Sam Harris Says Evangelicals Elected America’s ‚First Atheist President;‘ Other Atheists Reject Trump Association

Atheist author and commentator Sam Harris has argued that evangelicals in America have unwittingly elected the country’s first atheist president in Republican Donald Trump, though other secular voices have rejected the association.

„The irony: 81 percent of Evangelicals just elected our first atheist president,“ Harris wrote on his Twitter page on Wednesday, referring to polls that show large white evangelical support for Trump over his Democratic rival Hillary Clinton.

weiterlesen:

[http://www.christianpost.com/news/sam-harris-evangelicals-elected-first-atheist-president-trump-171438/

  1. #1 von Skydaddy am 11. November 2016 - 11:18

    Hier muss ich Sam Harris widersprechen.

    Erstens ergibt sich die Gesamtzahl der Stimmen immer aus der Summe der einzelnen Stimmen bzw. der Stimmen bestimmter Gruppen. Man kann dann nicht eine Gruppe herausgreifen und sagen, die ist für den Wahlerfolg ursächlich.

    Zweitens: Wenn ich sehe, wem Trump in seiner Siegesrede gedankt hat: Ben Carson, Mike Huckabee und Konsorten, bin ich sicher, dass die Evangelikalen bei einer Trump Regierung voll auf ihre Kosten kommen – oder jedenfalls deutlich besser bedient sind als mit Clinton.

    Solange der Supreme Court stramm konservativ besetzt wird, können den Evangelikalen Trumps Eskapaden völlig egal sein.

    Ich erinnere daran, dass die Kirchen heute noch von den Regelungen profitieren, die unter Hitler eigeführt wurden. (Z.B. der Einzug der Kirchensteuer durch den Staat bzw. die Arbeitgeber. In Italien gehen die z.B. die Kreuze in Schulklassen auf einen faschistischen Erlass zurück.)

  2. #2 von scipiommxii am 11. November 2016 - 12:50

    @ skydaddy

    Harris hat es nicht so gemeint … und seine Analyse dieser Wahl bereits spezifiziert:

  3. #3 von Hal am 11. November 2016 - 18:51

    Was Sam in Scipios Video nicht in seiner Analyse nicht erwähnt hat; „the system is broken“.

    Das Hillary das geringere Übel sein sollte, fanden die Amerikaner wohl nicht. Die Frau ist ja auch eine Kriegstreiberin, Korrupt, Kriminell und scheinbar Immun gegen Strafverfolgung. Alleine die Sache mit ihren E-Mailserver wäre genug gewesen um sie vor Gericht zu stellen und nichts geschah. Zusammen mit den Machenschaften der Clinton Foundation und ihre Verschwörung gegen Bernie Sanders, sollte genug sein um sie hinter Gitter zu bringen, bis ans Lebensende.

    Für die humanitären Katastrophen in Libyen und Syrien trägt sie auch Verantwortung, und ist nach internationalen Recht wahrscheinlich eine Kriegsverbrecherin.

    Obwohl sie auf dem Papier die bessere Kandidatin war, politische Erfahrung und sehr Begabt. scheint sie wegen ihrer ekelhaften Persönlichkeit und ihren Handeln, in den Augen der meisten Wähler schlechter zu sein als der narzisstische Trump.

    Diese Wahl zeigt doch das im Staate Amerika etwas faul ist, und das die Wähler die schnauze gestrichen Voll haben. Seit Jahrzehnten wird Politik gegen das Volk gemacht.

  4. #4 von scipiommxii am 11. November 2016 - 21:45

    @ Hal

    Auch hierzu hat sich Harris detailiert geäussert …. etwa hier: https://www.youtube.com/watch?v=ACDqFL8mW3s

  5. #5 von scipiommxii am 11. November 2016 - 21:51

    detailliert ….

    Ich glaube, Trump ist nicht nur narzistisch, sondern ein lupenreiner Psychopath.

    oder

  6. #6 von Hal am 12. November 2016 - 15:38

    @scipio

    Ich glaube, Trump ist nicht nur narzistisch, sondern ein lupenreiner Psychopath.

    Es spricht mehr dafür als dagegen, besonders die Charakterisierung von Tony Schwarz lässt darauf schließen, die mir zum Teil bekannt war (so Pi mal Daumen Diagnose von einen Hobbypsychologen zum anderen;).

