Atheist Myth: “No One Has Ever Killed in the Name of Atheism”

Even if we were to ignore the obvious crimes against humanity that atheistic communists have committed, atheism would be condemned simply by examining the devastation of the French Revolution.

weiterlesen:

[http://www.ncregister.com/blog/astagnaro/atheist-myth-no-one-has-ever-killed-in-the-name-of-atheism

  1. #1 von Muriel am 17. November 2016 - 10:56

    Na gut, ja, die Französische Revolution müssen wir uns anziehen, zugegeben. Das wäre nicht passiert, wenn die an Thor geglaubt hätten.
    Aber die Kommunisten haben ihre Verbrechen begangen, weil sie nicht an Feen glauben, das weiß doch wohl jeder!

  2. #2 von Skydaddy am 17. November 2016 - 12:04

    Haben die französischen Revolutionäre tatsächlich im Namen des Atheismus gemordet?

    Oder waren die auf die Pfaffen sauer, weil die vermutlich mit dem Adel unter einer Decke steckten?

    Das ist nicht das Gleiche – selbst, wenn sie sich bei ihren Taten über den Glauben lustig gemacht haben sollten.

    Zum obigen Artikel im National Catholic Register:

    Ich habe nicht weitergelesen, weil der Autor gleich zu Anfang Mal um Mal unsinnige Statements bringt:

    (1) Er meint, wenn Atheisten (z.B. Kommunisten) jemanden umbringen, dann sei das dem Atheismus zuzurechnen. Damit verfehlt er gleich schon mal den Punkt, um den es geht, nämlich, dass die nicht IM NAMEN des Atheismus gemordet haben.

    (2) Er definiert Kommunismus als „atheistische Religion“, um die Taten dem Atheismus zurechnen zu können. Scheinbar merkt er nicht, dass er damit SELBST die Taten wieder der RELIGION zurechnet.

    (3) Selbst, wenn bei der Französischen Revolution Leute im Namen der Vernunft massakriert wurden, liefert die Vernunft keinen Glaubenssatz, wegen dem man jemanden umbringen müsste. Anders als die Religion. Der Darwinismus wird ja auch nicht dadurch falsch, dass es falsch verstandenen Sozialdarwinismus gab oder gibt.

    Danach habe ich nicht weiter gelesen.

    Aber noch was hat der Autor offenbar nicht kapiert:

    Ich kenne keinen Atheisten, der durch die Gegend läuft und die Behauptung, noch nie hätte jemand im Namen des Atheismus gemordet, als Argument verwendet.

    Vielmehr kenne ich dieses Statement (in abgeschwächter Form) nur als ENTGEGNUNG auf das religiotische „Argument“, Hitler, Stalin, Mao und Pol Pot seien Atheisten gewesen, deshalb sei der Atheismus auch nicht ohne Schuld.

    DARAUF wird dann entgegnet, dass die Genannten nicht im Namen des Atheismus gemordet haben. Michael Schmidt-Salomon spricht hier von politischen Religionen.

    Und diese Entgegnung steht nach wie vor.

  3. #3 von Elvenpath am 17. November 2016 - 12:09

    Ein Haufen Lügen und Geschichtsklitterung übelster Sorte.

  4. #4 von Noch ein Fragender am 17. November 2016 - 12:29

    Zu Schmidt-Salomons Auseinandersetzung mit der Kriminalgeschichte des Atheismus siehe

    http://www.schmidt-salomon.de/atheismus.htm

  5. #5 von Elvenpath am 17. November 2016 - 12:59

    @Skydaddy:

    Bezüglich „politischer Religion“ bin ich anderer Meinung. Diese Ausweitung des Begriffes „Religion“ halte ich irreführend. Die klassische Religion basiert auf dem Übernatürlichen. Und das Übernatürliche ist es, was Atheisten ablehnen.
    Religionen gehören der Gruppe der Ideologien an. Genau so wie der Kommunismus. Da muss man jetzt keinen neuen Begriff wie „politische Religion“ erfinden. Ideologie ist die korrekte und vollkommen ausreichende Bezeichnung.

