Kardinal: Gegen den Atheismus und den absoluten Wissenschaftsglauben

Was Kardinal Müller stark beschäftigt ist der Atheismus, der einen «radikalen Immanentismus» betreibe. Dabei gehe es um ein Weltverständnis, das nur innerhalb des Bestehenden und empirisch Wahrnehmbaren bleibt: «Ich glaube nur das, was ich sehe». Müller benennt aber nicht nur die Grenzen dieser wissenschaftlichen Weltanschauung. Er nennt auch die Auswirkungen der Neurophysiologie, den existentiellen Nihilismus und die «kollektive Depression» als Krankheiten der Moderne. «Gott ist die Liebe: Das ist die Antwort auf den postulatorischen Atheismus.» Es gebe also einen Ausweg aus der «Tragödie des Menschen ohne Gott».

weiterlesen:

https://blasphemieblog2.wordpress.com/2016/10/07/kardinal-mueller-spricht-ueber-die-gottesfrage-in-luzern/

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  1. #1 von dezer.de am 12. Oktober 2016 - 14:19

    Das gute an der Wissenschaft ist doch z.B. egal ob du an die Gravitationstheorie glaubst oder nicht, sie ist da, funktioniert, lässt sich belegen, erforschen etc.
    Versuch das mal mit einem Gott.

  2. #2 von Netizen am 12. Oktober 2016 - 14:43

    «Ich glaube nur das, was ich sehe»

    Nö. Ich glaube das, was sich nachweisen läßt: Etwas, das existiert, ist auch in irgendeiner Form nachweisbar, wenn auch nicht unbedingt erklärbar. Umgekehrt ist etwas, das nicht nachweisbar ist, noch nicht mal durch Indizien, für mich nicht existent.

  3. #3 von frater mosses zu lobdenberg am 12. Oktober 2016 - 14:50

    «Ich glaube nur das, was ich sehe»

    Ach, deshalb also brauchen die Katholen diese ganzen Götzenbilder und -statuen.

  4. #4 von Charlie am 12. Oktober 2016 - 15:11

    Ich glaube nur das, was ich sehe

    Etwas platt ausgedrückt, aber immerhin besser als „Ich glaube alles, was ich nicht sehe.“

  5. #5 von Hal am 12. Oktober 2016 - 15:23

    «Gott ist die Liebe: Das ist die Antwort auf den postulatorischen Atheismus.»

    Scheinbar kennt der Herr Müller die Bibel und Kirchengeschichte nicht, Kardinal Cafeteriachrist könnte selbstverständlich auch nur ein dreister Lügner sein, oder völlig verrückt, oder …

  6. #6 von user unknown am 12. Oktober 2016 - 15:40

    Wir glauben ja nicht alles, was wir sehen.

    Im Gegenteil – die Aufklärung hat uns in die Lage versetzt unsere subjektive Wahrnehmung zu hinterfragen, ob das, was wir zu sehen meinen, wirklich da ist.

    Wir überprüfen also erstmal, ob wir richtig sehen. Das ist schon Skepsis auf der Datenerhebungsseite. Und da fallen Religion und Esoterik schon hinten runter. Es gibt keine homöopathisen Therapien, deren Wirkgeheimnisse wir nicht entschlüsseln können, weil da keine nachweisbare Wirkung ist. Wir können kein Turiner Grabtuch erklären, weil es keine erklärungsbedürftigen Fragen aufwirft.

    Wir haben keinen Wissenschaftsglauben, sondern Spielregeln. Wenn der Kardinal zeigen kann, dass Religion vor Depressionen schützt, dann wäre das ein interessantes Phänomen, über das sich sprechen ließe, aber er müsste es freilich erstmal zeigen, nicht einfach behaupten. Vielleicht macht er ja mal eine Erhebung unter den Pfarrern?

    Wir lassen uns nicht mit der erstbesten Behauptung ins Boxhorn jagen, wie seine Schäfchen sondern fragen: „Ist das wirklich so?“ und über dieses Stöckchen kommt er mit seinem Pfaffenrock nicht rüber.

  7. #7 von deradmiral am 12. Oktober 2016 - 15:40

    Der Vorwurf der Wissenschaftsgläubigkeit und des Nihilismus sind nur christliche Projektionen. Niemand wird gezwungen an die Wissenschaft zu glauben und die Angst vor dem Nihilismus ist bei Leuten, die an ein imaginäres Wesen glauben sicher am Größten.