    Naja, dass Trump Steuerhinterziehung begangen, Anleger betrogen, Frauen zu mindest sexuell genötigt hat und mehr oder weniger an Drogenschmuggel beteiligt war, ist auch sehr wahrscheinlich. Da ist die Wahl des geringeren Übels, beide Kandidaten mit Staatsanwälten und Polizei einkesseln.

    Nur ist es schon lange gang und gebe das die Gesetze nicht so richtig für Berufsreligioten Superreiche und Machtvolle gelten. Wie war das noch mit Kohls Schwarzgeldaffären? Oder 2010? Familie Würth?

    Das eigentliche Problem ist doch dass Clinton und Trump erpressbar sind, und es ist nicht weit hergeholt anzunehmen dass sie in einen Sumpf mit anderen Erpressbaren stecken. Sollten sie die Omerta des korrupten Schweinesystems brechen, was dann? Selbst wenn Trump den Sumpf trockenlegen wollte(Wahlsprechen eines habituellen Lügners!), setzt er dann nicht mindestens seine Freiheit auf dem Spiel?

    Abschreckende Beispiele wären Edward Snowdon und Chelsea Manning, und die waren nur verhältnismäßig kleine Fische, jedoch mir großer Wirkung (jedenfalls auf mich).

    Der ehemalige Präsidentdarsteller W. Bush, als Statist und Vize Dick C., als sinistrer Strippenzieher, haben vielleicht den Republikanern die Idealbesetzung vorgeben. Nur zweifle ich dass Trump sich mit der Rolle des Statisten anfreunden kann, aber er ist ja erpressbar.;)

    Was wird in den europäischen Wahlen 2017 geschehen, ist die US-Wahl ein braunes Omen? Bin ich ein hoffnungsloser Träumer, wenn ich hoffe dass es in ein „lesson learned“ münden könnte und Medien samt Politiker ihre ekelhaften PC-Lügen endlich an den Nagel hängen?
    Könnte die kameradschaftliche Pamperei zwischen Journalisten und Politiker ein Ende finden?
    In Dänemark ist es üblich dass Journalisten den Spindoktor (bzw. Propagandisten) eines Ministers die Fragen eines Fernsehinterviews in voraus zukommen lassen. Das Politiker Medientraining absolvieren, in denen sie lernen Fragen nicht zu beantworten, während sie sehr viel sagen.

    Ein Status Quo der der Demokratie sehr schadet, wenn wir nicht schon in einer postdemokratischen Gesellschaft leben.

  7. #7 von Hal am 12. November 2016 - 15:59

    Bin gerade über dieses Video gestolpert?

    Snowdon 2020!😀

  8. #8 von Hinterfragerin am 12. November 2016 - 21:12

    Hal fragt, ob wir in Europa etwas aus dieser Wahl lernen werden.

    Ich hoffe es sehr. Die Frage ist aber: Was genau? Und wird es helfen?

    Die Grundfrage ist doch: Sind die potentiellen Wähler von Rechtspopulisten durch rationale Argumente überhaupt noch erreichbar? Hören sie überhaupt (noch) zu?

    Der Wahlkampf in den USA und so manches, was ich in Deutschland mitbekomme, lassen mich da zweifeln. Bei aller sinnvollen Kritik „am System“ – gewählt wurden (und würden) ja nicht Personen bzw. Gruppierungen, die die realen Probleme angehen werden (würden), sondern solche, die scheinbar einfache Lösungen anbieten und klare Feindbilder.

    Dabei haben sie deren moralische Verkommenheit (so muss man das bei Trump wohl nennen, der Mann ist sowohl empathiebefreit als auch absolut nicht reflektiert) entweder ignoriert „um denen da oben eins auszuwischen“ (und ebenso ignoriert, dass sie damit letztlich einen von „da oben“ gewählt haben..) oder haben selbst Ressentiments gegen Minderheiten aller Art.

    Gäbe es eine Alternative (die Anspielung ist erwünscht) der Mitte, eine Alternative, die PC nicht mit Hass ersetzen würde, sondern mit differenzierter Auseinandersetzung, eine Alternative, die den „Abgehängten“ tatsächlich helfen wollen würde – würde sie überhaupt Gehör finden?