  6. #6 von Deus Ex Machina am 17. November 2016 - 13:58

    Wie zum Geier folgt aus dem Nichtglauben eine Rechtfertigung für Mord, während es umgekehrt in den hl. Schriften nur so wimmelt von „töte dies, töte das“ ? DAS müsste der Autor erst mal zeigen! Tut er aber nicht, dummes Geschwätz also!

  7. #7 von user unknown am 17. November 2016 - 17:38

    (3) Selbst, wenn bei der Französischen Revolution Leute im Namen der Vernunft massakriert wurden, liefert die Vernunft keinen Glaubenssatz, wegen dem man jemanden umbringen müsste. Anders als die Religion.

    Man sollte hier nicht mit zweierlei Maß messen. So wie man den Atheisten, die Pfaffen und Bischöfe aufgeknüpft haben nicht eine atheistische Religion andichten soll, sowenig lassen wir es ja zu, dass sich organisiertes Morden im Zeichen des Kreuzes darauf rausredet, von der Politik missbraucht worden zu sein.

    Zur Zeit der französischen Revolution waren die Kirchenfürsten vielerorts noch mit weltlicher Macht ausgestattet, hatten bewaffnete Heere unter sich, und wollten ihre Macht nicht aufgeben – in solchen Situationen kann die bewaffnete Durchsetzung des eigenen Rechts, zum Beispiel des Rechts auf freie Meinungsäußerung, auf Religionsfreihet auch negativer Art, Pressefreiheit, Wissenschaftsfreiheit, Gleichberechtigung usw. auch Gewalt erfordern. Und wäre es nach der Kirche gegangen, wir hätten in Europa heute noch nicht freie und geheime Wahlen, Gleichberechtigung, Menschenrechte.

    Natürlich können Atheisten im Namen des Atheismus morden – wir sind aus dem selben Holz geschnitzt wie religiöse Menschen, wir haben die gleichen Hirne wie diese, wir haben die Moral nicht gepachtet und kochen auch nur mit Wasser.

    Die französische Revolution war jedoch eine Notwehrsituation. In wie weit Atheismus in der russischen Revolution eine wichtige Rolle gespielt hat, weiß ich nicht. Dass diese ihr Maß verloren hat und in ein Terrorregime überging bestreite ich nicht, so wenig wie die Feststellung, dass Marx, auf den sie sich berief, einer der radikalsten Atheisten seiner Zeit war, und die kommunistische Ideologie mit seinem Atheismus ein Werk aus einem Guss bildet.

    Nachdem man die Kirche entmachtet hat, die Kerker der Inquisition geöffnet, und niemand mehr zur Religion gezwungen werden kann gibt es keinen Grund die Kirche zu verfolgen. Atheismus ist eine Frage der Vernunft und Vernunft lässt sich nicht erzwingen. Wenn man die besseren Argumente hat, muss man diskutieren. In einem freien Klima gedeiht der Atheismus am besten. Mit Verfolgung treibt man die Religion nur in den Untergrund.

    In wie weit in Russland die Kanzeln genutzt wurden, die Konterrevolution zu predigen um die alte Ordnung wieder zu etablieren kann ich nicht sagen, aber dass in einem Bürgerkriegsklima oft nicht das rechte Maß gefunden wurde leuchtet mir auch ein.

    In unserer Gesellschaft, in heutigen Zeiten, findet man keine Morde aus atheistischen Motiven, wobei Einzelfälle aber nicht ausgeschlossen werden können. Mögliche, psychische Störungen wie Paranoia müssten wir dann auch für religiös Verblendete gelten lassen, wobei sich aber zeigen lässt, dass die Paranoia in viele Religionen eingeschrieben ist, als Dämonen und Teufel.

    Christlich motivierte Morde im Westen sind aber auch aus der Mode gekommen – die Attentate auf Abtreibungskliniken in den USA sind nun auch nicht so hochfrequent, dass man sie nicht als Verirrungen Einzelner abbuchen könnte. Ohne die frz. Revolution wären wir aber sich noch nicht so weit.

