger krumm machen.

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