    Aktuell fürchte ich, ja, die Wahl könnte ein „braunes Omen“ sein. Ich zweifle daran, dass viele derer, die einschlägig denken und wählen und nun Morgenluft wittern, für eine differenzierte politische Auseinandersetzung über Sachfragen erreichbar sind. Ich hoffe abe sehr, mich zu irren.

    @ scipio

    Danke für das Video.

  9. #9 von Hal am 12. November 2016 - 23:02

    @Hinterfragerin

    Haben wir uns nicht an „das hat nichts mit dem Islam zu tun“ und den seltenen Einzelfällen des Kinderfickervereins gewöhnt, oder sind gar resigniert?

    Selbstverständlich sollte ein Ende des PC-Quatsch nicht in offener Diffamierung umschlagen. Nur hat die politische Mitte, aus Angst vor der reflexiven Rassismus- und Islamophobieanklage, gesellschaftlich wichtige Themen ignoriert, und sie im Endeffekt den Rechtspopulisten überlassen. Etwas was sich über Jahrzehnte entwickelt hat, lässt sich wohl nicht im laufe weniger Monate gefahrlos demontieren und es ist ja auch nicht das einzige Übel.

    Ich habe mir vorgenommen PC Reflexe nicht mehr zu tolerieren, und wenn notwendig den politisch Korrekten sehr heftig für diese zu tiefst unehrliche und totalitäre (weil es eigentlich auf Gedankenkontrolle hinausläuft) Dialogbremse zu kritisieren.

    An der hastig zunehmenden sozialen Ungerechtigkeit kann ich leider nicht viel ändern. Ich kann mit anderen diskutieren, aber wie erkläre ich jemanden am Rande der Gesellschaft dass nicht Migranten die Ursache seiner Marginalisierung sind. Der soziale Abstieg wurde von Politikern in die Wege geleitet, komischerweise waren Sozialdemokraten und Grüne die Schlimmsten(siehe Hartz4), die meisten von denen bekennende Christen. Welche Partei kann so jemand wählen, ohne mit Sicherheit verarscht zu werden? Mir fällt keine ein. Es gibt keine Alternative.

    Es mag sein das jeder Einzelne etwas unternehmen kann, Politiker anschreiben, Fragen stellen, Leserbriefe schreiben, Proteste organisieren, mit einen Generalstreik für einen Tag das ganze Land lahmlegen. Habe ich was vergessen?

  10. #10 von Hinterfragerin am 13. November 2016 - 21:59

    @ Hal

    Selbst politisch aktiv sein? Hat aber auf die großen Zusammenhänge leider ähnlich wenig Einfluss wie der Gang zur Wahlurne.

    Ich stimme Dir zu. Ich habe aktuell in Diskussionen oft das Gefühl, zwischen PC einerseits und offenem Hass andererseits gegen Windmühlen anzukämpfen. Natürlich gibt es Graustufen, das ist auch der Grund, warum man die Diskussion nie aufgeben darf, aber es ist anstrengend.

    Und am anstrengendsten ist es für jene armen Menschen, die, wie etwa viele prominente liberale Muslime, ganz real von allen Seiten angefeindet und verleumdet werden, für die einen Apostaten, die nächsten islamophob sind – und von den Rechten einerseits vereinnahmt, andererseits auch nur selektiv gehört und letztlich verabscheut werden.

    Interessanterweise bekomme ich die Meinung, dass die Flüchtlinge die Ursache der eigenen sozialen Probleme sind, besonders oft von Menschen mit Migrationshintergrund zu hören, die schon länger im Land sind. Von Menschen mit ost- oder südslawischem Hintergrund, aber auch von Afghanen oder Türken…Aber auch von älteren (biodeutschen) Menschen, die schlicht Angst haben. Es sind diese Gespräche auf dem Spielplatz, beim Frisör, die ich besonders erschreckend finde. Weil Argumente hier (meiner Erfahrung nach) absolut sinnlos sind.

    Mal sehen was kommt. Aufgeben jedenfalls gilt nicht: Ich habe zwei kleine Töchter, und ich möchte, dass das Land, in dem sie als Erwachsene leben, immer noch ein liberales, plurales Land ist.