  8. #8 von deradmiral am 17. November 2016 - 17:43

    Die französische Revolution war übrigens keine atheistische Revolution. Der gefürchtete Robespierre hat gewaltsam den „Kult des höchstens Wesens“ als Gegenreligion des Christentums und Zurückweisung des Atheismus eingeführt. Erst mit dem Tod von Robespierre hat der französische Staat die Trennung von Staat und Kirche eingeführt. Selbst der Kult der Vernunft, der vorher unter vielen anderen Revolutionskulte existierte, war nicht gottlos. Schließlich wurde Gott der Status eines Demiurgen zu gestanden.

    Also alles Quark, was der Autor so schreibt….

  9. #9 von Skydaddy am 17. November 2016 - 18:48

    @user unknown, „politische Religion“

    Ich finde auch, dass Religion, Kommunismus usw. unter „Ideologien“ subsumiert werden sollten als Ideologien als politische Religion zu bezeichnen.

    Ich hatte aber mal den Eindruck, dass „politische Religion“ ein etablierter Begriff sei, keine spezielle Erfindung von MSS. (Siehe Wikipedia.)

  10. #10 von Hinterfragerin am 17. November 2016 - 21:40

    Ich würde differenzieren wollen. Es gab während der Französischen Revolution, während der Herrschaft des Kommunismus und ja, auch während des NS antiklerikale Übergriffe. Es gab und gibt auch Übergriffe gegenüber Gläubigen, die zumindest der Ablehnung (organisierter) Religion geschuldet sind, sei es, weil sie der eigenen politischen Ideologie zuwiderlaufen, sei es, weil man sie als Konkurrenz empfindet, sei es, dass man sie generell als Gefahr ansieht.

    Dass gerade der Antiklerikalismus zumeist politische und ökonomische Gründe hatte, keineswegs vorwiegend weltanschauliche, ist offensichtlich. Dennoch lag zumindest teilweise eine religionskritische Haltung dem Handeln mit zu Grunde. (Wobei auch der Protestantismus teilweise stark gegen den (katholischen) Klerus hetzte).

    Aber töten, „weil es keinen Gott gibt“ (im Namen des Atheismus) ist etwas anderes, als zu töten, weil man organisierte Religion ablehnt/ Gläubige als Gefahr ansieht (dass wir alle hier solche Methoden ablehnen ist selbstredend).

    Kurz: Ja, es gab und gibt Atheisten, die Gläubige aus ideologischen, aber auch aus im weitesten Sinne (!) „religionskritischen“ Motiven heraus getötet haben und in ihrer Freiheit einschränkten. DEN Schuh müssen sich religionskritisch denkende Menschen anziehen, und sie sollten sich davon klar distanzieren, was sie zumeist auch tun. Die Mörder und Verfolger handeln aber nicht „im Namen des Atheismus“.

    Zugleich kann man auch sagen, dass wohl noch niemand „im Namen des Theismus“ getötet hat. Und: Viele Übergriffe gegen Andersgläubige, das gilt auch hier, haben auch soziale, politische, ökonomische Komponenten. Bezug genommen wurde aber eben nur allzu oft auf bestimmte Glaubensinhalte, und das Handeln folgte aus diesen bzw. der jweiligen Interpretation durchaus logisch. Und dies ist es eben, was „den Atheismus“ von den Religionen unterscheidet: er hat keine Glaubensinhalte.

    Ich finde den Ausdruck der „politischen Religion“ übrigens durchaus treffend, weil er bestimmte Eigenheiten der betreffenden Ideologien herausstellt. Umgekehrt würde ich religiöse Vorstellungen in vielen Fällen als religiöse Ideologien bezeichnen..

  11. #11 von Hal am 17. November 2016 - 22:03

    @hf

    Zugleich kann man auch sagen, dass wohl noch niemand „im Namen des Theismus“ getötet hat.

    Kann man denn sagen dass überhaupt im Namen des Kommunismus oder Nationalsozialismus getötet wurde?

    Nun ist es aber so dass es sehr viel einfacher ist Menschen dazu zu bringen andere umzubringen mit den Werten und der Botschaft der Christen als auf der Grundlage des Humanismus den die meisten Atheisten als teil ihrer Weltsicht haben.

