Kirche klagt: Stadt soll finanzielles Risiko von Kita übernehmen

Warendorf – Bei der Entscheidung geht es ums Geld. Die öffentliche Finanzierung der Kindertagesstätten reicht nicht aus. Die Kirche sieht das Kinderbildungsgesetz Kibitz als ursächlich für den Missstand. Wegen der chronischen Unterfinanzierung ihrer Einrichtungen schlägt jetzt auch die Pfarrgemeinde St. Laurentius als Träger von sieben Einrichtungen in Warendorf Alarm und fordert von der Stadt, sich an den Verlusten zu beteiligen.

weiterlesen:

[http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Warendorf/Warendorf/2602996-Stadt-soll-finanzielles-Risiko-uebernehmen-Kirche-klagt-Kita-Kosten-steigen

  1. #1 von Gerry am 17. November 2016 - 11:05

    bevor noch jemand wegen des Gesetzes googeln muss:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Kinderbildungsgesetz

  2. #2 von Skydaddy am 17. November 2016 - 11:44

    „Risiko“ ist gut – die Stadt soll die VERLUSTE übernehmen. Dann fiele natürlich für die Kirche der Anreiz weg, wirtschaftlich zu arbeiten.

    Und wieso jammert eigentlich nur die Kirche und sonst niemand?

    Wäre ja schön, wenn dadurch die – dem Artikel zufolge – überproportionale Zahl der kirchlichen Kindergartenplätze zurückginge.

    Das Bistum Münster gehört übrigens auch zu den Bistümern, die sich für den Schulbau selbst Kredite geben und dann den Staat für die Zinsen bezahlen lassen.

    http://hpd.de/artikel/11458

  3. #3 von omnibus56 am 17. November 2016 - 17:52

    @skydaddy
    Bei „wirtschaftlich arbeiten“ und den Aufgaben der Daseinsvorsorge (dazu zähle ich natürlich auch Kitas) durchzuckt es mich immer unangenehm. Zumeist bedeutet das, dass es unter allen Umständen gilt, einen auch noch so unsinnigen „Kostenrahmen“ (meist mehr oder weniger sachfrend rein haushaltspolitisch begründet vorgegeben) einzuhalten und/oder sogar Gewinne zu erwirtschaften.

    Diese ökonomisierte Sicht auf die Aufgaben der Daseinsvorsorge teile ich nicht. Das bedeutet nicht, dass ich Verschwendung das Wort rede, jedoch dass für mich die notwendigen Aufgaben zuerst kommen und man sich dann über Wege der Finanzierung Gedanken macht. Streichungen von (im Grunde) notwendigen Ausgaben aus haushaltspolitischen Gründen stehen für mich nur als letzter Ausweg zur Disposition (aber nicht solange z. B. bestimmte Einkommensquellen (ungerechtfertigt) geschont statt aktiviert werden)…

  4. #4 von Skydaddy am 17. November 2016 - 18:40

    @omnibus:

    Ich weiß, was Du meinst. Für mich als Ökonomen ist „ökonomisch“ gleichbedeutend mit „ohne Verschwendung“. Dass Sparen leider oft zum Selbstzweck wird, ärgert mich auch.

    Ich bezog mich nur darauf, dass es natürlich nicht angehen kann, dass die Kirche dem Staat einfach die Rechnung präsentiert und der zahlt. Gerade die Kirchen haben etliche Möglichkeiten, das Geld, was sie „vorne“ in soziale Einrichtungen stecken, „hinten“ wieder rauszuholen, indem sie die Vorleistungen an profitorientierte Firmen in Kirchenbesitz vergeben.

    Ich gehe davon aus, dass die Pauschalen gerade dazu dienen, solchen Missbrauch zu verhindern. Deshalb würde mich auch interessieren, ob alle Kita-Betreiber darüber jammern oder nur die Kirchen.