Walter Momper trat wegen Mauerfall wieder in die Kirche ein

Momper war 1968 gemeinsam mit seiner Frau aus der evangelischen Kirche ausgetreten. „Aus Protest gegen die Amtskirche“, bekannte er. Der Mauerfall habe dann aber seinen Glauben verändert. „Was da passiert ist, das hat etwas Überirdisches an sich“, habe er sich damals gesagt.

Es sei für ihn nicht nur eine Frage des Glaubens an Gott gewesen. „Eine Institution, die eine solche Kraft entfalten kann, die über das Reden und Gebete ein Regime ins Wanken bringen kann – die hat Kraft“…

(…)

Insbesondere evangelische Christen hätten der friedlichen Revolution den Weg bereitet. Momper begründete dies unter anderem mit „der bewussten Bibelarbeit, die in der DDR nachher weitgehend politische Arbeit war“. Beides habe die Menschen solidarisiert und ihnen die Angst vor staatlichen Repressionen genommen. „Von daher denke ich schon, dass die Protestanten besser geeignet sind, Regime zum Kippen zu bringen, als andere Konfessionen“, sagte Momper.

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[http://www.evangelisch.de/inhalte/139938/03-11-2016/ehemaliger-buergermeister-von-berlin-walter-momper-trat-wegen-mauerfall-wieder-die-kirche-ein

  1. #1 von Charlie am 3. November 2016 - 15:36

    Der christliche Mauerfall hat auch dazu geführt, dass Millionen Ostdeutsche wieder in die Kirche eingetreten sind, alles andere wäre ja nicht glaubwürdig.

  2. #2 von Skydaddy am 3. November 2016 - 15:55

    Ja – als Getaufter war Momper nach der Wiedervereinigung dank des west- und nunmehr gesamtdeutschen Staatskirchenrechts doch sowieso wieder Kirchenmitglied, sofern er seine Austrittsbescheinigung nicht (a) aufbewahrt und (b) geltend gemacht hat.

  3. #3 von Unechter Pole am 3. November 2016 - 16:59

    @Skydaddy
    Ich denke nicht, dass die Wiedervereinigung für die Westberliner in dieser Hinsicht etwas verändert hat. Betroffen sind meines Wissens nur die Einwohner der ehem. DDR.

  4. #4 von Noch ein Fragender am 3. November 2016 - 17:43

    aus der evangelischen Kirche ausgetreten. „Aus Protest gegen die Amtskirche“, bekannte er. …

    „Eine Institution, die eine solche Kraft entfalten kann, die über das Reden und Gebete ein Regime ins Wanken bringen kann – die hat Kraft“…

    Typische Argumentation eines Mannes, der nicht truth-oriented, sondern power-oriented ist.

    Weder beim Austritt noch beim Eintritt spielte offenbar die Wahrheitsfrage eine Rolle.

  5. #5 von itna am 3. November 2016 - 17:55

    Diese lächerliche Kraft konnte ihn nicht mal vom Austritt abhalten und jetzt auf einmal kann sie ganze Regime ins Wanken bringen.

    Mensch Momper, wie dämlich kann man nur sein!

  6. #6 von Elvenpath am 3. November 2016 - 19:18

    „Insbesondere evangelische Christen hätten der friedlichen Revolution den Weg bereitet.“

    Das ist bewusste Geschichtsklitterung, oder totale Ahnungslosigkeit. Den Weg geebnet hat die Pleite des Sozialismus, Gorbatschow und die vielen Bürgerrechtsbewegungen. Und die Mitglieder von damals haben einen totalen Hals auf Leute, auf die Kirchen, die sich mit fremden Federn schmücken.

  7. #7 von Willie am 4. November 2016 - 03:03

    So langsam sollten die sich aber mal entscheiden. Entweder hat die DDR Christen verfolgt, sie mittels Stasi überwacht und isolisert, oder sie veranstalteten Mauerfallevents.

    Und was ich nie verstanden habe ist, wie die vielen Eppelmänner, Schorlemmer usw, also die DDR-Pfaffen nach der Freiheit des Volkes dieses im (thologischen) Stich lassen konnten, anstatt an der Basis wieder Seelenfang zu begehen.

  8. #8 von Skydaddy am 4. November 2016 - 06:15

    Insbesondere evangelische Christen hätten der friedlichen Revolution den Weg bereitet.

    Ja, für Protestanten wie Momper waren es die evangelischen Christen. Für die Katholiken war es Karol Woytila, Papst Johannes Paul II., der den Eisernen Vorhang zu Fall brachte.

    Für andere wiederum war es David Hasselhoff, der an der Mauer „Looking for Freedom“ gesungen hat.

    Für mich ist eine Behauptung so plausibel wie die andere.