  12. #12 von Hinterfragerin am 17. November 2016 - 22:24

    @ Hal

    Ich denke, der Unterschied ist, dass der Kommunismus und der NS eher dem Christentum oder dem Islam vergleichbar sind, in deren Namen durchaus getötet wurde. „Theismus“ ist jedoch nur ein Überbegriff, der – deshalb mein Vergleich mit dem Atheismus – außer „es gibt einen Gott“ noch keine Glaubensinhalte transportiert. Und aus einem reinen „es gibt einen Gott“ lassen sich auch keine Handlungen ableiten, man kann dies erst, wenn man diesem Gott Charakteristika zuschreibt.

    Sind wirklich die meisten Atheisten Humanisten? Im Westen sehr viele, aber auch nicht alle. Und sonst?

  13. #13 von manglaubtesnicht am 17. November 2016 - 22:32

    Die französische Revolution, ausgelöst du krasse soziale Missstände war nicht so sehr antichristlich, sondern vor allem antikatholisch und antiklerikal. Die Kirche hatte sich – wie immer – auf Seiten der Obrigkeit geschlagen, ganz wie bei Reinhard Meys „Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm: Halt du sie dumm, ich halt sie arm.“

  14. #14 von user unknown am 18. November 2016 - 01:24

    @Skydaddy:

    Ich finde auch, dass Religion, Kommunismus usw. unter „Ideologien“ subsumiert werden sollten als Ideologien als politische Religion zu bezeichnen.

    Politische Religion ist für mich der Islamische Staat, hl. röm. Reich dt. Nation und sowas. Was der WIkipediaaartikel aufführt ist für mich religionsähnliche Politik.

    Aber es soll nicht um Wortklauberei gehen. Der Personenkult um Stalin, Demonstrationen und Paraden als Analogien mit Prozessionen und Walfahrten, Fahnen, Symbole, Statuen, Gesänge und Hymnen, – das sind Ähnlichkeiten, die der Beachtung wert sind, aber diese Kulte, Rituale findet man mehr oder weniger bei Film- und Rockstars, Fußball und anderen Sportidolen, auch die Bezeichnungen (Idol, Kult) dokumentieren die Gemeinsamkeit. Das ist vielleicht alles doch sehr anthropologisch zu erklären und eben gar nicht originär religiös, auch wenn es mit anderen Merkmalen zusammen das Wesentliche der Religion schon ausmacht: Zusammen mit anderen Menschen kommen, die Stimmung synchronisieren und sich gemeinsam als etwas größeres fühlen – im Fall von Religion aber mit größerer Ernsthaftigkeit und weniger Humor betrieben, mit Theologiestudium geadelt und dem Anspruch auf Weltgeltung versehen, den man so bei den Knappen von Schalke eher nicht findet.
    Aber Reliquienkult, das Trikot von Neymar oder das Tuch von Turin, die Gitarre von Elvis oder ein Stück vom Kreuzjesu.

    But if you go carrying pictures of chairman Mao,
    you ain’t gonna do it with anyone, anyhow. (Lennon/McCartney, Revolution)

    Nicht umsonst reagieren wir auch versnupft, wenn man uns nachsagt einer Religion, nämlich der des Atheismus anzuhängen, mit MSS als Säulenheiligem, Gut – die Sunday-Dingsbums sind glaube ich ziemlich gefloppt. Was Musik betrifft gibt es unterschiedliche Geschmäcker und das Fußballstadion bietet wohl intensivere Erfahrungen von 10.000 Leuten, die für einen Moment das gleiche wollen, auf engem Raum. Geistige Erbauung – da sind auch die Niveaus, die man erwatet sehr unterschidlich, so dass man mit Büchern oder Podcasts besser bedient ist. Sunday-Convention hieß das, oder?

    Und spenden oder sozial aktiv werden kann man auch vielfältig auf eigene Faust. Ich schweife ab …

  15. #15 von user unknown am 18. November 2016 - 02:11

    @Hinterfragerin:

    Aber töten, „weil es keinen Gott gibt“ (im Namen des Atheismus) ist etwas anderes, als zu töten, weil man organisierte Religion ablehnt/ Gläubige als Gefahr ansieht (dass wir alle hier solche Methoden ablehnen ist selbstredend).

