Katholische Kirche: „Die Menschen kommen in emotionale Not“

„Richter Gottes“ heißt das neue Buch der Journalistin Eva Müller. Eines ihrer Hauptthemen sind die katholischen Gerichte für Eheannullierung. Vor allem Mitarbeiter der Kirche wählen diesen Weg aus Angst, nach einer Scheidung den Arbeitsplatz zu verlieren. „Es ist ein Bereich, der der Öffentlichkeit entzogen ist“, kritisiert Müller im Deutschlandfunk.

[http://www.deutschlandfunk.de/katholische-kirche-die-menschen-kommen-in-emotionale-not.886.de.html?dram:article_id=368186

  1. #1 von Willie am 14. Oktober 2016 - 07:57

    Eva Müller: Das Eigenleben, wenn man es so nennen will, an sich noch nicht. Es ist im Grundgesetz verankert, dass die Kirche ihre eigenen Angelegenheiten selbst regeln darf, und da gehören eigene Gerichte und die Möglichkeit, eigene Gesetze zu schaffen, dazu.

    Das ist meines Wissens falsch. Im GG heißt es, die Religionsgemeinschaften ordnen und verwalten sich selbst, sind also keine Staatskirche mit Weisungsbefugns wie in Art 140, WRV 137 Absatz 1, überschrieben. Das daraus ein Selbstbestimmungsrecht, und damit eine Parallelgesellschaft etabliert wurde, ist der Kirchenlobby, der christlichen Politikern und letztendlich dem Verfassungsgericht zu verdanken, die da sehr eigenwillige Auslegungen in Gesetze gestampft haben.

    Problematisch ist meiner Meinung nach, wenn das in unser Recht, also ins staatliche, weltliche Recht hineinreicht.

    Was sie bereits dadurch tun, da neben der staatlichen Gesellschaft und deren Gesetzegebung eigene, normative Gesetze installiert.

    http://hpd.de/node/10704

  2. #2 von Noch ein Fragender am 14. Oktober 2016 - 12:12

    Führen die Menschen die Verfahren freiwillig oder aus Jobangst?

    Die Meisten lassen wohl aus Jobangst dieses verlogene Affentheater der „Eheannulllierung“ über sich ergehen.

  3. #3 von Hal am 14. Oktober 2016 - 12:46

    Nicht alle sind vor dem Gesetze gleich. Es ist ein Skandal, das sich parallele Gesellschaften entwickelt haben und nicht nur das, sie untergraben fleißig die gemeinsamen Grundlagen.

  4. #4 von Unechter Pole am 14. Oktober 2016 - 22:08

    @Willie
    Es ist noch schlimmer. BVerfG ist leider der Meinung, dass Kirchen über originäres Recht zur Gesetzgebung verfügen, das sich nicht aus dem GG ableitet, sondern von ihm unabhängig existiert. Mit anderen Worten dürfen demnach Kirchen als Parallelgesellschaften existieren, weil sie Parallelgesellschaften sind.