Krankenhaus lehnt Abtreibungen ab – und steht deswegen in der Kritik

Im niedersächsischen Landkreis Schaumburg wird heftig über das Thema Abtreibung diskutiert. Schwangerschaftsabbrüche ohne medizinische Gründe soll es im Krankenhaus der Kreisstadt Stadthagen ab April 2017 unter dem neuen Betreiber – dem christlichen Gesundheitskonzern Agaplesion (Frankfurt am Main) – nicht mehr geben. Die Frauen müssen dann in die Kliniken der benachbarten Landkreise fahren. Das stößt in der Politik und in den Lokalmedien auf Kritik.

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[http://www.idea.de/menschenrechte/detail/krankenhaus-lehnt-abtreibungen-ab-und-steht-deswegen-in-der-kritik-98861.html

  1. #1 von dezer.de am 10. November 2016 - 13:22

    Kein Problem, ich finde das in Ordnung wenn es zu 100% von der katholischen Kirche finanziert wird.

    Andernfalls:

    Was fällt euch ein?!! Ihr religiotischen Klappspaten!!

  2. #2 von Unechter Pole am 10. November 2016 - 13:54

    Im östlichen Nachbarstaat ist es soweit gegangen, dass es in den meisten Provinzen überhaupt keine Krankenhäuser gibt, in den die Abtreibung (nur bei Risiken für Gesundheitsschäden und bei Folgen krimineller Handlunge legal) möglich ist. Verursacht haben das überwiegend nicht die Betreiber, sondern die Provinzärztekammer, welche die behandelnden Ärzte wegen „Ethikverstößen“ aus dem Beruf ausgeschlossen haben.

  3. #3 von manglaubtesnicht am 10. November 2016 - 14:31

    Sieht so aus, als ob zumindest Teile der Kirche hier den großen gesellschaftlichen Abtreibungskompromiß aufkündigen, den es seit den 90ern in D. gibt.

  4. #4 von user unknown am 10. November 2016 - 16:57

    @mgen:
    Ich glaube nicht, dass die Kirche sich da bewegt hat. Sie haben nur die Kontrolle über das Krankenhaus bekommen und ziehen da ihre Linie durch, wie in allen ihren Krankenhäusern, vermute ich.

    Das hätte man aber vorher, als Kommune, wissen können und evtl. die Ausschreibung des KKH entsprechend gestalten müssen. Ob das genügt, oder ob nicht die Kirche mittels ihrem Arbeitnehmerdiskriminierungsprivileg dann hätte nur Ärzte einstellen können, die Abtreibungen als nicht mit ihrem Gewissen vereinbar ablehnen, um durch die Hintertür … – weiß ich nicht.

  5. #5 von Friedensgrenze am 10. November 2016 - 17:51

    @ dezer

    Diese „gemeinnützige“ Aktiengesellschaft ist nicht katholisch geprägt sondern ging aus Diakonie hervor ist also evangelisch.

    Das macht die Sache ja nicht besser sondern zeigt halt, daß auch von evangelischer Seite das deutsche Gesundheitswesen angegriffen wird um religiöse Vorstellungen den Hilfsbedürftigen zu vermitteln, und zwar mit dem Holzhammer. Ziel ist eindeutig die Zerstörung des Gesundheitsnetzes durch organisierte Hilfeverweigerung und Schikane.

  6. #6 von Noch ein Fragender am 10. November 2016 - 19:30

    Die christliche Identität des Unternehmens kommt bereits im Namen AGAPLESION zum Ausdruck,
    der sich aus dem altgriechischen „agapéseis tòn plesíon“ (Liebe den Nächsten, Markus-Evangelium, Kapitel 12, Vers 31) herleitet.

    Christliche Nächstenliebe in Aktion.

    Zyn off

  7. #7 von Netizen am 11. November 2016 - 03:10

    Mein Kommentar dort (wartet auf Freischaltung):

    Hier maßen sich wieder einmal Leute an, über den Körper und das Leben einer erwachsenen Frau bestimmen zu wollen, ohne die betreffende Person geschweige denn ihre Lebensumstände überhaupt zu kennen. Ihr wollt „Lebensschützer“ sein, obwohl Euch das Leben eines erwachsenen Menschen offensichtlich vollkommen egal ist?

    Abgesehen davon wollen wir bitteschön nicht vergessen, wer einen Großteil der unter kirchlicher Trägerschaft stehenden Einrichtungen finanziert. Würde die Kirche diese aus eigener Tasche bezahlen, könnte sie dort auch uneingeschränkt ihre Ansichten und ihr „Recht“ durchsetzen. Solange diese Einrichtungen aber von der Allgemeinheit finanziert werden, und bei kirchlichen KH liegt der Anteil i.d.R. bei 100%, steht ebendieser Allgemeinheit auch die Entscheidungshoheit zu. Die Kirche nimmt sich hier wieder einmal Rechte heraus, die ihr nicht zustehen.