    So selbstredend ist das nicht, wenn man Gläubige als vitale Gefahr ansieht. Wenn ich den Afghanistaneinsatz ablehne, dann weil ich meine, dass es nicht funktioniert, oder den Krieg gegen den IS, weil ich da keine Partei sehe, die man guten Gewissens unterstützen könnte. Das sind aber alles Erwägungen im Zusammenhang mit Selbstschutz – einen Gläubigen, der mich in Ruhe lässt, würde ich natürlich nicht körperlich angreifen.

    Und das sehen wohl fast alle Atheisten so, aber von 5 Mio. Moslems in Deutschland (Zahl geraten) haben auch erst eine Handvoll Mordattentate zu verüben versucht.. Vielleicht 200 sind Richtung IS aufgebrochen um da gegen die Ungläubigen zu kämpfen, aber das geht mit etwas Paranoia auf deren Seiten eben auch wieder als Verteidigung durch, in deren Weltsicht.

    Sind wirklich die meisten Atheisten Humanisten? Im Westen sehr viele, aber auch nicht alle. Und sonst?

    Also dafür klingt mir in Humanist zu viel Gutmenschlichkeit durch. Ein kräftiger Schuß Nihilismus gehört für mich auch in den Topf, wurscht ob das ein homogenes Weltbild ergibt, die Welt ist ja selbst nicht homogen. Außerdem haben die meisten Menschen nicht verdient, dass man sich viele Gedanken um sie macht, seien wir ehrlich, schaut in den Spiegel!
    Und dann verstehe ich mich noch als Hedonist, Genießer und Schöngeist aber weder umfassend, noch ernstlich, mehr so nach Laune. Aber es ist absehbar, dass ich wohl mal alt und gebrechlich werde, und dann sind viele Genüsse kein großes Glück mehr. Die Sinne erschlaffen wie die Potenz, manches verträgt man nicht mehr und muss teuer dafür bezahlen.

    Seit einiger Zeit steht der Humanismus auch unter Anklage, ein Spezieszismus zu sein. Allerdings würde ich dann doch dem Humanismus den Vorrang geben. Ja, wir haben unsere Werte ausgedehnt über die Familien- und Stammesgrenzen hinaus auf Nachbarstämme, später, als man noch an Menschenrassen glaubte, auf fremde Rassen und jetzt eben auf Menschenaffen, Elephanten, Delphine und Krähen, beginnend mit Tieren uns ähnlicher sind – aber wo soll das Ende sein? Dass man keine Erdbeeere mehr isst, weil das auch ein Leben ist?

    Da neige ich zu einem willkürlichen Naturalismus, als Raubtier und Allesfresser will ich rauben und alles fressen. Es ist keine Frage des Rechts, sage ich, ich brauche keine philosophische Legitimation wie eine Katze keine philosophische Legitimation braucht – gut, bei Katzen ist man sich nie ganz sicher – am Ende haben sie eine Katzenphilosophie, die wir nur noch nicht entdeckt haben. Aber Koyoten und Geier, Pinguine, Marder, Bären und Krokodile. Weil wir philosophieren können sollen wir auf Fleischgenuss, Eier, Käse und Milch verzichten (Vanilleeis!)?

    Und da sind wir beim Tierschützer, der vereinzelt schon seine Ansichten, denen er zu parlamentarischer Mehrheit nicht rucki-zucki verhelfen konnte, bei ungesetzlichen Befreiungsaktionen. Unglückliche Umstände, drohende Ergreifung vom Wachdienst, und schon ist man bei Gewalt gegen Menschen, aus ideologischen Gründen die eng mit atheistischen Ansichten verbunden sein können.

    Da gibt es aber sicher viele, divergierende Meinungen unter uns Atheisten.

