Schavan plädiert für konfessionellen Religionsunterricht: Schutz vor Radikalisierung

Die deutsche Botschafterin am Heiligen Stuhl, Annette Schavan, hat sich für den konfessionell gebundenen Religionsunterricht an deutschen Schulen ausgesprochen. Bei einer Diskussionsrunde bekam sie für ihre Aussage jedoch auch Contra.

(…)

„Ich würde mich eingeengt fühlen, wenn ich glauben würde, dass nach dem Tod alles aus ist.“ Nicht an Gott zu glauben sei eine Selbstbegrenzung, die sich nur noch mit dem beschäftige, was offensichtlich sei.

[https://www.domradio.de/themen/glaube/2016-11-16/schavan-plaediert-fuer-konfessionellen-religionsunterricht

  1. #1 von Rene am 16. November 2016 - 22:41

    Was die Frau redet ist genau so „heiliger Stuhl“ wie ihre Doktorarbeit.

  2. #2 von Friedensgrenze am 16. November 2016 - 22:59

    „Religion dagegen stärke das Individuum und schwäche das Zusammenleben.“ so schreibt der Autor des Artikels habe MSS gesagt.

    Das hätte ich gerne etwas genauer.

    Klar brauchen wir Individuen die nachdenken und gerade diese, werden in den Religionen ja untergebuttert wie die Abiturientin Schavan ja durch ihre gruppenspezifische Einengungsangst nach ihrem Tode geschildert hat. Die Ganze Gruppe der Religiösen vermutet da ja noch was und mit denken hat das gar nichts zu tun sondern lediglich mit einer diffusen religiös behaupteten Vermutung.

    Es ist die Christliche Religion, die durch das von ihr selbst geschaffene Privilegiensystem die Stabilität in Deutschland gefährdet indem es religiöser Bevormundungen das Wort redet, die nun auch vom Islam beansprucht wird.

    Es stört mich total wenn das französische laizistische System immer wieder als defizitär dargestellt wird. Es ist umgekehrt. Wir haben die dringend notwendige Trennung von Staat und Religion noch immer nicht vollzogen aufgrund von religiöser Einflussnahme. Die Folge ist daß dringend regelungsbedürftige Sachverhalte nicht zufriedenstellend geregelt werden, wie z.B.: Sterben in Frieden, Kranken und Altenpflege ohne Bevormundung sowie gerade der Schutz vor Radikalisierung. De Maizieres Hau Ruck Methode entspricht lediglich dem zurückschneiden besonders hervorragender Triebe wobei der ganze Busch schädlich ist und de Maizieres christliche Verblendung selbst ein Teil davon.

  3. #3 von Skydaddy am 17. November 2016 - 06:28

    Radikalisierung verhindert man nicht, indem man Kindern vermittelt, dass man aus vordemokratischen, vorwissenschaftlichen „heiligen“ Texten heute noch sinnvolle Konzepte für das persönliche und gesellschaftliche Zusammenleben ziehen kann. Wohin das führt, hat der Philosoph Dr. Andreas Edmüller ja sehr schön deutlich gemacht:

    Wenn Religion – auch in „moderner“, „liberaler“ Form – als akzeptabel vermittelt wird, wird nur der Boden für radikalere – und damit eben auch gewalttätige – Auslegungen bereitet. (Eine Ausgabe des IS-Magazins richtet sich z.B. speziell an Christen und setzt an deren Glaubensvorstellungen an, um von da aus auf die IS-Theologie zu schließen.) Das lässt sich übrigens sehr gut mit Jesu Gleichnis vom Sämann vergleichen: Viele Saatkörner (klassischer Religionsunterricht) werden auf unfruchtbaren Boden fallen – aber bei manchen Schülern wird eben auch die radikale Saat aufgehen.

    Natürlich muss Radikalisierung verhindert werden. Die Wahlmöglichkeiten sind aber nicht „Religionsunterricht“ und „kein Religionsunterricht“, sondern es kommt noch „Vernunftunterricht“ hinzu – etwa in der Form eines Ethik- und Philosophieunterrichtes, bei dem die heutige Ethik vermittelt und begründet wird, und gezeigt wird, wie vernünftig argumentiert wird.

    Die Religionen können dabei wohl höchstens als abschreckendes Beispiel dienen: Selbst die Spielarten, die die heutigen Werte vermitteln (dazu gehört z.B. die RKK schon mal nicht), begründen diese Werte doch immer noch falsch, nämlich religiös – und bereiten dadurch gerade den Boden für gewalttätige Fanatiker.

  4. #4 von Friedensgrenze am 17. November 2016 - 07:35

    Als jemand der mal über Jahre hinweg in die Kirche gerannt ist und den Predigten aufmerksam zugehört hat ist die Nutzung dieses Samengleichnisses hilfreich. Es gibt halt auch welche, die sich auf Basis auch des christlichen Glaubens radikalisieren. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

    Ich kann nix dafür ich denke halt in diesen blöden Spruchbauteilen.

    Um so begeisterter bin ich von Edmüller der die wesentlichen Fragen sehr schön herausgearbeitet hat und sie vom vernebelnden Schleier des Religionssprech getrennt hat.

    Die Religionskritik existiert ja nicht nur im Internet deshalb hier eine Einladung:

    http://www.parks-nuernberg.de/events/humanistischer-salon-dezember-2016/

  5. #5 von Noch ein Fragender am 17. November 2016 - 10:30

    @ #4 Friedensgrenze

    Glückwunsch zu eurem Humanistischen Salon.

    Enorm, was ihr für interessante Leute und Themen auf dem Programm habt.🙂

  6. #6 von user unknown am 17. November 2016 - 10:51

    Ist sie dt. Botschafterin am Vatikan oder vatikanische Botschafterin in Deutschland?

    DIe Frau gehört vom Hof gejagd – von mir aus soll sie im Vatikan um Asyl bitten.

  7. #7 von Friedensgrenze am 17. November 2016 - 10:56

    #5

    Auch ich finde die Reihe sehr anspruchsvoll. Aber ich will mich hier nicht mit fremden Federn schmücken. Die Initiative kommt aus Nürnberg.

    Ich war bei der letzten Veranstaltung nur begeisterter Zuhörer.

  8. #8 von Skydaddy am 17. November 2016 - 15:42

    @user unknown:

    Das habe ich mich auch gefragt.

    Aber so ist halt das deutsche Staat-Kirchen-Verhältnis:

    Der Staat bezahlt eine deutsche Botschafterin beim Vatikan, und die propagiert dann in Deutschland die Botschaften des Vatikans.

    Wenn es nicht so eine abstoßende Vorstellung wäre, würde ich schreiben:

    FUCK Annette Schavan!