Zurückdrängung der Religion: Europas Bischöfe besorgt

Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) hat zum Abschluss seiner Jahresvollversammlung am Wochenende in Monaco einen Appell an die Regierungen gegen eine Zurückdrängung der Religion aus dem öffentlichen Leben gerichtet.

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Im Blick auf die Tendenzen zur Marginalisierung des Christentums heißt es wörtlich: „Dem Gott Jesu Christi das ‚Bürgerschaftsrecht‘ abzusprechen oder zu verweigern ist keine Garantie für Entwicklung, sondern der Beginn jener geistigen und moralischen Verarmung, von der unsere heutige Zeit geprägt ist und die, auf lange Sicht, auch eine gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Verarmung bewirkt.“

[http://religion.orf.at/stories/2802259/

  1. #1 von Unechter Pole am 10. Oktober 2016 - 21:31

    Wenn selbst die lebensfremdesten der Lebensfremden bemerken, dass sich etwas tut, dann tut sich wirklich etwas.

  2. #2 von user unknown am 10. Oktober 2016 - 21:54

    In der Abschlusserklärung betonen die Bischöfe, dass Religionen dann, „wenn sie authentisch sind, immer versuchen, ein Faktor menschlichen Wachstums und ganzheitlicher Entwicklung zu sein“.

    Authentisch sein, menschliches Wachstum, ganzheitliche Entwicklung – ich sehe, dass die katholische Kirche hier ganz authentisch in die esoterische Ideologie qua sprachlichem Mimikri einzuwandern versucht.

    „Wachstum“ war auch schon ein Schlüsselbegriff bei Kardinal Müller.

    Die Bischöfe wollen, dass „sorgfältig in Betracht gezogen“ werde soll, wie „gesunde Laizität“ zu verstehen sei. Die gesunde Laizität anerkenne nämlich sehr wohl „den wahren Wert der Religion in der Gesellschaft und im Leben der Völker“.

    Hehe, es schwebt ihm wohl vor, dass wir Atheisten endlich einräumen, dass wir defizitär sind, und nur weil wir dem Teufel anheimgefallen die auch von uns erkannten Werte der Kirche ablehnen, obwohl sie uns klar und leuchtend vor Augen stehen.

    „Dem Gott Jesu Christi das ‚Bürgerschaftsrecht‘ abzusprechen oder zu verweigern ist keine Garantie für Entwicklung, sondern der Beginn jener geistigen und moralischen Verarmung, von der unsere heutige Zeit geprägt ist und die, auf lange Sicht, auch eine gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Verarmung bewirkt.“

    Das hätte er mal näher ausführen sollen, wie es dazu kommen soll.

    Kulturelle und wirtschaftliche Betätigung stehen ja schon rein zeitlich in Konkurrenz zur Religion, und sollten daher eher von deren Untergang profitieren, wie auch Bildung ja eher im Widerspruch gegen die Religion sich entwickelt und Basis der anderen Qualitäten ist.

    Bezeichnend ist aber v.a., dass er sich in diesseitige Bereiche flüchten muss, um Nachteile des Verebbens der Religion zu benennen. Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft sind ja nun keine (rein) religiösen Angelegenheiten.

  3. #3 von Noch ein Fragender am 11. Oktober 2016 - 11:06

    Dem Gott Jesu Christi das ‚Bürgerschaftsrecht‘ abzusprechen oder zu verweigern

    Bürgerschaftsrecht für einen Gott: Was ist das denn für ein Quatsch?