Genitalverstümmelung in Indonesien: „Folgen wir dem Ministerium oder der Scharia?“

Mehr als jedes zweite Mädchen in Indonesien ist beschnitten. Die Genitalverstümmelung aus dem Inselstaat zu verbannen, schafft die Politik allein jedoch nicht.

[http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/gesundheitspolitik_international/article/923475/genitalverstuemmelung-indonesien-folgen-wir-ministerium-scharia.html

  1. #1 von Noch ein Fragender am 15. November 2016 - 00:12

    „Das Problem wurzelt in Traditionen und religiösem Brauchtum, die seit Generationen weitergegeben worden sind.“

    Nein, das Problem liegt darin, dass die Leute nicht gelernt und/oder Angst haben, ihre Traditionen und religiösen Brauchtümer kritisch zu hinterfragen und selbständig zu bewerten.

    In Traditionen und Bräuchen sammelt sich wie in Abwässern viel Unrat an, wenn sie nicht regelmäßig von jeder Generation auf Neue durch die Kläranlagen der Aufklärung gepumpt werden.

  2. #2 von t.nor am 15. November 2016 - 08:14

    Und in Deutschland hat die Gesetzesänderung zur Legalisierung der Genitalverstümmelung an männlichen Minderjährigen nur zwei Monate gebraucht, wohingegen man vier Jahre brauchte um Urteile des europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte zur gemeinsamen Sorge umzusetzten.

  3. #3 von Friedensgrenze am 15. November 2016 - 08:19

    Die Antwort auf die Frage der Überschrift ist ganz einfach: Dem Ministerium.

    Begründen lässt sich das damit, daß das Ministerium hier seine Verantwortung gegenüber der Gesundheit der Mädchen wahrnimmt und diese viel schwerer wiegt als die Kopfgeburten der Kleriker die lediglich eine Verantwortung gegenüber Allah suggerieren.

  4. #4 von Unechter Pole am 15. November 2016 - 10:37

    @NeF
    Die Leute haben meiner Meinung nach weniger Angst vor dem Hinterfragen, als vor der Schwiegermutter und den Nachbarn. Diese haben wiederum meistens Angst vor Nachbarn und Geschwistern, und so weiter. Solange Menschen nicht weitgehend vom sozialen Druck freigestellt werden, wird religiöser Blödsinn praktiziert.