  16. #16 von meteo am 18. November 2016 - 11:16

    Sollten wir sagen, dass die westlichen Länder in Syrien kriminell sind, weil sie Zivilen töten? Wir sollten aufpassen, wenn wir von der französischen Revolution negativ sprechen, da wir ihre Weltordnung heute genießen. In der alten Ordung hätten wir nicht leben dürfen, in der heutigen schon. Also sollen wir uns bei „den schlimmsten Mördern der Menschheitsgeschichte“ bedanken. Im damaligen Kontext konnte man nicht einfach so mit Zauberstab zu unserer freien Ordnung wechseln. Man musste alles tun, damit es nicht scheitert. Nach einer Revolution, wie sie notwendig war, gibt es immer viele Grasamkeiten. Konnte man zulassen, dass die alte Ordung für noch mehrere Jahrhunderte dauert? Es gäbe noch viel zu sagen, zum Beispiel über die höheren Todeszahlen in der modernen Zeit, weil der Staat mehr macht als früher hatte, die technischen Mittel zum Töten weiter fortgeschritten waren, und die Bevölkerungen gewachsen waren. Wenn früher die katholische Kirche eine Milliarde Hexen hätte finden können (durch sehr gute Geheimdienste, und weil die Welt entsprechend bevölkert war), die technischen Mitteln gehabt hätte, um alle sehr schnell zu töten, dann wäre es passiert.

  17. #17 von Hinterfragerin am 18. November 2016 - 20:52

    @ user unknown

    Ich denke, der Knackpunkt liegt in der Differenzierungsfähigkeit. Das eine ist, sich jener zu erwehren, die aufgrund ihres Glaubens tatsächlich eine Gefahr darstellen, weil sie die Menschenrechte mit Füßen treten. Wobei ich auch hier dazu neige, soweit als möglich eben nicht dieselben Methoden anzuwenden, um sie zu bekämpfen – und nur im Notfall, zur echten Gefahrenabwehr, zu Gewalt zu greifen. Das andere ist, generalisierend gegen Gläubige vorzugehen, nur weil sie eben gläubig sind, weil man den Glauben an sich für eine Gefahr hält. Dies war es, wo ich uns alle einig in der Ablehnung sah. Der aktuelle Diskurs, in dem man Muslimfeindlichkeit und Islamkritik trennen sollte, ist da ein gutes Beispiel. Auch dafür, dass die größte Gefahr für Gläubige meist von anderen Gläubigen ausgeht..

    Zum Thema Humanismus:

    Meines Erachtens haben die allerwenigsten Menschen eine klare Vorstellung davon, was das eigentlich ist oder eine besonders reflektierte Haltung dazu. Nichtsdestotrotz bewegen sich ihre ethischen Erwägungen oft im entsprechenden Rahmen. In meiner Umgebung gilt das für Nichtgläubige wie Gläubige gleichermaßen. Allerdings drängt sich mir beim Blick in die Welt das Gefühl auf, da in einer ziemlichen „Blase“ zu leben, die ich weitgehend mit relativ gebildeten, eher liberalen Mittelschichtlern teile. In dieser Blase sind die meisten Atheisten Humanisten, ja.

    Was die (anderen) Atheisten betrifft, muss man einerseits klären, ob man nur jene meint, die sich dezidiert so selbst bezeichnen, oder auch jene, die schlicht nicht gläubig sind, ob ohne groß darüber nachzudenken, oder ob sie sich anders einordnen würden (nicht religiös, agnostisch..). Egal wie, das Spektrum politischer Meinungen, ethischer Grundhaltungen etc. ist enorm, gerade wenn man den Blick über den europäischen Tellerrand erhebt. Es haben ja auch keineswegs alle Atheisten eine naturalistische oder besonders vernunftorientierte Weltsicht..

    @ meteo

    Die Revolution an sich war sicher notwendig, aber ihre Ziele – zumindest die, die sie langfristig erreicht hat – hat sie sicher nicht durch den „Terror“ erreicht. Dieser hat doch eher eine Gegenbewegung hervorgerufen, hat sogar Sympathisanten abgestossen und eine Phase der Restauration nach sich gezogen. Wäre die Französische Revolution weitgehend friedlich verlaufen (ich meine ohne Massenhinrichtungen Unschuldiger, politische Säuberungen etc.) wäre ihre Signalwirkung meines Erachtens noch größer gewesen und die positiven Auswirkungen, die wir heute genießen, wären womöglich früher erreicht worden. Die Frage ist doch, ob die Grausamkeiten notwendig waren, um diese Ziele zu erreichen – oder nicht eher kontraproduktiv.

  18. #18 von Hal am 18. November 2016 - 21:53

    @Hinterfragerin

    Du meinst Deismus?