10 Fragen an einen Priester, die du dich niemals trauen würdest zu stellen

Franziskus von Boeselager, 39 Jahre alt, arbeitet als Kaplan, eine Art Hilfspfarrer, in Münster. Vor drei Jahren hat er sein Leben Gott versprochen. Er hat entschieden zu verzichten, auf freie Sonntage, eine Familie und Sex.

Ich arbeite als freie Journalistin in Berlin und gehöre zu dieser Mittzwanziger-Generation, in deren Alltag Kirche und Glauben keine Rolle spielen. Seit Monaten begleite ich Franziskus, für den das, was für mich fremd ist, alles ist. Ich berichte über ihn im Rahmen eines Projekts der katholischen Kirche. Die Idee: herauszufinden, was passiert, wenn sich zwei Lebensrealitäten begegnen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Die Bedingung: Ich darf fragen, was ich will. Ich begleitete Franziskus bei Priesterweihen, zwei Wochen in Polen zum Weltjugendtag oder in seiner Messe—die er jeden Tag feiert. Wir diskutierten über Homosexualität, Geschiedene, Ideale, Frauen in der Kirche, den Missbrauchsskandal. Über all das schreibe ich auf meinem Blog.

Sechs Monate sind fast um, viele Fragen habe ich Franziskus von Boeselager schon gestellt, vor einigen habe ich mich gedrückt. Die hole ich jetzt für VICE nach.

(…)

Wie kannst du an einen Gott glauben, der ständig Menschen im Mittelmeer ertrinken lässt?
Nicht Gott lässt sie ertrinken, die Ursache ist menschliches Fehlverhalten. Wir Menschen sind frei, alles zu tun, um so etwas zu verhindern. Was Naturkatastrophen angeht, frage ich mich schon, warum er sie zulässt. Ich kenne den Sinn nicht, aber ich vertraue darauf, dass es einen gibt.

[http://www.vice.com/de/read/10-fragen-an-einen-priester-die-du-dich-niemals-trauen-wuerdest-zu-stellen

  1. #1 von oheinfussel am 19. Oktober 2016 - 22:03

    Wie kannst du an einen Gott glauben, der ständig Menschen im Mittelmeer ertrinken lässt?
    Nicht Gott lässt sie ertrinken, die Ursache ist menschliches Fehlverhalten. Wir Menschen sind frei, alles zu tun, um so etwas zu verhindern.

    Genau – als allmächtiges Wesen hat er dem freien Willen vom niederen sterblichen Fußvolk nichts entgegenzusetzen -.-

    Was Naturkatastrophen angeht, frage ich mich schon, warum er sie zulässt. Ich kenne den Sinn nicht, aber ich vertraue darauf, dass es einen gibt.

    Mit anderen Worten – es gibt keinen. Denn wenn es einen gäbe, dann wäre der magische Überpapi echt ein Arschloch sondergleichen.

  2. #2 von Hypathia am 19. Oktober 2016 - 22:28

    Für mich gäbe es keine Fragen, die ich mich nicht trauen würde einem Priester zu stellen.
    Mein Problem besteht eher darin, dass ich noch keinen Priester getroffen hätte, der sich traut, sich meinen Fragen zu stellen.

  3. #3 von F. M. am 20. Oktober 2016 - 00:57

    Genau diese Sache, die Theodizee, hat mich aus Kirche und Glauben vertrieben. Es gibt keinerlei vernünftigen Grund für die ganzen Götter.

  4. #4 von user unknown am 20. Oktober 2016 - 05:27

    Mich interessieren die Fragen nicht. Was kann ein Priester schon wissen, wonach man ihn gezielt fragen kann?

    Um dem Text die Chance zu geben, mich zu widerlegen habe ich die Fragen gelesen. Manche sind ja halbwegs originell, aber was juckt es mich was dieser Priester darauf antwortet?

    Der ranschmeisserische Stil, als ob Vice wissen könnte, was ich mich traue oder nicht verstimmt mich. Wieso können die keine Überschrift finden, die stimmt? Wenn die Wahrheit geopfert wird, nur um viele Leser anzulocken – werden dann auch die Fragen aus dem Grunde nur gestellt?

  5. #5 von aranxo am 20. Oktober 2016 - 07:45

    Ach du meine Güte, da kommt man ja aus dem facepalmen gar nicht heraus.

    Männer sollen bis zu 19 Mal täglich an Sex denken. Wie oft du?
    An Sex im Sinne von Geschlechtsverkehr denke ich extrem selten. Es kann vorkommen, dass ich eine attraktive Frau als sexuelles Objekt wahrnehme, anstatt als Person. Dadurch laufe ich Gefahr, sie zu entwürdigen.

    Nein, tust Du nicht. Das ist politkorrekter Nonsens. Du entwürdigst sie dann, wenn Du etwas tust, was sie nicht will. Solange Du nur lüsterne Gedanken hegst, die sie nicht mitkriegt, ist ihre Würde vollkommen intakt. Abgesehen davon haben die meisten Frauen gar nichts dagegen, als sexuelle Wesen wahrgenommen zu werden. Es kommt auf das Verhalten an, nicht auf Gedanken.

    Ist Selbstbefriedigung erlaubt?
    Sie zeigt eine Art von Unausgeglichenheit, von Maßlosigkeit. Und beides tut meiner Meinung nach nicht gut. Trotzdem sollte man sich nicht von Gewissensbissen runterziehen lassen. Denn das Bedürfnis ist natürlich. Priester sind genauso versucht wie Ehemänner oder Singles.

    An Selbstbefriedigung ist nun wirklich gar nichts verwerflich, und sie schadet auch nicht. Mag sein, dass Unausgeglichenheit zu mehr Selbstbefriedigung führen kann, aber die Unausgeglichenheit wird sicher nicht weniger, wenn man es lässt. Aber ich muss hier auch niemanden dazu bekehren, Spaß am Leben zu haben. Jeder hat da eben andere Ansichten darüber.

    Hast du LGBT-Freunde?
    Meine homosexuellen Bekannten sind selbst gläubig. Mit ihnen unterhalte ich mich auch darüber, wie sie versuchen, als Christ zu leben. Die Homosexualität behindert sie in ihrer Identitätssuche.

    Möglicherweise behindert sie mehr ihre Gläubigkeit an der Identitätssuche.

    Wie kannst du an einen Gott glauben, der ständig Menschen im Mittelmeer ertrinken lässt?
    Nicht Gott lässt sie ertrinken, die Ursache ist menschliches Fehlverhalten. Wir Menschen sind frei, alles zu tun, um so etwas zu verhindern.

    Wer ist denn „wir“? Letztendlich können das nur die verhindern, die sich in untaugliche Nußschalen setzen. Alle anderen können allenfalls etwas dafür tun, damit sie das nicht tun.