    Wir dagegen glauben an die Realität, deren Gesetzmäßigkeiten durch den freien Diskurs mit dem Verstand, also wissenschaftlich, erforscht werden.

  8. #8 von Hal am 12. Oktober 2016 - 16:43

    postulatorischen Atheismus

    Wer verstanden werden will, drückt sich klar und verständlich aus – nicht Herr Müller.

    Wenn er mit seiner Formulierung gnostische, bzw. überzeugte Atheisten, Antitheisten, „Gottesleugner“, oder gar militante Atheisten gemeint hat, könnte ihn jeder sofort verstehen.

    Was aber postulieren denn die große Mehrheit der Atheisten eigentlich, Herr Müller? Grundsätzlich behaupten agnostische Atheisten zur Gotteshypothese nichts, sie weisen hingegen die Postulate von alten Männern in komischen Kostümen zurück, nehmen sie nicht ernst, hinterfragen sie und geben sie der Lächerlichkeit preis.
    Vor allem fordern sie Beweise oder Nachweise von denen die die Existenz von etwas postulieren, diese haben aber keine. Sie setzen einfach nur und das Ignoranterweise, die Existenz ihres Hirngespinstes voraus und das ging hindurch Jahrtausende gut, dank Schwert und Scheiterhaufen, später mit gesellschaftlicher Ächtung.

    Die Gesellschaft hat sich Entwickelt, Herr Müller, ihre Religions-Subspezies steht noch mit beiden Beinen fest im Mittelalter und ist nur mit ihren langen Fingern und großen Klappen im 21. Jahrhundert angekommen. Ist sie dabei über dehnt? Es herrscht sozusagen ein evolutionärer Druck, entweder anpassen oder aussterben, so einfach ist das.
    Die katholischen Dogmen sind nicht mehr gefragt, und katholische Dogmatiker, wie Sie Herr Müller, suchen lieber die Splitter in den Augen der Anderen. Sie, Herr Müller werden bald sterben, und werden somit den möglichen Untergang ihres Scheißvereins nicht mehr erleben. betonkonservative Dogmatiker wie sie werden einen solchen hoffentlich herbeiführen.

    Es freut mich sehr dass dieser Kasper Atheisten als Bedrohung ansieht, naja, zumindest wenn er hier Ehrlich ist.

  9. #9 von Hal am 12. Oktober 2016 - 16:54

    @uu

    Wenn der Kardinal zeigen kann, dass Religion vor Depressionen schützt, dann wäre das ein interessantes Phänomen, über das sich sprechen ließe, aber er müsste es freilich erstmal zeigen, nicht einfach behaupten.

    Dazu müsste Herr Müller auch ausschließen, dass es keine Selbstselektion gibt unter Depressiven in Richtung Nichtglauben gibt. Meine Hypothese dazu wäre, wer klar/selbstständig/kritisch denkt neigt öfter zum Nichtglauben, und sieht die Gegenwart pessimistisch.
    Selbstselektion unter Intelligenten und gut Gebildeten ist ja schon nachgewiesen, wenn auch nur gerade Signifikant.

  10. #10 von omnibus56 am 12. Oktober 2016 - 17:26

    Das Publikum war … etwas sprachlos.

    Wenn ich Müller lese/höre, bin ich auch immer sprachlos… 😉

  11. #11 von user unknown am 12. Oktober 2016 - 17:33

    @Hal:
    Solche Thesen halte ich für verfrüht, so lange keine Daten vorliegen, die eine Hypothese begründen können. Am grünen Tisch halte ich es für weit wahrscheinlicher, dass das religiöse Weltbild eine Depression befördert.

  12. #12 von Skydaddy am 12. Oktober 2016 - 18:59

    MÜLLER 2016: Make Catholicism Great Again!

  13. #13 von Hal am 12. Oktober 2016 - 23:47

    @uu

    Deswegen Hypothese, eine Annahme auf dessen Grundlage man Fragen stellt und Untersuchungen plant.

    Ob dann ein Unterschied besteht wird dann eventuell festgestellt.

  14. #14 von F. M. am 13. Oktober 2016 - 03:30

    @uu Richtig. Diese Krankheit trägt unter Fachleuten sogar einen speziellen Terminus technicus: ecclesiogene Neurose. Und die IST nachweisbar, im gegensatz zur Behauptung Müllers. Und Einhörnern.